Ich bin hier und du bist tot. Der Trauerpodcast. Archiv
44 Episoden
29 Minuten
Du bist ab jetzt ein anderer Mensch. Das hat eine Freundin zu mir (Jenni) gesagt, nachdem mein Freund gestorben war und so fühlt es sich bis heute an. Auch mir (Stephi) ging es nicht anders, denn auch ich hatte das Gefühl, dass mit meinem Verlobten ein Teil von mir gestorben ist. Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn ihr einen, oder vielleicht sogar wie wir, den wichtigsten Menschen in eurem Leben verloren habt. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war und auch man selber ist nicht mehr der Mensch, der man einmal war. Wir teilen in dieser Folge unsere Gedanken und Erfahrungen zum Thema Identitätsverlust mit euch und wollen gucken, wie es sich für uns angefühlt hat, uns selber nicht mehr wiederzuerkennen. Wir wollen anhand von einer Reihe Fragen gucken, wie man überhaupt herausfinden kann, wer man ist (oder einmal war) und anhand dessen klären, wieso der Verlust sich zusätzlich auch für das eigene Ich wie eine komplette Katastrophe anfühlen kann. Es handelt sich um eine Doppelfolge zum Thema Trauer und Identität. Das nächste Mal wagen wir einen Blick nach vorne. Wer sind wir jetzt? Wie haben wir wieder neue Ankerpunkte in unserem Leben gefunden? Wie kann man sich wieder etwas wohler in sich selbst fühlen? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns nächstes Mal.
26 Minuten
Diese Folge wird wohl die haarigste, die wir je gemacht haben, denn es geht um große und kleine Trauerbegleiter mit viel und wenig Fell: Es geht um Tiere als Unterstützung. Tiere geben einem etwas, ohne Fragen zu stellen, sie sind einfach da. Sie müssen im Fall von Hunden aber routinemäßig vor die Tür, was einen auch dazu bringt, das Haus zu verlassen. Tiere müssen versorgt werden, aber sie sorgen sich eben auch um einen. Zumindest fühlt es sich so an, wenn die kleinen und großen Fellnasen angedackelt kommen, wenn man gerade heulend auf dem Boden liegt. Wir fühlen uns einigen Tieren aber auch auf einer anderen Ebene verbunden. Denn es gibt Tierarten, die scheinbar auch um tote Verwandte trauern - zumindest sieht es von außen betrachtet so aus. Bei Walen und Elefanten zum Beispiel kann man das in Dokus sehen, aber sogar bei Meerschweinchen, Affen oder sogar Wildgänsen beobachten. Wir tauchen heute mit euch in die Welt der Tiere ab, die uns schon immer auf dem Weg unserer Trauer begleitet hat.
52 Minuten
Diese Folge widmen wir dem Thema Trauer und Freundschaft. Anders als sonst wollen wir nicht nur persönliche Beispiele von uns erzählen, sondern auch eure Erfahrungen teilen. Häufig habt ihr uns geschrieben, dass sich Freundinnen und Freunde plötzlich gar nicht mehr melden, was ziemlich verletzend ist. Auch der ätzende Satz “Meld dich, wenn du was brauchst” ist oft gefallen, was uns alle wütend macht. Auf der anderen Seite haben viele von euch auch geschrieben, dass plötzlich Menschen für einen da sind, von denen man es gar nicht gedacht hätte. Es ist wie immer ein komplexes Thema und wir gehen das gemeinsam an. Unsere aktuellen Baustellen erzählen wir euch natürlich auch, denn wir überlegen gerade, wie man ausgewählte Freundschaften am besten reaktivieren könnte.
49 Minuten
Gedanklich setzen wir uns in dieser Folge wieder in die Ohrensessel unserer Therapeutinnen und Therapeuten, um mit euch über Trauer, Therapie und Tabletten zu sprechen. Es geht wie immer in diesem Podcast um unsere persönlichen Erfahrungen, wir sprechen darüber, wo uns die Therapie unterstützt hat, ab wann auch Antidepressiva ein Thema waren und klar, natürlich sprechen wir auch darüber, wo die Grenzen der Therapie liegen.
