Stocksteif und Prüde Archiv
44 Episoden
43 Minuten
Bassklarinette, KI und andere Grenzüberschreitungen Diesmal zu Gast: Sem R.A. Wendt! Sem spielt Bassklarinette, komponiert, improvisiert und experimentiert mit den Grenzen von Musik und Technologie. Aber warum entscheidet man sich eigentlich dafür, fast ausschließlich Bassklarinette zu spielen, wenn das Instrument für die meisten Klarinettist*innen eher eine lästige Zusatzverpflichtung ist? Wir sprechen über skurrile und wunderschöne Momente auf Norderney, über musikalische Saunaufgüsse ohne Musik und darüber, warum Yannicks Lieblingskonzert von Sem war – obwohl er sich dabei am liebsten eine Schaufel gewünscht hätte, um sich ein Loch zu graben und darin zu verschwinden. Außerdem geht es um Jazz, Improvisation, Sems Lehrer Claudio Puntin, John Cage und die Frage, wo Kunst eigentlich anfängt und wo ihre Grenzen liegen. Und natürlich um Frances: eine musikalische KI, mit der Sem regelmäßig auf der Bühne steht. Warum ist KI für Sem eigentlich ein böses Wort? Was kann künstliche Intelligenz in der Musik, was wir Menschen nicht können? Und wie kam es dazu, dass sich Sems Instrument bei einem Konzert in einer Stichflamme aufgelöst hat? Eine Folge über musikalische Grenzüberschreitungen, künstliche Intelligenz, nacktes Falschsingen unter der Dusche und die ziemlich erstaunlichen Möglichkeiten einer Bassklarinette.
1 Stunde 7 Minuten
20 Jahre Treppenhausorchester – und dieses Mal wird Thomas Posth vom Podcaster zum Gast. Moritz und Yannick gehen mit ihm zurück ins Jahr 2006 und fragen: Thomas, was ist da eigentlich passiert? Wir sprechen darüber, warum Thomas eher durch Zufall Dirigent wurde und wie seine musikalische Sozialisierung in Bands seinen Blick auf klassische Musik geprägt hat. Über seine Vorstellung davon, was ein Konzert sein kann und was ihm in der klassischen Musik wichtig war – und bis heute ist. Als das Treppenhausorchester entstand, gab es also durchaus eine künstlerische Haltung und jede Menge Ideen. Was es nicht gab: Geld, Kontakte oder überhaupt ein Orchester. Thomas erzählt von den ersten zwei Jahren in der Cumberlandschen Galerie, die dem Ensemble seinen Namen gab, von den ersten Projekten in Hannover und davon, wie aus einem ziemlich improvisierten Anfang über viele Jahre ein professionelles Orchester mit einer ganz eigenen künstlerischen Sprache wurde. Eine sehr persönliche Jubiläumsfolge über Thomas, seine musikalischen Wurzeln und die Frage, wie aus einer Haltung irgendwann ein Orchester wird.
54 Minuten
20 Jahre Orchester im Treppenhaus. Wir sitzen am Kamin – genau an dem Ort, an dem das Orchester 2006 gegründet wurde – und schwelgen in Erinnerungen: an erste Projekte, wilde Ideen, Vorbilder, Krisen und die Frage, warum Thomas das Ensemble so heute wahrscheinlich nie wieder gründen würde. Außerdem: Moritz wäre fast aus einem Konzert gerannt, Yannick hat tatsächlich wieder Musik gehört und unsere erste Oper wurde geprobt. Wie sind wir eigentlich damals auf unsere Projektideen gekommen? Wann stand das Orchester mal wirklich auf der Kippe? Und warum entstehen manche der besten Ideen nachts am Kamin? Eine Folge über Anfänge, Durchhaltevermögen und die etwas absurde Tatsache, dass dieses Orchester jetzt einfach seit 20 Jahren existiert.
