Kreisky Forum Talks Archiv
399 Episoden
59 Minuten
Cathrin Kahlweit in conversation with Ketevan Shoshiashvili and Guram Imnadze
GEORGIA’S DEMOCRATIC CRISIS
The political situation in Georgia is currently extremely tense. Following the controversial parliamentary elections in October 2024, the ruling Georgian Dream party is claiming victory, while opposition groups and international observers are accusing them of massive electoral fraud. The crisis has intensified since: the government delayed EU accession talks until 2028 and appointed the controversial politician Mikheil Kavelashvili as president at the end of December. President Salome Zurabishvili refuses to resign calls for new elections. Massive protests rock the country, with security forces brutally cracking down on demonstrators. The USA has already imposed sanctions against Georgian government representatives. The developments raise serious doubts about Georgia’s democratic development and fuel fears of a possible subversion to Russia. The political, European and democratic future of Georgia remains highly uncertain.
Cathrin Kahlweit talks to Ketevan Shoshiashvili and Guram Imnadze about the current situation and their insights into the political opposition as well as their personal experiences with the ongoing protests.
Ketevan Shoshiashvili,senior researcher at Transparency International Georgia, professional expertise on democratization in the EU’s Eastern Partnership region
Guram Imnadze,member of the board of directors of the Social Justice Centre
Cathrin Kahlweit, Journalist and Publicist
GEORGIA’S DEMOCRATIC CRISIS
The political situation in Georgia is currently extremely tense. Following the controversial parliamentary elections in October 2024, the ruling Georgian Dream party is claiming victory, while opposition groups and international observers are accusing them of massive electoral fraud. The crisis has intensified since: the government delayed EU accession talks until 2028 and appointed the controversial politician Mikheil Kavelashvili as president at the end of December. President Salome Zurabishvili refuses to resign calls for new elections. Massive protests rock the country, with security forces brutally cracking down on demonstrators. The USA has already imposed sanctions against Georgian government representatives. The developments raise serious doubts about Georgia’s democratic development and fuel fears of a possible subversion to Russia. The political, European and democratic future of Georgia remains highly uncertain.
Cathrin Kahlweit talks to Ketevan Shoshiashvili and Guram Imnadze about the current situation and their insights into the political opposition as well as their personal experiences with the ongoing protests.
Ketevan Shoshiashvili,senior researcher at Transparency International Georgia, professional expertise on democratization in the EU’s Eastern Partnership region
Guram Imnadze,member of the board of directors of the Social Justice Centre
Cathrin Kahlweit, Journalist and Publicist
51 Minuten
Gudrun Harrer im Gespräch mit Gudrun Krämer
ISLAMISMUS IN PALÄSTINA: DIE HAMAS UND IHRE GEGNER
Religion und Politik sind im Konflikt um Palästina/Israel ungewöhnlich eng verknüpft, und zwar auf jüdisch-israelischer Seite wie auf arabisch-palästinensicher Seite. Palästina nimmt für viele gläubige Muslime und Musliminnen eine besondere Stellung ein, Jerusalem gilt ihnen nach Mekka und Medina als drittheiligste Stätte des Islams. Während die PLO in den 1990er Jahren auch offiziell in einen Friedensprozess mit Israel eintrat, beanspruchte die Hamas, entstanden aus dem palästinensischen Zweig der Muslimbruderschaft, weiter das ganze Land. 2007 übernahm die Hamas im Gazastreifen die Macht und errichtete ein autoritäres Regime. Am 7. Oktober 2023 überfiel sie Israel, richtete ein Massaker unter Zivilisten und Zivilistinnen an und verschleppte 250 Menschen nach Gaza. Der heute von palästinensischen Gruppen propagierte Slogan „From the River to the Sea“ stammt allerdings aus der Gründungsakte der israelischen nationalkonservativen Likud-Partei.
Gudrun Krämer analysiert im Bruno Kreisky Forum das Hamas-Regime in Gaza und geht der Frage nach, mit welchen Strategien sich die Hamas gegenüber nationalistischen und militant-islamistischen Gruppen profiliert, aber auch welche Echos und Spiegelungen es zwischen zionistischen und islamistischen Positionen gab und gibt.
Gudrun Krämer,Islamwissenschaftlerin, Historikerin und Autorin
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien
ISLAMISMUS IN PALÄSTINA: DIE HAMAS UND IHRE GEGNER
Religion und Politik sind im Konflikt um Palästina/Israel ungewöhnlich eng verknüpft, und zwar auf jüdisch-israelischer Seite wie auf arabisch-palästinensicher Seite. Palästina nimmt für viele gläubige Muslime und Musliminnen eine besondere Stellung ein, Jerusalem gilt ihnen nach Mekka und Medina als drittheiligste Stätte des Islams. Während die PLO in den 1990er Jahren auch offiziell in einen Friedensprozess mit Israel eintrat, beanspruchte die Hamas, entstanden aus dem palästinensischen Zweig der Muslimbruderschaft, weiter das ganze Land. 2007 übernahm die Hamas im Gazastreifen die Macht und errichtete ein autoritäres Regime. Am 7. Oktober 2023 überfiel sie Israel, richtete ein Massaker unter Zivilisten und Zivilistinnen an und verschleppte 250 Menschen nach Gaza. Der heute von palästinensischen Gruppen propagierte Slogan „From the River to the Sea“ stammt allerdings aus der Gründungsakte der israelischen nationalkonservativen Likud-Partei.
Gudrun Krämer analysiert im Bruno Kreisky Forum das Hamas-Regime in Gaza und geht der Frage nach, mit welchen Strategien sich die Hamas gegenüber nationalistischen und militant-islamistischen Gruppen profiliert, aber auch welche Echos und Spiegelungen es zwischen zionistischen und islamistischen Positionen gab und gibt.
Gudrun Krämer,Islamwissenschaftlerin, Historikerin und Autorin
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien
46 Minuten
Edith Meinhart, Ahmad Mitaev, Uwe Schaffer & Sibylle Hamann
COP UND CHE
Kaum ein Erwachsener kennt ihn, aber für Jugendliche ist der 25-jährige Ahmad Mitaev ein Star, seit er dem Wiener Polizisten Uwe Schaffer auf TikTok die drängendsten Fragen stellt. 30 Millionen Mal wurden die Videos bisher angeschaut. In dem Buch „Cop und Che“ erzählt die Journalistin Edith Meinhart von einer Begegnung auf Augenhöhe, die weit über Österreich hinaus ihresgleichen sucht.
In der Welt des Polizisten Uwe Schaffer stand der junge Tschetschene für alles, was in der Integration schiefläuft und am Ende die Polizei ausbaden muss: gescheiterte Bildungslaufbahn, Gewalt, religiöser Extremismus. Und für Ahmad Mitaev, der mit 13 Jahren kriminell wurde und drauf und dran war, sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ anzuschließen, war jemand wie Uwe Schaffer Witzfigur und Hassobjekt zugleich.
