Kulturleben Archiv
551 Episoden
53 Minuten
Jeder kann im Lotto gewinnen. Nur eben nicht alle. De facto: fast niemand. Diesem Lotto-Paradox zum Trotz schürt das Zahlenglücksspiel hierzulande seit über 75 Jahren die Vorstellung vom großen Glück. Diese Hoffnung auf ein besseres Leben organisiert der Staat - und verdient daran nicht schlecht. Er tritt über das Spiel aber auch in Dialog mit seinen Bürgern. Nur, was will er uns damit sagen?
51 Minuten
Corona-Pandemie, Superreiche und Arme, Klimakatastrophe und Ukraine-Krieg: Die demokratischen Gesellschaften stehen unter Stress. Wie lassen sich neue soziale Bindungen stiften? Jochen Rack macht sich auf die Suche nach Antworten.
53 Minuten
In diesem Sommer hat die Starsopranistin Anna Netrebko sich wieder einmal für die Arena von Verona als Guiseppe Verdis Aida das Gesicht braun schminken lassen und damit erneut einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, denn: Seit der "Blackfacing"-Debatte vor 10 Jahren, in der das Schwarzschminken weißer Schauspieler als rassistische Tradition zu Recht gebrandmarkt wurde, ist das Wechseln der Hautfarbe auf der Bühne zu einem Tabu geworden. Immer häufiger stellen sich in einer längst divers gewordenen Gesellschaft weitergehende Fragen an das Theater: Wer darf wen überhaupt darstellen, wer für wen sprechen, wer von wem erzählen? Während die Theaterensembles langsam diverser werden und damit die Veränderung der Gesellschaft verspätet nachholen, ist nun die Diskussion um Identitätspolitik in den Theatern entbrannt. Dabei stellen sich Fragen, die an den Grundfesten einer Institution rühren, die eigentlich für sich in Anspruch nimmt, "moralische Anstalt" der Gesellschaft zu sein. Die Sendung geht auf und hinter der Bühne den Fragen nach Sichtbarkeit von Minderheiten, Diversität und Rassismus nach. Zudem spiegelt das Feature Debatten, die weit in die Strukturen unserer Gesellschaft hinreichen: darf auf der Bühne nur noch eine Schwarze eine Schwarze spielen, ein Schwuler einen Schwulen oder eine Autistin eine Autistin. Während den einen die Klärung dieser Fragen im Sinne von "political correctness" selbstverständlich ist, wittern andere schon "wokeness" und die Bedrohung dessen, was als Freiheit der Kunst bekannt ist.
51 Minuten
Die Finanzmärkte sind im anhaltenden Krisenmodus - er wird nur nicht offensichtlich: Das liegt auch daran, dass die wichtigsten Zentralbanken beständig das System stabilisieren. Sie begnügen sich dabei längst nicht mehr mit Leitzinspolitik. Markus Metz fragt, welche Herausforderungen und Gefahren sich durch diese neuartige Staat-Markt-Verflechtung ergeben.
50 Minuten
Über das Wetter gibt es immer etwas zu sagen, egal ob es regnet oder schneit. Übers Wetter zu reden, heißt aber auch, an die Klimakrise zu denken. Wie geht das zusammen? Small Talk und Reflektion? Sonnenschein und die existentielle Krise? Sabine Rohlf fragt, wie die Erderhitzung so besprochen werden kann, dass Menschen ihre Verantwortung dafür übernehmen.
53 Minuten
Friedrich Hölderlin lebte lange vor der Industrialisierung. Und trotzdem entdeckt der Schriftsteller Jan Snela in seinen Gedichten Spuren des Klimawandels - und die Hoffnung, wie wir uns wieder mit der Natur versöhnen können.
54 Minuten
Alle wollen nach Berlin. Warum lebt dann Nora Gomringer in Bamberg? Schön, aber literarisch doch eher in der Provinz gelegen.
53 Minuten
Werner Herzog wird am 5. September 80 Jahre alt. Der gebürtige Bayer lebt heute in Los Angeles. Knut Cordsen hat Herzog kurz vor seinem Geburtstag getroffen und mit ihm über seine Literatur gesprochen. Denn der weltberühmte Filmemacher versteht sich in erster Linie als Dichter.
53 Minuten
Die Liste zählt inzwischen über 200 Namen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Münchner Kammerspiele, die durch das nationalsozialistische Regime ihre Arbeit, ihre Existenz, ihre Heimat oder ihr Leben verloren. Seit 2018 widmet sich das Theater einem bisher einzigartigen Rechercheprojekt, das die unbekannten "Schicksale" sichtbar machen will. Sven Ricklefs erforscht mit den Initiatoren, wie aus ihnen auch erzählte Schicksale werden.
50 Minuten
In ihren Selbstbeschreibungen geben sich die Social-Media-Unternehmen als Brückenbauer und Gemeinschaftsstifter. Gleichzeitig gibt es kaum einen Ort, an dem mehr gehetzt und verletzt wird als in den sozialen Medien. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz? Diskussion mit Ingrid Brodnig und Adrian Daub.
51 Minuten
Jüngstes Beispiel Documenta: Der Antisemitismus ist soziale Realität. Er ist auch Realität in der deutschen Gesellschaft, die ihn längst überwunden haben sollte - zumindest dann, wenn sie die Lehren aus der eigenen Geschichte ernst nähme. Wir fragen: Weshalb schafft es die deutsche Gesellschaft nicht, den Antisemitismus in all seinen Ausprägungen hinter sich zu lassen?
51 Minuten
Die Macht der Maschinen und von KI und ihr Einfluss auf unser Bewusstsein: deren heutiges Ausmaß hat Philip K. Dick mit fast satirischer Präzision vorweggenommen. Science Fiction und Utopie sind hier nur in die Zukunft verlagerte, bis zur Kenntlichkeit verzerrte Zustandsbeschreibungen unserer Gegenwart.
52 Minuten
Alle wollten alte werden. Keiner will es sein. Dabei könnten wir mit einem positiven Blick auf die letzte Lebensphase viel gewinnen!
53 Minuten
Geranien, Dahlien, Astern... Eigentlich Inbegriff unserer heimischen und idyllischen Hortikultur. Aber eigentlich haben diese Pflanzen lange Reisen hinter sich. Ihre Herkunft erzählt auch von Aneignung, Gewalt und Ausbeutung.
51 Minuten
Exzess, Trance, Ekstase: Die Lust auf den Rausch gehört zum Menschen. Drogen braucht er dafür nicht zwingend. Julia Vorkefeld unternimmt einen Erkenntnistrip durch Tradition und Gegenwart der Rauschkultur.