Hörbar Rust Archiv
104 Episoden
1 Stunde 1 Minute
Jahrgang 1934, Fernsehntalkmaster, Entertainer und Produzent. Er war der Pionier des Kochshow-Booms im deutschen Fernsehen. Mitte der 90er startete seine Sendung "Alfredissimo". Mit seiner lässigen und unnachahmlichen Art ist der Moderator und Fernsehkoch vielen im Gedächtnis geblieben. Alfred Franz Maria Biolek erblickt im tescheslowakischen Freistadt mitten im Krieg 1934 das Licht der Welt. Seinen Geburtsort, das heutige Karwin, in dem Deutsche, Tschechen, Polen, Schlesier und Juden zusammenleben, empfindet der niedliche Bub mit Sepplhut als Paradies seiner Kindheit, aus dem er früh vertrieben wird. 1946 wird die Familie aus Niederschlesien vertrieben und findet Unterschlupf in Waiblingen bei Stuttgart, wo sein Vater als Rechtsanwalt weiterarbeitet. Der Tod des älteren Bruders und die Schulzeit in den frühen Jahren prägen ihn. Nach dem Abitur 1954 studiert er Jura in Freiburg, München und Wien. Nach dem Staatsexamen arbeitet er in der Kanzlei seines Vaters - wechselt jedoch zu einer größeren Kanzlei und wird Mitglied der Münchner Boheme. 1963 holt ihn das ZDF als Justitziar zu sich. Doch schon bald wechselt er in die Redaktion des Magazins „drehscheibe“ und steigt wenig später als stellvertretender Unterhaltungschef des ZDF auf. Dann aber verläßt Alfred Biolek den Sender und wird Produzent bei der Bavaria Film in München. Berühmte Unterhaltungshows und Talkformate wie “Am laufenden Band mit Rudi Carrel“, „Kölner Treff“, „Bio’s Bahnhof“, „Bei Bio“, „Mensch Meier“ und„Boulevard Bio“ gehen auf sein Konto. Zuletzt kochte er in „alfredissimo“ und gab zahlreiche Kochbücher heraus. Für all das wurde er mit Preisen und Auszeichnungen geehrt. Zudem war er Honorarprofessor an der Kunsthochschule für Medien in Köln und Gründer der „Alfred Biolek Stiftung – Hilfe für Afrika”. Am 23.07.2021 ist Alfred Biolek im Alter von 87 Jahren gestorben. Playlist: Tina Turner - What's Love got to do with it? Sammy Davis Jr. - New York New York Betty Roché singt George Gershwin - Summertime Helen Schneider - Sah ein Knab ein Röslein stehn (Live) Helen Schneider - Just like a Woman Kate Bush - Wuthering Heights W.A. Mozart - Cosi Fan Tutte - Ouvertüre Robert Schumann - Träumerei Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 4 Minuten
Jahrgang 1954, peruanisch-deutsche Ärztin und Gründerin des Gesundheitszentrums für Obdachlose in Berlin und der Jenny de la Torre-Stiftung (verstorben am 10. Juni 2025) Das Mädchen wächst in den peruanischen Anden auf. Als ihre Mutter schwer erkrankt, ist Jenny 7 Jahre alt. Der einzig verfügbare Arzt weit und breit muss mitten in der Behandlung zu einem weiteren Notfall. Die Familie muss sich mit den Nachbarn um ihn streiten und so entschließt sich Jenny, später selbst einmal Ärztin zu werden. Und wirklich: Sie studiert Medizin und jobbt fleißig, um sich die viel zu teuren Bücher leisten zu können. Die junge Frau bewirbt sich erfolgreich um ein Stipendium für die DDR, lässt sich an der Charité zur Chirurgin ausbilden und bekommt ein Kind. Zurück in Peru wird ihr Abschluss nicht anerkannt - absurd. Gut, dann eben wieder Berlin. Die Mauer ist bereits offen, die Stadt ist voll. Und eben auch voller Menschen, die Unterstützung brauchen, gerade Medizinische. Mehr als 25 Jahre schon kümmert sich Jenny de la Torre Castro unermüdlich um Obdachlose - sie ist ein Anker in der Not gemeinsam mit einigen ehrenamtlichen Ärztinnen und Helfern. Ein Gesundheitszentrum hat sie aufgebaut und eine Stiftung. Vielfach wurde sie ausgezeichnet. Das Geld ist knapp, ihre Zeit im übrigen auch. Umso erfreulicher, dass Jenny de la Torre uns zweimal in der Hörbar besucht hat. Sie wurde 71 Jahre alt. Playlist: Arturo Galvez - Caballo Viejo Andrea Bocelli - Ali di liberta Mercedes Sosa - La Maza Mila y su Violin - La Llorona Juan Diego Flores - La Flor de la Canela Udo Jürgens - Griechischer Wein Franz Schubert - Ständchen Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 6 Minuten
