Schröder trifft Archiv
109 Episoden
56 Minuten
Friedrich von Heusinger ist ein EU-Veteran. Als er vor fast 30 Jahren nach Brüssel kam, gehörten gerade mal zwölf Länder der Europäischen Union an. Der Mann aus Nordhessen hat höchstwichtige Telefonnummern in seinem Handy gespeichert, denn viele heute wichtige Leute in der europäischen Hauptstadt kennt er noch aus Assistentenzeiten. Mit denen trifft man sich schon mal am Maison Antoine, der angesagtesten Pommesbude der Stadt, wo auch Angela Merkel schon mal ihren Fritten-Appetit gestillt hat. Warum Hessen gut aufgestellt ist in Brüssel, wie die Belgier mit der Corona-Bedrohung umgehen und was es mit den Spiegelreferenten auf sich hat, das erklärt Friedrich von Heusinger im Podcast Schröder trifft, Epsiode Nr. 19.
1 Stunde
Angelina Vogt ist seit drei Monaten nur eine digital regierende Weinkönigin. Die Corona-Krise hat ihrer Tätigkeit als höchster Repräsentantin von 16.000 Winzern einen schweren Dämpfer versetzt. Aber wer die gebürtige Badenerin und nun überzeugte Weinsheimerin/Nahe erlebt, merkt gleich, dass sie sich durch solche Widrigkeiten nicht bremsen lässt. Jetzt macht sie virtuelle Kochshows mit ihren Weinprinzessinnen, verkostet digital Weine und wirbt im Podcast Schröder trifft für die Faszination Wein. Wer noch denkt, dass die Wahl zur Weinkönigin ein Beauty-Contest mit Weinglas sei, der wird von der 25 Jahre alten Ernährungswissenschaftlerin eines Besseren belehrt. Warum sie Japanisch spricht, Jazz singt, Flamenco tanzt und Winzerin lernt, beantwortet sie mit einem Zitat von Henry Ford: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“
55 Minuten
„Frieden fängt bei uns an“, sagt Nicole Deitelhoff. Damit meint sie, wir müssten gar nicht so weit in die Ferne schweifen, um irgendwo in der Welt Frieden zu stiften. Sondern wir könnten auch bei uns selbst anfangen. Konflikte gebe es genug. Davon versteht die Chefin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung eine Menge. Ihr offizieller Titel lautet Geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Als solches berät sie Politiker und Institutionen und würde eigentlich mit ihrem Institut 2020 den 50. Geburtstag feiern. Der wird verschoben. Deitelhoff kann sich alternativ zu ihrem Beruf vorstellen, zum Beispiel ein Streitveranstaltung zu moderieren, bei der nur zwei Kontrahenten diskutieren und das Publikum ringsherum animiert wird, ebenfalls zu streiten. Von den üblichen TV- Talkshows mit ihren Ritualen hält sie gar nichts.
42 Minuten
Obwohl er genau so gerne Heinz Erhardt verkörpert, Theater spielt, Kabarett macht oder als Schauspieler im Fernsehen auftritt, kennen ihn die meisten unter seinem Rollennamen Gernot Hassknecht aus der heute-Show. Seit mehr als zehn Jahren verkörpert der 71 Jahre alte Pfungstädter diese Wutfigur, die so herrlich vulkanartig aus der Haut fahren kann. Politisch ist der gelernte Installateur und studierte Schauspieler von der Sozialdemokratie geprägt, hätte sich sogar vorstellen können, Politiker oder Gewerkschaftssekretär zu werden. Worüber er selbst lachen kann, wie lange es den Hassknecht noch in der heute-Show geben wird und warum er es gerne erträgt, prominent zu sein, erfahren die Hörer in der 16. Folge des Podcasts Schröder trifft.
50 Minuten
Sie stammt aus einem Weingut in Bacharach, aber in den letzten 40 Jahren war die Welt ihr Zuhause. Dr. Susanne Wasum-Rainer ist derzeit Botschafterin Deutschlands in Israel. Zuvor war sie „auf Posten“ in Paris und Rom. Jeweils immer als erste Frau in der Funktion. Aber das hat die promovierte Juristin nie irritiert. In der Familie gab es immer starke Frauen. Die Mutter war Bürgermeisterin, die Tante war die Ehefrau von Franz-Josef Strauß. Susanne Wasum-Rainer sah sich auch immer als Botschafterin heimischen Weins. Zurzeit arbeite man an einem Projekt für koscheren Wein aus der Heimat in Tel Aviv, erzählt sie im Podcast Schröder trifft. Israel war eine Lieblingsstation. Es sei das „diplomatische Reich auf Erden“ sagt die Diplomatin. Seit genau 55 Jahren gibt es diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Ländern.
