Hörbar Rust Archiv
104 Episoden
1 Stunde 24 Minuten
"Mensch, Du gehörst doch auf die Bühne." Einige sehr erfolgreiche Künstlerinnen oder Künstler brauchten irgendwann mal von außen eine kleine Ermutigung, um ihrem Talent nachzugehen und sich etwas zuzutrauen. Wer unseren heutigen Gast auf den Bühnen großer Konzerthallen sieht, dem dürfte sofort klar sein: darauf wird Jennifer Weist hundertpro auch von alleine gekommen sein. Hier hätte sich eher die Frage gestellt, wer oder was diese außergewöhnliche Sängerin überhaupt davon hätte abhalten können, seit so vielen Jahren mit der immergleichen Leidenschaft und Kraft zu performen. Jennifer kommt 1986 in Wolgast zur Welt und lebt die ersten 19 Jahre auf der Ostsee-Insel Usedom. Mit der Schulband "No Fame" geht’s im Grunde los, 2007 wird sie Frontfrau der Band "Jennifer Rostock", die sich seit 2018 in einem Dornröschenschlaf befindet. Kreative Pause oder Auflösung, wir wissen es gerade nicht. Gerne jongliert Frau Weist tausend Bälle parallel zueinander in der Luft, weil es ihr Leben spannender macht, ein Klamottenlabel beispielsweise oder Erfindungen oder ganz aktuell eine ungeschönte Biografie mit dem Titel "Nackt", aber den größten Platz nimmt wahrscheinlich "YAENNIVER" ein, denn seit 2021 ist sie als Solokünstlerin unterwegs. Das passt ideal, denn viel mehr Leute hätten wir in unser kleines Studio auch gar nicht reinbekommen. Playlist: Lady Gaga - Abracadabra Lucilectric - Mädchen Foo Fighters - Everlong Tic Tac Toe - Leck mich am A, B, Zeh Robyn - With Every Heartbeat Pink – Raise Your Glass Yaenniver - Angry Women Doechii - Denial Is A River Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 27 Minuten
Meryl Streep bat unseren heutigen Gast darum, ihr die Finger zu wärmen. Auch Sharon Stone und Susan Sarandon griffen direkt nach seinen Händen - was sich sogar reimt. Er traf die Stones und Bowie und hastenichgesehn, kennt Glamour und Galas, aber hauptsächlich sprach er mit Leuten, die Schulz, Schneider oder Schmidt heißen und Probleme hatten mit dem Nachbarn, ihrem Pachtvertrag oder dem Schienenersatzverkehr. Wer so eine breite Klaviatur beherrscht, darf zu Recht „Reporterlegende“ genannt werden. Ulli Zelle kam 1951 im niedersächsischen Obernkirchen zur Welt. Die Mutter Sekretärin, der Vater Bergmann. Eine schöne Kindheit bescheinigt er sich rückblickend und vielleicht gab ihm dieses Fundament den nötigen Rückhalt, um den großen und kleinen Dingen des Lebens mit einem gewissen Optimismus zu begegnen. So jedenfalls wirkt es. Und so legte er damals los, abgebrochene Lehre, nachgeholter Schulabschluß, Studium, erste Reporterjobs und 1973 dann die gewichtige Entscheidung, in Berlin zu leben. Ulli Zelle landete beim Sender Freies Berlin, der später mit dem ORB zum rbb wurde, begann 1985 in der Abendschau und blieb dort 40 Jahre vor der Kamera. Eine Win-Win-Win-Situation: für ihn, den Sender und alle Zuschauenden. Und jetzt wirklich der Ruhestand? Schwer vorstellbar. Na, wir sind gespannt. Playlist The Ink Spots - We’ll meet again Martin Böttcher - Winnetou OST JOJI - Slow dancing in the dark Ideal - Berlin 4 Non Blondes - What’s Up Pankow - Langeweile Bee Gees - You should be dancing /Alone Udo Lindenberg - Mein Ding Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 26 Minuten
