Parlando - Der Operntalk Archiv
39 Episoden
1 Stunde 47 Minuten
Diese Episode ist für mich Freude und Trauer zugleich, denn nur drei Wochen nach Aufzeichnung des Interviews ist Frau Prof. Gabriele Lechner ganz unerwartet verstorben. Eine große Künstlerin und Pädagogin weilt nicht mehr unter uns, die der Welt so viel Schönes geschenkt und selbst oft auch viele Ungerechtigkeiten erfahren hat. Ihre Karriere begann mit einem Paukenschlag: Mit 25 Jahren steht sie plötzlich als Einspringerin auf der Bühne der Wiener Staatsoper neben Luciano Pavarotti und singt eine der anspruchsvollsten Verdi-Partien für Sopran, die Amelia im "Maskenball". Fortan ist sie eine feste Größe im jugendlich-dramatischen Repertoire und erobert sich das deutsche und italienische Fach gleichermaßen. Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten, und auch davon kann Gabriele Lechner ein Lied singen. Seit Sie die Bühne Anfang der 2000er endgültig verlassen hatte, lebt Ihre Kunst in Ihren Studenten und Studentinnen weiter, denen Sie eine zuverlässige Lehrerin und Beraterin in allen Lebenslagen ist. Dankbar blicke ich auf das gemeinsame Gespräch, welches wir so kurz vor Ihrem Tod geführt haben und welches viele wichtige Botschaften für nachfolgende Generationen enthält. Möge Sie in Frieden ruhen und Ihre Kunst unvergessen bleiben!
1 Stunde 12 Minuten
Spätestens seit seinem Mitwirken an Nikolaus Harnoncourts letztem Mozart-Da-Ponte-Zyklus 2014 im Theater an der Wien ist er der internationalen Opernszene ein Begriff. Dabei ist er jedoch wie kaum ein anderer Sänger in allen Genres dieses komplexen Berufes unterwegs, singt einen Tamino in der "Zauberflöte" ebenso leidenschaftlich gerne wie eine "Schöne Müllerin" oder die "Matthäus Passion". Doch was nach außen hin oft den schönen Schein bewahrt, bröckelt mitunter dahinter, weshalb der geborene Luzerner mit einigen Entscheidungsträgern in diesem Business zu Recht kritisch ins Gericht geht. Weshalb "Bodyshaming" in der Oper noch immer ein großes Thema ist, warum es wichtig ist, einen Agenten zu haben, dem man vollends vertrauen kann und wie man eine Partie auch nach der 50. Vorstellung noch mit Lust angeht, darüber spricht der Schweizer Tenor Mauro Peter in der neuesten Episode von Parlando - Der Operntalk. Viel Vergnügen!
1 Stunde 14 Minuten
Plötzlich war sie da und ihr Name in aller Munde. Eine junge franko-dänische Sopranistin, die bei nahezu allen internationalen Wettbewerben glänzt und Preise abräumt, die an der Berliner Staatsoper sofort im ersten Fach einsteigt und große Pläne für die Zukunft schmiedet. Die sympathische Sopranistin schlägt sprichwörtlich ein wie eine Bombe und schafft es in nur kürzester Zeit, eine beachtliche Karriere vorzuweisen. Mit ihrer frisch-frechen Art, dabei jedoch nie überheblich, begeistert sie sowohl Kritiker als auch Publikum. Weshalb Deutschland für sie der Ausgangspunkte ihres Berufslebens sein sollte, was es bedeutet, einer Musikerfamilie zu entstammen und warum es richtig ist, sich und seine Gesundheit durch Absagen zu schützen, darüber plaudern die wunderbare Sopranistin Elsa Dreisig und Bernhard Hansky in der neuesten Episode von "Parlando". Du willst meine Arbeit unterstützen? Dann schau gern auf Patreon vorbei: www.patreon.com/parlando
1 Stunde 54 Minuten
Er wollte einer von vielen werden, nämlich Tenor, wurde dann schließlich jedoch der Erste und Einzige, nämlich "Countertenor". Ein Stimmfach, dass in seiner Heimat, der ehemaligen DDR, gänzlich unbekannt war, eventuelle Vorbilder aus dem Ausland für ihn unzugänglich. Mit viel Fleiß und Ehrgeiz gelang es ihm schließlich, seinen Traum zu erfüllen und sich in kürzester Zeit einen Namen im In- und Ausland zu machen. Noch heute steht der mittlerweile 68jährige Sänger auf der Bühne und ist ein strahlendes Vorbild für heutige Generationen von Countertenören weltweit. Wieso die Komische Oper Berlin bei ihm sowohl schöne Erinnerungen als auch Bauchschmerzen auslöst, was den Gluck'schen "Orpheus" zu seinem persönlichen "Tristan" macht und warum es durchaus auch "blöde" Rollen gibt, von denen man sich lösen muss, erzählt der unverwechselbare Sänger Jochen Kowalski in der neuesten Episode von "Parlando - Der Operntalk".