45 Minuten
Klaus Teuber ist Deutschlands bekanntester und erfolgreichster Spieleautor. Gemeinsam mit seinen Söhnen Guido und Benjamin führt er seine Firma, die nach dem „Millionenspiel“ Catan benannt ist. Viermal hat der sympathische Mann aus Roßdorf bei Darmstadt für seine Ideen die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ errungen. Catan, das als Brettspiel in diesem Jahr 25. Geburtstag feiert, gibt es mittlerweile als App, als Kartenspiel und als Online-Version in 40 Sprachen. Spielt der Mann selbst noch gerne, woher kommt das Talent und wie hat er seine Familie bei den Tests seiner Prototypen eingespannt? Diese und viele andere Fragen beantwortet der gelernte Zahntechnikermeister gemeinsam mit seinem jüngeren Sohn Benjamin im Podcast Schröder trifft.
53 Minuten
Husamuddin Meyer kam als Martin Horst Meyer in der Nähe von Darmstadt zur Welt. Auch wenn ihn seine Jahre in Nordafrika, im Senegal und in Burkina-Faso sehr geprägt haben, kommt doch der Hesse ab und an in ihm durch. „Es is wie es is“, diese Lebensformel seiner Heimat könne ebenso gut dem Islam entnommen sein, philosophiert der Muslim im Gespräch mit Stefan Schröder. Imam Meyer ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene in der JVA Wiesbaden eine wichtige Bezugs- und Respektsperson. Denn der einzige deutschstämmige Imam weit und breit klärt die jungen Kriminellen oft zum ersten Mal über die wahren Fundamente seiner Religion auf und verhindert bei manchem den Übertritt zum Islamismus. Meyer selbst gehört dem Sufi-Orden an und predigt gegen die Gewalt. Für ihn, der mit voller Überzeugung Turban und die Tracht seines Ordens trägt, ist es auf den Straßen in den vergangenen Jahren nicht leichter geworden. Beschimpfungen nehmen zu.
1 Stunde 4 Minuten
Uwe-Eric Laufenberg wäre nicht Intendant geworden, wenn ihn als Schauspieler und Regisseur alle so hätten machen lassen, wie er sich das vorgestellt hat. Alle drei Rollen „spielt“ der gebürtige Kölner im Staatstheater Wiesbaden seit 2014. Denn er inszeniert und tritt weiter auf der Bühne auf. Im Moment allerdings nur als Solo-Artist in seinen sieben Diskursen, die per Video ausgestrahlt werden. Darin setzt sich der politisch denkende Mensch Laufenberg mit den grundsätzlichen Fragestellungen der Corona-Krise auseinander. „Sein“ Köln hat ihn mitgeprägt. Er erzählt im Podcast mit Stefan Schröder vom Kölschen Hännesschen-Theater und von der Volksbühne des Willy Millowitsch. Aber auch die Umstände der verhinderten Aufführung des Faßbinder-Stücks „Der Müll, die Stadt und der Tod“ in Frankfurt in den 80er Jahren beschäftigen ihn bis heute.
1 Stunde 1 Minute
Anja Gockel macht seit einem Vierteljahrhundert Mode und ist fast so lange selbstständig. Sie bringt Bodenständigkeit – mit Heim und Heimquartier in Mainz – und Weltläufigkeit – mit einem Leben aus dem Koffer zwischen Berlin, Paris und London – unter einen Hut. Dass sich Mode nicht im Bekleiden von Menschen erschöpft, was Anja Gockel der aktuellen Krise Gutes abgewinnt und wieviel ihr Handwerk bedeutet, erfahren die Hörer im Podcast Schröder trifft. Anja Gockel würde keine Partei gründen, aber mit der Art und Weise in der sie Sie ihre Kollektionen präsentiert, sind gesellschaftspolitische Statements. Ihre Überzeugung für Nachhaltigkeit verbietet ihr, in Asien „Lohnsklaven“ für sich arbeiten zu lassen. Aus Stoffen vergangener Saisons lässt sie aktuell Mund-Nase-Masken herstellen.
1 Stunde 7 Minuten
Franziska Reichenbacher präsentiert seit 22 Jahren die Lottozahlen am Samstagabend. Dabei hat sie vor einem Millionenpublikum weniger als zwei Minuten Zeit. Was sie aber sonst so macht, wenn sie nicht in einem Studio des Hessischen Rundfunks ihren Auftritt probt, das erzählt sie im Podcast Schröder trifft. Zur Vorgeschichte gehört eine Model-Karriere, ein Studium der Psycholinguistik, der Theater- und Kommunikationswissenschaften und viel Praxis als Journalistin und Moderatorin. Ferner erfahren die Zuhörer, was die gebürtige Mainzerin selbst am Amt der Lottofee immer noch reizt, wie ihre spezielle Beziehung zum Glück ist und wer darüber entscheidet, was sie zu den Lottosendungen anzieht.