Jahrgang 1924, Jazzmusiker & Profigitarrist (verstorben am 28. Januar 2018) Mit 13 entdeckt der Berliner Heinz Jakob "Coco" Schumann den Jazz für sich, kurz darauf schwappt die Swingwelle ins Land, ausgerechnet als der Krieg schon in vollem Gange und Swing Tanzen streng verboten war. Mit 16 spielt er das erstmal öffentlich. Ein riskantes Unterfangen. Er spielt nachts heimlich in den Clubs mit Bully Buhlan und Helmut Zacharias um die Wette. 1943 wird er denunziert und kommt in Gefangenschaft. Deportation nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz und nach Dachau. Coco Schumann musiziert selbst in den Lagern, wird so zum "Ghetto-Swinger" und rettet sich so das Leben. 1945 kehrt er nach Berlin zurück, heiratet und bespielt mit seiner Jazzgitarre und neuer Band sämtliche Tanzschuppen rund um den Kurfürstendamm. Trotzdem wandert er 4 Jahre nach Ausstralien aus. Endgültig zurück im Wirtschaftswunder Berlin, jammt er mit Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie und Louis Armstrong. Kurz - er wurde der deutsche Grandmaster of Swing. 40 Jahre hat Coco Schumann über seine Erlebnisse während des Nationalsozialmus geschwiegen. In seinen Memoiren "Der Ghetto Swinger - erzählt der 80jährige Jazzmusiker, wie er Auschwitz und seine Peiniger überlebte und gab uns in der Hörbar ein paar Einblicke in sein spannendes Leben. Coco Schumann wurde 93 Jahre alt. Playlist: Coco Schumann Quartett - Georgia on my Mind (Live) Coco Schumann - Exotique 1963 Louis Armstrong - I've got the World on a String Coco Schumann & Toots Thielemans - Caravan Helmut Zacharias - Swing 48 Coco Schumann y su combo - Senorita de la Mambo Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 9 Minuten
Die Hörbar Rust gibt es seit inzwischen fast 25 Jahren. Das ist 'ne lange Zeit und einige unserer Gäste sind leider inzwischen verstorben. In Reminiszenz sagen wir "Schön, dass Ihr da ward" und nutzen die Sommerpause, um Euch ein paar dieser wunderbaren Menschen noch mal in Erinnerung zu rufen. Heidi Hetzer, Jahrgang 1937, Unternehmerin & Motorsportlerin (verstorben am 21. April 2019) Man kennt Heidi Hetzer als Ralleyfahrerin, Society-Lady und Berlins bekannteste Opel-Händlerin. Als echte Berliner Pflanze 1937 geboren, sind Autos von klein auf ihre größte Leidenschaft. Heidi wächst zwischen Schmieröl, Zündkerzen, Kolbenfresser, Motorrädern und Karosserien in einer Männerdomäne auf. Der Vater - Siegfried, immer ihr Vorbild – fährt Motorradrennen und so fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Auch die Tochter liebt die Geschwindigkeit auf dem Sattel und die großen Rallyes und gewinnt mehr als 150 Preise. Im eigenen Familienbetrieb geht sie 1954 in die Lehre und lernt Auto-Mechanikerin unter den strengen Auges ihres Vaters. Mit 31 übernimmt sie nach seinem Tod 1969 das Unternehmen, 150 Mitarbeiter und etwa zwei Millionen Euro Schulden. Heidi Hetzer baut es zu einem der größten Autohäuser Berlins aus. Sie fuhr die Rallye Monte Carlo, überschlug sich