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Literatur Radio Hörbahn Archiv

2489 Episoden
8 Minuten
Carl Safina, Meeresbiologe und Autor des internationalen Bestsellers «Die Intelligenz der Tiere», nimmt seine Leserinnen und Leser in die Lebenswelten von Tieren mit, die an den wenigen noch verbliebenen wilden Orten der Erde zu Hause sind. In ergreifenden Geschichten erfahren wir, was Tiere tun, warum sie es tun und wie sich das Leben für sie anfühlt.

Manche Menschen halten Kultur ausschließlich für eine menschliche Errungenschaft. Doch das ist falsch: Auch Tiere sind nicht allein durch ihre Gene zu dem geworden, was sie sind. Auch sie ziehen vielleicht Kinder auf, kennen die Schönheit oder kämpfen um den Frieden. Und auch ihre Kultur verändert sich und entwickelt sich weiter. Anzunehmen, Tiere hätten keine Kultur, weil sie keine menschliche Kultur haben, ist vergleichbar mit der Ansicht, andere Wesen kommunizierten nicht, weil sie keine menschliche Kommunikation haben. Sie haben ihre Kommunikation. Und sie haben ihre Kultur. In «Die Kultur der wilden Tiere» wirft Safina einen so neuen wie provozierenden Blick hinter den Vorhang des Lebens und fordert uns eindringlich auf, Tiere als Mitgeschöpfe und Reisegefährten auf dieser Erde zu betrachten.
1 Stunde 20 Minuten
»Besser nicht warten auf King Tide« verarbeitet poetisch Berichte über die Nuklearwaffen-Tests der USA auf den Marshallinseln im Pazifischen Ozean zwischen 1946 und 1958. Vor dem Hintergrund des steigenden Meeresspiegels und der damit verbundenen Gefahr sowohl für die Inselkette an sich und ihre Bewohner als auch für den ohnehin brüchigen »Runit Dome«, in dem die radioaktiven »End«abfälle der Tests gesammelt wurden, stellt sich anhand dieses Extrembeispiels die Frage nach den systemischen Auswirkungen unseres Umgangs mit der Biosphäre. Die weitab unseres Kontinents gelegene Inselkette führt vor Augen, wie verheerend die Auswirkungen der soeben in der EU-Taxonomie als nachhaltig deklarierten Nukleartechnologie, selbst ohne ihren Einsatz in Form von Waffen, sind. Der »Runit Dome« verkörpert eine Prognose für die Suche nach dem nuklearen Endlager in Deutschland und Europa insgesamt. »Der Blick auf die Folgen der Nuklearwaffentests im Bikini-Atoll zeigt, das Reversibilität im Zusammenhang mit Atomenergie eben nicht gegeben ist. Weder die Bevölkerung noch die Flora und Fauna konnten je regenerieren«, sagt Judith Hennemann. Wie geht Lyrik und wie gehen wir in unserer Sprache mit Irreversibilität um? – Hier formulieren sich nicht irgendwelche akrobatischen Möglichkeiten fürs Gedicht – hier ist Lyrik geradezu aufgerufen, an der Sprache zu arbeiten. Judith Hennemann tut das. …

Judith Hennemann, 1975 in Papenburg / Ems geboren, lebt in Frankfurt am Main und arbeitet als Industriesoziologin in einem Pro­duktionswerk. Sie schreibt Lyrik und Theaterstücke und veröffent- licht unter anderem in »AKZENTE«, »DAS GEDICHT«, »außer.dem«, »L. Der Literaturbote«, »Versnetze« sowie im Internet und im Radio. Ihr Stück »Androguards« wurde von Sascha Weipert im Frankfurter Autorentheater inszeniert. Sie erreichte die Bestenliste des »4. lauter niemand preis für politische lyrik« und erhielt 2014 den Jurypreis des »Hochstadter Stiers«. Judith Hennemann war zum renommierten Irseer Pegasus eingeladen und im »Jahrbuch der Lyrik« präsent.
23 Minuten
Maxim Gorki gilt heute als einer der umstrittensten Autoren der russischen Literatur. Im Jahre 1905 begrüßte der Schriftsteller zunächst die erste russische Revolution, kritisierte jedoch im Jahre 1917 die bolschewistische Machtergreifung trotz der Tatsache, ein Freund Wladimir Lenins zu sein.

