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  4. #6 Kritischer Posthumanismus mit Janina Loh
Heute zoomen wir ganz weit raus - zeitlich, aber auch
philosophisch: Transhumanismus und Posthumanismus sind Utopien bzw.
vielleicht eher Dystopien, die auf je verschiedene Weiße den
Menschen hinter sich lassen wollen. Gaaanz vereinfacht:
Transhumanismus will den Menschen mit technischen Mitteln
verbessern, ihn zu einem Cyborg machen, der den Mensch, wie wir ihn
bzw. sie bisher kennen, vor allem von seinen Fähigkeiten her
übertrumpft. Der technologische Posthumanismus will sich vom
Menschen komplett verabschieden: Die Ideen reichen vom Upload des
menschlichen Bewusstseins in die Cloud - um dort gewissermaßen als
Künstliche Intelligenz mit menschlichen Wurzeln unendlich weiter zu
leben. Oder gleich einer dem Menschen unendlich überlegenen
Künstlichen Intelligenz das Zepter der Geschichte und der Evolution
in die Hand zu geben. Beides nicht unbedingt Utopien, wie unser
Gast, Janina Loh von der Universität Wien, unterstreicht. Janina
ist derzeit Universitätsassistentin in der Technik- und
Medienphilosophie an der Uni Wien, außerdem Autorin zu Büchern zum
Posthumanismus und Transhumanismus und zur Roboterethik. Und sie
ist Anhängerin des kritischen Posthumanismus, einer utopischen
Denkrichtung, die nicht unbedingt den Menschen, aber auf jeden Fall
den Humanismus überwinden will - und damit die Vorstellung, dass
der Mensch die Krone der Schöpfung sei, dass der (Weiße,
heterosexulle, männliche) Mensch im Zentrum der Welt steht und die
Natur nach seinem Willen umformen und beherrschen könne. Der
kritische Posthumanismus bezieht auch Tiere, Dinge und Elemente in
Seine Überlegungen ein und träumt von einer Welt, in der diese
gleichberechtigt neben bzw. zusammen mit dem Menschen leben. Eine
Utopie, das zu radikal neuen Arten der Beziehungen zwischen
Menschen untereinander, aber auch zwischen Menschen, Tieren und der
Natur führt. Eine konkrete Idee ist das Parlament der Dinge, in dem
auch Tiere, Dinge und Elemente wie das Wasser vertreten sein
würden. Doch der kritische Posthumanismus lässt sich kaum auf
solche konkreten, gemeinsamen Ideen festnageln. Janina Loh selbst
etwa spricht sich für eine Utopie der Gefährt*innenschaft aus, in
der statt Subjekte die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und
Dingen im Mittelpunkt stehen. Sie will von unseren bisherigen
exklusiven Ethiken zu einer radikal inklusiven Ethik kommen.
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Website vorbei: https://neuewelten.info Janinas Seite bei der Uni
Wien (in der Navi rechts findet ihr ihre Publikationen und
Interviews, darunter viele weitere Podcast Gespräche):
https://philtech.univie.ac.at/team/janina-loh-nee-sombetzki/ Hier
im Falter beschreibt Janina ihre Utopie der Gefährt*innenschaft
bzw. der "unheimlichen Freundschaften":
https://cms.falter.at/blogs/thinktank/2020/09/21/utopie-der-unheimlichen-freundschaften/
Hier spricht Janina im sehr guten Podcast Wohlstand für alle über
Roboterethik:
https://wohlstandfueralle.podigee.io/1004-neue-episode Janinas Buch
im Junius Verlag, "Trans- und Posthumanismus. Zur Einführung":
https://www.junius-verlag.de/Programm/Trans-und-Posthumanismus-zur-Einfuehrung.html
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„#6 Kritischer Posthumanismus mit Janina Loh“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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