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Jagdfunk Archiv

53 Episoden
2 Stunden 19 Minuten
Die Bewegungsenergie eines Geschosses in effektive, sofort tötende und damit tierschutzgerechte Gewebezerstörung umzusetzen, ist eine technische Meisterleistung. Unterschiedlichste Werkstoffe werden aufwändig ausgewählt, geformt, verbunden, mit einem Treibsatz versehen, kontrolliert gezündet, auf mehrfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt und in ihrer Flugbahn stabilisiert, um letztlich am anvisierten Punkt zu treffen. Am Wildkörper angekommen sollte das Geschoss seine Energie sinnvoll für drei Aufgaben verwenden. Das sind die Schockwirkung im Auftreffmoment, die Gewebezerstörung zur schnellen, humanen Tötung und die Erzeugung von Pirschzeichen am Ausschuss. Die Nachsuche stellt ganz andere Anforderungen an eine Patrone, als Distanzschüsse bei der Gebirgsjagd. Klar ist, dass nicht jede Patrone für jeden Zweck geeignet ist. Klar wird auch, dass der Jäger in der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Produkte sein Fachwissen für die angemessene Auswahl der Patrone erweitern und einsetzen muss. Der Waffensachverständige und Fachredakteur Jens Tigges und Jochen Schumacher führen den Hörer auf eine spannende Reise durch Munitionsmaterialien und -produktion, durch Patronenlager, Züge und Felder, durch Innen-, Aussen- und Zielballistik.
1 Stunde 36 Minuten
Eine Errungenschaft der Revolution von 1848/1849 ist das Jagdrecht. Es wurde vom Adel auf den Landbesitzer übertragen, kam also unter bürgerliche Kontrolle. Die Interessen der Landbewirtschaftung und denen der wild lebenden Tiere werden seitdem auf lokaler Ebene austariert. Diese dezentrale Balance scheint heute selbstverständlich, musste aber aufwändig erlernt und erkämpft werden. In vielen Bundesländern wird derzeit eine Reform des Jagdrechts vorangetrieben, die dieses unter vielen Opfern errungene Recht beschneiden will und wenig einfühlsam mit dem Soziotop "ländlicher Raum" umgeht. In diesem bisweilen turbulenten Meinungsbildungsprozess mischen die Waid-Genossen mit. Die Waid-Genossen sind allesamt aktive Jäger und zudem Mitglieder der SPD. Im Gespräch mit Jochen Schumacher beleuchten Ralf Nielsen und Uwe Lüders die Entstehung der Waid-Genossen und berichten, wie sie die Interessen einer naturnahen und nachhaltigen Jagd und des ländlichen Raums in der nordrhein-westfälischen SPD vertreten.
1 Stunde 59 Minuten
Der Begriff Religion findet seinen lateinischen Ursprung im Wort "religio". Das bedeutet "gewissenhafte Berücksichtigung" oder "Sorgfalt". Das zugehörige lateineische Verb "relegere" steht für "bedenken" und "achtgeben". Die ursprüngliche Bedeutung von Religion meint „die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften.“ Besonders bei der Jagd zeigt sich das in einer Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen, nicht nur die jagdlichen, beeinflussen. Gemeinsam mit dem Priester, Psychotherapeuten, Künstler, Philosophen, Theologen und Jäger Michael N. Schenk unternehme ich eine Reise von den spirituellen Anfängen der Jagd, durch die Wirren des Mittelalters bis in die Gegenwart. Mit vielen Beispielen und gesellschaftlichen Phänomenen unserer Zeit und aus der Geschichte angereichert, wagen wir einen spirituell-religiösen Blick auf Sein und Bewusst-Sein der Jagd in unserer Gesellschaft. Dabei decken wir auf, dass das weit verbreitete Bewusst-Sein von Jagd wesentlich seltsamer und unheimlicher ist, als das Sein der Jagd es jemals gewesen sein kann.