Gorki gilt als einer der Begründer der sowjetischen Literatur, der oftmals vorgeworfen wurde, viele talentierte Dichter und Schriftsteller, die nicht über tapfere sowjetische Arbeiter schreiben wollten, nicht zur Veröffentlichung zuzulassen. Schließlich kostete Gorkis Nähe zu Stalin ihn den Nobelpreis für Literatur, der stattdessen an Bunin ging.
1 Stunde 8 Minuten
Europas Kriege haben die Welt verändert. Kriege erzwangen seine Vorherrschaft in der Welt, Kriege beendeten sie. Kriege waren die Geburtshelfer von Nationen und Nationalstaaten, Kriege verhalfen Revolutionen zum Erfolg. Warum die Menschen immer wieder auf Krieg und Gewalt setzten, um ihre Ziele zu erreichen, davon handelt das Buch des renommierten Historikers Dieter Langewiesche.

Dass der Krieg eine historische Gestaltungskraft ersten Ranges ist, gehört zu den unbequemsten Wahrheiten der Geschichte. Und sie ist weiterhin aktuell. Nicht nur gibt es immer noch Kriege auf der Welt, selbst “humanitäre Interventionen” oder der Kampf gegen den Terror kommen ohne kriegerische Einsätze nicht aus. Warum aber greifen Menschen und Staaten überhaupt zum Mittel des Krieges? Wie haben Kriege Wandel ermöglicht oder verhindert? War der Krieg im europäischen Laboratorium der Staats- und Gesellschaftsordnungen sogar unverzichtbar? Der Tübinger Historiker Dieter Langewiesche beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit diesen Fragen und legt nun eine grundlegende Analyse vor, in der es nicht um Pulverdampf und Schlachtenlärm geht, sondern um den Ort des Krieges in der Geschichte der Moderne.

Dieter Langewiesche ist Professor em. für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Tübingen. 1996 erhielt er den Leibniz-Preis.
41 Minuten
In diesem zweiten Teil unserer Sendung über Perry Rhodan wagen wir einen Blick hinter die Kulissen des Autorenkollektivs. Ist die Heftromanserie möglicherweise mehr als nur Unterhaltungsliteratur? Gewährsmann für diese Fragestellung ist der große Volksschriftsteller deutscher Sprache William Voltz (,dessen Anerkennung als ebensolcher leider immer noch aussteht). Er hat sich in einem Aufsatz mit dem Themenfeld Religion und Science-Fiction befasst. Gibt es eine Affinität zwischen der Kopernikanischen Wende, New Age und der ‚Weltreligion‘ der Fliegenden Untertassen? Wie wird sich aus Sicht der Perry-Rhodan-Autoren die Zukunft der irdischen Religionen im vierten und fünften Jahrtausend gestalten? Fordert die Erweiterung des Kosmos ins Unvorstellbare einen Cosmologic turn, wie u.a. Harald Lesch in einer TV-Doku durch diesen Terminus, der auf Alexander Seibold zurückgeht, zum Ausdruck brachte?

Diese durchaus ernst gemeinte Suche nach religionsgeschichtlichen Motiven führt uns in dieser Hörbahn-Sendung bis zur Theologie der Befreiung, der Exodus-Erfahrung der Israeliten im Alten Testament und dem Orden des Heiligen Franz von Assisi.

Robert Mayerhofer ist Science-Fiction-Fan von Kindheit an. Für LITERATUR RADIO HÖRBAHN geht er seiner Begeisterung nach und betreibt „Berts SciFi-Kaleidoskop“, wo er unter anderem die Streifzüge von Chewjan-Teaux Aulabyortonois durch das Genre vorstellt.

Hinter dem Pseudonym Chewjan-Teaux Aulabyortonois steckt ein langjähriger Redaktionsmitarbeiter zweier großer süddeutscher Verlage, die sich die Herausgabe herausragender SF-Werke auf die Fahnen geschrieben haben. Ihn interessieren vor allem neomythische Strömungen der Popkultur und traditionelle Welterklärungsmodelle, die bis heute ihre Wirkung entfalten.
1 Stunde 27 Minuten
Willkommen bei der 13. Ausgabe der GlockenbachWelle. Wie auch im vergangenen Jahr möchten wir heute genau die Menschen zu Wort kommen lassen, die mit viel Herzblut, Hingabe und Liebe zum geschriebenen Wort täglich dafür im Einsatz sind, dass die geistigen Tankstellen unserer Gesellschaft so gut bestückt und sortiert sind, dass es uns nie an gutem Lesestoff mangelt. Die Rede ist natürlich von den Buchhändlern und Buchhändlerinnen unseres Vertrauens.

