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RAKETEREI Archiv
214 Episoden
21 Minuten
Hauke Kranz ist Pianistin; sie bezeichnet sich als »die Tastenflüsterin«. Als Musikerin hat sie eine Doppelrolle inne: Mal sitzt sie als Künstlerin und mal als Lehrerin am Klavier. 2019 hat sie mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne ihr zweites Album veröffentlichen können, das sie in diesem Jahr dem Publikum vorstellen wollte. Sie befand sich gerade mitten im Booking-Prozess, als sie die Nachricht von Corona und dem damit einhergehenden Auftritts- sowie ein Arbeitsverbot erreichte. Als sie anfing zu realisieren, was diese neue Situation für sie bedeutet, fiel sie in ein tiefes Loch aus Wut, Existenzangst und Trauer. Aber sie schaffte es, ihre Energie umzulenken. Sie rappelte sich auf und fing zum einen an, jeden Sonntag Konzerte am Fenster zu spielen und diese live auf Facebook zu streamen. Diese neue Routine in ihrem veränderten Alltag setzte so viel Kreativität frei, dass sie nun plötzlich wieder mitten im Komponieren von neuen Stücken steckt. Zum anderen suchte sie den Kontakt zu den Medien und erzählte ihre Geschichte. Mit Erfolg: Es wurde ein umfangreicher Zeitungsartikel veröffentlicht, der für große Solidarität in ihrem Umfeld sorgte. In dieser Podcastfolge erzählt Hauke Kranz, woher sie die Kraft nahm, diese negative Energie, die mit dem Ausbruch der Pandemie einherging, in energiegeladene Bahnen zu lenken.
30 Minuten
Sie erinnert sich noch genau an den Moment, als sie sich das Coronavirus einfing: Deutschland stand noch ganz am Anfang der Pandemie. Es war eine Zeit, in der noch Konzerte veranstaltet werden durften. Sie stand auf der Bühne, und sie beschlich ein ungutes Gefühl. Danach wurde sie positiv getestet. Kurz darauf wurden die Konzerte für das vor ihr liegende Jahr abgesagt. Dadurch wurde ihr der Boden unter den Füßen weggezogen. Nicht nur finanziell: Sie hatte auch keinen Anspruch auf die Notbetreuung, weil sie keinen systemrelevanten Beruf ausübt. Dadurch entstand eine neue Arbeitsteilung, die in vielen Familien mit dem Coronavirus einherging: Sie musste ihren Job als Musikerin nahezu auf Eis legen, um zurück in eine 100%ige Mutterrolle gehen zu können. Sie fühlte sich in die 1950er-Jahre zurückversetzt. Erst kamen Tränen, gefolgt von einem Gefühl der Verzweiflung, bevor sie in die Offensive ging: Sie entschied sich, den Veranstalterinnen ein Angebot zu machen. Darüber hinaus stellte sie sich seitdem Coronavirus die Frage, ob es der richtige Weg ist, die eigene Karriere auf den Einnahmen durch Live-Konzerte aufzubauen? Was genau sie tat und welche Antwort sie für sich gefunden hat, das erfahrt ihr in dieser Podcastfolge.
28 Minuten
Anna-Maria Barth spielt Violine und ist koordinierte Konzertmeisterin der Philharmonie Frankfurt. 2019 war mit 150 Auftritten in 20 verschiedenen Städten wohl ihr erfolgreichstes Jahr. So sollte es 2020 weitergehen. Doch anstatt an die Erfolge des letzten Jahres anzuknüpfen, fiel sie aufgrund von Corona zurück auf null: null Auftritte, null Umsatz, aber auch null Anspruch auf Fördergelder, weil sie keinen laufenden Betrieb hat, dementsprechend zum Beispiel keine Mietkosten o. Ä. nachweisen kann. Sie versuchte stattdessen, Arbeitslosengeld II zu beantragen. Leider auch hier ohne Erfolg. Ihr Lebensentwurf passt in kein Formular der Agentur für Arbeit, denn ihren Beruf gibt es laut der Behörde nicht. Neben dieser finanziellen Herausforderung fehlt ihr außerdem der Lebensinhalt, denn dieser speist sich aus ihrer Musik und dem Live-Musizieren. Von keinerlei Auftritten und null Umsatz ging es über in Vollzeit-Freizeit. Sie fragte sich, was sie in dieser Situation – ohne Geld, aber mit sehr viel Freizeit – tun könnte, das langfristig auf ihre Vision einzahlt? In dieser Podcastfolge gibt Anna-Maria Barth einen Einblick in das Leben einer Musikerin, die zu 100 % vom Live-Geschäft lebt, aber in der Krise die Chancen sieht, erkennt und nun für sich nutzt. Was und wie sie das macht, erfahrt ihr in dieser Podcastfolge.
