Kreisky Forum Talks Archiv
399 Episoden
1 Stunde 1 Minute
»Eine der wichtigsten Stimmen der linken Theorie« Philosophiemagazin
Unser Zeitalter ist geprägt von völlig neuen Konfrontationen, die die gesellschaftliche Ordnung bedrohen und uns überfordern. Kaum ein Bereich, der nicht voller Konflikte beschrieben wird: zwischen den Geschlechtern und Generationen, zwischen Nationen, Zivilisationen und Kulturen – und natürlich sind wir auch uneins mit uns selbst. Gleichzeitig macht sich eine zunehmende Konfliktscheu oder gar Konfliktverdrängung breit. Dabei formen längst schon die Konflikte der Zukunft die Gegenwart und rasen unaufhaltsam auf uns zu: die Digitalisierung unseres Wissens, entgrenzte Kriege, der Klimawandel und neue Formen des planetaren Zusammenlebens. Vor diesem Hintergrund plädiert Armen Avanessian für ein radikales Neuverständnis und eine positive Neubewertung des ebenso inflationär gebrauchten wie wenig verstandenen Phänomens Konflikt. Um die gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart zu lösen, müssen wir erst lernen, unsere zukünftigen Konflikte zu verstehen.
Armen Avanessian, Philosoph
Robert Misik, Autor und Journalist
Armen Avanessian, geboren 1973 in Wien, ist Philosoph, Literaturwissenschaftler und politischer Theoretiker. Er war Gastprofessor an verschiedenen Kunstakademien und Universitäten, u.a. in Nürnberg, Hamburg, Kopenhagen und Paris. Von 2017 bis 2021 leitete er die beliebte Veranstaltungsreihe »Armen Avanessian & Enemies« im Roten Salon der Berliner Volksbühne. Seit August 2021 ist er Professor für Medientheorie an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen.
Unser Zeitalter ist geprägt von völlig neuen Konfrontationen, die die gesellschaftliche Ordnung bedrohen und uns überfordern. Kaum ein Bereich, der nicht voller Konflikte beschrieben wird: zwischen den Geschlechtern und Generationen, zwischen Nationen, Zivilisationen und Kulturen – und natürlich sind wir auch uneins mit uns selbst. Gleichzeitig macht sich eine zunehmende Konfliktscheu oder gar Konfliktverdrängung breit. Dabei formen längst schon die Konflikte der Zukunft die Gegenwart und rasen unaufhaltsam auf uns zu: die Digitalisierung unseres Wissens, entgrenzte Kriege, der Klimawandel und neue Formen des planetaren Zusammenlebens. Vor diesem Hintergrund plädiert Armen Avanessian für ein radikales Neuverständnis und eine positive Neubewertung des ebenso inflationär gebrauchten wie wenig verstandenen Phänomens Konflikt. Um die gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart zu lösen, müssen wir erst lernen, unsere zukünftigen Konflikte zu verstehen.
Armen Avanessian, Philosoph
Robert Misik, Autor und Journalist
Armen Avanessian, geboren 1973 in Wien, ist Philosoph, Literaturwissenschaftler und politischer Theoretiker. Er war Gastprofessor an verschiedenen Kunstakademien und Universitäten, u.a. in Nürnberg, Hamburg, Kopenhagen und Paris. Von 2017 bis 2021 leitete er die beliebte Veranstaltungsreihe »Armen Avanessian & Enemies« im Roten Salon der Berliner Volksbühne. Seit August 2021 ist er Professor für Medientheorie an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen.
47 Minuten
„Aus Kreiskys Wohnzimmer“
Philipp Blom im Gespräch mit Charlotte Wiedemann
DEN SCHMERZ DER ANDEREN BEGREIFEN
Wege zu einer neuen Gedenkkultur
Mit ihrem neuen Buch Den Schmerz der anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis hält deutsche Journalistin und Autorin Charlotte Wiedemann ein Plädoyer für eine moderne, empathische Erinnerungskultur. In einem Moment, in dem in Deutschland hitzige Feuilleton-Debatten den Eindruck erwecken, es ginge um einen kurzlebigen Positionsstreit, stellt sie klar: Was wir erleben, ist eine Zeitenwende – wir müssen unsere Haltung zur Geschichte aus einer kosmopolitischen Perspektive neu begründen. Das heißt: nicht-europäische, nicht-westliche Sichtweisen ebenso einbeziehen wie die Ansprüche einer jungen, diversen Generation in Deutschland. Wie lässt sich in Zukunft an den Holocaust und an die kolonialen Verbrechen erinnern? Globalhistorisch fundiert und persönlich zugleich denkt Charlotte Wiedemann die Idee des Antifaschismus neu und entwirft ein empathisches Gedenkkonzept für unsere Zeit.
Charlotte Wiedemann, ist freie Auslandsreporterin, ihre Beiträge erschienen u.a. in Geo, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Merian und Le Monde Diplomatique. Sie gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Zentrums Moderner Orient in Berlin an und hält Vorträge zu interkulturellen Themen und zur Erinnerungskultur. Sie ist Kolumnistin der taz und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a. "Der neue Iran. Eine Gesellschaft tritt aus dem Schatten" (dtv, 2017), "Der lange Abschied von der weißen Dominanz" (dtv 2019). "Den Schmerz der anderen begreifen" ist im Mai 2022 erschienen (Prophyläen Verlag, ISBN 978-3-549-100493)
Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Historiker und Schriftsteller in Wien. Sein jüngstes Buch "Die Unterwerfung. Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur" ist im September 2022 erschienen (Hanser Verlag, ISBN 978-3-446-274211)
Philipp Blom im Gespräch mit Charlotte Wiedemann
DEN SCHMERZ DER ANDEREN BEGREIFEN
Wege zu einer neuen Gedenkkultur
Mit ihrem neuen Buch Den Schmerz der anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis hält deutsche Journalistin und Autorin Charlotte Wiedemann ein Plädoyer für eine moderne, empathische Erinnerungskultur. In einem Moment, in dem in Deutschland hitzige Feuilleton-Debatten den Eindruck erwecken, es ginge um einen kurzlebigen Positionsstreit, stellt sie klar: Was wir erleben, ist eine Zeitenwende – wir müssen unsere Haltung zur Geschichte aus einer kosmopolitischen Perspektive neu begründen. Das heißt: nicht-europäische, nicht-westliche Sichtweisen ebenso einbeziehen wie die Ansprüche einer jungen, diversen Generation in Deutschland. Wie lässt sich in Zukunft an den Holocaust und an die kolonialen Verbrechen erinnern? Globalhistorisch fundiert und persönlich zugleich denkt Charlotte Wiedemann die Idee des Antifaschismus neu und entwirft ein empathisches Gedenkkonzept für unsere Zeit.
