"Woher kommst du wirklich?" Archiv
33 Episoden
1 Stunde 11 Minuten
Sende uns deine Meinung über diese Episode
Lila lebt seit 24 Jahren in Deutschland, besitzt drei verschiedene Staatsangehörigkeiten – keine davon deutsch.
Wenn man sie trifft und mit ihr spricht, wird ihr die Frage „Woher kommst du wirklich?“ nicht mehr gestellt.
Das liegt daran, dass meine Podcast-Gästin das normative Bild erfüllt, welches viele Menschen bewusst oder unbewusst haben, also wie jemand „deutsch“ aussehen kann.
Das zeigt, dass „Deutschsein“ und damit ein fester Bestandteil der Gesellschaft zu sein, in der Wahrnehmung immer noch anhand des Aussehens zugewiesen wird.
Für Menschen wie mich, die nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, oder für meine Frau, deren ein Elternteil deutsch ist und nicht eingewandert, ist es wegen der dunkleren Hautfarbe undenkbar, dass die Frage nach der „wirklichen“ Herkunft ausbleibt.
In dieser Episode diskutieren wir unter anderem auch dieses Phänomen.
Lila teilt ihre spannende Migrationsgeschichte zwischen den USA, Kanada, Neuseeland, Indien und Deutschland und ihre Erfahrungen mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ aus verschiedenen Ländern und die damit verbundenen Herausforderungen bezüglich Zugehörigkeit und Identität.
Sie spricht über die Herausforderungen, die Mehrstaatlichkeiten und Multi-Identitäten für ihre Familie bedeuten. Ihr Ehemann stammt aus Brasilien, ihre Kinder sind in Deutschland geboren und wachsen dreisprachig auf – Englisch, Deutsch und Portugiesisch.
Was bedeutet Muttersprache, Nationalität, Heimat und Identität in so einer Familienzusammensetzung?
Gibt es tatsächlich große kulturelle Unterschiede, die auf geografische Herkunft basieren, oder konstruieren wir diese?
Als Beraterin für Antirassismus- und Antidiskriminierungsstrategien für Verwaltungen teilt Lila auch ihr wertvolles Wissen über strukturellen Rassismus. Wir sprechen auch über den Trend, die Zugehörigkeit von Menschen mit Migrationsgeschichte anhand ihrer „wirtschaftlichen Nützlichkeit“ zu bewerten.
Ein zentrales Thema ist auch der Rassismus und die Sprache in politischen Debatten, die nicht nur bei der AfD zu finden sind, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.
Mehr über Lila:
Lila Sax dos Santos Gomes ist gebürtige Amerikanerin, Kanadierin, und wuchs in Neuseeland und Indien auf. Mit 16 zog sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Inzwischen hat sie eine eigene Firma und arbeitet vor allem mit Verwaltungen zusammen an der Entwicklung von Antirasssismus- und Antidiskriminierungsstrategien. In ihrer Freizeit schreibt sie über das Muttersein, Trauer und Resilienz auf ambidextria.de.
Zu finden ist sie unter lilasaxdossantosgomes.de.
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/lila-sax-dos-santos-gomes-089a9233/
Instagram: https://www.instagram.com/lilasdsg/
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https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/
Musik & Postproduktion:
Joscha Grunewald
Lila lebt seit 24 Jahren in Deutschland, besitzt drei verschiedene Staatsangehörigkeiten – keine davon deutsch.
Wenn man sie trifft und mit ihr spricht, wird ihr die Frage „Woher kommst du wirklich?“ nicht mehr gestellt.
Das liegt daran, dass meine Podcast-Gästin das normative Bild erfüllt, welches viele Menschen bewusst oder unbewusst haben, also wie jemand „deutsch“ aussehen kann.
Das zeigt, dass „Deutschsein“ und damit ein fester Bestandteil der Gesellschaft zu sein, in der Wahrnehmung immer noch anhand des Aussehens zugewiesen wird.