Im Gespräch mit Sybille Hamann erzählen die Autorin, die Protagonisten und Jugendsozialarbeiter Fabian Reicher, wie man trotz diametraler Erfahrungen und Ansichten in ein respektvolles Gespräch kommt, welche Hürden davor zu überwinden waren und was sich aus dieser Begegnung lernen lässt, wenn es darum geht, Gewalt und Extremismus zu verhindern.
Ahmad Mitaev, 25, Wiener mit tschetschenischen Wurzeln und bewegter Vergangenheit, heute auf TikTok ein Vorbild für junge Menschen und Protagonist des Buches „Cop und Che“
Uwe Schaffer, 60, gebürtiger Steirer, setzt sich als Grätzelpolizist in Wien-Brigittenau für ein entspanntes Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung ein; auf Tiktok der „Cop“ an der Seite von „Che“ Ahmad Mitaev.
Edith Meinhart, Autorin des Buches „Cop und Che“, Journalistin, schrieb für profil 25 Jahre lang über Flucht und Migration und wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet.
Moderation: Sibylle Hamann, Journalistin, Abg. z. NR a.D.
COP UND CHE
Kaum ein Erwachsener kennt ihn, aber für Jugendliche ist der 25-jährige Ahmad Mitaev ein Star, seit er dem Wiener Polizisten Uwe Schaffer auf TikTok die drängendsten Fragen stellt. 30 Millionen Mal wurden die Videos bisher angeschaut. In dem Buch „Cop und Che“ erzählt die Journalistin Edith Meinhart von einer Begegnung auf Augenhöhe, die weit über Österreich hinaus ihresgleichen sucht.
In der Welt des Polizisten Uwe Schaffer stand der junge Tschetschene für alles, was in der Integration schiefläuft und am Ende die Polizei ausbaden muss: gescheiterte Bildungslaufbahn, Gewalt, religiöser Extremismus. Und für Ahmad Mitaev, der mit 13 Jahren kriminell wurde und drauf und dran war, sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ anzuschließen, war jemand wie Uwe Schaffer Witzfigur und Hassobjekt zugleich.
Im Gespräch mit Sybille Hamann erzählen die Autorin, die Protagonisten und Jugendsozialarbeiter Fabian Reicher, wie man trotz diametraler Erfahrungen und Ansichten in ein respektvolles Gespräch kommt, welche Hürden davor zu überwinden waren und was sich aus dieser Begegnung lernen lässt, wenn es darum geht, Gewalt und Extremismus zu verhindern.
Ahmad Mitaev, 25, Wiener mit tschetschenischen Wurzeln und bewegter Vergangenheit, heute auf TikTok ein Vorbild für junge Menschen und Protagonist des Buches „Cop und Che“
Uwe Schaffer, 60, gebürtiger Steirer, setzt sich als Grätzelpolizist in Wien-Brigittenau für ein entspanntes Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung ein; auf Tiktok der „Cop“ an der Seite von „Che“ Ahmad Mitaev.
Edith Meinhart, Autorin des Buches „Cop und Che“, Journalistin, schrieb für profil 25 Jahre lang über Flucht und Migration und wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet.
Moderation: Sibylle Hamann, Journalistin, Abg. z. NR a.D.
49 Minuten
Cengiz Günay in conversation with Ahmet T. Kuru
ISLAM, AUTHORITARIANISM AND UNDERDEVELOPMENT
A Global and Historical Comparison
Why are Muslim-majority countries often associated with authoritarianism and underdevelopment? Ahmet T. Kuru delves into this question, challenging conventional explanations and uncovering fascinating historical insights.
Kuru argues that the roots of today’s challenges lie not in Islam itself nor in Western colonialism, but in a pivotal shift during the 11th century. The alliance between orthodox Islamic scholars (ulema) and military rulers marginalized intellectuals and economic innovators, stifling creativity and progress—a legacy that still shapes politics and development in Muslim societies.
Ahmet T. Kuru, Director of the Center for Islamic and Arabic Studies and Professor of Political Science at San Diego State University. Kuru is the author of Secularism and State Policies toward Religion: The United States, France, and Turkey (Cambridge University Press, 2009). He is also the co-editor (with Alfred Stepan) of Democracy, Islam, and Secularism in Turkey (Columbia University Press, 2012). His recent book, Islam, Authoritarianism, and Underdevelopment: A Global and Historical Comparison (Cambridge University Press, 2019) won academic awards and was included in Times Literary Supplement’s Books of the Year. It has been translated into thirteen languages, most recently into German by Springer VS.
Cengiz Günay, Director of the Austrian Institute for International Affairs (oiip), lecturer at the University of Vienna. His research focuses on Turkey and the MENA region, author of The History of Turkey and From Islamists to Muslim Democrats?
ISLAM, AUTHORITARIANISM AND UNDERDEVELOPMENT
A Global and Historical Comparison
Why are Muslim-majority countries often associated with authoritarianism and underdevelopment? Ahmet T. Kuru delves into this question, challenging conventional explanations and uncovering fascinating historical insights.
Kuru argues that the roots of today’s challenges lie not in Islam itself nor in Western colonialism, but in a pivotal shift during the 11th century. The alliance between orthodox Islamic scholars (ulema) and military rulers marginalized intellectuals and economic innovators, stifling creativity and progress—a legacy that still shapes politics and development in Muslim societies.
Ahmet T. Kuru, Director of the Center for Islamic and Arabic Studies and Professor of Political Science at San Diego State University. Kuru is the author of Secularism and State Policies toward Religion: The United States, France, and Turkey (Cambridge University Press, 2009). He is also the co-editor (with Alfred Stepan) of Democracy, Islam, and Secularism in Turkey (Columbia University Press, 2012). His recent book, Islam, Authoritarianism, and Underdevelopment: A Global and Historical Comparison (Cambridge University Press, 2019) won academic awards and was included in Times Literary Supplement’s Books of the Year. It has been translated into thirteen languages, most recently into German by Springer VS.
Cengiz Günay, Director of the Austrian Institute for International Affairs (oiip), lecturer at the University of Vienna. His research focuses on Turkey and the MENA region, author of The History of Turkey and From Islamists to Muslim Democrats?