1 Stunde 59 Minuten
Vom sächsischen Crostau auf die Bühnen der Welt. So kurz und knapp könnte man die beeindruckende Karriere von Reiner Goldberg (*1939) zusammenfassen. Hören Sie die erste Episode von "Parlando - Der Operntalk" mit Bernhard Hansky und Reiner Goldberg, dem führenden Heldentenor aus der DDR.
1 Stunde 48 Minuten
The bass baritone Luca Pisaroni is on the top of an international career which started 2001 in the austrian city of Klagenfurt singing one of his now most famous roles - Mozart's Figaro. He has now sung more than 150 performances of that very role and is still not afraid of more to come. Although he was born in the hometown of maestro Giuseppe Verdi himself one will hardly find any Verdi in his otherwise big repertoire. He prefers to present his abilities in Mozart, Händel and even german songs, what really makes him an italian singer being totally non-italian. How the environment you grew up in shapes you, why Mozart is a phenomenal voice teacher and how realizing not being a tenor was one of the biggest disappointments in the life of Luca Pisaroni you will hear in the newest episode of "Parlando - opera talk"
1 Stunde 35 Minuten
Die Sopranistin Barbara Hoene ist wahrlich eine Dresdner Institution. Das "Elbflorenz" war zwar bereits Ihre dritte feste Station nach Dessau und Halle, sollte jedoch die Wichtigste und schließlich Endgültige werden. Das Repertoire der Händelpreisträgerin entwickelte sich vom leicht-lyrischen bis hin zum jugendlich-dramatischen Fach, weshalb man sowohl Mozarts Konstanze wie auch eine Lohengrin. Elsa in ihrer Biografie findet. 1982 war ihre Stimme eine der ersten, die in der frisch wiederaufgebauten Semperoper erklingen durften und auch trotz DDR-Grenzen beglückte sie das Publikum von Frankreich bis Japan auf Tourneen bei Ensemblegastspielen. Warum sie auch als Rentnerin künstlerisch aktiv sein muss, wie verletzend es sein kann, am eigenen Haus eine Unbekannte zu sein und wieso man bei Regisseuren wie Harry Kupfer Knieschmerzen bekommt, erzählt die quirlige Sopranistin Barbara Hoene in der neuesten Episode von "Parlando - Der Operntalk".
41 Minuten
Nadine Sierra is one of todays leading sopranos singing the lyrical coloratura repertoire all over the world. Only being in her 30ies she already can provide an astonishing career with roles such a Lucia di Lammermoor, Gilda, Juliette or Violetta. Her newest studio album with Deutsche Grammophon is raring to go and features some of her beloved signature roles. We are talking about the challenges of portraying tragic women on stage, how important it is to raise your voice for orthers and what it means to make music in times of war and pandemic. I really hope you enjoy my conversation with this very down-to-earth artist in the very first english episode of "Parlando - Opera Talk" with Bernhard Hansky.
1 Stunde 29 Minuten
"Die Musik hat mich gefunden, gezogen", so beschreibt die ungarische Sopranistin ihre Berufung zur Sängerin. Als junges Talent in Budapest schon früh mit guten Partien beschenkt, schaute die internationale Opernszene nicht lange untätig zu. Andrea Rost sollte an der Donau bleiben, allerdings wurde nun Wien alsbald das neue künstlerische Zuhause der aufstrebenden Künstlerin, Abstecher in Mailand, New York und vielen weiteren Metropolen der Welt zur Gewohnheit werden. Wieso ihr anfangs dennoch Hollywood reizvoller erschien, wie schmerzhaft es sein kann, die eigenen Grenzen zu realisieren und warum sie neben Butterfly und Tosca auch stets noch eine Pamina im Repertoire behält, erzählt die charismatische ungarische Sopranistin Andrea Rost in der neusten Episode von Parlando - Der Operntalk.
1 Stunde 7 Minuten
Wie bereitet man sich auf ein Treffen mit eine der letzten Primadonnen unserer Zeit vor? Fragen wie diese schwirrten mir im Kopf, als ich in Budapest die unvergleichliche Éva Marton treffen durfte, die, wie sie mir versicherte, ihre Interviewpartner streng auswählt und mich genauestens unter die Lupe nahm. Anschließend erlebte ich eine gelöste, herzliche und höchst humorvolle Künstlerin, die mir an der Seite Ihres Mannes und Managers Zoltán Marton jede Frage freundlich beantwortete und spannende Einblicke in eine Karriere von unvorstellbarer Dimension gibt. Ob als Turandot, Tosca, Gioconda oder Elektra, die ungarische dramatische Sopranistin Éva Marton wusste immer internationale Maßstäbe zu setzen. Ihre unverwechselbare Stimmschönheit und die enorme Tragfähigkeit ihres Instruments machten Sie zur Königin Ihres Fachs auf allen großen Bühnen dieser Welt, ihr zur Seite nur die besten Partner. Eines steht fest: Kompromisse gibt es für sie keine, denn sie hat hohe Ansprüche, vor allem an sich selbst. Wie wichtig es für einen jungen Sänger ist, frühzeitig Förderer zu haben, warum Turandot keine Marlene Dietrich ist und wie schmerzhaft Scarpias Rache an Tosca sein kann erzählt die wunderbare Éva Marton in der neuesten Episode von Parlando - Der Operntalk.