Die Runde in der Glockenbachbuchhandlung:

Petra Schulz – Inhaberin der Glockenbachbuchhandlung

Pamela Scholz – Buchhändlerin der Glockenbachbuchhandlung

Steffi Sack – „Nur Lesen ist schöner“

Lutz Nagler, Inhaber der Buchhandlung Kempter, mit ihren drei Filialen in Deisenhofen, Ottobrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Jakob Rauch, Mitbegründer und Inhaber der Buchhandlung Rauch & König in Schwabing – heute wegen Corona leider nur telefonisch mit dabei.

Was haben wir vor?

In dieser Ausgabe wollen wir über inhabergeführte/unabhängige Buchhandlungen im Allgemeinen und im Besonderen reden. Steffi wird wieder als Impulsgeberin fungieren und so einen bunten Strauß interessanter Themen auf den Tisch bringen, über die wir Buchhändler*innen uns dann austauschen. Und natürlich gibt es von jeder Buchhandlung drei Empfehlungen zu Lieblingsbüchern, die dieses Jahr unbedingt mit unter den Weihnachtsbaum sollten.

Heute geht es um:

Ist es wirklich so „mutig“, heutzutage noch eine Buchhandlung zu gründen?

Was zeichnet einen Buchhändler/eine Buchhändlerin eigentlich aus?

Ungenutzte Potenziale bzw. wie können Buchhandlungen mit der Zeit gehen?

Wie gehen wir BuchhändlerInnen mit der Herausforderung um, inzwischen sowohl Beratungs-, Technik-, Marketings- als auch Eventmanagementkompetenz besitzen zu müssen?

TikTok – Der/Die mit dem Buch tanzt oder Social Media mit Anspruch?

Lesungen – warum sie für uns BuchhändlerInnen eine bitter-süße Angelegenheit sind

Die schönsten und die herausforderndsten Erlebnisse mit Kundinnen und Kunden

Drei Buchhandlungen – Zehn spannende Buchempfehlungen für den Gabentisch
5 Minuten
In „Pornographie“ umkreist Witold Gombrowicz in meisterlicher Manier die Lust an der Manipulation von Menschen und am Überschreiten moralischer Grenzen. 

Witold Gombrowicz gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller Polens und ebenso als großer Provokateur wie auch als großer Stilist. Die Hälfte seines Lebens verbrachte er im Exil und starb 1969 als Kosmopolit. Der Schweizer Kampa-Verlag hat jetzt sein Spätwerk Pornographie in neuer Übersetzung herausgebracht – eine wunderbare Gelegenheit zur Wieder- und Neuentdeckung dieses außergewöhnlichen Schriftstellers. 

Von Karsten Herrmann
1 Stunde 34 Minuten
Am 23. Oktober 2022 fanden sich nach zweijähriger Unterbrechung die Mitglieder des Vereins in der Seidlvilla zu einer Lesung zusammen. Im Raum und über allem stand das Motto „Freiheit“, auf das sich die Mitglieder im Vorfeld geeinigt hatten. Zwölf Autor:innen lasen aus ihren Werken, die in den vergangenen Monaten und Jahren entstanden sind. Juliane Reister führte durch den Abend mit tiefem und ab und an auch hintergründigem Witz. Ihre Anmoderationen schlugen vielfältig Brücken zwischen den Beitragenden und den Gästen. Der Pianist Peter Davidon begleitete die Lesung mit Improvisationen auf dem Klavier.

Gedacht wurde auch der kürzlich verstorbenen Ruth Birk, seit Anbeginn des Vereins dabei und hoch geschätzt war. Ihr zu Ehren trug Barbara Ludwig eines ihrer letzten Werke vor, dass Ruth Birk anlässlich dieses Abends verfasst hatte. Es trägt den Titel „Freiheit“.