39 Minuten
In dieser Folge besprechen wir ein Thema, das wir lange vor uns hergeschoben haben. Es fällt uns nicht leicht darüber zu reden, aber wir tun es. Es geht um Trauer und Schuld. Viele Trauernde machen sich Vorwürfe und denken, sie hätten mehr tun können, um dem Tod des geliebten Menschen zu verhindern. Warum habe ich in dem Moment nicht genauer hingeschaut? Wieso habe ich mich an dem Tag ausgerechnet so verhalten? Weshalb habe ich ihn oder sie nicht häufiger zum Arzt geschickt? Auch wir stellen uns diese Fragen immer und immer wieder. Es ist eine sehr persönliche Folge, da wir unsere tiefsten und dunkelsten Emotionen mit euch teilen, aber auch schauen wollen, warum hat man diese Schuldgefühle eigentlich? Und kann ich vielleicht als angehörige Freundin, als angehöriger Freund irgendetwas tun? All das wollen wir besprechen.
38 Minuten
Ist das normal? Wie oft haben wir uns in Bezug auf unsere Trauer gefragt, ob dieses oder jenes Verhalten normal sei. Es ist eine Frage, die uns von Anfang an so sehr beschäftigt hat, das wir dieses Thema ja in unserer allerersten Folge bereits aufgegriffen haben. Da haben wir zum Beispiel erzählt, dass Stephi mal aus Versehen ihre Schlüssel ins Tiefkühlfach gepackt hat und Jenni die Shirts von ihrem Freund in Gefrierbeutel gepackt hat, um seinen Geruch zu konservieren. In dieser Folge gibt es noch mehr völlig normale Beispiele aus unserem Leben. Warum wir die mit euch teilen? Um aufzuzeigen, dass Trauer dazu führt, dass man von außen betrachtet vielleicht komische Dinge tut, sich damit vielleicht auch selber seltsam fühlt, sie aber eben gerade einfach tun muss und das ist voll okay so. Heute geht es also um mehr Selbstbewusstsein und Akzeptanz in Bezug auf unsere eigene Trauer!
28 Minuten
Die Pandemie beschäftigt die Welt nun schon seit über einem Jahr und für Trauernde ist diese Zeit doppelt anstrengend. Seit unserer ersten Corona-Folge im April 2020 sind weitere Herausforderungen, Trigger und Zwischentöne dazugekommen, die wir uns in der aktuellen Folge anschauen wollen.
25 Minuten
Die heutige Folge soll eine Art Notfallplan sein, eine Liste mit ein paar Dingen, die man tun kann, wenn absolut gar nichts mehr geht. Wenn man in seiner Trauer feststeckt und sich fragt, ob dieses schmerzhafte Gefühl jemals wieder aufhören wird. In solchen Momenten ist man häufig überfordert und hat keine Kraft sich währenddessen zu überlegen, was man jetzt eigentlich braucht. Deshalb machen wir das in dieser Folge gemeinsam - erstellen eine Liste, die man hervorziehen kann, wenn man sie dringend braucht. Was gehört auf Deinen Notfallplan?
30 Minuten
Es gibt einige alte Trauermodelle, die sich hartnäckig in der öffentlichen Wahrnehmung halten und uns anfangs an den Rand der Verzweiflung gebracht haben. Beim Lesen eines solchen Modells hat Jenni sogar einmal das komplette Buch in den Müll geschmissen! Warum? Das Problem bei diesen Modellen ist, dass sie sich so lesen, als wäre der Trauerprozess in ein paar Phasen unterteilt, die man einfach nur der Reihe nach durchleben müsse, um am Ende mit seiner Trauer “fertig” zu sein. Solche Modelle fanden wir schon immer wenig hilfreich und wollen aufzeigen, welche vielleicht etwas eher passen könnten und - natürlich - dass der individuelle Weg der beste ist.