Für Menschen wie mich, die nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, oder für meine Frau, deren ein Elternteil deutsch ist und nicht eingewandert, ist es wegen der dunkleren Hautfarbe undenkbar, dass die Frage nach der „wirklichen“ Herkunft ausbleibt.
In dieser Episode diskutieren wir unter anderem auch dieses Phänomen.
Lila teilt ihre spannende Migrationsgeschichte zwischen den USA, Kanada, Neuseeland, Indien und Deutschland und ihre Erfahrungen mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ aus verschiedenen Ländern und die damit verbundenen Herausforderungen bezüglich Zugehörigkeit und Identität.
Sie spricht über die Herausforderungen, die Mehrstaatlichkeiten und Multi-Identitäten für ihre Familie bedeuten. Ihr Ehemann stammt aus Brasilien, ihre Kinder sind in Deutschland geboren und wachsen dreisprachig auf – Englisch, Deutsch und Portugiesisch.
Was bedeutet Muttersprache, Nationalität, Heimat und Identität in so einer Familienzusammensetzung?
Gibt es tatsächlich große kulturelle Unterschiede, die auf geografische Herkunft basieren, oder konstruieren wir diese?
Als Beraterin für Antirassismus- und Antidiskriminierungsstrategien für Verwaltungen teilt Lila auch ihr wertvolles Wissen über strukturellen Rassismus. Wir sprechen auch über den Trend, die Zugehörigkeit von Menschen mit Migrationsgeschichte anhand ihrer „wirtschaftlichen Nützlichkeit“ zu bewerten.
Ein zentrales Thema ist auch der Rassismus und die Sprache in politischen Debatten, die nicht nur bei der AfD zu finden sind, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.
Mehr über Lila:
Lila Sax dos Santos Gomes ist gebürtige Amerikanerin, Kanadierin, und wuchs in Neuseeland und Indien auf. Mit 16 zog sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Inzwischen hat sie eine eigene Firma und arbeitet vor allem mit Verwaltungen zusammen an der Entwicklung von Antirasssismus- und Antidiskriminierungsstrategien. In ihrer Freizeit schreibt sie über das Muttersein, Trauer und Resilienz auf ambidextria.de.
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Musik & Postproduktion:
Joscha Grunewald
1 Stunde 14 Minuten
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Eine geographische und kulturelle Identität, die als sicher und unangefochten gilt, ist für manche Menschen selbstverständlich und für andere eine lebenslange Herausforderung.
Dies gilt besonders für Menschen mit einer Migrationsgeschichte, die immer wieder ihre Identität neu aufbauen müssen, wobei ihre Zugehörigkeit ständig hinterfragt wird.
Solmas Tehrani gibt mehrmals in ihrem Leben ihre Identität auf und formt sie neu. Sie wird kurz nach der Islamischen Revolution im Iran geboren, als Kind einer wohlhabenden adligen Familie; ihr Großvater ist ein Berater im Schahs Palast.
Dies ist das erste Mal, dass sie und ihre Familie gezwungen sind, ihre Identität zu verändern, da Adlige im islamischen Republik Iran keinen Platz mehr haben.
Bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter und Großmutter hält ihnen ein Mitglied der Revolutionsgarde ein Gewehr vor, weil fälschlicherweise angenommen wird, dass der Seidenschal von Solmaz ein heruntergerutschtes Kopftuch ist. Dieser Vorfall ist für die Familie ein Zeichen, dass sie im Iran nicht mehr sicher sind, und sie beschließen zu flüchten.
Nach sechs Monaten in der Türkei kommen sie nach Deutschland, wo sie sich von einem prunkvollen und wohlhabenden Leben im Iran auf ein Leben in einem Flüchtlingsheim umstellen müssen.
Für Solmas beginnt ein neues Leben in einem fremden Land; obwohl sie in Teheran eine Schule für Hochbegabte besucht, muss sie nun Schrift und Sprache neu lernen. Sie wird erneut mit einer neuen Identität konfrontiert, nämlich der des "Ausländers", eine Homogenisierung von Menschen, die eigentlich alle unterschiedliche kulturelle Identitäten haben.
Als Erwachsene besucht sie den Iran das erste mal wieder und stellt fest, dass es ein anderes Land ist als das, welches sie verlassen hat, und sie fühlt sich dort nicht mehr zugehörig.
Vor 11 Jahren zieht sie von Deutschland, wo sie Jahrzehnte gelebt hat, in die Schweiz. Dort lebt sie nun mit ihren beiden Kindern, die dort geboren worden sind und die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzen.
In Deutschland wurde sie nie als Deutsche wahrgenommen, und in der Schweiz wird sie wegen ihres Hochdeutsch oft als Deutsche angesehen, doch spürt sie immer das Fragezeichen der Menschen bezüglich ihrer Herkunft.
In der neuesten Episode spreche ich mit Solmas über ihr bewegtes Leben, darüber, wie die ersten prägenden Jahre die Identität formen und über die Herausforderungen, Identitäten aufzugeben und neue aufzubauen.
Mehr Informationen die Gästin:
Solmas Tehrani - ist Business Coach und Achtsamkeitscoach. Sie zeichnet besonders Ihre interkulturelle Denkweise und Ihre Mehrsprachigkeit aus. Des weiteren ist Sie ein Teil der IATL - International Academy of Transformative Leadership.
Ihre Herzbotschaft ist: Mut ist die Brücke zur Heilung, wenn du dich dafür öffnest, erlebst du dich selbst.
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Eine geographische und kulturelle Identität, die als sicher und unangefochten gilt, ist für manche Menschen selbstverständlich und für andere eine lebenslange Herausforderung.
Dies gilt besonders für Menschen mit einer Migrationsgeschichte, die immer wieder ihre Identität neu aufbauen müssen, wobei ihre Zugehörigkeit ständig hinterfragt wird.
Solmas Tehrani gibt mehrmals in ihrem Leben ihre Identität auf und formt sie neu. Sie wird kurz nach der Islamischen Revolution im Iran geboren, als Kind einer wohlhabenden adligen Familie; ihr Großvater ist ein Berater im Schahs Palast.
Dies ist das erste Mal, dass sie und ihre Familie gezwungen sind, ihre Identität zu verändern, da Adlige im islamischen Republik Iran keinen Platz mehr haben.
Bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter und Großmutter hält ihnen ein Mitglied der Revolutionsgarde ein Gewehr vor, weil fälschlicherweise angenommen wird, dass der Seidenschal von Solmaz ein heruntergerutschtes Kopftuch ist. Dieser Vorfall ist für die Familie ein Zeichen, dass sie im Iran nicht mehr sicher sind, und sie beschließen zu flüchten.
Nach sechs Monaten in der Türkei kommen sie nach Deutschland, wo sie sich von einem prunkvollen und wohlhabenden Leben im Iran auf ein Leben in einem Flüchtlingsheim umstellen müssen.
Für Solmas beginnt ein neues Leben in einem fremden Land; obwohl sie in Teheran eine Schule für Hochbegabte besucht, muss sie nun Schrift und Sprache neu lernen. Sie wird erneut mit einer neuen Identität konfrontiert, nämlich der des "Ausländers", eine Homogenisierung von Menschen, die eigentlich alle unterschiedliche kulturelle Identitäten haben.
Als Erwachsene besucht sie den Iran das erste mal wieder und stellt fest, dass es ein anderes Land ist als das, welches sie verlassen hat, und sie fühlt sich dort nicht mehr zugehörig.
Vor 11 Jahren zieht sie von Deutschland, wo sie Jahrzehnte gelebt hat, in die Schweiz. Dort lebt sie nun mit ihren beiden Kindern, die dort geboren worden sind und die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzen.
In Deutschland wurde sie nie als Deutsche wahrgenommen, und in der Schweiz wird sie wegen ihres Hochdeutsch oft als Deutsche angesehen, doch spürt sie immer das Fragezeichen der Menschen bezüglich ihrer Herkunft.