32 Minuten
Dagmar Lauschke ist Musikerin, die außerdem im Pflegebereich arbeitet. Die Herausforderungen, die ihr aufgrund der Coronakrise begegnen, betreffen sie daher gleich doppelt: Als Musikerin musste sie ihre geplante 10-tägige Tour ihres Duos Roods & Reeds absagen, was wiederum einen unmittelbaren Einfluss auf ihre Single- sowie Musikvideo-Release nahm. In ihrer Funktion als Einsatzleiterin in einem alternativen Pflegedienst veränderte sich der Arbeitsalltag – nicht nur körperlich, auch emotional. In dieser Podcastfolge erzählt Dagmar, wie sie zunächst erstarrte, als ihr dämmerte, was Corona nun für sie und ihr Leben bedeuten könnte. Nach einer Zeit der Trauer wagte sie sich in den Angriffsmodus. Was genau sie getan hat, das erfahrt ihr in dieser Folge.
19 Minuten
Wir erleben gerade etwas, das die Musikbranche eigentlich kennt – denn das, was heute die Coronakrise ist, nannte sich vor ein paar Jahren noch Digitalisierung. Das Ergebnis ist sehr ähnlich: Damals brach der Umsatz ein, weil sich CDs plötzlich weniger verkauften. Heute bricht der Umsatz ein, weil aufgrund einer weltweiten Pandemie ein Kontaktverbot herrscht, Auftritte abgesagt werden mussten und immer noch müssen. Wir sind alle gleichermaßen betroffen. Eine Situation, die die Gesellschaft so nicht kennt. Unser alltägliches Leben verändert sich gerade massiv: finanziell, emotional und strukturell. Aber was können wir konkret tun? Wie kann jetzt das Krisenmanagement aussehen? Wir müssen drei ganz zentrale Hürden nehmen, die zwischen uns und dem Erfolg stehen. Das setzt voraus, dass wir uns unserer blinden Flecken bewusst werden und aufhören, der fatalen Lüge des schnellen Erfolgs hinterherzueifern. Wie das gelingen kann? Genau das erzählt Imke in dieser Podcastfolge. ++ Hinweis ++ Ich lade in dieser Folge ebenfalls zu einer Challenge für Künstlerinnen ein. Vom 25.-27. Mai 2020 gehen wir den Fragen nach, wie du mit deinen Online-Konzerten in Zeiten von Corona überhaupt noch Geld verdienen, deine Reichweite nachhaltig erhöhen und dich von den anderen Angeboten unterscheiden kannst. In einer anschließenden 45-minütigen 1:1-Session (am 28. oder 29. Mai 2020) entwickeln wir dann zusammen eine individuelle Social-Media-Strategie rund um das Online-Konzerterlebnis, in der es nicht nur darum geht, eine Facebook-Veranstaltung anzulegen und zu teilen. Alle Informationen gibt es hier: https://www.raketerei.com/raketerei-online-konzerte/
33 Minuten
Die Coronakrise stellt die gesamte Musikbranche vor eine sehr große Herausforderung, denn durch das Auftrittsverbot ist eine wichtige Einkommensquelle für viele Künstlerinnen und Künstler versiegt. Die Musikerin TOKUNBO, bekannt als Stimme von TOK TOK TOK, steckt in der aktuellen Situation ihren Kopf nicht in den Sand. Ganz im Gegenteil, sie blickt nach vorn – und dabei kam ihr eine Idee. Kurzerhand schloss sie sich mit über 40 Musikerinnen und Musikern zusammen und gemeinsam starteten sie die Initiative »AirplayforArtists«. Sie setzen sich dafür ein, dass die größeren Radiostationen mehr Songs der unabhängigen Künstlerinnen und Künstler spielen, um auf diese Weise – über die Ausschüttung von Tantiemen – für höhere Einnahmen bei ebendiesen zu sorgen. Denn eines zeichnet sich bereits jetzt ab: Viele Konzerte werden auch im kommenden Jahr, also 2021, nicht nachgeholt werden können. Große Vorlaufzeiten im Booking sorgen dafür, dass bereits jetzt viele Slots vergeben sind. Aber nicht nur das stellt eine Herausforderung dar: Auch das Hörverhalten von Radiohörern selbst birgt ein Risiko, das sie nicht bedacht haben. Welches das ist, erfahrt ihr in der aktuellen Podcastfolge.