1 Stunde 26 Minuten
Philipp Blom im Gespräch mit Maja Göpel
WERTE
Ein Kompass für die Zukunft
Mit viel Neugier und Begeisterung für die menschlichen Möglichkeiten nimmt uns die Transformationsexpertin und Bestsellerautorin Maja Göpel mit auf eine Entdeckungsreise zu unseren Werten und wie sie in unserer Gesellschaft wirken: Wo kommen sie her, welche Werte wollen wir erhalten und schätzen, aus welchen können wir schöpfen – und welche stehen uns mitunter sogar im Weg? Welche Werte können helfen, mutig Veränderungen zu gestalten und in turbulenten Zeiten auf Kurs zu bleiben?
Werte sind, das wird dabei klar, eine eigenwillige Sache: Ob wir die Freiheit durch gesellschaftlichen Zusammenhalt oder die Freiheit der Einzelnen als Leitwert ansehen, prägt unser Empfinden von Fairness und Gerechtigkeit. Ob wir einen Mehrwert in Form einer Steuer erheben oder über einen Unternehmenswert staunen – Geldwerte prägen unsere Sicht auf das Mögliche und Wünschenswerte. Auch Bewertungen wie Noten, Likes und Punkte platzieren uns im Verhältnis zu anderen und fordern unseren Selbstwert heraus. Stand und Status sind ganze Sammelbecken unserer Wertvorstellungen – aber nicht immer macht das Sammeln die Summe wertvoller.
Welche Werte stehen heute im Vordergrund? Sind sie etwas Ethisches oder Ökonomisches, oder noch etwas ganz anderes? Über diese und andere Fragen tauscht sich Philipp Blom mit Maja Göpel in der MQ Libelle aus.
Maja Göpel ist Politökonomin, Expertin für Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung. Die Bestsellerautorin, Rednerin, Beraterin und Hochschullehrerin verbindet akademisches Arbeiten mit gesellschaftlichem Engagement und wurde dafür vielfach ausgezeichnet. 2019 wurde Maja Göpel als Honorarprofessorin an die Universität Lüneburg berufen. Sie ist Gründerin von “Mission Wertvoll” und Geschäftsführerin der Global Eco Transition GmbH.
Philipp Blom ist Schriftsteller, Historiker, Journalist und Übersetzer.
MQ-Gespräche
Gemeinsam mit Gästen, die sich international einen Namen als herausragende Analytiker:innen gemacht haben, diskutiert Philipp Blom soziale, politische und wissenschaftliche Fragen der Gegenwart, um ihre Strukturen und treibenden Kräfte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Eine Kooperation zwischen MQ, IWM, BKF und RD Foundation.
WERTE
Ein Kompass für die Zukunft
Mit viel Neugier und Begeisterung für die menschlichen Möglichkeiten nimmt uns die Transformationsexpertin und Bestsellerautorin Maja Göpel mit auf eine Entdeckungsreise zu unseren Werten und wie sie in unserer Gesellschaft wirken: Wo kommen sie her, welche Werte wollen wir erhalten und schätzen, aus welchen können wir schöpfen – und welche stehen uns mitunter sogar im Weg? Welche Werte können helfen, mutig Veränderungen zu gestalten und in turbulenten Zeiten auf Kurs zu bleiben?
Werte sind, das wird dabei klar, eine eigenwillige Sache: Ob wir die Freiheit durch gesellschaftlichen Zusammenhalt oder die Freiheit der Einzelnen als Leitwert ansehen, prägt unser Empfinden von Fairness und Gerechtigkeit. Ob wir einen Mehrwert in Form einer Steuer erheben oder über einen Unternehmenswert staunen – Geldwerte prägen unsere Sicht auf das Mögliche und Wünschenswerte. Auch Bewertungen wie Noten, Likes und Punkte platzieren uns im Verhältnis zu anderen und fordern unseren Selbstwert heraus. Stand und Status sind ganze Sammelbecken unserer Wertvorstellungen – aber nicht immer macht das Sammeln die Summe wertvoller.
Welche Werte stehen heute im Vordergrund? Sind sie etwas Ethisches oder Ökonomisches, oder noch etwas ganz anderes? Über diese und andere Fragen tauscht sich Philipp Blom mit Maja Göpel in der MQ Libelle aus.
Maja Göpel ist Politökonomin, Expertin für Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung. Die Bestsellerautorin, Rednerin, Beraterin und Hochschullehrerin verbindet akademisches Arbeiten mit gesellschaftlichem Engagement und wurde dafür vielfach ausgezeichnet. 2019 wurde Maja Göpel als Honorarprofessorin an die Universität Lüneburg berufen. Sie ist Gründerin von “Mission Wertvoll” und Geschäftsführerin der Global Eco Transition GmbH.
Philipp Blom ist Schriftsteller, Historiker, Journalist und Übersetzer.
MQ-Gespräche
Gemeinsam mit Gästen, die sich international einen Namen als herausragende Analytiker:innen gemacht haben, diskutiert Philipp Blom soziale, politische und wissenschaftliche Fragen der Gegenwart, um ihre Strukturen und treibenden Kräfte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Eine Kooperation zwischen MQ, IWM, BKF und RD Foundation.
1 Stunde 44 Minuten
Zum 114. Geburtstag von Bruno Kreisky
Der Mut zum Unvollendeten
SOZIALDEMOKRATIE IM ZEITALTER DES RECHTSPOPULISMUS: STRATEGIEN UND VISIONEN?
Eröffnung:
Andreas Babler, Bundesparteivorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs
Festvortrag:
Dr. Manès Weisskircher, TU Dresden, Leiter der Forschungsgruppe REXKLIMA (Rechtsextremismus versus Klimaschutz?), Institut für Politikwissenschaft der TU Dresden; Gastwissenschaftler am Center for Research on Extremism (C-REX), Universität Oslo, und am Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung des Wissenschaftszentrums Berlin. Lehre in Bonn, Bukarest, Düsseldorf, Dresden, Wien und am Gesellschaftswissenschaftlichen Kolleg der Studienstiftung des deutschen Volkes und Kommentator in Medien, u.a. Frankfurter Allgemeiner Zeitung, Handelsblatt und Der Standard. Forschungsschwerpunkte: soziale Bewegungen, Parteien, Demokratie sowie Rechtsaußen-Akteure. Veröffentlichungen u.a.: „Gains and Losses: How Protestors Win and Lose“ (Oxford University Press) und Herausgeber des Sammelbandes „Contemporary Germany and the Fourth Wave of Far-Right Politics“ (Routledge).
Anschließendes Gespräch mit Manès Weisskircher und
Univ. Prof. Mag. Dr. Sylvia Kritzinger, Professorin für Methoden in den Sozialwissenschaften am Institut für Staatswissenschaft
Dipl.-Kfm. Ferdinand Lacina, ehem. Kabinettschef des langjährigen österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky; von 1982 bis 1984 Staatssekretär im Bundeskanzleramt u. a. für Wirtschaftsfragen; von 1984 bis 1986 Bundesminister für Verkehr; von 1986 bis 1995 Bundesminister für Finanzen
Moderation:
Christa Zöchling, Journalistin und Publizistin
Der Mut zum Unvollendeten
SOZIALDEMOKRATIE IM ZEITALTER DES RECHTSPOPULISMUS: STRATEGIEN UND VISIONEN?
