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Holger ruft an Archiv

264 Episoden
22 Minuten
Gast: Anja Rützel, TV-Kritikerin Er hat also tatsächlich gewonnen: Der Musiker Gil Ofarim wurde am Wochenende vom Publikum der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ zum „Dschungelkönig“ gekürt. Sein Fans jubeln. Andere lässt es verstört und entsetzt zurück. Vor fünf Jahren hatte Ofarim einen Hotelmitarbeiter des Antisemitismus bezichtigt – zu Unrecht, wie sich herausstellte. Ofarim wurde unter anderem wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung angeklagt, die Beweislage war erdrückend. Doch zu einem Urteil kam es nicht. Weil Ofarim überraschend einräumte, gelogen zu haben und sich knapp bei dem Hotelmitarbeiter entschuldigte, wurde das Verfahren eingestellt. Dass RTL Ofarim für das Dschungelcamp verpflichtete und ihm offenbar viel Geld dafür zahlte, sorgte schon vor dem Start der Staffel für reichlich Kritik. Es sei ein „Aufmerksamkeitsknaller“ gewesen, sagt die TV-Kritikerin Anja Rützel im Übermedien-Podcast – und kritisiert RTL für den Umgang mit der ganze Sache, vor allem in der Sendung selbst. Zwar präsentierte RTL einen kurzen „Faktencheck“, aber nur online.
22 Minuten
Gast: Nora Hespers, Sportjournalistin Frauen im Sportjournalismus bleiben eine Minderheit. Seit Jahren liegt ihr Anteil zwischen zehn und 15 Prozent. Darüber können auch einzelne Entwicklungen nicht hinwegtäuschen. Etwa, dass bei Fußballübertragungen im Fernsehen mittlerweile rund die Hälfte der Moderator:innen weiblich sind. Denn auch diese erfreuliche Zahl hat eine Kehrseite: Männliche Kommentatoren sind immer noch deutlich in der Mehrheit, und auch in Führungspositionen sind kaum Frauen zu finden. Dazu kommt: Gerade in Sportarten wie Fußball erleben Frauen besonders heftige Angriffe. Wenn Kommentatorinnen wie Claudia Neumann am Mikro seien, müssten sie in der Online-Redaktion deutlich mehr Community Manager als sonst einsetzen, sagte 2021 der damalige ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der dpa. So sehr stiege die Anzahl an Beleidigungen und sexistische Kommentaren in den sozialen Medien. "Obwohl mehr Frauen in den Sportjournalismus kommen, bleibt noch viel zu tun", sagt daher auch Nora Hespers im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein. Welche Hürden Frauen beim Einstieg in den Job erleben, was konkret getan werden könnte und was Hespers selbst als Sportjournalistin erlebt hat, hören Sie in der neuen Folge von "Holger ruft an ...".
24 Minuten
Gast: Johannes Franzen, Kulturjournalist Es gebe keine Verrisse mehr, Kunstkritik sei weichgespült – diesen Vorwurf hört man immer wieder. Der Literaturwissenschaftler und Kulturjournalist Johannes Franzen sagt: Diese Debatte sei ein „Diskurstheater“, das alle zwanzig Jahre neu aufgeführt werde. Das heißt allerdings nicht, dass Kritik an der Kritik grundsätzlich ungerechtfertigt ist. Das eigentliche Problem sei jedoch nicht, dass alle zu nett geworden sind, sondern dass man sich Kritik leisten können muss, meint Franzen, der diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast ist. In vielen Medienhäusern schwänden die Ressourcen. Gleichzeitig trauten sich manche Autor:innen nur noch unter Pseudonym, ein neues Taylor-Swift-Album zu besprechen – aus Sorge, von den Fans der Künstlerin angegriffen zu werden. Warum ist negative Kritik überhaupt wichtig? Gibt es in Zeiten von Social Media überhaupt noch die großen Kritiker wie Marcel Reich-Ranicki? Wieso sind das größte Problem nicht die Algorithmen, sondern die riesigen Marketingbudgets? Und was hat Goethe über Kritiker geschrieben? Darüber sprechen Holger Klein und Johannes Franzen in der neuen Folge von „Holger ruft an …“.
33 Minuten
Gast: Vassili Golod, ARD-Korrespondent Als Holger Klein den ARD-Korrespondenten Vasilli Golod in Kiew erreicht, trägt Golod mehrere Pullover übereinander. Es sei bitterkalt, sagt er. Russland habe so heftig wie nie zuvor die Energieversorgung in der Ukraine angegriffen, was eine „extreme Belastung für alle hier“ sei – auch für Journalisten: 40 Stunden lang gab es keinen Strom. Im ARD-Studio waren irgendwann sogar die Reserveakkus leer.