Charlotte Wiedemann, ist freie Auslandsreporterin, ihre Beiträge erschienen u.a. in Geo, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Merian und Le Monde Diplomatique. Sie gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Zentrums Moderner Orient in Berlin an und hält Vorträge zu interkulturellen Themen und zur Erinnerungskultur. Sie ist Kolumnistin der taz und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a. "Der neue Iran. Eine Gesellschaft tritt aus dem Schatten" (dtv, 2017), "Der lange Abschied von der weißen Dominanz" (dtv 2019). "Den Schmerz der anderen begreifen" ist im Mai 2022 erschienen (Prophyläen Verlag, ISBN 978-3-549-100493)
Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Historiker und Schriftsteller in Wien. Sein jüngstes Buch "Die Unterwerfung. Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur" ist im September 2022 erschienen (Hanser Verlag, ISBN 978-3-446-274211)
52 Minuten
KLIMARASSISMUS Der Kampf der Rechten gegen die ökologische Wende
Weltweit blockieren rechte Parteien und Netzwerke effektiven Klimaschutz. Das ist kein Zufall: Denn die Hauptverantwortung für den Klimawandel trägt der reiche globale Norden, aber seine Opfer sind vor allem ohnehin benachteiligte Menschen – hierzulande und im globalen Süden. Weiße Vorherrschaft, extreme Ungleichheit und die Ausbeutung von Menschen und der Umwelt gehen Hand in Hand. Um Klimarassismus und -klassismus zu verschleiern, leugnen viele, dass die Erderhitzung überhaupt ein Problem ist.
Wo liegen die massiven politischen Gefahren des Rückschlags gegen den grünen Umbau? Mit welchen Netzwerken und Argumentationsweisen greifen die Rechten die Zukunft an? Was hat das mit unserem Alltag und dem herrschenden System zu tun? Und was können wir für Klima und Gerechtigkeit tun?
Robert Misik, Autor und Journalist
Matthias Quent ist Professor für Soziologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er gründete und leitete bis 2022 das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena. Quent forscht und lehrt unter anderem zu Rechtsradikalismus, Folgen der Digitalisierung, zu Demokratieförderung und zu gesellschaftspolitischen Fragen der ökologischen Transformation. Als medial gefragter Experte, Redner und Sachverständiger berät und unterstützt er Aktivitäten zur Stärkung demokratischer Kultur in unterschiedlichen Kontexten. Quent studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Leicester (UK).
Weltweit blockieren rechte Parteien und Netzwerke effektiven Klimaschutz. Das ist kein Zufall: Denn die Hauptverantwortung für den Klimawandel trägt der reiche globale Norden, aber seine Opfer sind vor allem ohnehin benachteiligte Menschen – hierzulande und im globalen Süden. Weiße Vorherrschaft, extreme Ungleichheit und die Ausbeutung von Menschen und der Umwelt gehen Hand in Hand. Um Klimarassismus und -klassismus zu verschleiern, leugnen viele, dass die Erderhitzung überhaupt ein Problem ist.
Wo liegen die massiven politischen Gefahren des Rückschlags gegen den grünen Umbau? Mit welchen Netzwerken und Argumentationsweisen greifen die Rechten die Zukunft an? Was hat das mit unserem Alltag und dem herrschenden System zu tun? Und was können wir für Klima und Gerechtigkeit tun?
Robert Misik, Autor und Journalist
Matthias Quent ist Professor für Soziologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er gründete und leitete bis 2022 das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena. Quent forscht und lehrt unter anderem zu Rechtsradikalismus, Folgen der Digitalisierung, zu Demokratieförderung und zu gesellschaftspolitischen Fragen der ökologischen Transformation. Als medial gefragter Experte, Redner und Sachverständiger berät und unterstützt er Aktivitäten zur Stärkung demokratischer Kultur in unterschiedlichen Kontexten. Quent studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Leicester (UK).
45 Minuten
A year ago, AU and EU held their sixth summit, in Brussels. Whereas the sentiments afterwards were optimistic on the EU-side – mainly because it had rolled out their Global Gateway initiative to be financed with 150 billion €, Africans were disappointed: Europe had made promises, as always, but discussions were still not on an equal level, issues like migration, Covid 19, and even security had been put aside. The summit results were immediately overshadowed by Russia’s invasion of Ukraine, whose spill over effects continue to affect EU-Africa relations. The war has devastating effects on food and fuel security across Africa, deepening existing food crisis, driving millions more into poverty, triggering protests and political instability across the continent and increasing the risk of long-lasting armed conflicts, in the Sahel. Africans view EU sanctions on Russia as exacerbating Africa´s food security and economic problems. EU funding for Ukraine fuel concerns that financial promises made to African countries may no longer hold. Georg Lennkh will discuss with Philomena Apiko and Franz Schmidjell about the economic, social and political impact of the war in Ukraine on African countries, on EU- Africa relations and about what this means for Europe.
Philomena Apiko, Head of the EU – AU Department at the Centre for Africa – Europe relations. She specialises in AU-EU relations, AU reforms, trade and regional integration, gender, governance, democracy and human rights, and international law and justice.
Franz Schmidjell, Deputy Director of Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation VIDC
Moderation: Georg Lennkh, Ambassador ret., former Special Representative for Africa of the Austrian Government, Member of the Board of Bruno Kreisky Forum
Philomena Apiko, Head of the EU – AU Department at the Centre for Africa – Europe relations. She specialises in AU-EU relations, AU reforms, trade and regional integration, gender, governance, democracy and human rights, and international law and justice.
