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WDR 5 Erlebte Geschichten Archiv

619 Episoden
24 Minuten
Der gebürtige Solinger Alexander Wiegand hat in den 1960er und -70er Jahren als Fluchthelfer gut 130 Menschen aus dem ehemaligen Ostblock in den Westen geschleust. 1972 wurde der Speditionskaufmann an der deutsch-tschechischen Grenze verhaftet und zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach viereinhalb Jahren kam er überraschend frei. Mehr als vierzig Jahre später, 2019, wurde ihm für seine Verdienste als Fluchthelfer das Bundesverdienstkreuz verliehen. Von Andrea Kath.
23 Minuten
Karl Becker war lange Zeit Direktor der Katholischen Hauptschule Großer Griechenmarkt in Köln. Eine besondere Schule, denn sie ist die Nachfolgerin der Schule aus einem Karnevalslied, in ein gewisser Lehrer "Welsch" unterrichtete, dass dreimal null null ist. Dieser besungene Lehrer war so wie Direktor Becker in seiner Zeit: Absolut sozial engagiert. Beckers große Leidenschaft für Musik sorgte dafür, dass er Chöre gründete und auch zu Musikern der Kölner Karnevalszene Kontakt bekam. Von Irene Geuer.
23 Minuten
Die Diplom-Mathematikerin Elke Schilling war von 1994 bis 1998 Staatssekretärin für Frauenpolitik in Sachsen-Anhalt. Anschließend arbeitete sie freiberuflich als Beraterin und Mediatorin. Seit 2009 ist sie Rentnerin, aber immer noch ein Workaholic. Sie hat in Berlin das Seniorentelefon Silbernetz gegründet. Ein Angebot für ältere Menschen, die sich einsam fühlen. Von Melahat Simsek.
21 Minuten
Ob Herz, Niere, Lunge oder Leber - mehr als 10.000 schwer kranke Menschen in Deutschland hoffen jährlich auf ein neues, passendes Organ. Doch viele Patienten versterben, wenn ihr Name noch auf der Warteliste steht. Es gibt hierzulande nicht genügend Organe, die transplantiert werden können. Was das bedeutet, hat der Jurist Michael Balke aus Dortmund am eigenen Leib erfahren. Um zu überleben, brauchte er eine neue Leber. Seine Rettung verdankt er einer sogenannten Lebendspende. Von Steffi Tenhaven.
22 Minuten
"Mit der Geschichte leben, heißt zweimal leben", sagt der promovierte Wirtschaftshistoriker Ottfried Dascher. Schon seine Examensarbeit in Politik über den ersten antisemitischen Reichstagsabgeordneten Otto Böckel fand Anfang der 1960er Jahre im Ausland viel Beachtung. Mit seiner Biographie über den von den Nazis verfolgten jüdischen Kunsthändler Alfred Flechtheim leistete Ottfried Dascher einen herausragenden Beitrag zur Wiedergutmachung. Von Almut Horstmann.
23 Minuten
Noch als Gymnasiallehrer war er Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Für seine Schüler war er der "berühmte" Lehrer. Den deutschen Handball prägte er in der Zeit zwischen Tradition und Moderne: Er steht für den Übergang vom Feld- zum Hallenhandball und vom Amateur- zum Profisport: Heiner Möller, in Dortmund groß und bekannt geworden, lebt heute in Schwerte an der Ruhr. Er wurde Lehrer ohne eigenes Abitur, ist als Landschaftsfotograf mindestens so ehrgeizig wie als Handballer. Von Franz Altrogge.
24 Minuten
Gerd Gigerenzer gilt schon lange als einer der ganz Großen der internationalen Intuitionsforschung. Dabei wäre Gigerenzer beinahe Berufsmusiker geworden. Um sein Studium in München zu finanzieren, gründete er eine Jazz-Band. Nach dem Psychologie-Examen stand er vor der Entscheidung: für relativ viel Geld weiter auf der Bühne Dixieland spielen oder auf eine eher mäßig bezahlte Karriere als Wissenschaftler hoffen? Gigerenzer entschied sich für die akademische Laufbahn - rein intuitiv. Von Andrea Lieblang.