Eröffnung:
Andreas Babler, Bundesparteivorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs
Festvortrag:
Dr. Manès Weisskircher, TU Dresden, Leiter der Forschungsgruppe REXKLIMA (Rechtsextremismus versus Klimaschutz?), Institut für Politikwissenschaft der TU Dresden; Gastwissenschaftler am Center for Research on Extremism (C-REX), Universität Oslo, und am Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung des Wissenschaftszentrums Berlin. Lehre in Bonn, Bukarest, Düsseldorf, Dresden, Wien und am Gesellschaftswissenschaftlichen Kolleg der Studienstiftung des deutschen Volkes und Kommentator in Medien, u.a. Frankfurter Allgemeiner Zeitung, Handelsblatt und Der Standard. Forschungsschwerpunkte: soziale Bewegungen, Parteien, Demokratie sowie Rechtsaußen-Akteure. Veröffentlichungen u.a.: „Gains and Losses: How Protestors Win and Lose“ (Oxford University Press) und Herausgeber des Sammelbandes „Contemporary Germany and the Fourth Wave of Far-Right Politics“ (Routledge).
Anschließendes Gespräch mit Manès Weisskircher und
Univ. Prof. Mag. Dr. Sylvia Kritzinger, Professorin für Methoden in den Sozialwissenschaften am Institut für Staatswissenschaft
Dipl.-Kfm. Ferdinand Lacina, ehem. Kabinettschef des langjährigen österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky; von 1982 bis 1984 Staatssekretär im Bundeskanzleramt u. a. für Wirtschaftsfragen; von 1984 bis 1986 Bundesminister für Verkehr; von 1986 bis 1995 Bundesminister für Finanzen
Moderation:
Christa Zöchling, Journalistin und Publizistin
1 Stunde 2 Minuten
Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Gesine Dornblüth und Thomas Franke
PUTINS GIFT: RUSSLANDS ANGRIFF AUF EUROPAS FREIHEIT
Cyberangriffe, Giftanschläge, Desinformationskampagnen: Die Attacken auf Europas liberale Demokratien sind längst keine abstrakte Gefahr mehr, sondern Realität. Das russische Regime führt diesen Kampf erbittert. Immer aggressiver versuchen die Mächtigen im Kreml, Staaten zu unterwandern und schwache Demokratien zu zerstören. Das russische Gift zersetzt Gesellschaften, indem es vorhandene Schwachstellen nutzt und Gräben vertieft. Auch vor Deutschland und der EU macht Putins Angriff nicht halt.
Die Bestseller-Autoren und Ortskenner Gesine Dornblüth und Thomas Franke zeigen, wie Russland vorgeht: in Armenien, Georgien, der Ukraine, den baltischen Staaten und Zentralasien, aber auch in den USA und der EU. Sie schreiben über Angst, Geschichte, Unwissenheit, Literatur und Religion, und zeichnen nach, wie sich Putins Gift bereits subtil in die Gesellschaften gefressen hat.
Im Gespräch mi Cathrin Kahlweit loten Dornblueth und Franke aus, ob und wie die westlichen Gesellschaften den hybriden Krieg erkennen und kontern können – und was die politische Entwicklung, die dahinter steht, für Europa bedeutet.
Gesine Dornblüth ist eine deutsche Hörfunkjournalistin. Sie war von Februar 2012 bis Anfang 2017 als Auslandskorrespondentin für das Deutschlandradio in Moskau tätig sowie als Autorin und Reporterin für alle Rundfunkanstalten der ARD. Dornblüth arbeitet seither mit ihren Kollegen im Journalistenbüro texte und töne
Thomas Franke, Autor, Journalist und Hörfunkproduzent mit Fokus auf Osteuropa
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin
PUTINS GIFT: RUSSLANDS ANGRIFF AUF EUROPAS FREIHEIT
Cyberangriffe, Giftanschläge, Desinformationskampagnen: Die Attacken auf Europas liberale Demokratien sind längst keine abstrakte Gefahr mehr, sondern Realität. Das russische Regime führt diesen Kampf erbittert. Immer aggressiver versuchen die Mächtigen im Kreml, Staaten zu unterwandern und schwache Demokratien zu zerstören. Das russische Gift zersetzt Gesellschaften, indem es vorhandene Schwachstellen nutzt und Gräben vertieft. Auch vor Deutschland und der EU macht Putins Angriff nicht halt.
Die Bestseller-Autoren und Ortskenner Gesine Dornblüth und Thomas Franke zeigen, wie Russland vorgeht: in Armenien, Georgien, der Ukraine, den baltischen Staaten und Zentralasien, aber auch in den USA und der EU. Sie schreiben über Angst, Geschichte, Unwissenheit, Literatur und Religion, und zeichnen nach, wie sich Putins Gift bereits subtil in die Gesellschaften gefressen hat.
Im Gespräch mi Cathrin Kahlweit loten Dornblueth und Franke aus, ob und wie die westlichen Gesellschaften den hybriden Krieg erkennen und kontern können – und was die politische Entwicklung, die dahinter steht, für Europa bedeutet.
Gesine Dornblüth ist eine deutsche Hörfunkjournalistin. Sie war von Februar 2012 bis Anfang 2017 als Auslandskorrespondentin für das Deutschlandradio in Moskau tätig sowie als Autorin und Reporterin für alle Rundfunkanstalten der ARD. Dornblüth arbeitet seither mit ihren Kollegen im Journalistenbüro texte und töne
Thomas Franke, Autor, Journalist und Hörfunkproduzent mit Fokus auf Osteuropa
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin
59 Minuten
Robert Misik im Gespräch mit Kolja Möller und Carina Altreiter
VOLK UND ELITE
Eine Gesellschaftstheorie des Populismus
Der populistische Appell an das »Volk« und die Mobilisierung gegen die »Eliten« dominieren mittlerweile die Politik in vielen Ländern der Welt. Aber wo liegen die geschichtlichen Wurzeln dieser Politikform? Welche Spielarten des Populismus sind zu unterscheiden?
Der moderne Populismus lebt von einer polemischen Gegenüberstellung vom „Volk“ der „einfachen Leute“ gegenüber den „Eliten“, die sie betrügen würden. Er stützt sich dabei auf demokratische Instinkte, die auch den Kern republikanischer Verfassungsstaaten bilden, nämlich dass das Recht vom Volk ausgeht. Im Extremfall bricht sich ein Autoritarismus und „Bonapartismus“ Bahn, der aber mit anti-elitären und demokratischen Energien operiert. Oft wird deshalb sogar angemerkt, dass ein wenig Populismus nicht schaden könne, damit bisher nicht-repräsentierte Bevölkerungssegmente eine Stimme bekommen.