Vielleicht wäre die Geschichte unseres heutigen Gastes selbst mal Stoff für eine mehrteilige Serie und vielleicht würde sie sogar Regie führen, das nämlich steht nach eigenem Bekunden noch an im Leben von Alexandra Maria Lara, die 1978 in Bukarest geboren wurde - als Kind einer im kommunistischen Rumänien unter Ceausescu durchaus privilegiert lebenden Familie, aber was hilft es, wenn die Freiheit fehlt? Die Eltern fliehen mit der damals 4jährigen Alexandra, nach Kanada soll's gehen, in West-Berlin schließlich findet die Familie eine neue Heimat. Früh steht das Mädchen vor der Kamera, mit knapp 16 als Hauptfigur in der ZDF-Serie "Mensch, Pia!". Dann aber doch noch Abitur, Schauspielausbildung, erste kleine, bald schon große Rollen in großen Filmen und Serien. Und das geht bis heute so, auf nationaler und internationaler Ebene. "Der Tunnel", "Nackt", "Der Untergang", "Control", "Rush", "25km/h", "Der Fall Collini", um nur einige zu nennen. Zudem war Alexandra Maria Lara Präsidentin der Deutschen Filmakademie. Und wir sind gespannt auf die Musik und Geschichten ihres Lebens. Playlist: Barbra Streisand & Barry Gibb – Guilty Paul Simon - You Can Call Me Al Womack & Womack – Teardrops A Tribe called Quest ft. Trugoy The Dov - Award Tour Michael Jackson - The Lady in my Life Dusty Springfield OST Pulp Fiction - Son of a Preacher man Khurangbin - People Everywhere Neil Young - Harvest Moon Fleetwood Mac - Dreams Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 29 Minuten
Sie sind sparsam, heißt es, werfen nichts weg, achten penibel auf Sauberkeit und sprechen mit großer Liebe vom Ländle, vom Häusle, vom Mädle und einer ihrer prominentesten Vertreter ist unser heutiger Gast, Cem Özdemir, Schwabe durch und durch. Und quasi auf den letzten Metern noch Doppel-Bundesminister, aber die Entlassungsurkunde wurde ihm schon ausgehändigt. Aktuell bringt sich Özdemir als zukünftiger Ministerpräsident Baden-Württembergs in Stellung, die Chancen stehen gar nicht schlecht. Heilig's Blechle, was ist diesem Schritt so alles vorangegangen! Eltern, die als Gastarbeiter in den frühen 60erjahren nach Deutschland kamen, nach Bad Urach, ins Herz der schwäbischen Alb, 1965 brachte Nihal Ödzemir ihren Sohn zur Welt, der in der Schule extrem aufmüpfig und unmotiviert war, zuerst, um sich dann plötzlich zu interessieren und zu engagieren, als Klassensprecher und Schulsprecher. Der sich politisch einbrachte, den Grünen beitrat und 1994 als erster Abgeordneter mit türkischen Wurzeln in den Bundestag gewählt wurde. Özdemir blickt auf viele oft sehr unterschiedliche Stationen zurück, als ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, als Bundesvorsitzender seiner Partei, als Minister für Ernährung und Landwirtschaft und seit November 2024 noch zusätzlich als Bundesminister für Bildung und Forschung. Heute geht’s für ihn ausnahmsweise mal weniger um Politik, dafür aber um die Musik in seinem Leben und die dazugehörigen Geschichten und Stationen. Playlist: Manfred Mann's Earth Band - Davy’s on the road again Schwoißfuaß - Wasserkopf Zülfü Livaneli - Yigidim Aslanim Wolf Biermann - Und als wir ans Ufer kamen Neil Young - Cowgirl in the Sand Van Morrison - Brown Eyed Girl ABBA - Dancing Queen Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 28 Minuten