in der Türkei mit einem Rennwagen, landete eine Nacht im türkischen Knast und raste in Guatemala mit einem Opel Kadett 80 Meter tief in eine Schlucht. Doch nichts konnte eine Frau solchen Formats aufhalten. Einen Traum hatte sie noch "Als Oma mit 70 durch die Wüste" - das legendäre Rennen Paris-Dakar. Wir konnten sie zum kurzen Boxenstop einfangen und erinnern uns gern an die spannenden Geschichten einer wagemutigen unerschrockenen Weltenbummlerin. Heidi Hetzer wurde 81 Jahre alt. Playlist: Gordy - So leb dein Leben Pop Tops - Mamy Blue Dylan Mackay - I want you back Petula Clark - Petit Fleur Frank Sinatra - Come fly with me The Beatles - Yesterday Diana Shore - See the USA in your Chevrolet Uwe Kröger - From Russia with Love Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 6 Minuten
Jahrgang 1942, Schauspieler & Regisseur (verstorben am 22. September 2020) Der Sohn eines Gastwirts wächst in Berlin-Lichtenberg auf. Er arbeitet als Trabrennfahrer, lernt Gebrauchswerber und lässt es - im Westen - ordentlich krachen, womit Schluss ist, als die Mauer kommt. Er wird zum erfolgreichen Defa-Schauspieler und gründet mit der Schauspielerin Corinna Harfouch eine Familie. Das ist lange her. Gwisdek lebte lange in der Schorfheide und drehte in 45 Jahren fast 140 Filme. Wir freuen uns über die schönsten Erinnerungen an den vielleicht quirligsten Mann der Welt, Michael Gwisdek, zu Gast an der Hörbar Rust auf radioeins. Playlist: Phil Collins - In the Air Tonight Janis Joplin - Piece of my heart Eagles - Hotel California Joe Cocker - With a little Help from my Friends The Beatles - All you need is Love Herbert Grönemeyer - Flugzeuge im Bauch Adele - Rolling in the Deep Amy Winehouse - Me & Mrs. Jones Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 28 Minuten
Die Entscheidung an sich stand für unseren heutigen Gast schon sehr früh fest: sie würde Schauspielerin werden, klare Sache. Nun ist das ja erstmal ein Wunsch, der vielen jungen Menschen im Kopf herumschwirrt und von dem die Film- und Fernsehbranche von jeher profitiert - denn sie wird idealisiert. Und romantisiert. Und löst dann in der Realität dieses Glitzerige und Abgefahrende oft gar nicht ein. Das merkte auch Elena Uhlig, die sich aber schon deshalb nicht umentscheiden konnte, weil sich Mutter und Großmutter finanziell ganz schön strecken mussten, um der jungen Frau das Studium zu ermöglichen. So hielt die 1975 in Düsseldorf geborene Elena durch, auch, als es richtig schwer für sie war. Zum Glück, denn irgendwann platzte der Knoten und Frau Uhlig konnte zeigen, was sie auf dem Kasten hat, z.B. 4 Jahre lang in der Erfolgsserie "Mit Herz und Handschellen" an der Seite von Henning Baum, 2002 ging's los, oder in so großartigen Filmen wie "Alles auf Zucker" und "Klassentreffen". Inzwischen hat sich die 4-fache Mutter, die mit dem österreichischen Schauspieler Fritz Karl zusammenlebt, längst breiter aufgestellt: Sie ist ein Social-Media-Star mit über 400.000 Followerinnen allein auf Instagram. Playlist: Kiss - I was made for lovin' you A-ha - Take on me Michael Jackson - Bad Rod Stewart - Sailing Alexandra - Mein Freund der Baum Herbert Grönemeyer - Demo (Letzter Tag) Ed Sheeran - Perfect Karel Gott - Für immer jung Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 28 Minuten