1 Stunde 15 Minuten
Andreas Kruse beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Thema des Alterns und des Alters. Als Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg schreibt er seit den 90er Jahren an den sogenannten Altenberichten mit, die regelmäßig der Bundesregierung vorgelegt werden. Der studierte Philosoph und Psychologe ist außerdem Mitglied des deutschen Ethikrates. Seine Publikationen erschöpfen sich aber nicht im Thema des Alterns. So hat der begeisterte Pianist ein Buch über das Spätwerk Johann Sebastian Bachs verfasst und begleitet seine Vorträge bisweilen mit Klavierspiel. Insbesondere zum Umgang mit älteren Menschen während der Corona-Krise vertritt Kruse eine dezidierte Meinung.
45 Minuten
Der Wiesbadener Ingo Zamperoni arbeitet seit 2016 als Moderator der Tagesthemen. Wie es ihm und seinem Team gelang, Bill Gates ans Mikrofon zu locken, welche Herausforderungen die Schule zu Hause für seine Familie in Hamburg bedeutet und warum sein amerikanischer Schwiegervater immer noch Donald Trump wählen würde, all das verrät der Journalist im Podcast mit Stefan Schröder. Dabei erfahren die Zuhörer auch, wie sich der Moderator in seinen Dienstwochen vorbereitet, wie seine Texte entstehen und was das Besondere an der Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie ausmacht. Über Sünden, Eitelkeiten und Wünsche fürs Alter äußert sich der 8. Podcast-Gast am Ende in der Rubrik „Auf ein Wort“.
54 Minuten
Seit 30 Jahren lebt Schwester Philippa Rath in der Abtei Sankt Hildegard im Rheingau. Zuvor war sie zehn Jahre lang als Journalistin unterwegs. Auch jetzt noch vertritt sie als Presssprecherin den Konvent nach außen, ist Vorstand der Klosterstiftung und führt den Freundeskreis. Wie man im Kloster Karneval feiert, dass dort der Tod zum Leben dazugehört, welche Berufe die Nonnen ausüben und wie sich das mit den Ordensregeln vereinbaren lässt, erzählt Schwester Philippa freimütig und kompetent. Kämpferisch wird sie beim Thema gleiche Rechte für die Frauen in der katholischen Kirche. Da ist in gewissem Sinne Hildegard von Bingen eine Vorkämpferin. Deren Heiligsprechung, noch mehr deren Erhebung in den Rang einer Kirchenrechtlerin hat die Mitglieder des Konvents hocherfreut.
49 Minuten
Sie gehört zu den vielen tausend Athletinnen und Athleten weltweit, die mitten in der Vorbereitung von der Absage der Olympischen Spiele in Tokio überrascht wurden. Aber Anne Schröder (25) hat mit dem Hockey und durch das Hockey schon vieles erlebt. Sie gewann mit ihrem Team eine Bronzemedaille bei Olympia in Rio und wurde 2018 Hallen-Weltmeisterin in Berlin. Im Podcast mit ihrem Vater erzählt die Nationalspielerin von nervigen Eltern, Journalisten mit und ohne Ahnung und von dem Glück, einen Mannschaftssport betreiben zu dürfen. Außerdem erfahren die Zuhörer, was es bedeutet, von der Nationalen Dopingagentur kontrolliert zu werden und wie sich die Damen des Nationalteams in Zeiten von Homeoffice gemeinsam fit halten.
41 Minuten
Reinhard Schlieker kennt so gut wie jeder Fernsehzuschauer. Fast 30 Jahre lang hat der gebürtige Wiesbadener erst als Reporter dann als Börsenexperte für das ZDF gearbeitet. Und dann? Von heute auf morgen ist er mit Ehefrau Ute auf die 8000 Kilometer entfernte Insel Curacao ausgewandert. Dort geht er im Pensionsalter sozusagen ins lebenslängliche Homeoffice. Denn Schlieker betreut als Chefredakteur von der Karibik aus die Online-Zeitung Börse am Sonntag. Sein Homeoffice genießt der passionierte Heimwerker in einem paradiesischen Landhaus mit Pool und Palmen. Als erster Gast stand schon Achim Exner in der Tür. Der ehemalige Oberbürgermeister von Wiesbaden wohnt auf der Nachbarinsel Bonnaire.