Mit Herz und Haltung Archiv
363 Episoden
32 Minuten
Und weiter geht es in unserer Podcast-Reihe zur neuen Enzyklika von Papst Franziskus „Fratelli tutti“. Mit dieser Folge möchten wir näher beleuchten, wie Papst Franziskus so „tickt“ und inwieweit er sich in „Fratelli tutti“ positioniert. Er ist ja von Haus aus Ordensmann – genauer gesagt: Jesuit. Dennoch entschied er sich 2013 bei seiner Wahl zum 266. Oberhaupt der katholischen Kirche für den Papstnamen „Franciscus“. Was sagt es im theologischen Denken aus, ob jemand bspw. in der Tradition des Ordensgründers Ignatius von Loyola steht oder sich auf Franz von Assisi beruft? An welchen Stellen der Enzyklika finden sich eindeutige Hinweise auf die jeweiligen Ordenstraditionen? Beim Ausdeuten und Einordnen helfen uns der Jesuit P. Dr. Stefan Kiechle und die Franziskanerin Dr. Katharina Ganz.
17 Minuten
Am Samstag, 3. Oktober 2020, hat Papst Franziskus die neue Enzyklika „Fratelli tutti“ („Wir Brüder alle“) in Assisi unterschrieben. Der Titel hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt. Es handelt sich um ein Zitat des Ordensgründers (und Namenspatrons des Papstes) Franz von Assisi, weshalb der Ort der Unterzeichnung ganz bewusst gewählt wurde. Die neue Enzyklika nimmt aus christlicher Perspektive Stellung zu den globalen Herausforderungen nach der Corona-Pandemie. Internationale Solidarität, Multilaterismus und eine ökologische Wende sind darin von zentraler Bedeutung. Die neue Enzyklika ist für uns als Podcast-Team Anlass genug, sich dem päpstlichen Lehrschreiben mithilfe dreier Folgen und jeweils unterschiedlicher Akzentuierung anzunähern und einzelne Inhalte zu vertiefen. Den Auftakt, eine journalistische Analyse, unternimmt heute Pater Bernd Hagenkord SJ. Er war von 2009 an Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan; ab 2017 dann leitender Redakteur von Vatican News. Seit 2019 ist Hagenkord zurück in Deutschland und beteiligt sich als Geistlicher Begleiter beim Synodalen Weg.
26 Minuten
Reform oder Kirchenspaltung? Und hohe Erwartungen an den Synodalen Weg. Vom 22. bis 24. September 2020 findet die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda statt und wird erstmalig vom Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing geleitet. Dieser zeigt sich beispielsweise in der Frage der Frauenordination reformwillig und bekam viel Gegenwind, u. a. vom Erzbischof von Köln, Rainer Kardinal Woelki. Wie sind solche Auseinandersetzungen einzuordnen? Auch die Folgen der Corona-Pandemie für die Kirchen werden die Bischöfe beschäftigen, genauso wie das Vatikan-Papier zur Pfarreireform. Zu all diesen Fragen spricht Moderatorin Dr. Karin Wollschläger (KNA) mit Dr. Christiane Florin, die als Journalistin täglich mit Themen rund um Religion und Kirche zu tun hat und die Herbstvollversammlung aufmerksam verfolgen wird. In der Woche nach der Konferenz kommt Frau Dr. Florin dann zu uns nach Sachsen und wird ihr neues Buch „Trotzdem! Vom Versuch, katholisch zu bleiben“ vorstellen: am 29.09. im Leibnizforum Leipzig und am 30.09. im Agricolaforum Chemnitz; beide Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr.
35 Minuten
„Der Elefant im Zimmer“ – Diese Redewendung meint keinen echten Dickhäuter. Vielmehr ist die Schriftstellerin Dr. Petra Morsbach der Überzeugung, dass ein gewichtiger Elefant eine treffende Metapher für Machtmissbrauch sei. Denn: Dieses größte Landlebewesen in einem Zimmer stehend, kann wohl kaum unbeabsichtigt übersehen werden. Sie spielt bewusst mit dieser Metapher: Wie kann es sein, dass Machtmissbrauch – obwohl er aufgrund der Schlagkraft und des anrichtenden Schadens eigentlich raumfüllend wahrnehmbar ist – zu oft ignoriert oder verleugnet wird? Warum deckte eine Kirchenbehörde einen Kardinal, von dem intern mehrere Jahrzehnte lang bekannt war, dass er Schüler und Novizen sexuell missbraucht hat? Was sind die Mechanismen von Machtmissbrauch und wie gelingt Widerstand dagegen? Diesen Fragen geht Morsbach in ihrem neuen Essay „Der Elefant im Zimmer – Über Machtmissbrauch und Widerstand“ und im Gespräch mit Prof. em. Dr. Erich Garhammer sowie Moderator Joachim Frank in dieser Podcast-Folge nach.