In Amerika mag das ein anderer Schnack sein, aber Musikerinnen und Musiker, die in Deutschland durch sogenannte Castingshows bekannt wurden und sich etablieren konnten, lassen sich an einer Hand abzählen. Stefanie Heinzmann und Max Mutzke sind zu erwähnen. Und: unser heutiger Gast, Gregor Meyle. Aber auch, wenn es gelingt, sich musikalisch zu positionieren - es bleibt ein Struggle, auch davon wird er bestimmt gleich ein bißchen erzählen können. Gregor kommt 1978 im baden-württembergischen Backnang zur Welt. Es gibt keinen Fernseher, dafür besitzt die Mutter eine mittelgroße Plattensammlung, wir interpretieren das mal als frühkindliche Konditionierung in puncto Musik. Tatsächlich spielt der Junge mit 4 zum ersten Mal Gitarre, schreibt der Legende nach in der 1. Klasse seinen ersten Song, wird nach der Schule Tontechniker und begleitet große Stars auf ihren Tourneen. Bis….bis er selbst plötzlich die Chance bekommt, on stage zu performen. 2007 sucht Stefan Raab seinen Superstar, Gregor landet auf dem 2. Platz. Das sorgt für Aufmerksamkeit und Erfolg, wenigstens temporär. Und dann, ganze 7 Jahre später, der sogenannte Durchbruch als Underdog neben Sarah Connor, Roger Cicero und Sasha bei "Sing meinen Song". Seitdem läuft’s endlich rund. Gregor Meyle hat 7 Alben herausgebracht, er tourt regelmäßig, hat seine Fanbase und heute mal Zeit gefunden, um in unserem Studio Platz zu nehmen. Playlist: George Harrison - Something Bobby McFerrin - Don't worry be happy Morgan Harper Jones - I wanna dance with somebody White Lion - You’re all I need Gregor Meyle - Leinen los Eric Clapton - Wonderful tonight Amos Lee - With You Gregor Meyle - Komm kurz rüber Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 26 Minuten
Wir haben es immer schon geahnt: Das Leben ist weder Ponyhof noch Kindergeburtstag. Sätze wie diese fallen ja immer dann, wenn etwas schief geht oder etwas Gravierendes passiert, Verlust, Trauer, Schmerz gehören für uns alle dazu, auch das ist bekannt. In diesen Momenten hoffen wir auf Beistand mit unserem ganz individuellen Leid, auf jemanden, der uns heilt und hilft. Wer aber schützt und stützt all die Menschen in den Regionen weltweit, in denen es zu Naturkatastrophen und Kriegen kommt? Wer fährt in die Krisengebiete und setzt dabei sein eigenes Leben auf das Spiel? Die Mitarbeiter der medizinischen Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" beispielsweise, deren Vorstandsvorsitzende Parnian Parvanta heute unser Gast ist. Sie kam 1982 in Kabul zur Welt, inmitten der Wirren des Afghanistankrieges, und hatte als 8jähriges Mädchen das Glück, mit ihrer Familie über Umwege nach Deutschland fliehen zu können. Immer schon wollte Parnian Parvanta Ärztin werden, sie wurde es, genauer: Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Nach Einsätzen z.B. in Indien, Nigeria und im Irak wurde sie 2023 zur Vorstandsvorsitzenden von "Ärzte ohne Grenzen" gewählt. Playlist: Shakira - Whenever wherever Grohe Baran - Kabul Jan Fettes Brot - Jein Freundeskreis - Mit Dir Ashiqi 2 - Tum Hi Ho Fairuz - Ya ana ya ana Shervin Hajipour - Barraye Rahat Fateh Ali Khan & Momina Mustehsan - Afareen Afareen Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 24 Minuten