Franz Schmidjell, Deputy Director of Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation VIDC
Moderation: Georg Lennkh, Ambassador ret., former Special Representative for Africa of the Austrian Government, Member of the Board of Bruno Kreisky Forum
1 Stunde 24 Minuten
AUS WIDERSTAND UND SOLIDARITÄT Kann man aus der Geschichte lernen?
Begrüßung:
Gertraud Auer Borea d’Olmo, Kreisky Forum
Tanja Wehsely, Volkshilfe Wien
Einleitung:
Alexander Emanuely, Schriftsteller, Kulturwissenschaftler
Im Gespräch:
Michael Häupl, Präsident der Volkshilfe Wien
Barbara Prainsack, Univ. Wien, Forschungsgruppe Zeitgenössische Solidaritätsstudien
Moderation: Christa Zöchling, Journalistin
1922, in den frühen Jahren der jungen Ersten Republik, wurde die Hilfsorganisation Societas gegründet, um die unfassbare Not nach dem 1. Weltkrieg zu lindern. Die Societas war ein Verband von vorwiegend Wiener Fürsorgevereinen der Arbeiter*innenbewegung auf Bezirksebene und arbeitete eng mit der staatlichen Fürsorge bzw. mit jener der Wiener Stadtverwaltung, des Roten Wien, und mit anderen privaten Fürsorgevereinen zusammen. Diese aus der Zivilgesellschaft entstandene Organisation wollte, ohne Unterschied von Herkunft und Religion, helfen und eingreifen, wo dem Staat die Mittel fehlten. Man wollte nicht nur wohltätig sein, sondern die Armut auch politisch bekämpfen. 1934 wurde die Societas verboten. Am 21. März 1947 wurde im Geiste der Societas die Volkshilfe gegründet. Damals wie heute geht es nicht nur um das bloße Verteilen von Almosen an Bedürftige, sondern um die Begegnung mit in Not geratenen Menschen auf Augenhöhe, um deren Unterstützung und darum, ihnen wieder eine Perspektive zu bieten.
Ob und inwieweit kann man aus der Geschichte lernen? Wie passen der Wunsch nach mehr Solidarität und Zusammenhalt und die zunehmende Vereinzelung in unserer Gesellschaft zusammen? Welche Impulse braucht es aus Politik und Zivilgesellschaft, um den vielen Krisen zu begegnen und um ein gutes Leben für möglichst alle zu ermöglichen? Kann Geschichte Orientierung und Zuversicht für eine wenig berechenbare Zukunft geben?
Begrüßung:
Gertraud Auer Borea d’Olmo, Kreisky Forum
Tanja Wehsely, Volkshilfe Wien
Einleitung:
Alexander Emanuely, Schriftsteller, Kulturwissenschaftler
Im Gespräch:
Michael Häupl, Präsident der Volkshilfe Wien
Barbara Prainsack, Univ. Wien, Forschungsgruppe Zeitgenössische Solidaritätsstudien
Moderation: Christa Zöchling, Journalistin
1922, in den frühen Jahren der jungen Ersten Republik, wurde die Hilfsorganisation Societas gegründet, um die unfassbare Not nach dem 1. Weltkrieg zu lindern. Die Societas war ein Verband von vorwiegend Wiener Fürsorgevereinen der Arbeiter*innenbewegung auf Bezirksebene und arbeitete eng mit der staatlichen Fürsorge bzw. mit jener der Wiener Stadtverwaltung, des Roten Wien, und mit anderen privaten Fürsorgevereinen zusammen. Diese aus der Zivilgesellschaft entstandene Organisation wollte, ohne Unterschied von Herkunft und Religion, helfen und eingreifen, wo dem Staat die Mittel fehlten. Man wollte nicht nur wohltätig sein, sondern die Armut auch politisch bekämpfen. 1934 wurde die Societas verboten. Am 21. März 1947 wurde im Geiste der Societas die Volkshilfe gegründet. Damals wie heute geht es nicht nur um das bloße Verteilen von Almosen an Bedürftige, sondern um die Begegnung mit in Not geratenen Menschen auf Augenhöhe, um deren Unterstützung und darum, ihnen wieder eine Perspektive zu bieten.
Ob und inwieweit kann man aus der Geschichte lernen? Wie passen der Wunsch nach mehr Solidarität und Zusammenhalt und die zunehmende Vereinzelung in unserer Gesellschaft zusammen? Welche Impulse braucht es aus Politik und Zivilgesellschaft, um den vielen Krisen zu begegnen und um ein gutes Leben für möglichst alle zu ermöglichen? Kann Geschichte Orientierung und Zuversicht für eine wenig berechenbare Zukunft geben?
49 Minuten
Soll die Europäische Union weitere Mitglieder aufnehmen?
Die Erweiterung ist bereits das zweite große EU-Buch von Robert Menasse. Der preisgekrönte Autor beschreibt darin „eine Geschichte von biblischer Drastik, die kontrastiert wird mit den Rechtsauffassungen jener politischen Organisation, der sich Menasse als engagierter Intellektueller verschrieben hat.“ (FAZ) Menasse streicht die Widersprüchlichkeit heraus, dass man innerhalb der EU mit antieuropäischer Rhetorik nationale Wahlen gewinnen kann, während man außerhalb der EU Wahlen gewinnt, indem man pro-europäische Signale ausschickt. Was macht das mit den Menschen hier und da?
Anhand von Albanien erzählt Menasse nicht nur von den Hoffnungen und Enttäuschungen jener, die vor der Festung Europa stehen. Er schreibt auch über die die sogenannten „Schwurjungfrauen“ – eine alte albanische Tradition, bei der Frauen sich zu Männern erklären. Für Menasse ein guter Beitrag zur Transgender-Debatte. Welche Werte gibt sich die EU? Was können Mitglieder und Beitrittskandidaten voneinander lernen?