50 Minuten
Was passiert, wenn Menschen gemeinsam Musik machen, die sich eigentlich gar nicht kennen? Und warum glauben immer noch so viele, sie seien „unmusikalisch“? Diese Folge wurde live auf unserem treppenhausfestival aufgezeichnet. Zwischen Festivaltrubel, großen Ideen und ein bisschen Größenwahn sprechen wir über absurde Träume, über die Klassik Prominenz die wir beim Kronberg Festival getroffen haben – und darüber, was Musik eigentlich mit Gemeinschaft zu tun hat. Zu Gast ist Alicia de Bánffy-Hall, Professorin für Community Music in Würzburg und Düsseldorf. Mit ihr tauchen wir ein in ein Verständnis von Musik, das nicht bei Perfektion beginnt, sondern bei Begegnung. Wann wird Musik mehr als Konzert? Ist künstlerische Qualität und Teilhabe ein Widerspruch? Wie verändert sich der Blick auf das eigene Musikmachen, wenn nicht Exzellenz, sondern Beziehung im Mittelpunkt steht? Und was läuft in unserer Gesellschaft gut – und was fehlt? Alicia erzählt von Projekten, die wirklich etwas bewegt haben, von chaotischen Momenten voller Schönheit und von der Kraft gemeinsamer Klänge. Wir sprechen über Skepsis in klassischen Strukturen, internationale Impulse und darüber, was sie selbst gerade hört. Eine Live-Folge über Musik als soziale Praxis – und über die Frage, wie wir miteinander klingen wollen.
1 Stunde
Über 100 Konzerte in einem Jahr – was bleibt, was bewegt und was kommt als Nächstes? In dieser Folge werfen wir gemeinsam einen ausführlichen Jahresrückblick auf unsere Konzert-Highlights und sprechen mit unserem Agenten Justus Wille, Gründer und Geschäftsführer von Fast Forward Classical. Wie entsteht eigentlich ein Konzert – von der ersten Idee über die Probenphase bis zum Moment, in dem sich der Vorhang hebt? Justus gibt einen ehrlichen Einblick in die Arbeit einer Agentur, erzählt, wie man Orchester und Künstler:innen strategisch nach vorne bringt und wie es sich anfühlt, bei einem wichtigen Konzert im Saal zu sitzen und zu hoffen, dass alles reibungslos läuft. Wir sprechen darüber, warum die Arbeit als Agent oft komplex und herausfordernd ist, warum Justus keine Angst vor komplizierten Projekten hat und wie es gelingt, konservative Konzerthäuser von neuen, innovativen Konzepten zu überzeugen. Außerdem blicken wir zurück auf unsere Disco-Tour und diskutieren, wie sehr sich die Klassikbranche aktuell im Wandel befindet. Ein zentrales Thema dieser Folge: Wie kann klassische Musik neue Relevanz gewinnen? Was treibt Justus an, progressive Projekte voranzubringen, Diversität zu fördern und Klassik aus der Nische zu holen – ohne ihre künstlerische Tiefe zu verlieren? Außerdem klären wir die Frage warum das Treppenhausorchester in Zukunft keinen Schokobrunnen mehr bei seinen Konzerten hat.
1 Stunde 1 Minute
In dieser Folge sprechen wir über das Treppenhausfestival in Hannover – ein besondere Zeit, die Musik, Begegnung und neue Konzertformen miteinander verbindet. Zu Gast ist Pianist Alexander Vorontsov, der als Teil des Treppenhaus-Ensembles über seine Erfahrungen zwischen Proben, Projekten und spontanen Konzertmomenten erzählt. Wir reden über Alexanders legendäre Ansage bei der „Lieblingsmusik in der Lampe“, über unsere Cloud und Community, Spheres, Hamburg und unseren eigenen Live-Podcast. Außerdem geht es ums Klavier: Wie schafft man es, komplexe Musik so zu spielen, dass sie leicht klingt? Warum spielen Pianistinnen und Pianisten so viel auswendig? Und warum Alexander heute ganz zufrieden ist, dass er nicht Handballprofi geworden ist. Im Vorgeplänkel geht es diesmal um einen Auftritt ohne Zettel beim Notfallkonzert in Bielefeld – und was passiert, wenn man einfach mal losspielt.