Selten wussten wir im Vorfeld so wenig über einen Gast. Die 33jährige Berlinerin gehört zu den interessantesten und besten Entertainerinnen, die gegenwärtig auf deutschsprachigen Bühnen zu sehen und zu hören sind. Und ja, da gibt’s noch keine lange Vita und so gut wie kein Interview, aus dem man Rückschlüsse ziehen könnte, aber das wird nicht lange so bleiben. Anissa Loucifs Programme oder auch Teile davon werden im Fernsehen und in den Sozialen Medien vielfach angezeigt und geteilt. Diese junge Frau mit dem Hidschab erzählt mit großer Liebe und gleichzeitig großer Selbstironie von ihrem Leben, einer deutschen Mutter und christlichen Großeltern und einem muslimischen Vater, von ihrem Wunsch, auf der Bühne zu stehen, zu Singen, vom Medizinstudium, von ihrem Alltag als Narkoseärztin und - ganz frisch noch - von ihrem Leben als junge Mutter. Anissa Loucif hat einen außerordentlich trockenen Humor, das weiß auch der fiktive Heiko aus der Dating App, dem sie den Dialog unterjubelt: "Dein Vater kommt aus Algerien? Das trifft sich ja gut. Ich hab ne Putzfrau. Die kommt aus Albanien. Vielleicht kennt ihr Euch ja." Wir freuen uns jedenfalls sehr, Anissa Loucif in der Hörbar Rust kennenzulernen. Playlist: Amy Winehouse - Take the he Box Magic System, Mohamed Lamine, Kore - Un gaou à oran Beginner feat. David P - Mikro in der Hand Marina and the Diamonds - Are you satisfied? Slum Village - Fall in Love Herbert Grönemeyer, Soho Bani - Zeit dass sich was dreht Jeremias - Grüne Augen lügen nicht Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 24 Minuten
Es gibt nicht wenige Menschen, die heute erfolgreich in ihren Berufen arbeiten, aber ursprünglich mal von einer ganz anderen Richtung aus starteten. An dieser Stelle ganz herzliche Grüße an alle Quereinsteiger weltweit, zu denen unser heutiger Gast schon mal nicht gehört. Im Gegenteil. Sein Einstieg in die Medienbranche erscheint in der Rückschau sehr gradlinig, da war nichts quer oder unüberlegt. Steffen Hallaschka, 1971 in Kassel geboren, wusste früh, was er will und das Leben kam ihm auf halbem Wege entgegen: Schülerzeitschrift, Radio-Liebe, Praktikum, erste kleine Jobs, Studium, er wurde Radio-Moderator, bald Fernseh-Moderator und das ist er bis heute geblieben. Als Hallaschka 2011 bei "stern TV" der Nachfolger des deutschen Weltkulturerbes Günther Jauch wurde, hielt eine Nation den Atem an und - atmete sofort entspannt weiter, denn das lief vom ersten Moment an gut. 2023 gehörte Steffen Hallaschka neben Olivia Jones zu einem kleinen Team, das sehr erfolgreich die 6-teilige Dokuserie "Sterben für Anfänger" produzierte, dafür gab es den Deutschen Fernsehpreis. Und: eine Fortsetzung. Wir sind gespannt. Playlist: Robbie Williams - Feel Udo Lindenberg - Wozu sind Kriege da? Bill Withers - Use me Marlo Grosshardt - Geschichte schreiben Devlin & Ed Sheeran - (All along the) Watchtower Bernd Begemann - Wenn wir Glück haben Sportrfreunde Stiller - Ein Kompliment Max Mutzke - So viel mehr Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 14 Minuten
Wir Menschen lieben Geschichten, Lebensgeschichten, die so verlaufen wie die unseres heutigen Gastes. Man muss nicht den Tellerwäscher bemühen und nicht den Millionär, aber vom Prinzip ähnelt dieses Narrativ der Biografie von Kerstin Ott. Die wirklich nicht die besten Voraussetzungen hatte, als die Welt sie empfing: Ihre Mutter wurde krank, zu krank, um sich weiterhin um ihre beiden Kinder zu kümmern, die man zuerst in Heimen, das Mädchen, Kerstin, dann bei Pflegefamilien unterbrachte. Zum Glück, das bestätigt die 1982 in West-Berlin geborene Musikerin, war sie schon damals ein fröhliches Kind, gesegnet mit Optimismus. Den sie auch weiterhin brauchte. Früh interessierte sie sich für Musik, machte eine Lehre als Malerin und Lackiererin, bewarb sich bei der Polizei - und rutschte in eine Spielsucht, 7 Jahre lang. Kerstin Ott befreite sich selbst daraus, irgendwie ging das Leben weiter und irgendwie gelangte dieses Lied, "Die immer lacht" auf YouTube, selbstgeschrieben, für eine Freundin. Und das ging - nach Jahren! - plötzlich durch die Decke und zwar richtig. Festhalten, bitte: über 220 Millionen Klicks. 