Kirsten Adelsberger, Ruth Birk, Ortwin Haertel, Charlotte Hoffmann, Barbara Ludwig, Ute Lutsch, Rabea Müller, Juliane Reister, Wolfgang Riegert, Nicole Schlichte, Michael Stiftland, Christa Stopp, Heike Stuckert und Helga Ziehfreund.

Pegasus Verein für kreatives Schreiben e.V. fördert das kreative Schreiben in München. Dr. Jürgen von Scheidt begründet den Verein im Jahre 1988. Seine Mitglieder kommen regelmäßig in der Bibliothek des Alten- und Servicezentrum am Sebastianplatz 12 in der Umgebung des Viktualienmarktes. Dort stellen sie regelmäßig ihre Texte zu Diskussion, planen Veranstaltungen und bereiten Anthologien und andere Veröffentlichungen vor, die der Verein herausgibt. Anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums publizierte der Verein die Anthologie „30 Jahre – Zurückdenken – Vorwärtsfühlen“
16 Minuten
Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf (1858-1940) wurde in der schwedischen Provinz Värmland geboren. Nach ihrem Studium in Stockholm trat sie ihre erste Stelle als Lehrerin in der Hafenstadt Landskrona im Süden des Landes an. Zu dieser Zeit verfasste sie ihren ersten Roman, »Gösta Berling«. Als 1895 die zweite Auflage des Buchs erschien, konnte sie die Lehrtätigkeit aufgeben und sich ganz dem Schreiben widmen. Dank eines Reisestipendiums des Königs und der Schwedischen Akademie lernte sie Europa kennen und reiste bis nach Ägypten und Israel. Wieder in Schweden erlangte sie weiteren literarischen Ruhm mit ihrem Auswandererepos »Jerusalem« (1902/1903) und dem von der Schulbehörde in Auftrag gegeben Lesebuch »Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen« (1906). Zu den wichtigsten Auszeichnungen ihres Lebens gehören die Aufnahme als erstes weibliches Mitglied in die Schwedische Akademie im Jahr 1914 und der Literatur-Nobelpreis, den sie 1909 als erste Frau erhielt. Das Preisgeld ermöglichte es Lagerlöf, den Gutshof Mårbacka zurückzukaufen – ihre Eltern hatten das Anwesen wegen hoher Verschuldung aufgeben müssen. Nach dem Umzug auf das Landgut widmete sie sich neben dem Schreiben vor allem der Landwirtschaft und ihrer kleinen Fabrik, in der sie Hafermehl produzierte.
20 Minuten
Heinrich Christian Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 in Wiedensahl geboren und starb am 9. Januar 1908 in Mechtshausen.

Er war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands. Zwischen 1862 und 1888 hielt er sich oft in Wolfenbüttel auf, der Heimatstadt des Sprechers, was letzterem von Kindheit an ein besonderes Verhältnis zum Werk Wilhelm Buschs ermöglichte.

Wohl jeder kennt die Streiche von Max und Moritz. Auch die Bildergeschichten wie Hans Huckebein und Die fromme Helene sind immer noch in Erinnerung. Aber es gibt noch andere Seiten im Wirken von Wilhelm Busch, die weitgehend unbekannt sind. Seine große Leidenschaft war die Malerei und er schuf unzählige Zeichnungen und Gemälde, die er aber nie veröffentlichte, da er sie für nicht gut genug hielt.

Er war auch Dichter, aber die Gedichte und Erzählungen, die er veröffentlichte, sind von seinen Lesern nie wirklich angenommen worden. Die Menschen wollten nur seine lustigen Bildergeschichten lesen. Seine vom Stil Heinrich Heines und der Philosophie Arthur Schopenhauers beeinflusste Lyrik und Prosadichtung stießen beim Publikum, das mit seinem Namen nur komische Bildergeschichten verband, auf Unverständnis.
9 Minuten
„Vieles, was sichtbar ist, sieht man nicht, weil es zu schmerzhaft wäre.“