39 Minuten
Gäste: Annika Schneider und Boris Rosenkranz Am 13. Januar 2016 wurde Übermedien gegründet. Zehn Jahre später fragt Holger Klein in der Redaktion nach, wie alles begann und warum Boris Rosenkranz und Stefan Niggemeier sich damals entschieden haben, ein unabhängiges Medienmagazin aufzubauen, das ausschließlich über Abos finanziert wird, also ohne zusätzliche (zum Beispiel öffentliche) Gelder, und auch ohne Werbung.
22 Minuten
Gast: Peter Dinkloh, Mediensekretär bei ver.di. Am 28. April 2018 greifen zwei bekannte Neonazis Journalisten an, die zu rechtsextremen Umtrieben im thüringischen Fretterode recherchieren. Sie verfolgen die Reporter mit dem Auto, bringen ihr Fahrzeug von der Straße ab und verletzten sie unter anderem mit einem Messer schwer. Fotos belegen den Vorfall.
46 Minuten
Gast: Annette Dittert, London-Korrespondentin der ARD Sie war Korrespondentin in Russland, Polen, den USA – aber kein Land hat sie so sehr begeistert wie Großbritannien und insbesondere die Hauptstadt London. Seit mehr als 20 Jahren berichtet die Journalistin Annette Dittert für die ARD über das Vereinigte Königreich. Doch nun ist Schluss: Ende des Jahres hört Dittert auf – um auf andere Weise weiterzumachen.
29 Minuten
Gast: Leonhard Dobusch, Rundfunkexperte Seit diesem Montag gilt der Reformstaatsvertrag. Die Rundfunkkommission der Länder, die die Rahmenbedingungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland festlegt, will ihn „zukunftsfester, digitaler, effizienter und interaktiver" machen. Aber was bedeutet das konkret für ARD und ZDF? Und ist es nicht problematisch, wenn ganze Programme wegfallen?
33 Minuten
Vergangene Woche hat die „Süddeutsche Zeitung“ eine große Recherche veröffentlicht, wonach der bekannte Münchner Liedermacher Konstantin Wecker eine Beziehung zu einer Minderjährigen gehabt haben soll. Die Frau, die damals 15 Jahre alt war und heute 30 ist, hatte sich mit ihrer Geschichte an die Redaktion gewandt. Sie wirft Wecker unter anderem manipulatives Verhalten vor.
29 Minuten
Geht der Lokaljournalismus vor die Hunde, weil die Polizei heute im Netz ihre Meldungen und Fotos direkt veröffentlicht? Das meinen zumindest die deutschen Verleger.
66 Sekunden
Liebe Hörer:innen von „Holger ruft an...“, wenn ihr Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts habt, dann schaut doch mal rüber zu unserer ersten Staffel von „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen! Darin spricht Übermedien-Redakteurin Annika Schneider mit Menschen, die Medien und den Journalismus besser machen wollen. Wir freuen uns, wenn ihr reinhört und uns Feedback gebt!
25 Minuten
Sie soll mit dem bekannten Rapper Kontra K liiert sein und sogar Kinder mit ihm haben. Das zumindest behaupten zahlreiche KI-generierte Nachrichtenseiten über die in der Schweiz lebende Journalistin Celina Euchner. Doch alles daran ist falsch.
29 Minuten
Vor zwei Jahren ist Pumuckl wieder auferstanden. RTL erweckte die Zeichentrickfigur, die in den 80er-Jahren ins Fernsehen kam, wieder zum Leben. Seit kurzem tapst der rothaarige Kobold auch durch einen Kinofilm. Und obwohl der frühere Synchronsprecher Hans Clarin nicht mehr lebt, klingt Pumuckl wie früher – dank Künstlicher Intelligenz. Die einen freut das, andere kritisieren es. Vor allem Synchronsprecher.
21 Minuten
Plattformen wie Instagram oder Tiktok sind natürlich längst Orte, an denen es auch um harte Politik geht, gerade wenn Wahlen anstehen. Was Influencer dort machen, erreicht ein großes, überwiegend junges Publikum. Es wirkt sich also aus auf die politische Meinungsbildung jüngerer Menschen. Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat sich deshalb in einer Untersuchung damit beschäftigt, was politische Influencer zur Bundestagswahl 2025 gesendet haben – und was daran mitunter problematisch ist.
24 Minuten
Vergangene Woche hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil gefällt, das den Gegnern des Rundfunkbeitrags Recht gibt: Wer die Öffentlich-Rechtlichen für zu einseitig hält, kann künftig vor Verwaltungsgerichten gegen die Zahlung des Rundfunkbeitrags klagen. Das ist ein überraschendes Urteil, denn bislang haben Verwaltungsgerichte solche Klagen abblitzen lassen. Sie verwiesen stattdessen auf die Rundfunkräte, die für die inhaltliche Kontrolle der Programme zuständig sind.
Holger ruft an

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Ein Podcast über Medien