Robert Menasse ist ein Wiener Schriftsteller, der für seine Romane vielfach ausgezeichnet wurde. Für seinen ersten großen EU-Roman „Die Hauptstadt“ erhielt er 2017 den Deutschen Buchpreis, für seinen zweiten großen Europaroman „Die Erweiterung“ den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2022.
Tessa Szyszkowitz ist Journalistin und Autorin, seit 2010 mit Sitz in London. Davor war sie Korrespondentin in Moskau, Brüssel und Jerusalem. Sie schreibt regelmäßig für Falter, profil & Cicero, ist Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
Die Erweiterung ist bereits das zweite große EU-Buch von Robert Menasse. Der preisgekrönte Autor beschreibt darin „eine Geschichte von biblischer Drastik, die kontrastiert wird mit den Rechtsauffassungen jener politischen Organisation, der sich Menasse als engagierter Intellektueller verschrieben hat.“ (FAZ) Menasse streicht die Widersprüchlichkeit heraus, dass man innerhalb der EU mit antieuropäischer Rhetorik nationale Wahlen gewinnen kann, während man außerhalb der EU Wahlen gewinnt, indem man pro-europäische Signale ausschickt. Was macht das mit den Menschen hier und da?
Anhand von Albanien erzählt Menasse nicht nur von den Hoffnungen und Enttäuschungen jener, die vor der Festung Europa stehen. Er schreibt auch über die die sogenannten „Schwurjungfrauen“ – eine alte albanische Tradition, bei der Frauen sich zu Männern erklären. Für Menasse ein guter Beitrag zur Transgender-Debatte. Welche Werte gibt sich die EU? Was können Mitglieder und Beitrittskandidaten voneinander lernen?
Robert Menasse ist ein Wiener Schriftsteller, der für seine Romane vielfach ausgezeichnet wurde. Für seinen ersten großen EU-Roman „Die Hauptstadt“ erhielt er 2017 den Deutschen Buchpreis, für seinen zweiten großen Europaroman „Die Erweiterung“ den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2022.
Tessa Szyszkowitz ist Journalistin und Autorin, seit 2010 mit Sitz in London. Davor war sie Korrespondentin in Moskau, Brüssel und Jerusalem. Sie schreibt regelmäßig für Falter, profil & Cicero, ist Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
1 Stunde 4 Minuten
The war on Ukraine is catastrophic for both parties. Ukraine has to bear widespread destruction of infrastructure and a terrible loss of life. The morale within the society is high, and if the country can prevail on the battlefield, the future appears dynamic. For Russia the situation is radically different, says political scientist Nina Khrushcheva, the first guest of the Dialogues for Tomorrow. Having divided her time between Moscow and the US during the past year, she has observed the changes in Russian society from within.
How is Russian society developing in the shadow of war and political oppression? How secure is Putin's power and are their oppositional protagonists and structures apart form the Kremlin elite and the oligarchs? Is a change of power in Russia a plausible prospect, and what will Russia look like after the war, and after Putin? How much has been destroyed already by the loss of countless people who left the country, by the tightening of dictatorship and the breakdown of trade and political relations with Western countries? What will the future hold for Russia and for European and global power politics and global alliances?
Philipp Blom (Historian and Author) speaks with Nina Khrushcheva (Professor of International Affairs, The New School, New York) about a society in meltdown and its future in the context of both its historical and political path, and of international security.
Dialogues for Tomorrow
Von der Klimalkatastrophe bis hin zu Demokratien in der Krise, neuen Kriegen und sozialen Kontroversen: Die Zukunft birgt enorme Herausforderungen. Die Diskussion darüber braucht Öffentlichkeit. Phillip Blom diskutiert mit renommierten, innovativen, klugen und provokanten internationalen Gästen über Transformation, sinnvolle Anpassung, notwendige Maßnahmen und neue Denkräume.
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des BKF (Bruno Kreisky Forums für Internationales Dialog), des IWM (Instituts für die Wissenschaften vom Menschen) und der Universität für angewandte Kunst in Wien. Mit freundlicher Unterstützung der RD Foundation Vienna.
How is Russian society developing in the shadow of war and political oppression? How secure is Putin's power and are their oppositional protagonists and structures apart form the Kremlin elite and the oligarchs? Is a change of power in Russia a plausible prospect, and what will Russia look like after the war, and after Putin? How much has been destroyed already by the loss of countless people who left the country, by the tightening of dictatorship and the breakdown of trade and political relations with Western countries? What will the future hold for Russia and for European and global power politics and global alliances?
Philipp Blom (Historian and Author) speaks with Nina Khrushcheva (Professor of International Affairs, The New School, New York) about a society in meltdown and its future in the context of both its historical and political path, and of international security.
Dialogues for Tomorrow
Von der Klimalkatastrophe bis hin zu Demokratien in der Krise, neuen Kriegen und sozialen Kontroversen: Die Zukunft birgt enorme Herausforderungen. Die Diskussion darüber braucht Öffentlichkeit. Phillip Blom diskutiert mit renommierten, innovativen, klugen und provokanten internationalen Gästen über Transformation, sinnvolle Anpassung, notwendige Maßnahmen und neue Denkräume.
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des BKF (Bruno Kreisky Forums für Internationales Dialog), des IWM (Instituts für die Wissenschaften vom Menschen) und der Universität für angewandte Kunst in Wien. Mit freundlicher Unterstützung der RD Foundation Vienna.
1 Stunde 8 Minuten
Gudrun Harrer im Gespräch mit Tobias Zumbrägel DIE „GRÜNE STUNDE“ DER VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATE
Ist die neue Klimapolitik der Golfmonarchien eine ernsthafte Nachhaltigkeitswende?
Die nächste UN-Klimakonferenz wird im Dezember 2023 von den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgerichtet. Höchste Zeit, sich mit dem kleinen aber ambitioniertem Wüstenstaat auseinanderzusetzen, der seinen Reichtum und politischen Einfluss dem Verkauf von Öl und Gas verdankt. Seit kurzem findet aber ein radikaler Wandel in den ölreichen Golfmonarchien auf der Arabischen Halbinsel statt, der federführend von den Emiraten ausgestaltet wird. Was sind die Motive des Emirats und was verbirgt sich hinter dem „grünen Hype“? Wie findet eine klimaneutrale Energiewende in einem auf Erdöl getrimmten Land statt? Diesen und anderen Fragen wird sich der Vortrag widmen.