Die 1983 in Bern geborene Künstlerin Sophie Hunger wuchs am Fuße des Gurtens auf, dem Hausberg ihrer Geburtsstadt. Aber nicht nur dort, es ging viel hin und her in ihrer Kindheit und Jugend, London, Bonn, später Teheran und zwischendurch eben die Schweiz. Mit 10 spielte sie auf dem Klavier ihre ersten eigenen Songs, Musik wird jetzt zur festen Begleiterin. Nach der Matura macht sich Sophie auf die Suche, studiert mal dies, mal das, bricht immer wieder ab, singt in verschiedenen Bands und arbeitet in der Gastronomie, bis sie 2006 im Eigenvertrieb ihre erste CD veröffentlicht. Endlich kommt dieser Schub und diese lang ersehnte Bestätigung, zukünftig als Musikerin leben zu wollen und auch zu können. Wenig später performt sie als Vorband des höchst erfolgreichen Stephan Eicher im Pariser Bataclan und tritt beim Montreux Jazz Festival auf. Seitdem gilt die zweifache Mutter, Sängerin, Songwriterin, Filmkomponistin und nun auch Romanautorin Sophie Hunger als eine der innovativsten und außergewöhnlichsten Künstlerinnen Europas. Playlist: Nina Simone (live at Carnegie Hall 1964) - Go Limp The Carpenters - Love is surrender Daniel Barenboim & Israel Philharmonic Orchestra Cello: Jaqueline du Pré Piano: Gerald Moore - Kol Nidrei Op. 47 von Max Bruch Joe Strummer/The Clash - Julie’s been working for the drug squad Sophie Hunger - Halluzinationen Lhasa de Sela - Con toda palabra Barad - Sheykh Shangar Jacob Alon - Don’t fall asleep Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 28 Minuten
Es gibt ja diese Menschen, mit denen man durch Wälder oder sogar durch die Stadt geht und plötzlich sagen sie: "Oh, ein Buchfink. Toll." oder "hier muss irgendwo ein Fuchs wohnen". Wenn Sie in der Lage sind, eine Meise von einer Amsel und einen Steinpilz von einer Marone unterscheiden zu können: Glückwunsch, immerhin etwas. Aber Hand auf’s Herz: die wenigsten Menschen kennen sich in der Natur noch aus. Dabei ist das Leben mit einer direkten Verbindung zur Natur so viel schöner, selbst und gerade für Städter. Der 1978 in Berlin Pankow zur Welt gekommene Paul Wernicke ist angetreten, um Kindern und Erwachsenen genau das zu vermitteln. Der Wildnispädagoge ist selbst Vater von sechs Kindern und er kennt sich aus mit den Vögeln, den Füchsen und Wölfen, Käfern und Schlangen, den Bäumen und Pflanzen. Und noch schafft er es, Tiktok-Besessenheit und Online-Overkills durch echte Abenteuer zu ersetzen. Wie sowas gelingen kann und überhaupt, wie sein Leben bislang so verlief, das erzählt Paul Wernicke in der Hörbar Rust. Playlist: Sergej Prokoview - Peter und der Wolf (Erzähler: Elmar Gunsch) Motiv von der Ente & dem kleinen Vogel Die Ärzte - Zu spät Bob Marley - Redemption Song George Jones - Just one more Shaban & Käpt’n Peng - Werbistich Snotty Nose Rez Kids - Clash of the Clans Ben E. King - Stand by me Cosmo Sheldrake - Cuckoo Song Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 28 Minuten
Es gibt bestimmt Leute, die sagen werden, sie habe in den prägnantesten Filmen der letzten Jahrzehnte mitgespielt. Wahrscheinlicher aber ist es, dass diese Filme so prägnant wurden und sich in unserer kollektiven Erinnerung verfingen, weil sie darin mitgespielt hat. Das Mädchen Rosemarie, Nackt, Elementarteilchen, Yella, Barbara, Tár. Nina Hoss ist als Schauspielerin stets Gütesiegel, oft Erfolgsgarant und immer, immer ist sie professionell bis ins letzte Blinzeln, Zucken oder Zögern hinein. Die gebürtige Stuttgarterin kommt 1975 zur Welt und wird groß in einem - wie sie es mal nannte - liberalen Elternhaus. Die Mutter Intendantin und Schauspielerin, der Vater Politiker bzw. Aktivist, beide starke Persönlichkeiten, die auch in der Öffentlichkeit stehen. Früh bricht sich das schauspielerische Talent ihrer Tochter Bahn, sie studiert ab 1995 Schauspiel und reüssiert schon parallel in Filmen von Joseph Vilsmaier oder Bernd Eichinger. Nina Hoss feierte und feiert zudem internationale Erfolge, die US-amerikanische Schauspielerin Cate