Kolja Möller verfolgt die Wege des Populismus, die bereits im 11. Jahrhundert beginnen und bis zu den jüngsten Konflikten im Zuge der Globalisierung führen, und er entwickelt eine umfassende Gesellschaftstheorie dieser Politikform. Ein unverzichtbares Buch, um die gegenwärtige populistische Welle zu verstehen, dessen zentrale Gedankengänge er unter der Gesprächsleitung von Robert Misik mit der Soziologin Carina Altreiter diskutiert.
Kolja Möller arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaften der TU Dresden und im Forschungsprojekt »Legal Populism« (gefördert durch die German-Israeli Foundation). Im Suhrkamp Verlag hat er herausgegeben: Populismus. Ein Reader (stw 2340).
Carina Altreiter ist Soziologin, Forscherin an der Arbeiterkammer und zuvor an der Wirtschaftsuniversität. In ihren Untersuchungen hat sie sich unter anderem auch mit Klassenanalysen, den arbeitenden Klassen beschäftigt und auch mit den unterschiedlichen Solidaritätskulturen in verschiedenen Bevölkerungssegmenten. Sie ist unter anderem Co-Autorin des Buches „Umkämpfte Solidaritäten“.
Modertion: Robert Misik, Autor und Journalist
VOLK UND ELITE
Eine Gesellschaftstheorie des Populismus
Der populistische Appell an das »Volk« und die Mobilisierung gegen die »Eliten« dominieren mittlerweile die Politik in vielen Ländern der Welt. Aber wo liegen die geschichtlichen Wurzeln dieser Politikform? Welche Spielarten des Populismus sind zu unterscheiden?
Der moderne Populismus lebt von einer polemischen Gegenüberstellung vom „Volk“ der „einfachen Leute“ gegenüber den „Eliten“, die sie betrügen würden. Er stützt sich dabei auf demokratische Instinkte, die auch den Kern republikanischer Verfassungsstaaten bilden, nämlich dass das Recht vom Volk ausgeht. Im Extremfall bricht sich ein Autoritarismus und „Bonapartismus“ Bahn, der aber mit anti-elitären und demokratischen Energien operiert. Oft wird deshalb sogar angemerkt, dass ein wenig Populismus nicht schaden könne, damit bisher nicht-repräsentierte Bevölkerungssegmente eine Stimme bekommen.
Kolja Möller verfolgt die Wege des Populismus, die bereits im 11. Jahrhundert beginnen und bis zu den jüngsten Konflikten im Zuge der Globalisierung führen, und er entwickelt eine umfassende Gesellschaftstheorie dieser Politikform. Ein unverzichtbares Buch, um die gegenwärtige populistische Welle zu verstehen, dessen zentrale Gedankengänge er unter der Gesprächsleitung von Robert Misik mit der Soziologin Carina Altreiter diskutiert.
Kolja Möller arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaften der TU Dresden und im Forschungsprojekt »Legal Populism« (gefördert durch die German-Israeli Foundation). Im Suhrkamp Verlag hat er herausgegeben: Populismus. Ein Reader (stw 2340).
Carina Altreiter ist Soziologin, Forscherin an der Arbeiterkammer und zuvor an der Wirtschaftsuniversität. In ihren Untersuchungen hat sie sich unter anderem auch mit Klassenanalysen, den arbeitenden Klassen beschäftigt und auch mit den unterschiedlichen Solidaritätskulturen in verschiedenen Bevölkerungssegmenten. Sie ist unter anderem Co-Autorin des Buches „Umkämpfte Solidaritäten“.
Modertion: Robert Misik, Autor und Journalist
34 Minuten
RAIMUND LÖW IN CONVERSATION WITH KATRINA VANDEN HEUVEL
DEFENDING DEMOCRACY AGAINST DONALD TRUMP
The inauguration of Donald Trump as 47th president of the United States signifies a major setback for democratic forces and the left. A convicted felon in the White House in an alliance with a significant number of tech billionaires will try to shape a new future for American society. The MAGA Make America Great Again movement provides the new leaders with a mass base in the country that no other politician of the far right has ever had. But civil society is strong, despite the fact, that America makes a turn to the right. In cities and states Democrats promise resistance against human rights violations instigated from Washington.
How strong are the safeguards of the American society against authoritarian temptations? How can resistance against the Trump administration be built? What does the turn of the United States to the far right mean for the world? These are some of the questions we will discuss with the American journalist Katrina vanden Heuvel.
Raimund Löw, Journalist, author, and historian, he is the head of Falter Radio. Previously, he had been reporting for ORF as a foreign correspondent since the 1980s, covering locations such as Moscow, Brussels, Washington, and Beijing.
Katrina vanden Heuvel, editorial director and publisher of The Nation (served as editor of the magazine from 1995 to 2019) and one of the most prominent voices of the American Left. She has written several books, writes in the New York Times, the Washington Post and the Guardian and frequently appears on CNN, ABC and Democracy Now.
DEFENDING DEMOCRACY AGAINST DONALD TRUMP
The inauguration of Donald Trump as 47th president of the United States signifies a major setback for democratic forces and the left. A convicted felon in the White House in an alliance with a significant number of tech billionaires will try to shape a new future for American society. The MAGA Make America Great Again movement provides the new leaders with a mass base in the country that no other politician of the far right has ever had. But civil society is strong, despite the fact, that America makes a turn to the right. In cities and states Democrats promise resistance against human rights violations instigated from Washington.
How strong are the safeguards of the American society against authoritarian temptations? How can resistance against the Trump administration be built? What does the turn of the United States to the far right mean for the world? These are some of the questions we will discuss with the American journalist Katrina vanden Heuvel.
Raimund Löw, Journalist, author, and historian, he is the head of Falter Radio. Previously, he had been reporting for ORF as a foreign correspondent since the 1980s, covering locations such as Moscow, Brussels, Washington, and Beijing.
Katrina vanden Heuvel, editorial director and publisher of The Nation (served as editor of the magazine from 1995 to 2019) and one of the most prominent voices of the American Left. She has written several books, writes in the New York Times, the Washington Post and the Guardian and frequently appears on CNN, ABC and Democracy Now.
58 Minuten
Robert Misik im Gespräch mit Jagoda Marinić
PLÄDOYER FÜR EINE SANFTE RADIKALITÄT
Jagoda Marinić über Polarisierung und die Gefahren des konfrontativen Stils.