Tobias Zumbrägel ist Historiker, Politologe und Islamwissenschaftler mit Fokus auf den Nahen Osten. Seit Jänner 2023 ist er als Postdoc am Institut für Geographie der Universität Heidelberg tätig. Dem voraus gingen Forschungstätigkeiten am Kompetenzzentrum „Climate, Climatic Change, and Society“ (CLICCS) der Universität Hamburg sowie am Center for Applied Research in Partnership with the Orient (CARPO) in Bonn. 2022 erschien sein Buch Political Power and Environmental Sustainability in Gulf Monarchies (Palgrave).
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien
Ist die neue Klimapolitik der Golfmonarchien eine ernsthafte Nachhaltigkeitswende?
Die nächste UN-Klimakonferenz wird im Dezember 2023 von den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgerichtet. Höchste Zeit, sich mit dem kleinen aber ambitioniertem Wüstenstaat auseinanderzusetzen, der seinen Reichtum und politischen Einfluss dem Verkauf von Öl und Gas verdankt. Seit kurzem findet aber ein radikaler Wandel in den ölreichen Golfmonarchien auf der Arabischen Halbinsel statt, der federführend von den Emiraten ausgestaltet wird. Was sind die Motive des Emirats und was verbirgt sich hinter dem „grünen Hype“? Wie findet eine klimaneutrale Energiewende in einem auf Erdöl getrimmten Land statt? Diesen und anderen Fragen wird sich der Vortrag widmen.
Tobias Zumbrägel ist Historiker, Politologe und Islamwissenschaftler mit Fokus auf den Nahen Osten. Seit Jänner 2023 ist er als Postdoc am Institut für Geographie der Universität Heidelberg tätig. Dem voraus gingen Forschungstätigkeiten am Kompetenzzentrum „Climate, Climatic Change, and Society“ (CLICCS) der Universität Hamburg sowie am Center for Applied Research in Partnership with the Orient (CARPO) in Bonn. 2022 erschien sein Buch Political Power and Environmental Sustainability in Gulf Monarchies (Palgrave).
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien
60 Minuten
GLOBAL FEMALE FUTURE
Frauen zwischen bewaffnetem Kampf und parlamentarischer Teilhabe
Luisa Dietrich Ortega, Konflikt- und Friedensberaterin, Autorin, Politikwissenschaftlerin
Schwerpunkt: Lateinamerika
Ulrike Lunacek, Autorin, langjährige Bundes- und Europapolitikerin (Die Grünen), Schwerpunkt: Europapolitik, Außenpolitik und Menschenrechte
Margit Maximilian, Journalistin und Autorin, ORF-Redakteurin, freie Afrika-Korrespondentin, Schwerpunkt: Subsahara-Afrika, Nigeria
Moderation: Andrea Ernst, Autorin, langjährige WDR/ARD/ARTE-Redakteurin
Anlass des Gesprächs ist das kürzlich bei Kremayr& Scheriau erschienene Buch „Global Female Future“ (Hrsg.: A. Ernst, U. Lunacek, G. Neyer, R. Zechner, A. Zelinka). Der Sammelband öffnet den Blick auf 40 Jahre feministische Auseinandersetzungen in Politik, Wirtschaft, Reproduktion, Ökonomie und Ökologie – exemplarisch erzählt von und mit Autor*innen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa.
Frauen zwischen bewaffnetem Kampf und parlamentarischer Teilhabe
Luisa Dietrich Ortega, Konflikt- und Friedensberaterin, Autorin, Politikwissenschaftlerin
Schwerpunkt: Lateinamerika
Ulrike Lunacek, Autorin, langjährige Bundes- und Europapolitikerin (Die Grünen), Schwerpunkt: Europapolitik, Außenpolitik und Menschenrechte
Margit Maximilian, Journalistin und Autorin, ORF-Redakteurin, freie Afrika-Korrespondentin, Schwerpunkt: Subsahara-Afrika, Nigeria
Moderation: Andrea Ernst, Autorin, langjährige WDR/ARD/ARTE-Redakteurin
Anlass des Gesprächs ist das kürzlich bei Kremayr& Scheriau erschienene Buch „Global Female Future“ (Hrsg.: A. Ernst, U. Lunacek, G. Neyer, R. Zechner, A. Zelinka). Der Sammelband öffnet den Blick auf 40 Jahre feministische Auseinandersetzungen in Politik, Wirtschaft, Reproduktion, Ökonomie und Ökologie – exemplarisch erzählt von und mit Autor*innen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa.