37 Minuten
Im August und September 2018 kam es nach dem Stadtfest in der drittgrößten Stadt Sachsens zu Ausschreitungen, nachdem in den frühen Morgenstunden des 26. August 2018 Daniel H. durch Messerstiche tödlich und zwei weitere Personen schwer verletzt worden waren. Rechte Gruppen riefen in der Folge zu Demonstrationen auf: Migrant*innen, Polizist*innen, Pressevertreter*innen und das jüdische Restaurant „Schalom“ wurden angegriffen. Zwei Jahre sind diese Vorfälle und Ausschreitungen inzwischen her, die Chemnitz verändert haben – und die nicht zuletzt dazu führten, dass Hans-Georg Maaßen als damaliger Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. Wir wollen mit dieser Podcast-Folge zurückschauen und mit etwas Abstand darüber diskutieren, wie die Situation so eskalieren konnte, was sich daraus für die Zukunft lernen lässt und wie Chemnitz heute mit diesen düsteren Wochen im August/September 2018 umgeht. Derzeit steckt Chemnitz im Bewerbungsverfahren um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“. Die Jury gibt Ende Oktober 2020 die Entscheidung bekannt, welche Stadt es geworden ist.
26 Minuten
Heute erwartet Sie als unsere treuen Podcast-Hörer*innen unsere Ferien-Spezial-Folge. Wenn eine Zeit im Jahr geradezu prädestiniert dafür ist, in toller Atmosphäre – vor atemberaubendem Alpenpanorama oder ganz gemütlich im Strandkorb – ein anregendes Buch zu lesen, dann ist es wohl die Ferienzeit. Doch welches Buch soll es sein? Wenn wir ehrlich sind: Beim Kauf eines guten „Schmökers“ verlassen wir uns doch am liebsten auf Empfehlungen – aus dem Freundes- und Bekanntenkreis oder von der Buchhändlerin/dem Buchhändler vor Ort, die/den wir kennen. Zu schade ist die Lebens- und Ferienzeit für schlechte Bücher! In unserer heutigen Folge bekommen Sie gleich vier Bücher in der notwendigen Kürze, aber sehr anschaulich vorgestellt. Professor Erich Garhammer – kath. Theologe mit einer großen Leidenschaft für die Gegenwartsliteratur – stellt Ihnen seine persönlichen Zugänge vor und teilt mit Ihnen seine Erfahrungen bei der Lektüre.
34 Minuten
Die Polizei – „dein Freund und Helfer“. War das einmal?! Zuletzt häuften sich die kritischen Stimmen: Racial Profiling und rechte Netzwerke bei der Polizei – und in Sachsen dazu die Fahrrad-Gate-Affäre. Die Taz ging in einer Glosse sogar so weit, dass alle „Cops“ – im Falle einer Abschaffung der Polizei – als Berufsunfähige gerade noch gut genug für die Müllhalde wären. Diese missglückte Satire sorgte für reichlich Wirbel. Weshalb werden Polizistinnen und Polizisten immer wieder Opfer von Gewalt – aber eben auch zu Täterinnen und Tätern. Wir befragen dazu zwei Expertinnen, die beinahe täglich mit Polizistinnen und Polizisten zu tun haben: Pfarrerin Dr. Barbara Zeitler als ev.-luth. Polizeiseelsorgerin in Leipzig – und Professorin Dr. Birgitta Sticher als Dozentin für Psychologie und Führungslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR).
21 Minuten
Von tragischen Schicksalen und bedauerlichen Einzelfällen von missbrauchten und getöteten Kindern liest man leider immer wieder. Für gewöhnlich werden die Täter als „schwarze Schafe“ der Gesellschaft eingeschätzt und abgetan, die Vorfälle als überraschende Tragödien heruntergespielt. Zu schockierend wäre es, anzuerkennen, dass die Strukturen und Ursachen hinter der Gewalt gegen Kinder seit langem bekannt sind und doch noch keine wirksame und umfassende Handlungsstrategie der Politik vorliegt. Home Office, finanzielle Sorgen und Doppelbelastung sind Risikofaktoren, die in allen Gesellschaftsschichten den Druck auf Eltern gefährlich erhöhen. 100 Wissenschaftler appellierten zu Beginn der Pandemie gemeinsam an die Bundesregierung, Familien zu entlasten und in der Stressbewältigung zu unterstützen, um den vorhersagbaren Anstieg in der häuslichen Gewalt einzudämmen. Doch es wurden eklatante Versäumnisse gemacht – ein Zehntel der Kinder in Deutschland erlebte körperliche Gewalt während der Pandemie. Wie entsteht diese Aggression? Ist der Kinderschutz nicht systemrelevant?
29 Minuten
Zu Anfang der Coronakrise hörte man oft, eine Pandemie sei ein „großer Gleichmacher“, denn ein Virus kennt keine Grenzen und unterscheidet nicht zwischen arm und reich. Mehr und mehr zeichnet sich jedoch ab, dass die Krise die Schwächsten am Härtesten trifft und andere fast verschont lässt. Differenzen werden immer stärker verschärft, anstatt sich anzunähern, und an manchen Stellen droht die Gesellschaft schon auseinander zu brechen. Holger Zaborowski, Professor für Philosophie an der Universität Erfurt sowie Autor zahlreicher Bücher, schlägt in dieser Folge eine Antwort auf die drohende gesellschaftliche Gefahr vor: Solidarität. Der Blick über Gruppierungen und Spaltungen hinaus könnte uns helfen, wieder für unsere Mitmenschen und unser Zusammenleben Verantwortung zu übernehmen.