1 Stunde 54 Minuten
Dem tschechischen Alleskönner ein Etikett zu geben ist beinahe unmöglich. Deckt er in seinem angestammten Opernrepertoire nicht ohnehin schon eine große Bandbreite verschiedener Stimmfächer ab, so lebt er zusätzlich noch seinen Traum vom "Broadway" aus und schafft es mit seiner Vielseitigkeit, Konzertsäle und Arenen zu füllen. Die Wiener Staatsoper, die Mailänder Scala oder die New Yorker "Met" sind nur einige seiner zahlreichen Stationen und machen ihn zum derzeit gefragtesten Exportschlager Tschechiens. Wieso ihn Fachgrenzen nur wenig interessieren, welche Probleme er mit Gesangswettbewerben hat und wie er es schafft, Weltkarriere und Familie zu vereinen, erzählt uns in seiner lockeren Art der bodenständige und sympathische Sängerdarsteller Adam Plachetka.
1 Stunde 29 Minuten
Als Jana Jonášová 1970 ihr Engagement am Prager Nationaltheater antrat, gab es beinahe nichts für sie zu singen, da ihr Fach kaum bedient wurde. Die junge Tschechien konnte erst nach und nach zeigen, was später ihr Markenzeichen sein sollte: die hohe Koloratur. Ob Olympia, Konstanze, Zerbinetta oder Königin der Nacht - Es gibt kaum einen musikalischen Drahtseilakt, den Sie ausgelassen hat. Ihre Stimme ist auf unzähligen Schallplatten und Fernsehfilmen verewigt, Gastspiele führten sie regelmässig ins europäische und asiatische Ausland und machten sie zur prominenten Sängerin ihres Heimatlandes. Wieso ihr Vater ihr dennoch abriet, "Komödiantin" zu werden, warum Familie und Heimat ihr stets an erster Stelle waren und was es bedeutet, mit der eigenen Tochter im Duett zu singen, erzählt uns die tschechische Nationalsängerin Jana Jonášová.
1 Stunde 17 Minuten
2 Stunden 32 Minuten
Wenn ein Intendant einen Sänger fragt, welche Partien man als Nächstes gern singen möchte, würde wohl kaum jemand antworten "Egal, geben Sie mir, was Sie haben". Magdalena Hajossyová hat es dennoch getan. Nicht, weil sie keinen Wert auf die jeweiligen Opern legt, sondern weil sie tatsächlich nicht in gute und schlechte Partien unterschieden hat. Die gebürtige Slovakin fällt aber nicht nur mit Bescheidenheit, sondern vor allem mit Disziplin und Nerven aus Drahtseilen auf, was wohl auch ausschlaggebend war, als der damalige Staatsopernintendant Hans Pischner die junge Sängerin aus Bratislava 1976 nach Berlin verpflichtet. Weshalb ein Fächer bei ihrem unterwarteten Debut als Donna Anna eine entscheidene Rolle spielte, wie Schlager-Sänger Karel Gott um ein Haar ihr Don Ottavio geworden wäre und wieso man zu einer vermeintlichen Traumpartie wie Verdis "Traviata" regelrecht zwingen musste, verrät uns die sympathische Sängerin Magdalena Hajossyova in der neusten Episode von PARLANDO.
1 Stunde 33 Minuten
Der Däne und Wahl-Wiener Bo Skovhus bereichert seit vielen Jahren die internationale Opernszene. Sein markanter Bariton ist dem Publikum durch sein Mitwirken in vielen denkwürdigen Produktionen im Gedächtnis, so wie im Mozart-Jahr 2006, wo er bei den Salzburger Festspielen eine seiner Paraderollen, den Grafen Almaviva an der Seite von Anna Netrebko und unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt zum Besten gab und eindrucksvoll bewies, dass man nicht nur herrlich singen, sondern dabei auch noch einen Menschen auf der Schulter balancieren kann. Wieso er Mozarts Frauenheld Don Giovanni seine Karriere verdankt, weshalb aus Boje schließlich Bo wurde und wie man sein Instrument auch über Jahrzehnte hinweg für neue Herausforderungen frisch hält, erzählt mein wundervoller Kollege und Gesprächspartner: Bo Skovhus!