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Gudrun sprach mit Gabriel Thäter. Er ist der langjährigen
Hörerschaft schon bekannt, denn er hat im Februar 2015 als
Schüler über sein BOGY-Praktikum am Institut für angewandte und
numerische Mathematik berichtet. Heute ist er
Maschinenbau-Student am KIT und absolviert gerade sein viertes
Semester. Damit hat Gabriel die drei Semester, in denen
Mathematik zum Studienplan für Maschinenbauer gehört - die
sogenannte Höhere Mathematik (HM) I-III - erfolgreich
abgeschlossen. Außerdem arbeitet er schon das zweite Semester als
Tutor in der HM-Ausbildung für das Studienjahr, das nach ihm das
Studium aufgenommen hat. Gudrun wollte im Gespräch aus erster
Hand erfahren, wie die Mathe-Ausbildung bei ihm angekommen ist.

Der Ausgang war, mit welchen Wünschen und Erwartungen Gabriel
sich für ein Studium im Maschinenbau entschieden hat. Tatsächlich
war Maschinenbau nicht sein erster Wunsch, sondern er hatte sich
zunächst für ein Duales Studium in Luft- und Raumfahrttechnik
beworben. Das Duale Studium vereinigt Praxisphasen in einem
Unternehmen mit Studienphasen an einer Fachhochschule und führt
zum Abschluss Bachelor. Während der Studienzeit zahlt das
Unternehmen ein Gehalt. Diese Studiensituation ist ist so
attraktiv, dass der Wettbewerb um die wenigen Studienplätze immer
sehr stark ist - auch wenn es nicht die ideale Ausgangssituation
für eine Forschungstätigkeit später ist, da die theoretische
Ausbildung nicht so breit aufgestellt sein kann wie im Bachelor
an einer Universität.

Ein Studium des Maschinenbaus kam Gabriels Wunschbild
Raumfahrttechnik am nächsten, zumal mit einem Studium in
Karlsruhe für ihn auch kein Wohnort-Wechsel nötig wurde.
Inzwischen ist Gabriel mit der "zweiten Wahl" sehr zufrieden,
denn sein Studium erweist sich für ihn sehr vielseitig und
bereitet ihn auf unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten
vor. Im Moment plant er, sich in der Richtung Thermische
Strömungsmaschinen zu vertiefen.

Gabriel war darauf gefasst, dass Mathematik an der Uni etwas mehr
Zeit und Mühe kosten wird als in der Schule. Es hat ihn aber doch
etwas überrascht, wie sehr sich Stoffdichte und Unterrichtstempo
von der Schule unterscheiden. Trotzdem hat er seinen Ehrgeiz
darin gesetzt, die Übungsaufgaben möglichst richtig und
vollständig zum gegegebnen Termin einzureichen.

Um für die schriftliche Prüfung am Ende des Semester zugelassen
zu werden, muss man in der Summe der Übungsblätter 1-10 eine
gewisse Mindestpunktzahl erreichen. Für Gabriel hat sich die
Arbeit in einer Gruppe bewährt. Für die Prüfungsvorbereitung hat
er auch alte Klausuren aus der Fachschaft herangezogen. Die
Aufteilung des Lernens in der Vorlesung, der zentralen Übung und
in den Tutorium hat ihm gut gefallen. Jede Veranstaltung hat
ihren Platz und ihren eigenen Nutzen für ihn gezeigt.

Als Tutor sieht er nun die Lehre auch ein wenig von der anderen
Seite. Er unterrichtet selbst pro Woche eine Stunde, in der die
Studierenden Fragen zu den aktuellen Aufgaben stellen und in
Gruppen Aufgaben lösen, die den Übungsaufgaben zuarbeiten.
Außerdem korrigiert er die Hausaufgaben seiner Tutoriengruppe.
Dabei fällt ihm negativ auf, wenn zur Lösung kein logischer
Rahmen gegeben wird, sondern einfach "wild losgerechnet" wird.
Dann fällt es oft schwer, zu verstehen, was die Studierenden
eigentlich mit den Rechnungen finden möchten und ob das sinnvoll
ist oder falsch. Gabriel sagt, dass er durch die Vorbereitung der
Tutorien oft noch viel besser verstanden hat, was er eigentlich
im ersten und zweiten Semester gelernt hat.

Podcasts und weiterführende Informationen

G. Thäter: Wasserraketen, Gespräch mit G. Thäter im
Modellansatz Podcast Folge 49, Fakultät für Mathematik,
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), 2015.
http://modellansatz.de/wasserraketen

F. Hettlich: Höhere Mathematik, Gespräch mit G. Thäter im
Modellansatz Podcast, Folge 34, Fakultät für Mathematik,
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), 2014.
http://modellansatz.de/hoehere-mathematik

G. Thäter, J. Rollin: Advanced Mathematics, conversation in
the Modellansatz Podcast, episode 146, Department of Mathematics,
Karlsruhe Institute for Technology (KIT), 2017.
http://modellansatz.de/advanced-mathematics

Informationen zur Höheren Mathematik im Maschinenbau am KIT

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„Maschinenbau HM“

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