Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Weißabgleich - taz Podcast von PoC Archiv

18 Episoden
35 Minuten
Europa zeigt sich in den vergangenen Wochen engagiert und warmherzig bei der Aufnahme von geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Doch immer wieder wird klar: Auf der Flucht sind nicht alle gleich. Medien und Hilfsorganisationen berichten, dass nicht weiße Geflüchtete an den Grenzen stunden, - ja sogar tagelang warten müssen, bis sie die Grenzen überqueren dürfen. BPoC Personen werden in Deutschland von Beamten scheinbar willkürlich kontrolliert, in Mannheim wird einer ukrainischen Romafamilien Hilfe verwehrt. Rassismus hört auf der Flucht nicht auf. Für die Betroffenen bedeutet das eine zusätzliche psychische und traumatische Belastung. Warum misst die Gesellschaft selbst Geflüchtete mit zweierlei Maß? Was bedeutet das für die Solidarität, auf die Geflüchtete hoffen können? Und wie unterscheidet sich die Hilfsbereitschaft diesmal von der 2015? Darüber sprechen die taz-Redakteurinnen Malaika Rivuzumwami und Jasmin Kalarickal in einer neuen Folge „Weißabgleich“. Als Journalistinnen, aber auch als Betroffene von Rassismus sprechen sie darüber, was diese Berichte in ihnen auslösen – und welche Verantwortung Politik und Gesellschaft tragen.
57 Minuten
Eine 17-Jährige wird an einer Berliner Tram-Haltestelle von sechs Erwachsenen angegriffen. Sie verprügeln sie so stark, dass sie mehrere Tage im Krankenhaus bleiben muss. Die Polizei vermeldet, es habe einen „Streit über eine fehlende Mund-Nase-Bedeckung“ gegeben. Medien machen aus der Jugendlichen eine „Maskenverweigerin“. Kurz darauf meldet sich die junge Frau selbst mit einem Video aus dem Krankenhaus. Sie schildert, wie sie den Angriff erlebt hat: Die Erwachsenen hätten sie rassistisch beleidigt, geschubst und geschlagen. Sie hätte sehr wohl eine Maske getragen, die Erwachsenen aber nicht. Es hätten viele Menschen drumherum gestanden, aber niemand sei eingeschritten. Sie belegt ihre Erzählung mit einigen Videoschnipseln, die sie während des Angriffs aufnehmen konnte. Das Video geht viral, mehr als 8 Millionen Menschen haben es bisher gesehen - kurzzeitig war es gelöscht. In den sozialen Medien schimpften viele über die unsensible Polizei, über Medien, die die Meldung einfach ohne Überprüfung übernommen haben und über den Angriff an sich. Die Polizei korrigiert daraufhin ihre Pressemitteilung, viele Medien rudern zurück. Was ist da schief gelaufen? Darüber diskutieren die taz-Redakteurinnen Lin Hierse und Jasmin Kalarickal in einer neuen Folge „Weißabgleich“. Als Journalistinnen, aber auch als Betroffene von Rassismus sprechen sie darüber, was das Video in ihnen ausgelöst hat – und welche Verantwortung Medien hier tragen. „Weißabgleich“ Der taz-Podcast über den nicht-weißen Blick auf Politik und Alltag immer monatlich auf taz.de und auf allen gängigen Podcastplattformen.
50 Minuten
Mit Beginn der Pandemie stiegen die Angriffe auf asiatisch gelesene Menschen. Und in Großbritannien und in den USA zeigt sich: Schwarze Menschen und people of color erkranken und sterben häufiger am Corona-Virus. Das hat viele Gründe: Wer wohnt wo und arbeitet in welchen Berufen? Aber auch: Wer hat welchen Zugang zum Gesundheitssystem? In dieser Folge wollen wir uns der mit der Frage beschäftigen: Was hat Corona mit Rassismus zu tun?
51 Minuten
In unserer letzten Folge für dieses Jahr lassen wir die letzten Monate ein wenig Revue passieren. Mit welchen Gefühlen gehen wir aus diesem Jahr? Welche Themen bleiben uns Erinnerung, was ist liegen geblieben, was nehmen wir mit ins neue Jahr? Wir versuchen uns an einem teils spielerischen Jahresrückblick, kühren unsere "Winner und Loser of the year" und stellen uns der entscheidenden Frage: Gibt es Grund für Optimismus?