1 Stunde 6 Minuten
Eva Nowotny im Gespräch mit Christian Strohal und Martin Sajdik
Der Angriff Russlands auf die Ukraine war nicht nur eine völkerrechtswidrige Aggression gegen einen Nachbarstaat, er war auch ein Angriff auf das System europäischer Sicherheit, das durch KSZE/OSZE durch Jahrzehnte aufgebaut wurde. Viele Experten meinen, dass der Krieg in einem militärischen Patt mündet. Damit stellt sich die Frage, ob es eine Chance für ein diplomatisches Verhandlungsangebot gibt, beziehungsweise wann der richtige Zeitpunkt für eine diplomatische Initiative kommen würde? Ist die OSZE durch den Krieg als Organisation europäischer Sicherheit in ihrer Existenz beschädigt? Was ist die Zukunft multilateraler Diplomatie? Diese und andere Fragen wird Eva Nowotny mit Martin Sajdik und Christian Strohal, zwei ausgewiesenen OSZE-Experten, diskutieren
Christian Strohal, Diplomat, Sonderbeauftragter für den österreichischen Vorsitz der OSZE 2017
Martin Sajdik, Diplomat, Senior Advisor und Board Member des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik, Ukraine-Sondergesandter der OSZE von 2015 bis 2020
Eva Nowotny, Vorstandsmitglied des Bruno Kreisky Forums, Diplomatin i.R., Vorsitzende des Universitätsrates der Universität Wien
Der Angriff Russlands auf die Ukraine war nicht nur eine völkerrechtswidrige Aggression gegen einen Nachbarstaat, er war auch ein Angriff auf das System europäischer Sicherheit, das durch KSZE/OSZE durch Jahrzehnte aufgebaut wurde. Viele Experten meinen, dass der Krieg in einem militärischen Patt mündet. Damit stellt sich die Frage, ob es eine Chance für ein diplomatisches Verhandlungsangebot gibt, beziehungsweise wann der richtige Zeitpunkt für eine diplomatische Initiative kommen würde? Ist die OSZE durch den Krieg als Organisation europäischer Sicherheit in ihrer Existenz beschädigt? Was ist die Zukunft multilateraler Diplomatie? Diese und andere Fragen wird Eva Nowotny mit Martin Sajdik und Christian Strohal, zwei ausgewiesenen OSZE-Experten, diskutieren
Christian Strohal, Diplomat, Sonderbeauftragter für den österreichischen Vorsitz der OSZE 2017
Martin Sajdik, Diplomat, Senior Advisor und Board Member des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik, Ukraine-Sondergesandter der OSZE von 2015 bis 2020
Eva Nowotny, Vorstandsmitglied des Bruno Kreisky Forums, Diplomatin i.R., Vorsitzende des Universitätsrates der Universität Wien
46 Minuten
Ein „Europäischer Salon“ in Kooperation von Willi-Eichler-Akademie und Bruno-Kreisky-Forum im Rahmen der Reihe „Transformation der Erinnerung – Transformation der Aufarbeitung“.
Robert Misik im Gespräch mit Philipp Ther
DIE KRISE(N) DES „NEUEN EUROPA“
Mit den Revolutionen der Jahre 1989 ff setzte in den zentral- und osteuropäischen Nationen eine Systemtransformation ein. Zunächst sorgte der Fall des Eisernen Vorhanges für Faszination im Westen, doch das wich schnell auch Ignoranz. Die Länder des Ostens müssten modernisiert und verwandelt werden, aber einfach nach und nach „so wie wir“ werden – so eine weit verbreitete Auffassung. Desinteresse und Arroganz gingen oft auch Hand in Hand. Im Osten wiederum führten die Mühen der Ebene oft auch zu Enttäuschungen. Mentalitäten im Westen und Osten blieben getrennt. Die Transformationen im Osten wirkten aber auch auf den Westen zurück, es vollzog und vollzieht sich bis heute eine Art von „Kotransformation“, die längst noch nicht wirklich realisiert wird, da uns Routinen und Konventionen des Denkens den Blick verstellen.
Neoliberalismus im Westen und Schocktherapie im Osten, Privatisierungen und auch Korruptionsskandale lassen sich nicht getrennt voneinander verstehen. Wertekonflikte, etwa mit Regierungen in Polen und Ungarn, prägen die Wahrnehmung, und mit der Invasion Russlands in die Ukraine kehrte der Großkrieg nach Europa zurück, machte aber auch Spannungen unübersehbar, die zu lange ignoriert wurden. Manche Hoffnungen blieben auch Blütenträume und führten auf beiden Seiten der einstigen Blockgrenzen zu Enttäuschungen und zu einer gesellschaftlichen Übellaunigkeit. Heute liegt die Sicherheitsarchitektur der Post-1989er-Jahre in Trümmern. Müssen wir also ganz neu auf die politische Geografie des „Neuen Europa“ blicken?
Im Rahmen eines „Europäischen Salon“ spricht Robert Misik mit dem Historiker, Osteuropa-Experten und Wittgenstein-Preisträger Philipp Ther.
Philipp Ther, Historiker, Universität Wien
Robert Misik, Autor und Journalist
Robert Misik im Gespräch mit Philipp Ther
DIE KRISE(N) DES „NEUEN EUROPA“
Mit den Revolutionen der Jahre 1989 ff setzte in den zentral- und osteuropäischen Nationen eine Systemtransformation ein. Zunächst sorgte der Fall des Eisernen Vorhanges für Faszination im Westen, doch das wich schnell auch Ignoranz. Die Länder des Ostens müssten modernisiert und verwandelt werden, aber einfach nach und nach „so wie wir“ werden – so eine weit verbreitete Auffassung. Desinteresse und Arroganz gingen oft auch Hand in Hand. Im Osten wiederum führten die Mühen der Ebene oft auch zu Enttäuschungen. Mentalitäten im Westen und Osten blieben getrennt. Die Transformationen im Osten wirkten aber auch auf den Westen zurück, es vollzog und vollzieht sich bis heute eine Art von „Kotransformation“, die längst noch nicht wirklich realisiert wird, da uns Routinen und Konventionen des Denkens den Blick verstellen.
Neoliberalismus im Westen und Schocktherapie im Osten, Privatisierungen und auch Korruptionsskandale lassen sich nicht getrennt voneinander verstehen. Wertekonflikte, etwa mit Regierungen in Polen und Ungarn, prägen die Wahrnehmung, und mit der Invasion Russlands in die Ukraine kehrte der Großkrieg nach Europa zurück, machte aber auch Spannungen unübersehbar, die zu lange ignoriert wurden. Manche Hoffnungen blieben auch Blütenträume und führten auf beiden Seiten der einstigen Blockgrenzen zu Enttäuschungen und zu einer gesellschaftlichen Übellaunigkeit. Heute liegt die Sicherheitsarchitektur der Post-1989er-Jahre in Trümmern. Müssen wir also ganz neu auf die politische Geografie des „Neuen Europa“ blicken?
Im Rahmen eines „Europäischen Salon“ spricht Robert Misik mit dem Historiker, Osteuropa-Experten und Wittgenstein-Preisträger Philipp Ther.
