Gute Nacht, Sonnenschein. Der Märchen Podcast. Archiv
247 Episoden
29 Minuten
Es war einmal ein alter Fischer, der fing eine Zeit lang nur sehr wenig Fische. Da tauchte eines Tages dicht vor seinem Boote eine Seejungfrau empor, die fragte ihn, ob er viele Fische finge. »Nein«, antwortete der alte Mann. »Was für Belohnung«, fragte ihn die Seejungfrau, »verheißest du mir, wenn ich dir Fische im Überfluss ins Netz schicke?« »Ach«, sagte der alte Mann, »ich besitze blutwenig.« »Willst du mir deinen erstgeborenen Sohn geben?«, fragte sie. »O ja, wenn ich je einen haben sollte. Aber ich habe keinen und werde nie einen haben, denn ich und meine Frau, wir sind beide schon alt.« »Sage mir, was du besitzest.« »Ich habe nur eine alte Mähre, einen alten Hund und meine Frau. Ich hab' sonst nichts auf der Welt.« Anna Kellner | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
17 Minuten
Der Hamster Ambrosius Dauerspeck war in seinen Bau gerutscht, hatte sorgsam die vollen Backentaschen geleert und die kostbare Getreideladung zu den anderen Vorräten verstaut. Fünf große Speicher hatte er kunstgerecht angelegt und alle fünf bis an den Rand mit Getreide, mit Erbsen und Puffbohnen gefüllt. Manfred Kyber | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
29 Minuten
Der Herzog von Rosmital hatte eine sehr schöne Schwester, die er über alles liebte und der er alles zu Gefallen tat. Sie hatte eine außerordentliche Liebe zu Blumen, besonders zu Rosen, und ihr Bruder verwandelte deswegen beinahe sein ganzes Land in einen einzigen Rosengarten; außerdem hatte sie noch eine andere Leidenschaft, und das war, ihre schönen Haare immer zu flechten und zu kämmen, und sie hatte zu diesem Zweck eine Menge Kammerfräulein, welche eigentlich Kammfräulein hießen und goldene Kämme anhängen hatten. Clemens Brentano | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
34 Minuten
Es waren einmal zwei Brüder, von denen war der eine, der älteste, nicht auf den Kopf gefallen, vielmehr anstellig und pfiffig über alle Maßen; der jüngere aber hatte, wie man so sagt, ein Brett vor dem Kopf. Das machte dem Vater große Sorge, ihm aber keine, denn er lebte ganz sorglos und arglos in die Welt hinein, wie die Dummen leben, und er mochte wohl, ohne dass er's wusste, das Sprüchlein im Kopfe haben: Hänschen lerne nicht zu viel, du musst sonst zu viel tun. Ludwig Bechstein | Märchen zum Einschlafen| Gute-Nacht-Geschichten
16 Minuten
Eine Waldfrau hatte einen armen Waisenjungen, der sich verirrt hatte, mitleidig in ihr Haus genommen und pflegte ihn wie eine rechte Mutter. Als er groß war, sagte er eines Tages: »Mutter, ich muss fort, ich will das Rosenmädchen suchen!« – »Das ist weit, mein Sohn, und wenn du auch dahin gelangen solltest, so wirst du es dennoch schwer erwerben, denn es wird von einem Drachen bewacht!« Josef Haltrich | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
8 Minuten
Es war einmal ein kleiner Wurzelprofessor, der stand im Walde und war ganz aus Wurzeln. Der Körper, die Arme und Beine waren Wurzeln und auch der Kopf. Der kleine Wurzelprofessor war nur ein unendlich kleines Stückchen eines großen hohen Baumes, dessen Gipfel er nie gesehen – und den er leugnete. Manfred Kyber | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
15 Minuten
Es war einmal ein armer Holzhacker, der arbeitete vom Morgen bis in die späte Nacht. Als er sich endlich etwas Geld zusammengespart hatte, sprach er zu seinem Jungen: »Du bist mein einziges Kind, ich will das Geld, das ich mit saurem Schweiß erworben habe, zu deinem Unterricht anwenden; lernst du etwas Rechtschaffenes, so kannst du mich im Alter ernähren, wenn meine Glieder steif geworden sind und ich daheim sitzen muss.« Brüder Grimm | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
18 Minuten
König Sturm stand auf dem Dache seines weißen Schlosses. Es lag hoch auf den Bergen in dem Lande, wo das Jahr nur eine lange Nacht und einen langen Tag hat, weil die gute Frau Sonne dort nicht wohnen mag. Elisabeth Dauthendey | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
39 Minuten
Eine arme Witwe hatte zwei Töchter, die Zwillinge waren. Sie glichen sich in ihrem Äußeren so sehr, dass man sie nicht unterscheiden konnte. Um desto verschiedener waren sie in ihrem Wesen. Dobrunka war gehorsam, arbeitsam, freundlich und verständig, kurz, ein überaus treffliches Mädchen; Zloboha dagegen war schlimm, rachsüchtig, unfolgsam, faul und hoffärtig, und hatte überhaupt alle Untugenden, die zusammen bestehen können. Josef Wenzig | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
23 Minuten
Es war einmal eine schöne kleine Nixe, die hieß Mummelchen und lebte im Mummelteich. Mummelchen fühlte sich immer so sehr einsam im Mummelteich, denn der Mummelteich war recht sumpfig und alle, die darin herumkrabbelten, waren sehr versumpft und scheuten sich beinahe schon vor dem klaren Wasser. Manfred Kyber | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
17 Minuten
Es war einmal ein König und eine Königin, die hatten noch kein Kind und wünschten sich doch so sehr, eins zu besitzen. Sie taten auch ein Gelübde und versprachen, so ihnen ein Kind geboren werde, sieben Jahre lang zwei Fontänen springen zu lassen: die eine mit Öl, die andere mit Wein. Und siehe, ihr Wunsch wurde erfüllt: Die Königin bekam einen wunderschönen Sohn. Waldemar Kaden | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
19 Minuten
Es war einmal – – – – – Ja, was war denn schnell? – Richtig! Ein kleiner Knabe und ein kleines Mädchen lebten hoch oben im Norden. Sie hießen Ola und Fretta, und sie hatten sich sehr lieb. Elisabeth Dauthendey | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
23 Minuten
»Meine armen Blumen sind ganz verwelkt!« sagte die kleine Ida. »Sie waren so schön gestern Abend, und nun hängen alle Blätter vertrocknet! Warum tun sie das?« fragte sie den Studenten, der im Sofa saß; denn auf seine Meinung gab sie etwas. Hans Christian Andersen | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
12 Minuten
Es war einmal ein König, der hatte so viele Gänse, dass er eigens eine Dirn halten musste, sie zu hüten; diese Dirn hieß Aase, und darum nannten die Leute sie Aase, das Gänsemädchen. Peter Christen Asbjørnsen | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten
12 Minuten
Ein abgedankter Soldat hatte nichts zum Leben und wusste sich nicht mehr zu helfen. Da ging er hinaus in den Wald, und als er ein Weilchen gegangen war, begegnete ihm ein kleines Männchen, das war der Teufel. Das Männchen sagte zu ihm ›Was fehlt dir? Du siehst ja so trübselig aus.‹ Brüder Grimm | Märchen | Gute-Nacht-Geschichten