21 Minuten
Als Krupp-Chef Gerhard Cromme 1987 die Schließungspläne für die traditionsreiche Friedrich-Alfred-Hütte in Duisburg-Rheinhausen öffentlich verkündete, änderte sich auch Ingrid Lenders Leben schlagartig. Ihr Mann war Kruppianer. Als eine der ersten engagierte sie sich in der "Fraueninitiative". Mit ihrem Kampflied "Keiner schiebt uns weg" und vielen Aktionen unterstützten die Frauen die Streikenden. Ingrid Lenders wohnt immer noch in Rheinhausen. Von Martina Meißner.
23 Minuten
In ihren Arbeiten zu den Themen kulturelles Gedächtnis, Erinnern und Vergessen, untersucht die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann, warum die Kriegsgeneration nach dem Ende des II. Weltkriegs die Erinnerung an den Holocaust lange Zeit verdrängt hat. Mit Blick auf die Nachkriegszeit schildert sie die Rückkehr der Holocaust-Erinnerung und die Anfänge der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung. Aleida Assmann wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet. Von Sabine Jäger.
23 Minuten
Sie war eine von rund 10.000 koreanischen Krankenschwestern, die in den 1960er Jahren nach Deutschland kamen, viele von ihnen ins Ruhrgebiet. In deutschen Krankenhäusern herrschte - wie heute - Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal. Arbeitskräfte wie Haeng-Ja Fischer wurden im Wirtschaftswunderland händeringend gesucht. Sie kam 1969 auf der Suche nach einem besseren Leben nach Bochum. Ihre erste Ehe war gescheitert. Ihre beiden kleinen Kinder musste sie damals in Südkorea zurücklassen. Von Andrea Kath.
24 Minuten
2017 mietet Christoph Busch einen Kiosk mitten auf dem Bahnsteig einer U-Bahnlinie in Hamburg. Eigentlich will sich der Autor an dem ungewöhnlichen Ort eine Schreibstube einrichten und nur ab und zu den kleinen Raum öffnen für Passanten, die ihm ihre Lebensgeschichten erzählen. Und ihm so den Stoff liefern für neue Drehbücher. Doch schon bald lauscht der gebürtige Sauerländer nur noch. Aus dem geplanten Büroplatz wird ein "Zuhör-Kiosk". Von Ralf Gödde.
22 Minuten
Mit den Erfolgen virtuoser Musiker wie Schnuckenack Reinhardt, Hänns’che Weiss oder Titi Winterstein wird die deutsche Öffentlichkeit aufmerksam auf die Kultur der Sinti. Wegbereiter des Erfolges ist ein musikbesessener deutscher Student namens Siegfried Maeker. Der gründet 1967 sein eigenes Tourneebüro. "Maeker Tours" widmet sich zunächst ausschließlich der Musik der Sinti und Roma und wird schnell zu einem der führenden Tourneebüros des Landes. Von Tom Daun.
23 Minuten
In der ARD-Serie "In aller Freundschaft" spielt Udo Schenk den Urologen Dr. Rolf Kaminski. Noch mehr Menschen aber werden seine markante Stimme kennen. Die leiht er als Synchronsprecher großen Hollywoodstars z.B. Ralph Fiennes, Kevin Bacon oder Ray Liotta. 1953 in der DDR geboren, wächst Udo Schenk in Wittenberge an der Elbe auf, studiert Schauspiel und gehört dann zum Ensemble des Ost-Berliner Maxim Gorki-Theaters. 1985 wagt der Schauspieler die Flucht. Von Andrea Klasen.
21 Minuten
Er ist waschechter Hamburger und ein Original der Hansestadt. Auch viele Touristen kennen Dieter Bruhn - allerdings eher unter dem Namen "Aale-Dieter". Als solcher steht der Händler Woche für Woche auf dem Hamburger Fischmarkt und preist lautstark mit Herz und Humor vor allem seine Räucheraale und -lachse an. Buchstäblich: marktschreierisch. Und mit durchschlagendem Erfolg. Seit mehr als 60 Jahren. Von Ralf Gödde.
21 Minuten
1959 in Köln wurde sie mit 21 Jahren Deutschlands jüngste Friseurmeisterin und auch heute mit über 80 ist Margot Schmitt mit Herz, Leidenschaft und einer großen Portion Humor in Sachen schöner Haare unterwegs.Auch weil sie selbst lieber Locken statt ihrer "dünnen, kerzengerade Haare" gehabt hätte, machte sie sich diesen Wunsch zur Aufgabe. Sie erfand eine Art Rundbürste mit abnehmbarem Stiel. Die ließ sie sich patentieren und startete mit über 50 bei einem Verkaufssender nochmal ganz neu durch. Von Martina Meißner.