46 Minuten
Skurrile Sauna-Aufgüsse, ein Dinner im Sternerestaurant und drei Wochen voller Konzerte auf Norderney – wir haben beim Sea Sounds Festival einiges erlebt. Außerdem sprechen wir über unsere Mitarbeit am Thalia Theater bei der Produktion von „Was ihr wollt“, berichten von der Community Music Konferenz im Konzerthaus Dortmund und schauen voraus auf das Treppenhaus Festival im Oktober in Hannover, wo wir wieder mit allen möglichen Formaten experimentieren.
45 Minuten
Auf der Bühne kämpfen wir mit verrutschten Kinnhaltern oder widerspenstigen Saiten, hinter der Bühne mit abgelehnten Anträgen, unsicheren Finanzierungen und Plänen, die ins Leere laufen könnten. Wir erzählen, warum wir uns trotzdem immer wieder auf neue Projekte einlassen, obwohl wir wissen, dass sie uns an unsere Grenzen bringen. Dabei geht es oft auch um Leistungsdruck und Versagensangst – nicht nur im Moment des Konzerts, sondern auch in den langen Nächten voller Planung, Förderanträge und Zweifel. Und darum, weshalb wir trotz allem immer wieder Ja sagen.
52 Minuten
In dieser Folge ist Lea Jakob zu Gast – sie arbeitet beim Orchester im Treppenhaus und forscht an der Leuphana Universität Lüneburg zur Frage, wie musikalische Communities in Krisenzeiten stark bleiben. Wir sprechen mit ihr über ihr Projekt in Kuba, die Musikszene dort und was sie mit unserer eigenen Szene verbindet. Außerdem geht’s um eine 80.000 € Geige, die im Zug verloren ging, unsere Disco-Tour und wie wir ein Konzert mit einem Sterne-Menü auf Norderney planen.
46 Minuten
Christine Köhler ist die Flötistin des Orchester im Treppenhaus – und hat eine Menge Spannendes über ihr Instrument zu erzählen: Warum hält man die Querflöte eigentlich seitlich? Wieso sorgt die Piccoloflöte im Orchester oft für gemischte Gefühle? Und was macht die große Familie der Flöten so besonders? Christine ist außerdem Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin – wir sprechen über die enge Verbindung von Atmung, Klang und Präsenz. Außerdem verrät sie uns ihre zweite Leidenschaft: den Tango. Für Christine ist Tanzen ein ganz besonderer Zugang zur Musik – manchmal sogar ein tieferer, als selbst Musik zu machen. Eine Folge über Klang, Körper, Ausdruck – und die vielen Wege, Musik zu erleben.
55 Minuten
In dieser Folge von Stocksteif und Prüde stellen wir uns einer unbequemen Frage: Wer darf eigentlich mitspielen – und wer nicht? Wir sprechen über Gatekeeping in der Klassik, darüber, wie Zugänge zur klassischen Musik geschaffen oder eben versperrt werden. Außerdem reden wir über Marina Abramović und ihre Performance-Kunst an der Schnittstelle von Körper und Klang, eine Diskussion über Nacktheit bei klassischen Konzerten, und die Frage, ob Candlelight Concerts, André Rieu und David Garrett nun kitschige Einstiegsdrogen oder wichtige Türöffner sind.