48 Minuten
Seit unserer Kindheit werden wir ständig nach unserer Herkunft gefragt. Ob an der Supermarktkasse, auf einer Party, bei der Arbeit – oft nervt es, macht wütend und grenzt aus. Doch die Debatte läuft immer gleich ab: "Darf man nicht mal mehr fragen, woher jemand kommt?" - "Das zeigt doch nur Interesse!" - "Das hat mit Rassismus nichts zu tun!" - so die immer gleichen Reaktionen darauf, wenn Menschen fordern, nicht mehr nach ihrer Herkunft gefragt zu werden. Wir sind das Thema leid. Trotzdem kommt es immer wieder. Woran liegt das, und wie gehen wir damit um? Sollte die Fragerei einfach "verboten" werden? Und gibt es Umstände, unter denen die Frage auch verbindend statt ausgrenzend sein kann? In dieser Folge zu hören: Lin Hierse und Malaika Rivuzumwami
49 Minuten
Wenig Frauen, wenig Menschen mit Migrationsgeschichte und viel zu viele Akademiker:innen: Der deutsche Bundestag ist wenig divers. Dabei sollen Politiker:innen die Bevölkerung vertreten. Warum Vielfalt und Repräsentanz wichtig sind. In dieser Folge zu hören: Lin Hierse, Jasmin Kalarickal und Malaika Rivuzumwami
38 Minuten
Die Ereignisse in Afghanistan überschlagen sich. Menschen versuchen immer noch verzweifelt vor den Taliban zu fliehen. Wie lange die Evakuierungsflüge noch fortgesetzt werden, ist fraglich. Keine 24 Stunden nachdem uns in Deutschland vor knapp zwei Wochen die Nachricht der einmarschierenden Taliban in Kabul erreicht hatten, konnte es mehrere deutsche Politiker:innen nicht schnell genug gehen, ihren Wahlkampf wieder auf Kurs zu bringen. Es waren neben AfD-Spitzenleuten auch zahlreiche CDU-Spitzenpolitiker:innen, darunter Thomas Strobl, Julia Klöckner, Paul Ziemiak und der Kanzlerkandidat Armin Laschet. Sie alle sagten, in leicht unterschiedlichen Variationen: „2015 darf sich nicht wiederholen.“ Was soll das eigentlich heißen? Deutschland soll sich abschotten, Menschen auf der Flucht ignorieren? Sind es nicht auch dieselben Politiker:innen, die ständig über "Westliche Werte" sprechen? Und was steckt eigentlich hinter dieser Worthülse? In dieser Folgen versuchen wir einigen dieser Fragen nachzugehen, Gedanken auszutauschen und diskutieren darüber, warum Werte nicht nur privat und nachbarschaftlich, sondern unbedingt auch politisch gelebt werden müssen. In dieser Folge zu hören: Malaika Rivuzumwami und Lin Hierse Hinweis: Diese Folge wurde am 25. August aufgenommen, noch vor den Terroranschlägen am Flughafen von Kabul.
56 Minuten
Ob in Filmen, in Fernsehbeiträgen oder in der Literatur: Wenn Geschichten von Migration erzählt werden, geht es sehr oft auch ums Essen. Welche Erinnerungen an bestimmte Gerichte und Gerüche sind uns wichtig, und warum? Wie prägen die Erfahrungen unserer Eltern und Großeltern unsere Beziehung zu Lebensmitteln? Was ist eigentlich deutsche Esskultur? Und: Ist es mittlerweile cool, wenn Kinder Tofu mit in die Schule bringen? Wir reden über Genuss, Erinnerung und Rassismus, erzählen von unseren Lieblingsessen und streiten ein bisschen über diese Sache mit kultureller Aneignung und white veganism. In dieser Folge zu hören: Jasmin Kalarickal, Malaika Rivuzumwami und Lin Hierse
1 Stunde 5 Minuten
Wellness wird in unserer immer schneller werdenden Leistungsgesellschaft als Luxusgut betrachtet, anstatt als essenzieller Baustein im Alltag. Momentan wird viel über "Selfcare" in den Sozialen Netzwerken gesprochen, doch dabei kratzt die Diskussionen oft nur an der Oberfläche. Einmal in einem Buch lesen und eine Stunde Yoga kann gut tun, für Menschen die von Rassismus und Diskriminierung betroffen sind, steckt hinter dem Thema aber noch viel mehr. Mittlerweile gibt es Studien, die belegen, welche Auswirkungen Rassismuserfahrungen auf die Psyche haben. Sie machen auch deutlich, wie wichtig die individuelle Gesundheitsförderung für Menschen mit Rassismuserfahrungen ist. Um uns genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen, haben wir Mariela Georg für diese Folge eingeladen. Mariela ist Stress Coach, Empowerment- und Fitness-Trainerin. Als Psychologin widmet sich Mariela hauptberuflich der Antidiskriminierungsarbeit. Critical Wellness definiert sie folgendermaßen: „Critical Wellness ist ein ganzheitlicher und bewusst ergriffener Weg hin zur Dekolonisierung von Kopf und Körper, um Selbstverwirklichung zu erreichen. Critical Wellness versucht den Spagat zwischen gesellschaftlicher Partizipation bzw. Aktivismus (Community-care) und dem persönlichen Wohlergehen (Self-care) zu vereinbaren, so dass auch marginalisierte Menschen den sozialen Wandel mitgestalten. Critical Wellness ist ein Prozess und kein Zustand.“ In dieser Folge zu hören: Jasmin Kalarickal, Malaika Rivuzumwami und zu Gast: Mariela Georg
1 Stunde
Wenn sich die Situation in Nahost verschärft, wird Antisemitismus auch auf Demonstrationen in Deutschland sichtbar. Israelflaggen werden verbrannt oder Jüd:innen offen angefeindet. Rechte sprechen von einem "importierten Problem". Während sich manche ganz klar auf eine "Seite" schlagen, haben andere Schwierigkeiten, angemessene Worte zu finden. Das, was nach der Eskalation in Nahost hierzulande passiert ist, ist nur ein Beispiel für die Komplexität in einer globalisierten Welt. Aber es berührt grundsätzliche Fragen: Können Menschen für die Politik eines Staates oder für das Handeln von Terrorgruppen verantwortlich gemacht werden? Wie verschwindet das Individuum hinter einer Gruppenidentität? Können Konflikte sich überhaupt in eine andere Gesellschaft transferieren? Und welche Rolle spielt deutsche Schuld? Manche Geschichten sind zu vielschichtig, um sie in die Welt zu twittern. Aber Schweigen aus Unsicherheit kann nicht nur als fehlende Solidarität verstanden, sondern auch zur reellen Gefahr werden. Ein Redeversuch.
