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  4. Weiße Neger sagt man nicht: Interview mit Esther Muschol
Vorurteile, vor allem gegenüber Menschen mit anderer Haarfarbe,
sind der Stoff, aus dem Komödien sind. Das beweist niemand
eleganter als Johann Nestroy in „Der Talisman“. Die Posse wurde
1840 uraufgeführt und ist seither nicht von den Bühnen
verschwunden. Das Bühnenstück „mit Gesang in drei Akten“ spielt
zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf dem Gut der Frau Cypressenburg
nahe einer großen Stadt. Der rothaarige Außenseiter Titus
Feuerfuchs steigt mithilfe seiner Gewitztheit und einer schwarzen
Perücke in kürzester Zeit in die sogenannten besseren Kreise auf.
Der Protagonist durchschaut nämlich die Gesellschaft und sorgt
nach seinem erwartungsgemäß rasanten Abstieg selbst für sein
Lebensglück. Sehr frei nach Nestroy überträgt die Regisseurin
Esther Muschol die Grundproblematik des “Talisman” von der Haar-
auf die Hautfarbe und die Thematik der Chancenungleichheit in der
Arbeitswelt mit den Mitteln der Komödie ins Heute. Der Titel
ihres Stücks lautet „Weißer Neger sagt man nicht“ und wer da
jetzt weniger an Nestroy, dafür umso mehr an das Drama „Die
Neger“ von Jean Genet denkt, liegt vollkommen richtig, denn genau
das war die Ausgangslage für Esther Muschol, nachdem es 2014 rund
um die Aufführung von „Die Neger“ bei den Festwochen Wien zu
Aufregungen und Protesten kam. „Die Neger“ von Jean Genet ist
jedenfalls auch die Ausgangslage des Gesprächs mit Esther
Muschol, das wir in den Büroräumlichkeiten vom Theaterhaus DasTAG
führten. Ein Gespräch, das freilich immer wieder rund um ihr
Stück „Weiße Neger sagt man nicht“ führt, Stichwort Verbotene
Wörter, Quotenregelung, Jobbewerbung, Strukturen in der
Arbeitswelt. Aber auch ein Gespräch, das uns Einblicke in die
Arbeitsweise von Esther Muschol verschafft bis hin zu
Überlegungen der Regisseurin, was für sie ein geglückter Tag ist.
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„Weiße Neger sagt man nicht: Interview mit Esther Muschol“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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