Blanchett sagte mal, auf die erfolgreiche Zusammenarbeit angesprochen, "ich habe Nina für bestimmt zehn Jahre gestalkt". Und nein, es folgt ausdrücklich nicht auch noch eine Aufzählung ihrer Preise und Auszeichnungen, das ginge alles von unserer Zeit ab und es wäre schade, schließlich sitzt sie ja bei uns im Studio. Playlist: Adriano Celentano - E voi ballate Whitney Houston - It's Not Right But It's Okay John Prine - Angel from Montgomery Nina Simone - Feeling Good Besomorph & Jurgaz - Barbarian Brandi Carlile - The Joke Stromae - Santé Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 24 Minuten
"Haben Sie jemals mit dem Gedanken gespielt, dass Sie scheitern könnten?" - wurde unser heutiger Gast vor einiger Zeit gefragt. Und Jinok Kim-Eicken antwortete: "So lebe ich nicht. So denke ich nicht. Niemand weiß, was morgen sein wird. Was bringt es mir, irgendwelche düsteren Szenarien durchzuspielen? Das hemmt nur.“ Von außen betrachtet hat es, wie sicherlich bei jedem anderen Menschen auch, einige Situationen gegeben, in denen es wackelig aussah, in denen es eng wurde im Leben der 1952 in Südkorea geborenen Opernsängerin, Künstlerin und Gastronomin. Früh kristallisierte sich das außergewöhnliche Talent des jungen Mädchen heraus, aber bis Jinok und der Gesang eine feste Beziehung eingehen konnten, sollte noch recht viel Zeit vergehen. Und apropos vergehen: bei dieser einen Leidenschaft ist es nie geblieben, Jinok, die 1978 nach Deutschland kam und blieb, malt, ist Keramikkünstlerin, Gärtnerin und betreibt ein höchst beliebtes koreanisches Restaurant in Berlin. Mit ihrem Mann Dirk Eicken, ebenfalls Künstler, schrieb sie ein Buch über das Fermentieren und die Freiheit, über Natur und Kultur, über Philosophie, Demut und die Liebe zum Leben. Playlist: Jimi Hendrix - The Wind cries Mary The Beatles/John Lennon - Imagine Song Chan Sik - Pili buneun sanai Yunchan Lim & Gwangju Symphony Orchestra - Adagio un poco mosso, vom Beethoven Klavierkonzert Nr. 5 in E-Flat Major, Op. 73 II. Satz Frank Sinatra - My Way Ed Sheeran - Perfect Dietrich Fischer-Dieskau & Alfred Brendel - Gute Nacht - Fremd bin ich eingezogen" aus "Die Winterreise" von Franz Schubert Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
1 Stunde 13 Minuten
Yasmine M'Barek, 26, Journalistin, Autorin & Podcasterin - „Ich bin total alt im Kopf, ich bin eine konservative Bitch“ ist ein Zitat unseres heutigen Gastes, unseres doch verhältnismäßig jungen Gastes, denn die Journalistin, Autorin und Podcasterin Yasmine M’Barak kam 1999 in Köln zur Welt. 8 Einsen und ein paar Zweien hatte sie im Zeugnis, überhaupt unterschied sie sich von der Mehrzahl ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler schon dadurch, dass sie sich früh für Politik und Wirtschaftsthemen interessierte. Ja, Mode ist und war wichtig, aber wie interessant war es, auf Parteitage zu pilgern und mal auf gut Glück ein paar Zeilen über sicherheitspolitische Bedenken oder kommunalpolitische Defizite zu schreiben, oder? Nein? Yasmine zog das durch, lernte, las und schrieb und profitiert heute von ihrem Antrieb, den Dingen genau auf den Grund zu gehen. Mit Markus Feldenkirchen moderiert sie dienstags den gesellschaftspolitischen Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“, bei der ZEIT hostet sie den Podcast „Echt jetzt?“, dessen Gästeliste von Robert Habeck über Gregor Gysi bis hin zu Olaf Scholz reicht und M’Bareks Buch "Radikale Kompromisse" landete auf Platz 23 der SPIEGEL Bestsellerliste.