24 Minuten
Schwessi ist Hamburger Musikerin, die nach einer längeren Pause wieder zurück auf die Bühne wollte. Sie hatte in diesem Jahr richtig viel vor: Eine Crowdfunding-Kampagne mit einer anschließenden CD-Produktion sowie -Veröffentlichung und mehrere Touren waren geplant. Sie befand sich bereits mitten in ihrem ersten Tourblock, als das Coronavirus den Alltag zum Erliegen brachte. In ihr regte sich Widerstand – sie konnte ihre Tour und die Albumproduktion mittels Crowdfunding-Kampagne nicht loslassen. Sie stellte sich der Frage, worum es ihr denn tatsächlich ging. Dabei wurde ihr klar, dass sie vor allem ihre Songs teilen möchte und mit ihren Fans in Kontakt stehen will. Also machte sie sich auf die Suche, fand einen neuen Weg und erfand sich neu. Dabei ließ sie White Eagle (Hopi Indianer) nicht aus dem Blick. Er machte ihr deutlich, dass die Entscheidung, mit der Pandemie umzugehen, bei jedem selbst liegt. Wir können in Panik verfallen oder aber diese Situation als Chance betrachten. Sie hat sich entschieden, diese Zeit nun für sich zu nutzen. In dieser Podcastfolge erzählt Schwessi, wie sie diese weltweite Pandemie nun nutzt, um mit ihrer Musik Geld zu verdienen und auch weiterhin gehört zu werden – ohne dabei kostenlose Konzerte auf Facebook und Co. zu streamen.
32 Minuten
Über 10 % der deutschen Musikindustrie haben ihren Sitz in unserer Hauptstadt. So auch die Berlin Music Commission – einer der zentralen Knotenpunkte der Berliner Musikszene. Sie unterstützen mit ihrer Arbeit die lokalen Akteure der Branche. Sie haben die einst recht zerklüftete Berliner Szene wieder geeint. Ihr Ziel ist es zum einen, ein Netzwerk zu schaffen. Zum anderen bieten sie Möglichkeiten zur Professionalisierung in Form von Beratungsformaten und Festivals (z. B. Most Wanted: Music) sowie Workshops für den zentralen Wissenstransfer. Jana erzählt mir, welche Rolle die Berlin Music Commission zwischen dem Musicboard Berlin, dem Music Pool Berlin und der Clubcommission einnimmt, warum es wichtig ist, eine Stimme in der Politik zu haben und warum sich Künstlerinnen als Wirtschaftsunternehmen wahrnehmen sollten.
28 Minuten
Wer entscheidet eigentlich, welche Musik im Radio gespielt wird? Kate Kaputto ist Radiomoderation bei FluxFM. Sie spielt Musik von Newcomern, die sie auch interviewt, hat aber selbst keinen Einfluss auf die Auswahl. Darum kümmert sich die Musikredaktion. Aber nicht jede Musik passt zu jedem Radiosender. Sie rät daher jeder Künstlerin und jedem Künstler, sich vorher ganz genau anzugucken, wen sie bemustern, denn gerade bei den z. B. großen Contemporary-Hit-Radio-Stations ist wenig bis gar kein Platz für neue Musik. Hier finden vor allem die großen Künstlerinnen und Künstler statt. Wie eigentlich eine Radio-Redaktion aufgebaut ist, wer welche Entscheidungen trifft und wie man das wiederum von außen erkennt, um dann zielgerichteter bemustern zu können, darüber reden wir in dieser Podcastfolge.
42 Minuten
Ist ein Plattenvertrag mit einem Majorlabel tatsächlich der musikalische und auch der finanzielle Durchbruch? Und stimmt das Narrativ des »großen« und »bösen« Majorlabels, das die Künstlerin unmündig macht? TOKUNBO ist bekannt als die Stimme von Tok Tok Tok. Sie unterschrieb vor vielen Jahren einen Vertrag bei Universal – vermutlich ein Traum von vielen Künstlerinnen und Künstlern. Gemeinsam mit ihrer Band arbeiteten sie über den Zeitraum einer Albumproduktion mit dem Major zusammen. Es war, wie sie heute sagt, eine sehr lehrreiche Zeit für sie. Wie es zu dieser Zusammenarbeit kam, welche Rolle sie als Künstlerin einnahm, wo die Vorteile von Indie-Strukturen liegen und was sie aus dieser Zeit für ihre Solokarriere mitgenommen hat, genau darüber reden wir in dieser Podcastfolge. Vielleicht räumen wir ebenfalls das ein oder andere Narrativ aus dem Weg.