3-fach-Platin. 1,2 Mio mal verkauft. Damit ging es los und zum Glück ging es immer weiter. Im Duett mit Helene Fischer, Andrea Berg oder solo, Ott gehört längst zu den erfolgreichsten Sängerinnen des Landes. Gratulation! Playlist: Kerstin Ott - Die Immer Lacht Tracy Chapman - The Love that you had Juliane Werding - Am Tag als Conny Kramer starb Solomon Burke - Cry to me Phillipp Poisel - Ich will nur Kurtis Blow - The Breaks Jennifer Rush - Das Farbenspiel des Windes Pink - Feel Something Kerstin Ott - Sieben Kartons Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 25 Minuten
Für ihre Arbeit wurde unser heutiger Gast vielfach ausgezeichnet, hier mal eine Auswahl: Telestar, Grimme-Preis (nicht nur einmal), Goldene Schallplatte, Bayerischer Filmpreis (nicht nur einmal), Goldene Kamera, Preis der dt. Filmkritik, Kunstpreis Berlin und auch den Sonderpreis beim Fernsehfilmpreis. Das ist ja allerhand. Nun ist die 1972 in West-Berlin geborene Nicolette Krebitz allerdings auch breit aufgestellt, als Schauspielerin, Regisseurin, Musikerin, Sprecherin und Drehbuchautorin. Durch Filme wie "Bandits" wurde sie für eine ganze Generation zur Projektionsfläche. Das ist dem Schauspielberuf zueigen, es hat Vor- und Nachteile, aber wie wird man das Bild, das andere von dir haben, bitte wieder los? Indem man sich immer wieder und immer weiter verändert. Das zumindest wäre eine Erklärung dafür, warum sich Nicolette Krebitz nie auszuruhen scheint. Aus dem Tanz ins Schauspiel, aus dem Schauspiel in die Regie, vom Bekannten hin zum Neuen. Vier sogenannte Longplayer hat sie als Regisseurin bislang vorgelegt, aktuell spielt sie neben Lars Eidinger eine Hauptrolle im Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale unter der Regie von Tom Tykwer. Playlist: Kid Frost - La Raza Fleedwood Mac - Landslide Tylor the Creator - See you again Prince - I wanna be your Lover Jimi Hendrix - Up from the Skies Laurie Anderson & Jean Michel Jarre - Rely on me# Aaliyah - One in a Million Patti Jo - Make me believe in you Carpenters - Close to you Michael Jackson - We're almost there Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 23 Minuten
Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die mindestens eine Sache richtig gut können. Also richtig gut. So, dass Sie es selbst spüren, weil es Ihnen besonders viel Spaß macht. Und so, dass auch alle anderen Leute um Sie herum sagen: "Wow, das ist aber außergewöhnlich." Unser heutiger Gast jedenfalls verfügt über eine solche Mischung aus Talent und Leidenschaft, zu der aber in der Regel immer auch eine große Portion Fleiß gehört. Jördis Triebel, selbst ausgezeichnet mit zahlreichen bedeutsamen Preisen, ist so etwas wie ein Gütesiegel für Filme und Serien. Die Schauspielerin kam 1977 in Berlin, Hauptstadt der DDR, als zweite von vier Schwestern zur Welt. Mit 17 spricht sie zum ersten Mal an der legendären Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch vor, ein Jahr später wird sie angenommen. Bis heute spielt Jördis Triebel in den unterschiedlichsten Produktionen mit - von "Babylon Berlin" über "Dark", "Bad Banks", "Weissensee" oder jetzt gerade in "Köln 75" im Kino und in einer feinen, kleinen ARD-Produktion mit dem Titel "Marzahn, mon amour". Playlist: Curtis Mayfield - Move on up Pionierchor Edgar André des Berliner Rundfunks - Unsere Heimat Ella Fitzgerald - Basin Street Blues Vanessa Paradis - I’m waiting for the Man Prince - The Question of U Erykah Badu - On & On Blackstreet feat. Dr. Dre - No Diggity Gerhard Schöne - Schmusen muss sein Feist - The Limit to your Love Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 27 Minuten
Eigentlich müsste es reichen, über Tony, das Talent zu sprechen. Hier kommt der erfolgreichste Nachwuchs-Comedian des Landes. Tony Bauer ist jetzt 29, seit knapp drei Jahren dabei, spielt seine erste Tournee auf 36 fast überall ausverkauften Bühnen, bemerkenswert. Tony Bauer, der gebürtige Duisburger, der bei "Let's dance" allen den Kopf verdrehte mit seiner Liebenswürdigkeit, die interessanterweise genau so groß ist wie seine Leidenschaft. Plötzlich steht Tony im Fokus: Kölner Treff, NDR Talkshow, Jurymitglied in der Erfolgsshow "Das Super-Talent". Das, so könnte man meinen, müsste reichen, um Sie auf Tony Bauer als unseren Gast neugierig zu machen. Nun, damit unterschlagen wir, dass Tony mit 8 Jahren chronisch krank wurde, insgesamt drei Mal im Koma lag, zum ersten Mal als Kind, ein Jahr lang. Überhaupt fand dieses Leben bis zum 18. Geburtstag viel zu häufig in Krankenhäusern statt. Tony war über Monate blind, er war gelähmt, hatte Tuberkulose und eigentlich keine Chance. Aber dieser Junge merkte früh, wie viel leichter sein kleines, schweres Leben wurde, sobald seine Familie, die Schwestern, Ärzte und Freunde plötzlich lachen mussten über den Quatsch, den er sich ausdachte. Dies ist die kurze Antwort auf die Frage: "Wie bist Du eigentlich zur Comedy gekommen?" Wie schön, dass wir nun Zeit haben, diesen außergewöhnlichen Tony Bauer und seine Geschichten näher kennenzulernen. Playlist: Aretha Franklin - Say A Little Prayer Drake/Jay-Z -Pound Cake Kid Ink - Hell And Back Cat Stevens - The Wind Lukas Graham - 7 Years The Mayries - High Hopes Apache 207 - Nie mehr gehen Frederik Lycke - aus dem Musical Hercules - Ich werd’s noch beweisen John Rzeznik - I’m Still Here (Jim’s Theme) Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 19 Minuten
Schieben wir ultrakonservative Strömungen und Backlashes mal zur Seite und betrachten unsere Gesellschaft, dann lässt sich doch feststellen: sie ist vielschichtig und von Vielfalt geprägt - auch, wenn es hier und da noch oder wieder wackelt. Zu dieser Vielschichtigkeit trugen zahllose queere Personen bei, die Gespräche führten, Filme drehten, aufklärten, erklärten, die sich verletzen, aber nicht entmutigen ließen. Heute ist Queersein weitestgehend akzeptiert, arbeiten wir daran, dass es so bleibt. Unser heutiger Gast, der 1978 in Gießen geborene Jochen Schropp, ist einer derjenigen, die Diversität ganz selbstverständlich vorleben, im Alltag, in seiner Arbeit als Moderator oder Schauspieler. Aber auch er kann sich nur zu gut daran erinnern, wie furchtbar es sich anfühlte, als schwuler Junge drangsaliert zu werden. Mit 15 absolvierte er ein Praktikum beim ZDF, machte erste