1 Stunde 23 Minuten
Wir haben so etwas in der Art gesagt, als Jördis Triebel vor ein paar Wochen zu Gast in der "Hörbar Rust" war, wir werden so etwas in der Art sagen, wenn Mitte Juni die Episode mit Nina Hoss ausgestrahlt wird und ja, auch wenn heute Claudia Michelsen im Studio sitzt, müssen wir es so formulieren: Diese Schauspielerin ist eine Qualitätsgarantie, ein Geschenk und ein Gütesiegel für jede Serie und jeden Film, in dem sie mitwirkt. Diese drei Personen stehen absolut für sich, was sie eint, ist die Professionalität, mit der sie uns Zuschauende in die Geschichten hineinziehen. Claudia Michelsen, die 1969 in Dresden zur Welt kam, machte früh ernst mit dem Theater - ausnahmsweise mit 16 durfte sie sich für vier Jahre an der Ernst Busch Schauspielschule ausbilden lassen. Wer sie auf den Bühnen sah, hatte keine Zweifel. Ernsthaft war sie und sehr politisch, arbeitete mit Frank Castorf und Heiner Müller und bekam früh auch interessante Kino- und Fernsehangebote. "Napola", "Die Päpstin", "Der Turm" oder die erfolgreichen Dreiteiler „Ku’damm 56/59/63 Zusatzzahl 77“, aber die wird gerade noch fertig produziert. Bis dahin kann man ab 29. Mai Claudia Michelsen im Film "Blindgänger" im Kino sehen.
1 Stunde 32 Minuten
Plötzlich, mittendrin, wir sprechen gerade darüber, ob man Kinder beim Spielen gewinnen lassen sollte und überhaupt, ob er, unser heutiger Gast, ein guter Verlierer sei, mittendrin jedenfalls rutschen wir in einen Lachanfall, aus dem wir nur mit Mühe und Not wieder herauskommen. Und genau das, unkontrolliertes Lachen, gehört in seinem Job nun zu den Dingen, die nicht passieren sollten, denn was er vorträgt, spiegelt den Ernst des Lebens, schließlich arbeitet Constantin Schreiber als Tagesschausprecher. Wobei, breaking news und zum Zeitpunkt unseres Gespräches noch nicht offiziell: Diesen Job hat er nun nach 8,5 Jahren just an den Nagel gehängt. Es wäre wohl sonst auch gar nicht zu schaffen mit all den anderen Dingen, die seine Zeit in Anspruch nehmen. Denn als Autor schreibt er höchst erfolgreiche Sachbücher und Romane und moderiert u.a. einen Truecrime-Podcast. Schreiber kam 1979 in Cuxhaven zur Welt und wuchs in Wilhelmshaven auf. Mit den Eltern reiste er früh nach China, lebte als Jugendlicher eine zeitlang im syrischen Damaskus, lernte die arabische Sprache, studierte Jura, arbeitete als Journalist und bald auch als Moderator - im ägyptischen Fernsehen. What a life. Inzwischen lebt Constantin Schreiber mit seiner Familie in Hamburg und ist heute bei uns in Berlin zu Besuch. Und er ist mit großer Wahrscheinlichkeit der erste Hörbar-Gast, der Länder anhand ihrer Silhouette erkennen kann. | Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Hörbar Rust
Jeden Sonntag von 14.00 bis 16.00 Uhr lädt Bettina Rust einen prominenten Gast in die Hörbar Rust ein. Dieser stellt sich in der Sendung vor und die Musik, die in seinem Leben von Bedeutung war und er...