Jagoda Marinić ist Kolumnistin, Autorin, Podcasterin („Freiheit Deluxe“), Moderatorin – und eine der klügsten Stimmen der zeitgenössischen Debatten, die sich auch nicht davor scheut, die vermeintlich „eigenen Leute“ zu irritieren oder sogar zu provozieren. In „Sanfte Radikalität“ beschreibt sie, wie unsere Gesellschaften eine Aufbruchsstimmung erleben, ein wachsendes Selbstbewusstsein von Minderheiten und wie sich hergebrachte Machtverhältnisse allmählich umkehren. Zugleich aber beobachtet sie einen aggressiven, konfrontativen Stil und scheinbar „radikale“ Milieus, die immer selbstbezüglicher agieren, mögliche Verbündete abstoßen und kaum mehr in der Lage sind, Menschen mit anderen Ansichten für ihre Anliegen zu gewinnen. Sie habe sich, schreibt sie, von „der diskursiven Radikalität, die heute oft den Ton bestimmt“ mehr und mehr entfernt – von dem Ton, der „gerade auch bei vielen meiner Generation“ vorherrscht, „die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen“.
Einer der Gründe dafür war Marinic Praxis der vergangenen zehn Jahre, in denen sie in ihrer Heimatstadt Heidelberg das „Interkulturelle Zentrums“ aufbaute und leitete und dabei die Stadtgesellschaft für gemeinsame Anliegen gewinnen musste. Marinic: „Ich wurde sanfter auf diesem Weg.“ Marinic Streitschrift ist nicht nur ein Plädoyer für eine Sprache und Tonalität, die Gräben überwindet, sondern auch ein Bericht lokaler gesellschaftsverbessernder Praxis einer Intellektuellen, die sich ins Getümmel des Tuns geworfen hat. Und zugleich ein messerscharfe Gegenwartsdiagnose einer Zeit, in der gilt, je lauter und aggressiver der Ton, je steiler die These, „desto näher rückte der Buchvertrag“.
Robert Misik, Autor und Journalist
PLÄDOYER FÜR EINE SANFTE RADIKALITÄT
Jagoda Marinić über Polarisierung und die Gefahren des konfrontativen Stils.
Jagoda Marinić ist Kolumnistin, Autorin, Podcasterin („Freiheit Deluxe“), Moderatorin – und eine der klügsten Stimmen der zeitgenössischen Debatten, die sich auch nicht davor scheut, die vermeintlich „eigenen Leute“ zu irritieren oder sogar zu provozieren. In „Sanfte Radikalität“ beschreibt sie, wie unsere Gesellschaften eine Aufbruchsstimmung erleben, ein wachsendes Selbstbewusstsein von Minderheiten und wie sich hergebrachte Machtverhältnisse allmählich umkehren. Zugleich aber beobachtet sie einen aggressiven, konfrontativen Stil und scheinbar „radikale“ Milieus, die immer selbstbezüglicher agieren, mögliche Verbündete abstoßen und kaum mehr in der Lage sind, Menschen mit anderen Ansichten für ihre Anliegen zu gewinnen. Sie habe sich, schreibt sie, von „der diskursiven Radikalität, die heute oft den Ton bestimmt“ mehr und mehr entfernt – von dem Ton, der „gerade auch bei vielen meiner Generation“ vorherrscht, „die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen“.
Einer der Gründe dafür war Marinic Praxis der vergangenen zehn Jahre, in denen sie in ihrer Heimatstadt Heidelberg das „Interkulturelle Zentrums“ aufbaute und leitete und dabei die Stadtgesellschaft für gemeinsame Anliegen gewinnen musste. Marinic: „Ich wurde sanfter auf diesem Weg.“ Marinic Streitschrift ist nicht nur ein Plädoyer für eine Sprache und Tonalität, die Gräben überwindet, sondern auch ein Bericht lokaler gesellschaftsverbessernder Praxis einer Intellektuellen, die sich ins Getümmel des Tuns geworfen hat. Und zugleich ein messerscharfe Gegenwartsdiagnose einer Zeit, in der gilt, je lauter und aggressiver der Ton, je steiler die These, „desto näher rückte der Buchvertrag“.
Robert Misik, Autor und Journalist
1 Stunde 12 Minuten
Renata Schmidtkunz in conversation with Amir Cheheltan
AN EXILE IN MY OWN COUNTRY
Amir Hassan Cheheltan is one of the most important contemporary Iranian writers. He lives and writes in Tehran. His novels have been banned from publication in Iran for over 20 years. They are published in German translation before any other languages. His latest book “The Rose of Nishapour”’was published by C.H. Beck in October 2024.
Renata Schmidtkunz talks to Amir Cheheltan at the Bruno Kreisky Forum about his new novel and his literary work, about the challenges of living and writing in Tehran, and the difficulties under which a vibrant creative cultural and intellectual scene in Iran is trying to survive and make their voices heard within the country and abroad. What are the perspectives of women and youth, of creative people and thinkers in the light of the situation in Iran and the war and increasing tensions in the Middle East? How is Europe perceived and what can be done better to support the potential and survival of artists and thinkers in Iran?
Amir Hassan Cheheltan, writer, born in 1956 in Tehran and studied electrical engineering first in Iran, later in Great Britain. Cheheltan has been writing since the 1970s, has been active in the Iranian Writers‘ Association since 1977and is a jury member of international journalism „True Story Award“. After surviving two state-sponsored assassination attempts during the period known as “Iran’s Chain Murders,” the author of 13 novels and numerous essays and short stories in 8 volumes left Iran and lived with his family in Italy, Germany and the USA for several years. His work is translated into English, German, French, Italian, Hebrew and some other languages. Cheheltan was drawn back to Tehran because “…although he feels like an exile in his own country, he knows of no other place where he would rather write…”
Renata Schmidtkunz, Journalist, Film maker and Moderator, Director of the Radio Programme Series „Im Gespräch“, Radio Österreich 1
AN EXILE IN MY OWN COUNTRY
Amir Hassan Cheheltan is one of the most important contemporary Iranian writers. He lives and writes in Tehran. His novels have been banned from publication in Iran for over 20 years. They are published in German translation before any other languages. His latest book “The Rose of Nishapour”’was published by C.H. Beck in October 2024.
Renata Schmidtkunz talks to Amir Cheheltan at the Bruno Kreisky Forum about his new novel and his literary work, about the challenges of living and writing in Tehran, and the difficulties under which a vibrant creative cultural and intellectual scene in Iran is trying to survive and make their voices heard within the country and abroad. What are the perspectives of women and youth, of creative people and thinkers in the light of the situation in Iran and the war and increasing tensions in the Middle East? How is Europe perceived and what can be done better to support the potential and survival of artists and thinkers in Iran?