25 Minuten
„Künstler mit Herz“ ist eine Initiative kunst- kultur- und medienschaffender Menschen, die sich für eine bunte, tolerante, offene Welt einsetzen und gemeinsam ihre Stimme gegen den Rechtsruck erheben. Die Musikerin Anja Neumann ist eine von ihnen. Sie kommt gebürtig aus Eberswalde und beobachtet das Erstarken der AfD in ihrem Bundesland mit großer Sorge. Kurz vor der Landtagswahl im September 2019 schloss sie sich mit über 200 Musikerinnen und Musikern aus ihrer Umgebung zusammen, um den Track „Wir nich“ aufzunehmen. Ein Lied, in dem sie sich mit dem Wahlprogramm einer rechtsextremen Partei auseinandersetzen. Ihr Ziel war es über die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Partei aufzuklären. Mit über 60.000 Klicks ging das Video viral. Warum Menschen eine Partei wählen, die faschistischen Menschen wie Björn Höcke ein Zuhause bietet, darüber reden wir in dieser Podcastfolge.
33 Minuten
Worte haben Macht – sie können Potenziale zu Tage fördern oder aber ein Leben lang Entwicklungen hemmen. Über genau diese Verantwortung habe ich mit Birte Villnow gesprochen. Sie ist Vocal Coach, autorisierte Complete Vocal Technique Lehrerin (kurz CVT) und sie schafft mit ihrer Female Vocal School einen Raum für Frauen, die in ihr gesangliches Potenzial investieren möchten. Sie erklärt woher es kommt, dass es vor allem vielen Frauen die Stimme verschlägt, sie räumt mit dem Narrativ des „Gesangstalents“ auf und sie verrät durch welche kleine Geste man – jeder! - Frauen zu mehr Sichtbarkeit verhelfen kann. Darüber hinaus gibt sie einen Einblick in ihre Arbeit im Rahmen vom Stimmengewirr, einer Bühne für Musikerinnen, in der es nicht um Wettbewerb geht. Das geht? Oh ja! Hört selbst.
34 Minuten
Wenn es eine Formel dafür gäbe, wer einen Plattenvertrag bekommt und wer nicht, dann könnte sie wohl so lauten: Eine eigene Vision + einen spannenden Charakter + habe etwas zu erzählen = Plattenvertrag. Aber ist es tatsächlich so einfach? Genau darüber habe ich mit Mareike Hettler gesprochen. Sie wurde vor über zwei Jahrzehnten als Promoterin Teil der Musikbranche. Damals brachte sie Künstlerinnen und Künstler in die Zeitungen und Radios. Heute ist sie A&R und sie entscheidet darüber, wer einen Plattenvertrag bekommt und wer nicht. Ihr Netzwerk ist dabei ihr wichtiges Gut. Sie sagt, Künstlerinnen und Künstler sind dann erfolgreich, wenn 1) die richtigen Menschen zusammenarbeiten und zwar an jedem Punkt und 2) das Drumherum stimmt. Aber was genau meint sie damit? Hört selbst!
30 Minuten
Wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag einer Labelmanagerin bei einem Indie-Label aus? Genau dieser Frage sind Marit und ich nachgegangen. Sie ist eine der Gründerinnen des Musiklabels Monkeytown Records aus Berlin. Heute hält sie als Labelmanagerin viele Fäden im Arbeitsalltag des Musiklabels zusammen. Neben der Betreuung des Masterings, der Koordination der Herstellung, über die Anlieferung bis hin zum PR-Plan-erstellen und diversen Verlagstätigkeiten. Sie macht zweierlei deutlich: Zum einen die Vorteile, die kleine Strukturen mitbringen – im Vergleich zum Major Label - und zum anderen erklärt sie, wie man Nischenkünstler im Musikmarkt positioniert und warum Printmedien für sie im 21. Jahrhundert immer noch relevant sind.
11 Minuten
Sei mal ehrlich. Wenn ich dich auffordern würde dein Jahr 2019 zu reflektieren - auf was würdest du gucken? Eher auf deine Erfolge oder vielleicht doch auf deine Misserfolge? Ich habe über mein Jahr 2019 nachgedacht und mein Fazit fällt anders aus, als ich es zunächst angenommen hatte. Irgendwie scheint mir meine Wahrnehmung einen Streich spielen zu wollen. Oder? Die RAKETEREI Mein Jahr 2019 Reflexions-Vorlage findest du hier: https://www.raketerei.com/podcast-imke-machura-reflexion-2019/