58 Minuten
Rassistische Übergriffe passieren jeden Tag. Verbal oder körperlich werden Menschen Aufgrund ihrer Herkunft oder ihrem Erscheinungsbild beleidigt. In den vergangen Wochen gab es wieder Vorfälle, dieses Mal öffentlich. In den Sozialen Netzwerken gab es Videos aus Erfurt und Berlin. Was fehlte? Solidarität, Zivilcourage der anwesenden Personen. Wir alle drei haben selbst schon Solidarität vermisst. Waren wütend und enttäuscht über die Anderen, aber auch schon über uns selbst. Wieso fehlt sie so oft, die Solidarität? Und wie lernt man eigentlich Zivilcourage? In dieser Folge zu hören: Lin Hierse, Jasmin Kalarickal, Malaika Rivuzumwami.
1 Stunde 4 Minuten
Wir waren ganz schön lange weg und seitdem ist ganz schön viel passiert. So viel, dass wir uns erst mal sortieren müssen und uns gefühlt an einem riesigen Stapel Bücher abarbeiten: Hanau. Black Lives Matter. Atlanta. Und über, zwischen, neben allem ständig auch Corona. Wie geht es uns damit? Wie (be)trifft uns das alles? Und reden wir eigentlich noch über Identitätspolitik? In dieser Folge zu hören: Lin Hierse, Jasmin Kalarickal, Malaika Rivuzumwami.
1 Stunde 3 Minuten
Wut ist eine ganz normale Emotion. Nur: Nicht alle können gleichermaßen wütend sein in dieser Gesellschaft. Frauen, People of Color und Schwarze Menschen werden oft als irrational, hysterisch oder aggressiv gelesen, sobald sie ihre Wut äußern. Aber müssen wir immer verständnisvoll und versöhnlich sein? In dieser Folge zu hören: Lin Hierse, Jasmin Kalarickal, Erica Zingher.
1 Stunde 1 Minute
Abini Zöllner, heute Redakteurin bei der Berliner Zeitung und Autorin, wurde 1967 in der DDR in Berlin-Lichtenberg geboren. Ihre Mutter war Jüdin, ihr Vater nigerianischer Kommunist, sie selbst wurde protestantisch getauft, ging zu Pioniernachmittagen und betete abends zum lieben Gott. „Meine Welt war nicht in schwarz und weiß geteilt“, sagt sie. Sie möchte sich das Ostdeutsch-Sein nicht wegnehmen lassen. Im Gespräch erzählt sie über ihren Alltag und Werdegang in der DDR, die Liebe zu ihrer Mutter und wie sie fast zum Staatsfeind wurde. In dieser Folge außerdem zu hören: die taz Redakteurin Jasmin Kalarickal. (7.11.2019)
36 Minuten
Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte können ihre Kinder nicht vor Erfahrungen von Rassismus, Vorurteilen und Benachteiligung schützen. Und diese Erkenntnis tut erstmal weh. Aber wie können wir als Eltern helfen, eine Widerstandskraft zu entwickeln, die hilft mit Vorurteilen und Diskriminierung besser umzugehen und sie verarbeiten zu können? In diesem Podcast sprechen wir, in unserer Rolle als Eltern, über unsere neue und wichtige Aufgabe als Ansprechpartner*in und Vertrauensperson und stellen uns die Frage: Wie können wir unseren Kindern eine „empowernde“ Erziehung mitgeben? In dieser Folge zu hören: die taz-Redakteur*innen Saskia Hödl, Malaika Rivuzumwami und Lalon Sander. (1. August 2019)