Philipp Ther, Historiker, Universität Wien
Robert Misik, Autor und Journalist
56 Minuten
»Deutschlands spannendster Nachwuchs-Ökonom« — Berliner Zeitung
Putins schrecklicher Überfall auf die Ukraine war eine Zäsur – auch für die Wirtschaftspolitik. Der Westen hat mit Sanktionen geantwortet, die es in dieser Härte noch nicht gab. Gleichzeitig haben sich politische Fehler der Vergangenheit gerächt: die Abhängigkeit von russischer Energie, der deutsche Investitionsstau, das Geldwäsche-Paradies im Immobiliensektor.
Der Ökonom Maurice Höfgen hat jetzt ein Buch für all jene geschrieben, die die komplizierten Wirtschaftssanktionen und die Rolle von Zentralbanken, Energieriesen und Steueroasen verstehen wollen. Er bilanziert das Vorgehen der deutschen Ampel-Regierung und erklärt, mit welchen Wirtschaftsreformen wir die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stemmen können.
Wer immer wissen will, wie die Sanktionen wirken, welche Auswirkungen sie genau haben, welche davon schlauer, welche weniger schlau sind – Höfgen hat die Antworten. Um das Buch des aufgehenden Sterns am Jungökonomen-Himmel wird man kaum herum kommen.
Maurice Höfgen, Ökonom
Robert Misik, Autor und Journalist
Maurice Höfgen ist Ökonom, Betriebswirt und Buchautor. Derzeit ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Finanzpolitik im Bundestag tätig. Er ist Autor der Bücher »Der Neue Wirtschaftskrieg« und »Mythos Geldknappheit«. Außerdem ist er YouTuber bei »Geld für die Welt« und »Jung und Naiv« und Kolumnist bei der Berliner Zeitung.
Putins schrecklicher Überfall auf die Ukraine war eine Zäsur – auch für die Wirtschaftspolitik. Der Westen hat mit Sanktionen geantwortet, die es in dieser Härte noch nicht gab. Gleichzeitig haben sich politische Fehler der Vergangenheit gerächt: die Abhängigkeit von russischer Energie, der deutsche Investitionsstau, das Geldwäsche-Paradies im Immobiliensektor.
Der Ökonom Maurice Höfgen hat jetzt ein Buch für all jene geschrieben, die die komplizierten Wirtschaftssanktionen und die Rolle von Zentralbanken, Energieriesen und Steueroasen verstehen wollen. Er bilanziert das Vorgehen der deutschen Ampel-Regierung und erklärt, mit welchen Wirtschaftsreformen wir die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stemmen können.
Wer immer wissen will, wie die Sanktionen wirken, welche Auswirkungen sie genau haben, welche davon schlauer, welche weniger schlau sind – Höfgen hat die Antworten. Um das Buch des aufgehenden Sterns am Jungökonomen-Himmel wird man kaum herum kommen.
Maurice Höfgen, Ökonom
Robert Misik, Autor und Journalist
Maurice Höfgen ist Ökonom, Betriebswirt und Buchautor. Derzeit ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Finanzpolitik im Bundestag tätig. Er ist Autor der Bücher »Der Neue Wirtschaftskrieg« und »Mythos Geldknappheit«. Außerdem ist er YouTuber bei »Geld für die Welt« und »Jung und Naiv« und Kolumnist bei der Berliner Zeitung.
49 Minuten
Putins Aggression gegen die Ukraine zwingt die EU zu diplomatischem und militärischem Handeln.
Braucht Europa eine neue Entspannungspolitik? Oder eine europäische Armee?
Seit einem Jahr herrscht Krieg in Europa. In der Ukraine sterben Soldaten und Zivilbevölkerung unter den Angriffen der russischen Armee. Der Krieg verändert auch die europäischen Nachbarstaaten – Österreich und Deutschland ganz besonders. Haben auch in Österreich und Deutschland Regierungen und Bevölkerungen umgedacht und sich von dem Bild des billigen, verlässlichen Gaslieferanten im Osten verabschiedet? Hat Putin mit seinem Angriff die EU-Staaten enger zusammengeschweißt? Wird die Ukraine durch den Krieg immer sicherer ein westlicher Staat auf dem Weg in die EU? Oder, das wird Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Tessa Szyszkowitz diskutieren, zeigen sich Ermüdungserscheinungen an der Front und in den europäischen Staatskanzleien? Der Druck für einen Waffenstillstand steigt, eventuell auch mit territorialen Kompromissen. Das Engagement für die Ukraine in Europa wird nicht schwächer. Aber militarisiert oder pazifiziert sich die Europäische Union dadurch?
Cathrin Kahlweit, derzeit wieder Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Wien für Österreich, Mittel- und Osteuropa. Seit sie 1989 bei der SZ anfing, war Kahlweit als Korrespondentin und Reporterin unermüdlich zwischen Donau und Donbass im Einsatz. Sie analysiert Europas Krieg und Frieden in Kommentaren und Analysen in Presse und Fernsehen.
Tessa Szyszkowitz ist Journalistin und Autorin, seit 2010 mit Sitz in London. Davor war sie Korrespondentin in Moskau, Brüssle und Jerusalem. Sie schreibt regelmäßig für Falter, profil & Cicero, ist Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
Braucht Europa eine neue Entspannungspolitik? Oder eine europäische Armee?
Seit einem Jahr herrscht Krieg in Europa. In der Ukraine sterben Soldaten und Zivilbevölkerung unter den Angriffen der russischen Armee. Der Krieg verändert auch die europäischen Nachbarstaaten – Österreich und Deutschland ganz besonders. Haben auch in Österreich und Deutschland Regierungen und Bevölkerungen umgedacht und sich von dem Bild des billigen, verlässlichen Gaslieferanten im Osten verabschiedet? Hat Putin mit seinem Angriff die EU-Staaten enger zusammengeschweißt? Wird die Ukraine durch den Krieg immer sicherer ein westlicher Staat auf dem Weg in die EU? Oder, das wird Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Tessa Szyszkowitz diskutieren, zeigen sich Ermüdungserscheinungen an der Front und in den europäischen Staatskanzleien? Der Druck für einen Waffenstillstand steigt, eventuell auch mit territorialen Kompromissen. Das Engagement für die Ukraine in Europa wird nicht schwächer. Aber militarisiert oder pazifiziert sich die Europäische Union dadurch?