30 Minuten
Zum 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland für 6 Monate den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Damit sind viele Erwartungen, aber auch Befürchtungen verbunden. Führen wir als größtes Land Europas die EU stärker aus der Krise hervor? Nutzen wir jetzt die Gelegenheit, solidarischer, gemeinschaftlicher, ehrlicher und grüner zu werden? Sind Corona-Bonds vielleicht sogar eine Pflicht der Solidarität? Oder bleibt alles beim Alten, die Sparer sparen und Andere werden immer unzufriedener? Ulrike Guérot macht daraus eine Antwort: Mit der deutschen Ratspräsidentschaft hat Europa die Chance, dass die Bürgerinnen und Bürger in der EU eine neue Verantwortung erhalten!
39 Minuten
Die Kirche und ihre Mitglieder - scheinbar stimmen immer mehr Menschen mit den Füßen ab. Oder eben mit ihrem Austritt. Nicht selten ist die finanzielle Belastung nach Jahren der Frustration oder zunehmenden Distanzierung die letzte – beste Flucht nach vorn. Doch die aktuellen Kirchenaustrittszahlen stimmen nachdenklich: Was machen die Kirchen mit dem Geld, wo setzen sie ihre Schwerpunkte und wie verändert sich die Situation in Folge der Corona-Pandemie? Dr. Karin Wollschläger, Redakteurin der Katholischen Nachrichten-Agentur, moderiert die Diskussion zwischen dem Münsteraner Kirchenrechtler, Prof. Dr. Thomas Schüller, diskutiert mit dem Münchener Pastoraltheologen, Prof. Dr. Andreas Wollbold.
30 Minuten
Eine Million Infizierte, über 50.000 Todesopfer - Brasilien ist der aktuelle Corona-Hotspot. Während sich im größten und bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land die Pandemie ausbreitet, kämpft es weiter mit Skandalen und wirtschaftlichen Problemen. Der Regierung von Jair Messias Bolsonaro wird der falsche Umgang mit der Krise vorgeworfen. Bernardo Johannes Bahlmann stammt aus dem Bistum Münster und ist Bischof von Óbidos. Er schildert im Interview mit Daniel Heinze die aktuellen Herausforderungen. Die Idee, einen eigenen Bildungspodcast der Katholischen Akademie einzurichten, entstand aus einer Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der TU Dresden, die zum Sommersemester 2020 eine „Digitale Ringvorlesung“ anbietet.
29 Minuten
Warum fühlt es sich als ein Mangel an, zu beten, ohne an Gott zu glauben? Till Raether beschreibt, wie er seit seiner Kindheit dieses Ritual pflegt, wie einen Wunschzettel, aber ohne heilige Schrift, ohne Gemeinde, ohne an Gott zu glauben. Er sucht Erklärungen dafür, warum er trotz der Unfähigkeit zu glauben an diesem Ritual festhält: weil es ihn tröstet, und am Ende auch, weil er erfahren hat, dass es vielen Menschen so geht, und dass er auf diese Weise womöglich doch Teil einer größeren Gemeinschaft ist. Die Idee, einen eigenen Bildungspodcast der Katholischen Akademie einzurichten, entstand aus einer Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der TU Dresden, die zum Sommersemester 2020 eine „Digitale Ringvorlesung“ anbietet.
43 Minuten
Prof. Dr. Mira Sievers und Prof. em. Dr. Eberhard Tiefensee bieten einen Dialog auf Distanz, woher das Übel kommt, was das Böse ist und wie angesichts des Leids in der Pandemie ein Glaube an Gott noch denkbar ist. Es ist die Theodizee-Frage, der sich zwei TheologInnen aus zwei verschiedenen Religionen auf ihre je eigene Art stellen. Und dem anderen entgegnen. Die Idee, einen eigenen Bildungspodcast der Katholischen Akademie einzurichten, entstand aus einer Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der TU Dresden, die zum Sommersemester 2020 eine „Digitale Ringvorlesung“ anbietet.
31 Minuten
Corona ist ja eine Pandemie und betrifft somit die ganze Welt. Zugleich hat man ein bisschen den Eindruck: Durch Corona hat sich der Blick etwas verengt – jeder Nationalstaat schaut nur auf die Entwicklung im eigenen Land, allenfalls noch auf die europäischen Nachbarn. Aber wie geht’s eigentlich Europas großem Nachbarn im Osten? Wie hat sich Gesellschaft und Kirche in der Pandemie verändert? Die Idee, einen eigenen Bildungspodcast der Katholischen Akademie einzurichten, entstand aus einer Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der TU Dresden, die zum Sommersemester 2020 eine „Digitale Ringvorlesung“ anbietet.