24 Minuten
Wir gehen in dieser Podcastfolge unter die Germanisten und beschäftigen uns mit dem Tod in der Sprache. Es gibt so einige Begriffe, die für Trauernde echte Trigger sein können, insbesondere, wenn sie den Tod ins Lächerliche ziehen oder verharmlosen. So ist es zum Beispiel bei dem Wort “totgelacht”, weshalb ich (Jenni) regelmäßig an die Decke gehe, wenn das jemand zu mir sagt. Es gibt aber noch mehr Begriffe und Redewendungen, mit denen man in Gegenwart von Trauernden sensibel umgehen sollte - wünschen wir uns zumindest.
32 Minuten
Wessen Trauer wiegt schwerer? Steht derjenige, dessen Kind gestorben ist über der Person, die ihren Opa verloren hat? Und wie sieht es aus, wenn jemand seine Partnerin verloren hat, mit ihr aber nicht verheiratet war? Ist der Verlust eines älteren Menschen weniger schlimm, als der eines jungen Menschen? Wir kümmern uns in dieser Folge um ein richtig ungemütliches Thema, denn es geht um Trauerhierachien. Jeder Mensch schleppt gewisse Vorurteile mit sich herum und wie immer teilen wir unsere Erfahrungen mit euch und räumen auch bei unseren eigenen Glaubenssätzen auf.
34 Minuten
In dieser Folge gibt es ein Update in Sachen Trauer und Liebe. Stephi und Jenni sprechen darüber, wie es für sie ist, neben ihren verstorbenen Partnern, zusätzlich neue Männer in ihr Leben zu lassen. Wie lässt sich das miteinander vereinen? Wie trauert man eigentlich gemeinsam? Und ist es schwieriger in einer Beziehung zu sein, in der beide Partner trauern? Schauen wir uns alles in dieser Folge an.
39 Minuten
Sich zum Sport aufzuraffen ist hart. Es ist ganz besonders hart, wenn man gerade trauert. In richtig schweren Momenten geht meistens gar nichts und jede noch so kleine Bewegung ist anstrengend. Das ging Katy nach dem Tod ihrer Schwester 2013 nicht anders. Sie war am Boden zerstört, wütend, traurig, wie gelähmt, doch irgendwann wuchs in ihr das Bedürfnis, sich zu bewegen. Nicht für sich, sondern für ihre verstorbene Schwester Larissa. Warum sie ihr Motor ist und war, erzählt Katy von SeelenSport uns in dieser Folge.
45 Minuten
Unweigerlich weihnachtlich: So fühlt sich der Dezember für viele Trauernde an! Wo man auch hingeht - überall blinkt und glitzert es, an jeder Ecke springt einem das "Fest der Liebe" förmlich ins Gesicht! Das kann hart sein, vor allem, wenn man gerade einen großen Bogen um Weihnachten machen möchte. Unser Interviewgast Carl kennt das Problem. Er trauert um seinen Papa, der letztes Jahr im November gestorben ist und teilt in dieser Folge seine Emotionen und Erfahrungen. Lieber Carl - danke für deine offenen Worte!
39 Minuten
Es wird gemalt, gebastelt, experimentiert und Musik gehört. Wir schauen uns an, ob Kunst und Kreativität uns irgendetwas bringen kann, wenn wir trauern. Und sei es nur, uns aus dem tiefen Loch der Traurigkeit rauszuholen, wenn wir wieder einmal stundenlang die Wand anstarren… Auch in dieser Folge geht es geht uns nicht darum, dass irgendwer irgendetwas Produktives mit seiner Trauer anstellen soll. Da sind wir absolut keine Fans von! Aber vielleicht können ein Blatt Papier und eine Handvoll Stifte ja irgendetwas für euch tun. Wir teilen in Folge 14 unsere Erfahrungen und kreativen Ideen.