Cathrin Kahlweit, derzeit wieder Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Wien für Österreich, Mittel- und Osteuropa. Seit sie 1989 bei der SZ anfing, war Kahlweit als Korrespondentin und Reporterin unermüdlich zwischen Donau und Donbass im Einsatz. Sie analysiert Europas Krieg und Frieden in Kommentaren und Analysen in Presse und Fernsehen.
Tessa Szyszkowitz ist Journalistin und Autorin, seit 2010 mit Sitz in London. Davor war sie Korrespondentin in Moskau, Brüssle und Jerusalem. Sie schreibt regelmäßig für Falter, profil & Cicero, ist Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
34 Minuten
Gudrun Harrer und Walter Posch im Gespräch DAS BEBEN, DAS ALLES VERÄNDERT
Türkei und Syrien – die möglichen politischen Folgen
Montag, der 6. Februar 2023, wird in der Türkei und Syrien als Katastrophen-Tag in trauriger Erinnerung bleiben. Das ganze Ausmaß des Erdbebens, das den Südosten der Türkei und das türkisch-syrische Grenzgebiet erschüttert hat, ist derzeit noch nicht absehbar. Zehntausende Todesopfer, Verwundete, deren Versorgung die Türkei und Syrien überfordert, menschliches Leid und Zerstörungen, die die Region für lange Zeit prägen werden. Nach der Katastrophe wird nichts mehr so sein wird wie vorher.
Das Erdbeben wird auch politische Verwerfungen nach sich ziehen. Aktuell liegt nicht nur die Frage nach den Wahlen in der Türkei auf der Hand, sondern auch jene, wie es mit der türkischen Präsenz, den Interventionen gegen linke Kurden, in Syrien weitergeht. Im Bürgerkriegsland wird die Erdbebenhilfe durch die internen Spaltungen massiv erschwert. Vor allem die Provinz Idlib, die als einziges Gebiet noch von nicht-kurdischen Rebellen gehalten wird, blieb lange unversorgt.
Gudrun Harrer und Walter Posch sprechen über die möglichen politischen und geopolitischen Folgen.
Walter Posch, Institut für Friedensforschung und Konfliktmanagement (IFK) an der Landesverteidigungsakademie.
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien
Türkei und Syrien – die möglichen politischen Folgen
Montag, der 6. Februar 2023, wird in der Türkei und Syrien als Katastrophen-Tag in trauriger Erinnerung bleiben. Das ganze Ausmaß des Erdbebens, das den Südosten der Türkei und das türkisch-syrische Grenzgebiet erschüttert hat, ist derzeit noch nicht absehbar. Zehntausende Todesopfer, Verwundete, deren Versorgung die Türkei und Syrien überfordert, menschliches Leid und Zerstörungen, die die Region für lange Zeit prägen werden. Nach der Katastrophe wird nichts mehr so sein wird wie vorher.
Das Erdbeben wird auch politische Verwerfungen nach sich ziehen. Aktuell liegt nicht nur die Frage nach den Wahlen in der Türkei auf der Hand, sondern auch jene, wie es mit der türkischen Präsenz, den Interventionen gegen linke Kurden, in Syrien weitergeht. Im Bürgerkriegsland wird die Erdbebenhilfe durch die internen Spaltungen massiv erschwert. Vor allem die Provinz Idlib, die als einziges Gebiet noch von nicht-kurdischen Rebellen gehalten wird, blieb lange unversorgt.
Gudrun Harrer und Walter Posch sprechen über die möglichen politischen und geopolitischen Folgen.
Walter Posch, Institut für Friedensforschung und Konfliktmanagement (IFK) an der Landesverteidigungsakademie.
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien
1 Stunde 3 Minuten
Robert Misik im Gespräch mit Andreas Babler ANPACKEN!
Solidarität, Mut und Empathie in der Politik
Als Bürgermeister von Traiskirchen führt er vor, wie man Politik nicht nur „für die Menschen“ macht – wie das gerne genannt wird – sondern wie man gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Gemeinwesen schafft, das zusammenhält – und darauf dann stolz ist. Politik „wieder von unten“ denken, nennt Andreas Babler das. Im niederösterreichischen Landtagswahlkampf warf er seinen Hut mit einer Vorzugsstimmen-Kampagne in den Ring. Bundesweit strahlt er längst über seine Heimatstadt hinaus, als einer, der glaubwürdig linke Werte verkörpert.
Im Gespräch mit Robert Misik diskutiert Babler durch, wie man die große Leitidee einer solidarischen Gesellschaft der Freien und Gleichen wieder zu einem packenden Bild machen kann, zur Identität einer Sozialdemokratie, die nicht im Geplapper der Erregungen zerrieben wird und auch nicht wie ein Fähnchen im Wind flattert.
Andreas Babler, Bürgermeister der Stadtgemeinde Traiskirchen
Robert Misik, Autor und Journalist
Solidarität, Mut und Empathie in der Politik
Als Bürgermeister von Traiskirchen führt er vor, wie man Politik nicht nur „für die Menschen“ macht – wie das gerne genannt wird – sondern wie man gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Gemeinwesen schafft, das zusammenhält – und darauf dann stolz ist. Politik „wieder von unten“ denken, nennt Andreas Babler das. Im niederösterreichischen Landtagswahlkampf warf er seinen Hut mit einer Vorzugsstimmen-Kampagne in den Ring. Bundesweit strahlt er längst über seine Heimatstadt hinaus, als einer, der glaubwürdig linke Werte verkörpert.
Im Gespräch mit Robert Misik diskutiert Babler durch, wie man die große Leitidee einer solidarischen Gesellschaft der Freien und Gleichen wieder zu einem packenden Bild machen kann, zur Identität einer Sozialdemokratie, die nicht im Geplapper der Erregungen zerrieben wird und auch nicht wie ein Fähnchen im Wind flattert.
Andreas Babler, Bürgermeister der Stadtgemeinde Traiskirchen
Robert Misik, Autor und Journalist