Schauspielerfahrungen, Theater, Film, Fernsehen und schließlich auch Moderationen, seit vielen Jahren beispielsweise bei "Promi Big Brother", einem der erfolgreichsten deutschen Reality-TV-Formate. Sprechen wir doch mit Jochen mal über Reality, aber sicherlich auch über Music. Playlist: Wilson Phillips - Release me Alanis Morisette - You oughta know Original Broadway Cast of Rent - Seasons of Love Britney Spears - (Hit me Baby) One more time Oliver Tank - Last Night I heard everything in slow Motion Katy Perry - Teenage Dream Jessie Ware - Free yourself Ariana Grande - Yes, And? Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 29 Minuten
Jakob Hein, 53, Kinder & Jugend-Psychater, Mediziner, Übersetzer, Schriftsteller & Hobby-Imker Sie könnten unseren heutigen Gast auf ganz unterschiedliche Weise kennengelernt haben. Gut möglich, dass Sie ihn - gemeinsam mit seinem Freund Kurt Krömer - auf der Bühne gesehen oder im Podcast gehört haben. Vielleicht haben Sie eines seiner zahlreichen und höchst erfolgreichen Bücher gelesen. Auch möglich, dass er Sie oder Ihr Kind therapierte. Jawohl, Jakob Hein ist Dr. med., er studierte Medizin u.a. in Schweden, Österreich und den USA und spezialisierte sich als Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut. Hein ist, wir erwähnten es gerade, Schriftsteller und dabei ein gleichermaßen kluger, wie ausgesprochen lustiger Mensch. Zur Welt kam er 1971 in Leipzig als Sohn einer Filmregisseurin und eines Schriftstellers, einen Bruder gab’s noch, möglicherweise ein Haustier, danach wird gleich mal gefragt. Jakob Hein versteht es auf sehr unterhaltsame Weise, gesellschaftliche Probleme jedweder Art nachvollziehbar zu erklären. Nicht, dass er dadurch das weltweite Chaos beseitigen kann, aber er trägt dazu bei, es für viele ein bißchen erträglicher zu machen. Playlist Wir sind Helden - Von hier an blind Inge Brandenburg - Amateur d’amour Gerhard Schöne - Der Meeresbezwinger Thomas The Cure - In between Days Dota Kehr - Geld verdirbt den Charakter Ernst Molden - Der Nino aus Wien/Vorstadtcasanova 8 Eimer Hühnerherzen - Eisenhüttenstadt Schnipo Schranke - Piss Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 18 Minuten
Wenn Schauspielerinnen und Schauspieler über ihren Beruf und auch über die Tücken ihrer Branche sprechen, taucht manchmal das Narrativ von der "ungeliebten Auszeichnung" auf. Da wird er einem verliehen, der Super-Preis, Anerkennung auf ganzer Ebene, Kritik und Publikum jubeln - und danach gibt es für die Ausgezeichneten erstmal keinen Job mehr. Kann man sich gar nicht vorstellen, ist aber immer wieder so. Auch unser heutiger Gast, die Schauspielerin Lavinia Wilson, steckte schon in einer solchen Situation. Nach dem Max-Ophüls-Preis 2004 standen, wie man so schön sagt, die Telefone für ein Jahr quasi still. Schaut man sich die Filmografie, also all die Projekte, die Frau Wilson in ihrem Leben so gedreht hat, mal an, kann man sie im Nachhinein zu dieser Pause oder diesem Luftschnappen eigentlich nur beglückwüschen. Mit 11 kam sie zum Film und dort ist sie bis heute, Frau Böhm sagt Nein, Quellen des Lebens, Deutschland 86, Legal Affairs, zwischendurch aber studierte die 1980 in München geborene Mutter dreier Söhne auch noch. Aktuell ist Lavinia Wilson in einer neuen Netflix-Serie zu sehen, aber bevor wir auf die zu sprechen kommen, lassen wir uns von ihr gerne durch die wichtigsten und lustigsten Stationen ihres Lebens begleiten. Playlist: Jungle - Keep Moving Roxette - Come back before you leave Ton Stein Scherben - Der Traum ist aus Elle Valenci - Freedom People under the Stairs - Acid Raindrops Roisin Murphy - Flash of Light (Live in Berlin) Goldy - Karma Milva - Ich hab keine Angst Gala - Freed from Desire Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 28 Minuten