JF005 Flinte

2 Stunden 38 Minuten
Der Flintenschuß auf bewegliche Ziele will beherrscht sein. Weil es sich um einen Reflexschuss handelt, erfordert der Flintenschuß neben einer gut auf den Schützen angepassten Flinte, ein hohes Koordinationsvermögen, mentale Stärke und höchste Aufmerksamkeit in Bezug auf Treiber, Jagdfreunde und Hunde. Mit der richtigen Ausrüstung und dem Wissen um die erforderlichen Bewegungsabläufe kann jeder lernen auch schnelle Ziele mit der schwingenden Flinte sicher zu treffen.
2 Stunden 16 Minuten
Horn und Hund ist das Bläsercorps des Hegerings 6 der Kölner Jägerschaft. Mit viel Liebe zur jagdlichen Musik pflegt die gemischte Gruppe schon seit 1974 das jagdliche Brauchtum. "Gemischt" bedeutet im Falle von Horn und Hund, dass Plesshörner, Parforcehörner und Ventilhörner von Damen und Herren, Junioren und Senioren, Anfängern und "alten Hasen" gespielt werden. Das Repertoire beginnt bei den klassischen Jagdsignalen, führt über Märsche und andere jagdliche Musik hin zu konzertanten Stücken, die der Öffentlichkeit bei einer Vielzahl von Auftritten und Hubertusmessen präsentiert werden. Zu Beginn leide ich unter leichten Überforderungen durch die Aufnahmetechnik. Dann aber entstand die Aufnahme einer typischen, konzentrierten und bisweilen unterhaltsamen Probe. Eine Aufnahme von Gesprächen über Horn, Hund, Jagd und Geschichte der Band aufgelockert und von Glanzpunkten und Tiefschlägen praktischer Musikausübung durchsetzt. Dank dieser heterogenen und weltbesten Blechblastruppe der Welt, Dynamit und Balsam für den Hörnerv.
1 Stunde 28 Minuten
Überall wo Menschen miteinander umgehen, kommt es auch zu Konflikten. Beinahe jeden Tag geraten wir in Konflikte. Privat Konflikte, berufliche Konflikte oder eben auch jagdliche Konflikte mit Fußgängern, Hundebesitzern, Mountainbikern, Geocachern, Ornithologen, Waldbesitzern, Landwirten und sonstigen Naturnutzern. Manche dieser Konflikte nehmen einen unbefriedigenden Verlauf. Vielleicht, weil wir gestresst sind, vielleicht auch, weil wir mit aggressivem oder unfairem Verhalten konfrontiert sind oder weil uns die Situation schlicht überfordert. Insbesondere Konflikte, die uns an den Rand unserer gefühlten Möglichkeiten führen, bedürfen einer ständigen Selbstreflexion, einer gründlichen Vorbereitung und einer durchdachten Strategie. Nur wenn wir uns unserer Ziele, Positionen und Möglichkeiten bewußt sind und den Standpunkt des Anderen verstanden haben, ist es mit einer angemessenen Vorgehensweise möglich ein Ergebnis zu erzielen, dass beide Seiten zufriedenstellt. Die Diplom-Sozialpädagogin Korina Schulz ist Trainerin, Beraterin, Coach für Konfliktmanagement und Verhandlungsführung. Im Gespräch mit Jochen Schumacher erläutert Korina, wie der wertschätzende Umgang mit sich selbst und mit anderen potentielle Feinde zu verlässlichen Verbündeten machen kann.
1 Stunde 58 Minuten
Tierschutz ist ein Kernelement der Waidgerechtigkeit und somit ein Grundwert der Jagdausübung. Mit der Nachsuche von angefahrenem oder angeschossenem Schalenwild übernimmt der Jäger gesellschaftliche und persönliche Verantwortung und stellt sich in den Dienst des Wildtieres. An die Nachsuchengespanne werden hohe Anforderungen gestellt. Erst Auswahl und Ausbildung des Hundes, ständige Einsatzbereitschaft, körperliche und mentale Fitness und die Erfahrung aus vielen Nachsuchen versetzen die Nachsuchengespanne in die Lage, auch lange Nachsuchen unter widrigen äußeren Bedingungen erfolgreich zu beenden. Ulf Muuß ist Berufsjäger, Jagdjournalist und leidenschaftlicher Nachsuchenführer. Im Gespräch mit Jochen Schumacher gibt Ulf Hinweise zur Durchführung und - viel wichtiger - zur Vermeidung von Nachsuchen und gewährt darüber hinaus detaillierte Einblicke in die Qualitäten, die Herausforderungen und die Praxis eines erfolgreichen Nachsuchengespanns.
1 Stunde 31 Minuten
Der Hund des Jägers in Deutschland ist meistens ein Vollgebrauchshund. Im Gegensatz dazu sind Retriever Spezialisten. Ihre wesentliche Aufgabe ist das Apportieren. Retriever sind temperamentvoll und besitzen die Eigenschaft, auch unter schwierigen Bedingungen erlegtes oder krank geschossenes Niederwild aufzufinden und zu apportieren. Er ist somit vorwiegend für die jagdliche Arbeit "nach dem Schuss" gezüchtet worden, wobei zu seinen besonderen Stärken die Wasserfreude, seine Kooperationsbereitschaft, seine Leichtführigkeit, die ausgezeichnete Nase und sein freundliches, belastbares Wesen zählen. Im Gespräch mit Jochen Schumacher erläutert Petra Soons Veranlagung, Auswahl, Ausbildung, Alltag und Einsatzgebiet dieses führigen Jagdgehilfen.
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