Amir Hassan Cheheltan, writer, born in 1956 in Tehran and studied electrical engineering first in Iran, later in Great Britain. Cheheltan has been writing since the 1970s, has been active in the Iranian Writers‘ Association since 1977and is a jury member of international journalism „True Story Award“. After surviving two state-sponsored assassination attempts during the period known as “Iran’s Chain Murders,” the author of 13 novels and numerous essays and short stories in 8 volumes left Iran and lived with his family in Italy, Germany and the USA for several years. His work is translated into English, German, French, Italian, Hebrew and some other languages. Cheheltan was drawn back to Tehran because “…although he feels like an exile in his own country, he knows of no other place where he would rather write…”
Renata Schmidtkunz, Journalist, Film maker and Moderator, Director of the Radio Programme Series „Im Gespräch“, Radio Österreich 1
58 Minuten
Tessa Szyszkowitz in conversation with Lyndsey Stonebridge
WE ARE FREE TO CHANGE THE WORLD
What do Hannah Arendt’s lessons in love and disobedience mean for us?
What a combination: Love and Disobedience. The author Lyndsey Stonebridge, Professor of Humanities and Human Rights at the University of Birmingham, is choosing this combination on purpose. Especially now, when nations vote for authoritarian leaders and democracy is threatened, Stonebridge focuses on Arendt’s writing and these two crucial ingredients for effective and powerful defiance. Love was for Arendt, as Stonebridge writes, “the infinitely precious pleasure in human otherness. Love is the pre-political condition of us being together in the world in the first place”.
And disobedience? In her 1970 essay „Civil Disobedience“ the leading public intellectual of her time defended the right of American citizens to dissent from the laws and policies of the government. It was Hannah Arendt’s experience from resistance to totalitarian rule in her first home country Germany which lead her to conviction that every person must decide for themselves when injustice calls for disobedience. Following Immanuel Kant Arendt emphasised that independent thinking is the first defence against tyranny. Arendt’s “The Origins of Totalitarianism” became a bestseller when Donald Trump was elected in 2016. In 2024 it is even more relevant. Trump 2.0 is Trump Unleashed.
WE ARE FREE TO CHANGE THE WORLD
What do Hannah Arendt’s lessons in love and disobedience mean for us?
What a combination: Love and Disobedience. The author Lyndsey Stonebridge, Professor of Humanities and Human Rights at the University of Birmingham, is choosing this combination on purpose. Especially now, when nations vote for authoritarian leaders and democracy is threatened, Stonebridge focuses on Arendt’s writing and these two crucial ingredients for effective and powerful defiance. Love was for Arendt, as Stonebridge writes, “the infinitely precious pleasure in human otherness. Love is the pre-political condition of us being together in the world in the first place”.
And disobedience? In her 1970 essay „Civil Disobedience“ the leading public intellectual of her time defended the right of American citizens to dissent from the laws and policies of the government. It was Hannah Arendt’s experience from resistance to totalitarian rule in her first home country Germany which lead her to conviction that every person must decide for themselves when injustice calls for disobedience. Following Immanuel Kant Arendt emphasised that independent thinking is the first defence against tyranny. Arendt’s “The Origins of Totalitarianism” became a bestseller when Donald Trump was elected in 2016. In 2024 it is even more relevant. Trump 2.0 is Trump Unleashed.
59 Minuten
Robert Misik im Gespräch mit Andreas Reckwitz
VERLUST Ein Grundproblem der Moderne
»Kann der Fortschrittsanspruch der westlichen Moderne noch aufrechterhalten werden, wenn die Erfahrungen und Erwartungen von Verlusten so mächtig werden, wie wir es gegenwärtig erleben?«
Verlusterfahrungen, aber auch nur das Gefühl drohender Verluste, die Empfindung, dass alles auf schwankendem Boden steht und die Zukunft eingetrübt ist – das ist heute ein beinahe dominantes Zeitgefühl geworden und ist mitverantwortlich für Gereiztheiten, Populismus und andere politische und soziale Pathologien unserer Tage. Andreas Reckwitz, der vielgefeierte Soziologe und Zeitdiagnostiker, hat zum Verlust, dem „Grundproblem der Moderne“, nun das Buch der Saison geschrieben.
Verluste bedrängen die westlichen Gegenwartsgesellschaften in großer Zahl und Vielfalt. Sie treiben die Menschen auf die Straße, in die Praxen der Therapeuten und in die Arme von Populisten.
Unter dem Banner des Fortschritts, so legt Reckwitz dar, wird die westliche Moderne schon immer von einer Verlustparadoxie angetrieben: Sie will (und kann) Verlusterfahrungen reduzieren – und potenziert sie zugleich. Dieses fragile Arrangement hatte lange Bestand, doch das Fortschrittsnarrativ büßt massiv an Glaubwürdigkeit ein. Die existenzielle Frage des 21. Jahrhunderts lautet: Können Gesellschaften modern bleiben und sich zugleich produktiv mit Verlusten auseinandersetzen? Ein wegweisendes Buch.
Andreas Reckwitz, geboren 1970, ist Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und war Fellow im Thomas Mann House in Los Angeles. Sein Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“ wurde 2017 mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet und stand 2018 auf der Shortlist des Sachbuchpreises der Leipziger Buchmesse. 2019 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Robert Misik, Autor und Journalist
VERLUST Ein Grundproblem der Moderne
»Kann der Fortschrittsanspruch der westlichen Moderne noch aufrechterhalten werden, wenn die Erfahrungen und Erwartungen von Verlusten so mächtig werden, wie wir es gegenwärtig erleben?«
Verlusterfahrungen, aber auch nur das Gefühl drohender Verluste, die Empfindung, dass alles auf schwankendem Boden steht und die Zukunft eingetrübt ist – das ist heute ein beinahe dominantes Zeitgefühl geworden und ist mitverantwortlich für Gereiztheiten, Populismus und andere politische und soziale Pathologien unserer Tage. Andreas Reckwitz, der vielgefeierte Soziologe und Zeitdiagnostiker, hat zum Verlust, dem „Grundproblem der Moderne“, nun das Buch der Saison geschrieben.
Verluste bedrängen die westlichen Gegenwartsgesellschaften in großer Zahl und Vielfalt. Sie treiben die Menschen auf die Straße, in die Praxen der Therapeuten und in die Arme von Populisten.
Unter dem Banner des Fortschritts, so legt Reckwitz dar, wird die westliche Moderne schon immer von einer Verlustparadoxie angetrieben: Sie will (und kann) Verlusterfahrungen reduzieren – und potenziert sie zugleich. Dieses fragile Arrangement hatte lange Bestand, doch das Fortschrittsnarrativ büßt massiv an Glaubwürdigkeit ein. Die existenzielle Frage des 21. Jahrhunderts lautet: Können Gesellschaften modern bleiben und sich zugleich produktiv mit Verlusten auseinandersetzen? Ein wegweisendes Buch.