Wenn eine Künstlerin oder ein Künstler es geschafft hat, als "zeitlos" wahrgenommen zu werden, dann darf man das wohl als höchste Auszeichnung des Publikums verstehen. Gayle Tufts, die 1960 in Brockton, Massachusetts, geboren wurde, ist so zeitlose eine Künstlerin. Den meisten immer noch bekannt als Comedienne, die das Oeuvre "Denglish" erfand, singt und tanzt und schreibt sie aber auch, als gäbe es kein Tomorrow. So ist sie im besten Sinne als "Entertainerin" zu bezeichnen. Die 80er verbrachte sie in New York City, eine wilde und gute Zeit für kreative Menschen, fast niemand hatte Geld, aber fast alles war möglich. In den 90ern lebte sie in Berlin, eine wilde und gute Zeit für kreative Menschen, fast niemand hatte Geld, aber fast alles war möglich. In Berlin ist sie geblieben, die Stadt ist ihr Zuhause, nach mehr als 30 Jahren. Gayle Tufts' Lebensfreude und - tja, ist es Optimismus? erscheinen unumstößlich, auch den unfreundlichsten Begegnungen und schwierigsten Krisen hält sie ein "Smile" entgegen, das sich wie Wundsalbe auf die gegenwärtige Schroffheit legt. Dafür schon jetzt ein "Thanks a lot, you verruckte Mensch." Playlist: The Supremes - Love Child Marvin Gaye - What’s going on Patti Smith Group - Ask the Angels Yazoo - Don’t go Su Kramer - Hier ist das Leben Ideal - Ich steh auf Berlin Foyer des Arts - Ein Haus aus den Knochen von Cary Grant Gayle Tufts & Marian Lux - All my red Dresses Beyoncé - Break my Soul Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 24 Minuten
Manchmal hilft es gar nicht, sich das Leben anderer vorzustellen, um auf diese Weise die eigene Unzufriedenheit oder das eigene Drama zu relativieren. Manchmal aber hilft es schon zu sehen, was andere Menschen in vergleichbaren Situationen so alles ausgehalten haben, wie sie auf ihrem Leben ausgerutscht sind, wieder aufstanden, wieder ausrutschten und trotzdem weitermachten. Die Stuntfrau Miriam Höller, geboren 1987 in Mühlheim a.d. Ruhr, ist hunderte Male ausgerutscht, abgesprungen, sie brannte, wurde angefahren und durch die Luft geschleudert. Das war ihr Job. Bis sie sich beide Füsse brach und vielleicht schon ahnte: das war’s mit meinem geliebten Beruf. Wenige Wochen später verliert sie ihren Mann bei einem Hubschrauberabsturz. Wie sehr kann sich ein Leben drehen und vor allem: wie schnell? Miriam Höller durchlief wahrscheinlich jedes nur denkbare Gefühl von Optimismus bis hin zu Todessehnsucht, schrieb ihre Gedanken schließlich auf und führt heute ein, wie sie es beschreibt, dankbares, schönes Leben, das auch davon geprägt ist, anderen Menschen Mut zu machen. Playlist: Coldplay - Fix You Backstreet Boys - Everybody Amistat - Falling Tom Petty - Free Falling Mike & the Mechanics - Over my Shoulder Chris Stapleton - Millionaire Alanis Morissette - Ironic Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Hörbar Rust
Jeden Sonntag von 14.00 bis 16.00 Uhr lädt Bettina Rust einen prominenten Gast in die Hörbar Rust ein. Dieser stellt sich in der Sendung vor und die Musik, die in seinem Leben von Bedeutung war und er...