Es ist der Abend, als Olof Palme stirbt. Am 28. Februar 1986 wird der schwedische Ministerpräsident nach einem Kinobesuch auf offener Straße in Schwedens Hauptstadt Stockholm erschossen.  An jenem Tag in der Provinz Halland beobachtet ein Junge ein merkwürdiges Geschehen. Später wird dort in einem Auto die Leiche einer jungen Frau gefunden. In beiden Fällen tappt die Polizei bei ihren Ermittlungen lange im Dunklen, sind die Menschen geschockt von dem grausamen Verbrechen. Der schwedische Kriminalautor und Kriminologe Christoffer Carlsson erzählt in seinem Roman „Was ans Licht kommt“ von einer Mordserie in der schwedischen Provinz, vor allem aber von den Menschen, die dort leben. …

Constanze Matthes, ich bin Journalistin und leidenschaftliche Leserin. Die Liebe zu den Büchern begann im zarten Alter von vier, fünf Jahren, als meine Mutter mich zum ersten Mal in die kleine Bücherei unseres Dorfes mitnahm. Wenige Jahre später schleppte ich die Bücher dann stapelweise allein nach Hause. In der Schule las ich stets die Pflichtlektüre und war meinen Mitschülern ein gern gesehener Gesprächspartner, um den Inhalt des zu lesenden Buches in der Pause vor der Deutschstunde zu erzählen. Sollte man an dieser Stelle „verraten“ sagen?

Nach dem Abitur und einem Auslandsaufenthalt in Norwegen studierte ich im Hauptfach Germanistik mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft. Allerdings las ich dann nicht immer die Pflichtlektüre der mehrseitigen Lektüreliste und besuchte viel eher die wunderbare Bibliothek des Deutschen Literaturinstituts. Vor allem dann, wenn meine Mitbewohnerin den Koffer-Fernseher über das Wochenende wieder nach Hause mitnahm. Noch heute bin ich „fernseherlos“ und investiere vielmehr meine Zeit in große und kleine Geschichten, dicke und dünne Bücher.
11 Minuten
Heinrich Christian Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 in Wiedensahl geboren und starb am 9. Januar 1908 in Mechtshausen.

Er war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands. Zwischen 1862 und 1888 hielt er sich oft in Wolfenbüttel auf, der Heimatstadt des Sprechers, was letzterem von Kindheit an ein besonderes Verhältnis zum Werk Wilhelm Buschs ermöglichte.

Wohl jeder kennt die Streiche von Max und Moritz. Auch die Bildergeschichten wie Hans Huckebein und Die fromme Helene sind immer noch in Erinnerung. Aber es gibt noch andere Seiten im Wirken von Wilhelm Busch, die weitgehend unbekannt sind. Seine große Leidenschaft war die Malerei und er schuf unzählige Zeichnungen und Gemälde, die er aber nie veröffentlichte, da er sie für nicht gut genug hielt.

Er war auch Dichter, aber die Gedichte und Erzählungen, die er veröffentlichte, sind von seinen Lesern nie wirklich angenommen worden. Die Menschen wollten nur seine lustigen Bildergeschichten lesen. Seine vom Stil Heinrich Heines und der Philosophie Arthur Schopenhauers beeinflusste Lyrik und Prosadichtung stießen beim Publikum, das mit seinem Namen nur komische Bildergeschichten verband, auf Unverständnis.
1 Stunde 33 Minuten
Striptease, laute Musik, bunte Stoffe und brennende Papierpferde: Was hier nach einer ausschweifenden Party klingt, ist in Chinas ländlichen Gebieten die Art und Weise, wie man sich von seinen Verstorbenen verabschiedet. In den Städten dagegen herrscht akuter Platzmangel auf den Friedhöfen, Preise für Grabstätten können die von Immobilien übersteigen. Den Hinterbliebenen wird daher nahegelegt, die Toten zu verbrennen und ihre Asche zu verstreuen. Wer das filmt und das Video einreicht, darf auf eine Prämie hoffen…

Maja Linnemann studierte Sinologie in Bremen, Chengdu, Hamburg und London. Sie lebte 14 Jahre in Peking, wo sie u.a. als Chefredakteurin der CHINA Nachrichten an der Österreichischen Außenhandelsstelle und als Chefredakteurin des Deutsch-Chinesischen Kulturnetzes für das Goethe-Institut tätig war. Von 2013 bis 2018 baute sie als Geschäftsführerin das Konfuzius-Institut Bremen mit auf. Seit Anfang 2019 ist sie freiberuflich als Redakteurin und Übersetzerin tätig.