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Wie löst man das synoptische Problem? Teil 1 - Der synoptische
Befund

Die synoptische Frage lautet, wie sich die Übereinstimmungen und
Unterschiede zwischen Matthäus, Markus und Lukas in Stoffauswahl,
Stofffolge und Wortlaut erklären lassen. Mit dieser Frage bekommt
man es im Religionsunterricht, im Theologiestudium und bei jeder
gründlichen Exegese zu tun. Bevor man die synoptische Frage
selbstständig beantworten kann, muss man sie gut verstanden
haben. Der synoptische Gesamtbefund ist komplexer als den meisten
Bibellesern bewusst ist.

Prof. Dr. Armin D. Baum (FTH Gießen) erklärt in
dieser ersten Folge anhand ausgewählter Textbeispiele, Daten und
Grafiken, aus welchen Einzelfragen sich die synoptische
Gesamtfrage zusammensetzt:

Warum haben die Evangelisten den Wortlaut ihrer Vorlage nur
zu durchschnittlich 30-50% reproduziert?

Wie kommt es, dass die Synoptiker den Wortlaut ihrer Vorlagen
teilweise nur zu 10%, an anderen Stellen aber zu 90% und
insgesamt sehr uneinheitlich übernommen haben?

Warum haben die Synoptiker die Reden Jesu so viel
wortgetreuer übernommen als den übrigen Erzählstoff?

Warum haben die Synoptiker gerade die poetischen Abschnitte
viel wörtlicher wiedergegeben als den Rest ihrer Vorlagen?

Warum haben die Evangelisten nicht umgekehrt die
Jesusgeschichten und vor allem die Worte Jesu wortgetreuer
zitiert als das Alte Testament bzw. die Worte der
alttestamentlichen Propheten?

Wenn Matthäus und Lukas unabhängig voneinander den Markus als
Quelle benutzt haben, warum stimmen sie dann im Markusstoff so
häufig gegen Markus überein (Minor Agreements)?

Woher rühren die vielen Wortlautveränderungen, die keine
stilistischen Verbesserung einer Vorlage bieten?

Fazit: Das synoptische Problem kann nur lösen, wer diesen
Gesamtbefund in allen seinen Facetten berücksichtigt.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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