Alles, was Wissen schafft Archiv
28 Episoden
1 Stunde 13 Minuten
Ein berühmt gewordenes britisches Pressefoto vom 23. Mai 1945 zeigt den letzten Regierungschef des NS-Staats Großadmiral Karl Dönitz mit Albert Speer und Alfred Jodl auf dem Hinterhof des Flensburger Polizeipräsidiums mit auf dem Rücken verschränkten Händen - verhaftet vom britischen Militär. Vier Wochen vorher hatte die Evakuierung der Reichsregierung gen Schleswig-Holstein begonnen, drei Wochen vorher hatte Hitler Suizid verübt, zwei Wochen vorher hatte die deutsche Wehrmacht kapituliert. Der Historiker Gerhard Paul schildert in seinem neuen Buch „Mai 1945: Das absurde Ende des ‚Dritten Reiches‘“ die letzten Tage des NS-Regimes in Flensburg. Über die grotesken und wirren, die tragischen und erschütternden Szenen dieser letzten Tage sprechen wir im neuen Podcast.
58 Minuten
Mit dem Flensburger Historiker Marc Buggeln sprechen wir über die Frage, wie gerecht unser Steuersystem ist oder sein könnte. Welche Rolle spielt das Steuersystem für die Demokratie? Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland waren die Steuerreformen oft ein Balanceakt zwischen dem Wunsch nach wirtschaftlichem Wachstum, sozialem Ausgleich und der Modernisierung des Staatshaushalts. Verschiedene Regierungen haben Reformen angestoßen, wobei politische Ideologien und wirtschaftliche Kontexte die Richtung der Reformen beeinflusst haben. Marc Buggeln, Autor der Studie "Das Versprechen der Gleichheit. Steuern und soziale Ungleichheit in Deutschland von 1871 bis heute" gibt im Podcast „Alles, was Wissenschaft“ in einer knappen Stunde einen historischen Überblick über die wichtigsten Aspekte und erklärt, unter welchen Bedingungen das deutsche Steuersystem das Versprechen der Gleichheit einlösen könnte. Viel Spaß beim Hören! wünscht die Landesvertretung Schleswig-Holstein
47 Minuten
"Im Gleichschritt“ – so lautet der treffende Titel einer aktuellen Ausstellung im Architekturmuseum der TU Berlin zur Rolle des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin (AIV) im Nationalsozialismus. Kurz vor seinem 100sten Geburtstag im Jahr 2024 hat der AIV gemeinsam mit dem Architekturmuseum dieses wichtige (und überfällige) Ausstellungs- und Dokumentationsprojekt angestoßen. Die NS-Vergangenheit des Vereins ist geprägt von persönlicher und institutioneller Verstrickung, von Vorteilsnahme und vorauseilendem Gehorsam. „Das Thema war überfällig und ist doch: ein Anfang“, schreibt Hans-Dieter Nägelke in seinem Vorwort zur Ausstellungspublikation. Im Podcast mit Heike Muß spricht er über die Forschungsergebnisse, die das Projekt ans Licht gebracht hat, über Architektur als Propaganda-Instrument des Nationalsozialismus und über die Profiteure, Handlanger, Karrieristen, Mitläufer, Hauptakteure und Ideologen der NS-Baupolitik. Wie mächtig und stabil die Seilschaften vor und nach 1945 in der Bauwelt aussahen, zeigen nicht zuletzt die baulichen und personellen Kontinuitäten, die die NS-Zeit überdauert haben und lange genug einer Aufarbeitung entgegenwirkten. Viel Spaß beim Hören! wünscht die Landesvertretung Schleswig-Holstein
59 Minuten
Raumfahrt ist Wissenschaft, machtpolitisches Instrument und liebstes Spielzeug der Milliardäre. Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin, erzählt im Podcast mit Heike Muß, wie der Flug ins All den Blick auf die Erde verändert, warum Lichtverschmutzung schlecht für die Gesundheit ist und dass die NASA vermutlich ihre neueste Mond-Mission doch nicht nach Raumpatrouille Orion benannt hat. Vor allem aber macht er Lust, mal wieder ins Planetarium zu gehen!
1 Stunde 14 Minuten
56 Minuten
Im Podcast mit Heike Muß spricht die Kieler KI-Expertin über Szenarien, wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändern wird.
55 Minuten
Bei aller Sympathie für die Ziele des Aktivismus ist es an der Zeit, gewisse Aspekte zu problematisieren und zu hinterfragen. Das zeigt Knut Cordsen in seinem neuen Buch "Weltverbesserer - Wie viel Aktivismus verträgt unsere Gesellschaft".
1 Stunde 6 Minuten
In ihrem Debütroman "Nachtbeeren" erzählt Elina Penner die Geschichte einer mennonitischen Einwandererfamilie, die Anfang der 90er Jahre aus dem südlichen Ural nach Ostwestfalen kommt und deren Sprache das Plautdietsche ist. Mit Heike Muß spricht die Autorin im Podcast über Herkunft und Zugehörigkeit, über Sprache und Minderheiten, über erfundene Stereotype und wahre Klischees.
41 Minuten
Um einen Verdachtsfall im Museum Kunst der Westküste, um NS-Raubkunst, Provenienzforschung und um die Rückseiten-Autopsie von Max Liebermanns Wäschetrocknen - Die Bleiche geht es diesmal in unserem Podcast. Zu Gast ist die Direktorin des MKdW, Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen. Viel Spaß beim Hören! wünscht die Landesvertretung Schleswig-Holstein
38 Minuten
Friedrich Dalsheim gilt als Pionier des ethnographischen Films. Zwei seiner bedeutenden Filmexpeditionen nach Bali 1932 und nach Borneo 1935 hat er an der Seite von Victor von Plessen unternommen.
1 Stunde 9 Minuten
Orgien am Elbstrand, Rock `N Roll, Randale, Eruptionen
47 Minuten
Mit Heike Muß spricht Stephan Linck über Kirche im Nationalsozialismus, über die Rolle der Kirchenämter und Ahnenforschung für die Judenverfolgung, über Re- statt Ent-nazifizierung in der evangelischen Kirche, über biographische Kontinuitäten nach `45 und das enge Verhältnis von Kirche und Landespolitik.
47 Minuten
Wir begeben uns auf Spurensuche des Flensburger Fotografen Wilhelm Dreesen (1840-1926) und blicken zurück auf die Anfänge der Fotografie und des globalen Tourismus. Museumsdirektor Michael Fuhr - zu Gast bei Heike Muß - entführt uns auf Luxusdampfer der Belle Époque und in die staubigen Magazine des Museumsberg Flensburg.
49 Minuten
Grundlage des Podcasts ist Ralf Konersmanns neues Buch "Welt ohne Maß", in dem er den Bedeutungswandel von Maß und Messen rekonstruiert und erklärt, wann und wieso uns das Maß abhandengekommen ist. Er zeigt von der Antike bis in die Gegenwart, wie sich in Europa das Maß zum Messen verhält, wie Maß und Mitte, Mittelmäßigkeit und Maßlosigkeit zum Thema passen, ob "unser" Maß tatsächlich verschwunden ist und wie sich stattdessen unsere Welt das Messen und Zählen als Wert und Orientierung gesucht hat. Ralf Konersmanns Buch "Welt ohne Maß" ist im August 2021 im S. Fischer Verlag erschienen. 2017 veröffentlichte er ebenfalls hier sein "Wörterbuch der Unruhe", für das er mit dem Tractatus-Essaypreis ausgezeichnet wurde, und 2015 erschien ebenda "Die Unruhe der Welt".