42 Minuten
In dieser Episode nehmen wir euch mit auf ein mystisches Abenteuer, wie wir es noch nie erlebt haben – und wahrscheinlich das aufwendigste Projekt, das wir je umgesetzt haben. Wir erzählen von einem einzigartigen musikalischen Orden, den wir gegründet haben, und von drei intensiven Wochen, die wir auf einem Rittergut in der Nähe von Hannover verbracht haben, um alles dafür vorzubereiten. Mit silbernen Kutten bekleidet haben wir eine Disco-Scheune, einen aufblasbaren Konzertsaal und eine riesige Gebärmutter aus Stoff gebaut, auf der das Publikum Platz nehmen konnte. Ein immersives Erlebnis – ein Dark Ride – voller Überraschungen und Magie. Warum wir bei diesem Projekt so viel gefroren haben, was hinter den Kulissen passiert ist, und wie dieser musikalische Orden zum Leben erweckt wurde, erfahrt ihr in dieser Folge. Für alle, die dieses Abenteuer verpasst haben oder es noch einmal erleben wollen: Das ist eure Gelegenheit! Außerdem stellen wir euch unser Lieblingsstück des Monats vor – Moritz hat eines der besten Streichquartette aller Zeiten ausgewählt.
55 Minuten
In dieser Folge von Stocksteif und Prüde lassen wir die Masken fallen – mit einer Runde Flaschendrehen! Wir stellen uns selbst die spannendsten Fragen, um uns (und euch) besser kennenzulernen. Mo berichtet von seinem Konzertbesuch bei Jakob Collier, und Moritz teilt Eindrücke seiner Reise nach Montpellier. Außerdem erzählen wir von einem ganz besonderen Notfallkonzert auf einer Suchtstation für Jugendliche. Von persönlichen Anekdoten wie dem „schönsten Treppenhaus-Moment“ bis zu musikalischen Fragen wie „Welches Instrument passt am besten zur Weihnachtszeit?“ ist alles dabei. Nebenbei erfahrt ihr, welches Schlaginstrument Mo besonders liebt und ob unser Konzertmeister Moritz eher ein Auf- oder Abstrich-Typ ist. Eine Folge voller Musik, Humor und unerwarteter Einblicke!
1 Stunde
In dieser Folge sind wir zurück in Salderatzen auf einem wunderschönen Hof für einen Workshop – und haben deswegen auch wieder Gus, unseren Oboisten, sowie zum ersten Mal Cellist Mischa dabei. Gemeinsam sprechen wir über unvergessliche Momente auf der letzten Tour und besondere Konzerterlebnisse im Treppenhaus. Außerdem haben wir den Barkeeper der spannendsten Bar in Frankfurt zufällig getroffen und erzählen wie wir endlich zu unserem Schokobrunnen gekommen sind. Im zweiten Teil sind Josef und Elena vom Duo AFAR zu Gast. AFAR steht für einen einzigartigen Mix aus elektronischer und analoger Musik, der Klänge auf eine ganz besondere Weise miteinander verbindet. Sie erzählen, warum sie sich aktuell für vier Wochen im tiefsten Wendland verstecken, wie sie Songs schreiben, elektronische Musik machen und was dabei alles analog bleibt. Eine spannende Reise in die kreative Musikproduktion wartet auf euch!
47 Minuten
In der 30. Folge von Stocksteif und Prüde sind wir in Trier und genießen die idyllische Kulisse an der Mosel mit einem ganz besonderen Gast: der großartige Torsten Sträter. Beim Mosel Musikfest, wo wir auch gespielt haben, hatten wir das Vergnügen, Torsten als einen der beiden Sprecher unseres Live Hörspiels Dark Room kennenzulernen. In dieser Folge sprechen wir über Filmmusik und seine Lieblingsfilme, tauchen ein in seine Erfahrungen mit dem Dark Room und dem Orchester im Treppenhaus und schweifen ab zu Taylor Swift. Außerdem bringt Torsten eine grandiose neue Projektidee mit und roastet unser Talent für schlechte Titel und Namen. Eine Folge, die für viele Lacher und interessante Einblicke sorgt. Hier findet ihr die Playlist zum Lieblingsstück des Monats: https://open.spotify.com/playlist/7d7JUMc8bfKHMQUEQaG0Qu?si=zlsrUQZ4QW2txXEC_upVhA&pi=e-TSVv2195SFaH