Andreas Reckwitz, geboren 1970, ist Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und war Fellow im Thomas Mann House in Los Angeles. Sein Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“ wurde 2017 mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet und stand 2018 auf der Shortlist des Sachbuchpreises der Leipziger Buchmesse. 2019 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Robert Misik, Autor und Journalist
59 Minuten
Helfried Carl in conversation with Erik Jones
HOW TO PREPARE THE EU FOR THE PERFECT STORM?
The New European Commission FACING TRUMP, PUTIN and the Multi-Crisis
True to the slow pace of European decision making, the new European Commission under its President Ursula von der Leyen will take office half a year after the elections to the European Parliament.
The challenges for the new Commission are obvious: the war in Ukraine is still raging, the European economy is comparatively weak and the European Green Deal is an immense challenge. Europe has little or no influence on the ongoing war in the Middle East. In addition, on November 5, 2024, Donald Trump was elected the 47th US president after a triumphant election victory – this time with an even more radical agenda than during his first term. His friends in the EU, like Hungary’s Prime Minister Orbán and his right-wing allies, will try to block any movements towards greater foreign policy cohesion towards his administration, but also that of Putin’s Russia.
Europe is facing a crucial test. How can it manage to protect its interests independently and develop its own defense policy in the face of US disengagement? Will the democratic forces prevail? And what role does the EU Commission play in this?
Prof. Erik Jones is Director of the Robert Schuman Centre for Advanced Studies at the European University Institute and Member of the Scientific Committee of the Institute’s renowned annual State of the Union Conference. He has published extensively on topics related to European politics, with a special focus on political economy. He is co-editor of the Journal Government & Opposition. His commentary has appeared in the Financial Times, the New York Times, and other major newspapers and magazines across Europe and North America.
Helfried Carl, diplomat, since 2019 partner of the Innovation in Politics Institute in Vienna and founder of the European Capital of Democracy initiative. From 2014-2019 he served as Austria’s Ambassador to the Slovak Republic. From 2008-2014, he was Chief of Cabinet and foreign policy advisor to the late President of the Austrian Parliament (National Council), Barbara Prammer.
HOW TO PREPARE THE EU FOR THE PERFECT STORM?
The New European Commission FACING TRUMP, PUTIN and the Multi-Crisis
True to the slow pace of European decision making, the new European Commission under its President Ursula von der Leyen will take office half a year after the elections to the European Parliament.
The challenges for the new Commission are obvious: the war in Ukraine is still raging, the European economy is comparatively weak and the European Green Deal is an immense challenge. Europe has little or no influence on the ongoing war in the Middle East. In addition, on November 5, 2024, Donald Trump was elected the 47th US president after a triumphant election victory – this time with an even more radical agenda than during his first term. His friends in the EU, like Hungary’s Prime Minister Orbán and his right-wing allies, will try to block any movements towards greater foreign policy cohesion towards his administration, but also that of Putin’s Russia.
Europe is facing a crucial test. How can it manage to protect its interests independently and develop its own defense policy in the face of US disengagement? Will the democratic forces prevail? And what role does the EU Commission play in this?
Prof. Erik Jones is Director of the Robert Schuman Centre for Advanced Studies at the European University Institute and Member of the Scientific Committee of the Institute’s renowned annual State of the Union Conference. He has published extensively on topics related to European politics, with a special focus on political economy. He is co-editor of the Journal Government & Opposition. His commentary has appeared in the Financial Times, the New York Times, and other major newspapers and magazines across Europe and North America.
Helfried Carl, diplomat, since 2019 partner of the Innovation in Politics Institute in Vienna and founder of the European Capital of Democracy initiative. From 2014-2019 he served as Austria’s Ambassador to the Slovak Republic. From 2008-2014, he was Chief of Cabinet and foreign policy advisor to the late President of the Austrian Parliament (National Council), Barbara Prammer.
1 Stunde 1 Minute
Cathrin Kahlweit in Conversation with Anna Arutunyan
OPPOSITION IN RUSSIA – A FUTURE WITHOUT PUTIN
There are not many Russia experts with an expertise as big as Anna Arutunyan. She was born in Russia, raised in the United States and then went back to the country of her birth as an analyst, author and journalist. Anna covered Russian politics as a reporter for The Moscow News. She served as Russia’s senior analyst for the International Crisis Group, is a Kennan Institute Fellow and is being printed in USA Today, Foreign Affairs and other renowned publications.
Anna Arutunyan is also the author of several books on Russia, including „The Putin Mystique“ on Russia’s war in Ukraine and „Hybrid Warriors: Proxies, Freelancers and Moscow’s Struggle for Ukraine“. Currently she is working on „Rebel Russia”: an exploration of the Russian rebel and dissident movement, and how it has shaped the govenment. Together with her famous british husband Mark Galeotti she has, amongst other publications, written „Downfall; Prigozhin, Putin and the fight for a new Russia“.
At the Kreisky-Forum she will talk with the publicist and expert for Eastern Europe and Ukraine, Cathrin Kahlweit, about the way, the Russian autocracy works, how it might be threatened from inside and destabilised from outside. How influencal, if at all, is the Russian opposition, and how far will Wladimir Putin carry the onslought on Ukraine and the West?
Anna Arutunyan, Russian American journalist, analyst, and author. She is a global fellow at the Wilson Center.
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin
OPPOSITION IN RUSSIA – A FUTURE WITHOUT PUTIN
There are not many Russia experts with an expertise as big as Anna Arutunyan. She was born in Russia, raised in the United States and then went back to the country of her birth as an analyst, author and journalist. Anna covered Russian politics as a reporter for The Moscow News. She served as Russia’s senior analyst for the International Crisis Group, is a Kennan Institute Fellow and is being printed in USA Today, Foreign Affairs and other renowned publications.
Anna Arutunyan is also the author of several books on Russia, including „The Putin Mystique“ on Russia’s war in Ukraine and „Hybrid Warriors: Proxies, Freelancers and Moscow’s Struggle for Ukraine“. Currently she is working on „Rebel Russia”: an exploration of the Russian rebel and dissident movement, and how it has shaped the govenment. Together with her famous british husband Mark Galeotti she has, amongst other publications, written „Downfall; Prigozhin, Putin and the fight for a new Russia“.
At the Kreisky-Forum she will talk with the publicist and expert for Eastern Europe and Ukraine, Cathrin Kahlweit, about the way, the Russian autocracy works, how it might be threatened from inside and destabilised from outside. How influencal, if at all, is the Russian opposition, and how far will Wladimir Putin carry the onslought on Ukraine and the West?
Anna Arutunyan, Russian American journalist, analyst, and author. She is a global fellow at the Wilson Center.
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin