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„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." -
Dieser berühmte Ausspruch des Philosophen Ludwig Wittgenstein ist
in großen Lettern auf einem Plakat im Büro von Prof. Manfred
Kienpointner zu lesen. „Grenzenlos“ ist auch die Leidenschaft des
Sprachwissenschaftlers: Kienpointner interessiert sich besonders
für gefährdete, aber auch künstlich erschaffene Sprachen.

„Kaltxì!“ - „Hallo!“: So lautet die Begrüßung in „Na’vi“, einer
speziell für den Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“
entwickelten Sprache. Kunstsprachen sind in der Literatur- und
Filmwelt weit verbreitet. Manfred Kienpointner, Professor am
Institut für Sprachen und Literaturen der Universität Innsbruck,
untersucht die Entstehung und linguistische Bedeutung von
Kunstsprachen aus aller Welt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich
der Linguist mit der Vielfalt der Sprachen auf unserer Erde. Sein
Fokus liegt dabei nicht nur auf erfundenen sondern auch auf
aussterbenden Sprachen.

Das Kreieren von Kunstsprachen ist in der Film- und
Serienindustrie sehr populär. Dass viele der bestehenden
„natürlichen“ Sprachen in ihrer Existenz gefährdet sind, ist
vielen allerdings nicht bewusst. Manfred Kienpointner sieht
besonders kleine Sprachen von den großen „killer languages“ wie
Arabisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch oder
Spanisch bedroht. Da mit Sprachen Weltanschauungen, Mythologien,
Religionen, gesellschaftliches Wissen und Kunst verloren gehen,
plädiert der Wissenschaftler für mehr Bemühungen um den Erhalt
der Sprachenvielfalt auf unserer Erde.

Links:

Institut für Sprachwissenschaft

Manfred Kienpointner

Manfred Kienpointner beim Innsbruck Science Slam 2015

Manfred Kienpointner im Video-Porträt

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