In der neuesten Episode spreche ich mit Solmas über ihr bewegtes Leben, darüber, wie die ersten prägenden Jahre die Identität formen und über die Herausforderungen, Identitäten aufzugeben und neue aufzubauen.
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Solmas Tehrani - ist Business Coach und Achtsamkeitscoach. Sie zeichnet besonders Ihre interkulturelle Denkweise und Ihre Mehrsprachigkeit aus. Des weiteren ist Sie ein Teil der IATL - International Academy of Transformative Leadership.
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Joscha Grunewald
1 Stunde 25 Minuten
Sende uns deine Meinung über diese Episode
Roya's Vater kommt aus dem Iran nach Deutschland, um sein Ingenieurstudium zu absolvieren, mit dem Plan, nach dem Studium in seine Heimat zurückzukehren. Während seiner Abwesenheit findet die islamische Revolution statt, und der Schah wird gestürzt.
Als er nach seinem Studium in ein völlig verändertes Land zurückkehrt, kann er sich als freigeistige Person nicht vorstellen, in einem Land unter "islamistischer Diktatur" zu leben. Deshalb kehrt er nach Deutschland zurück, verliebt sich in eine deutsche Frau, heiratet sie, und seine Tochter Roya wird geboren.
Sein Herz blutet jedoch, da er seine Heimat, den Iran, sehr liebt und dort tief verwurzelt ist. Er lebt mit der Hoffnung, dass das islamische Regime temporär sei und er eines Tages zurückkehren könne. Roya wächst mit dieser Hoffnung und den von ihrem Vater gesetzten Meilensteinen auf, wann er zurückkehren würde – nach ihrem Abitur, nach ihrem Studium usw.
Als Kind hat sie Angst, dass ihr Vater tatsächlich gehen könnte, aber später erkennt sie, dass ihr Vater sich immer neue Meilensteine setzt, um die beste Zeit für eine Rückkehr in den Iran zu bestimmen.
Diese Hoffnung wird zum Alltag, und heute, 50 Jahre später, ist er ein glücklicher Großvater, auf den sich Roya verlassen kann, wenn sie krank ist, dass er keine Mühen scheut, 3 Stunden zu fahren, um auf ihre Kinder aufzupassen.
Wie beeinflusst diese Beziehung zu ihrem Vater und dessen Beziehung zum Iran Royas Identität? Was bedeutet es für sie, gleichzeitig deutsch und persisch zu sein, die Sprache ihres Vaters zu beherrschen und an ihre Kinder weiterzugeben?
Damit startet mein Gespräch mit Roya Borchers-Fardi in der neuen Episode.
Wir merken im Gespräch, mit welchen Herausforderungen wir als Migrationsgesellschaft konfrontiert sind, und diskutieren Fragen wie:
Was ist unsere gemeinsame Identität als deutsche Gesellschaft, wenn wir deutsche Staatsbürger in Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterteilen? Fehlt uns eine deutsche Identität, die inklusiv ist?
Wer entscheidet in Deutschland, wer „deutsch“ ist, wer dazugehört und wer nicht?
Warum wird Migration immer in Verbindung mit Leistung gebracht?
Wie lebt man mit einer hybriden Identität?
Was bedeutet Heimat?
Haben Menschen, die oft aufgrund ihres Aussehens nach ihrer Herkunft gefragt werden, Schwierigkeiten mit dem Begriff „Heimat“?
Zugehörigkeit oder Heimat? Braucht der Mensch eine Heimat oder Zugehörigkeit? Was ist der Unterschied? Wie entsteht ein Heimatgefühl? Ist das Gefühl der Zugehörigkeit die Voraussetzung für Heimat?
Woran liegt es, dass einige Kinder die Muttersprache der Eltern besser lernen und andere schlechter oder gar nicht?
Was ist das für ein Gefühl, sich vorzustellen, dass Höcke theoretisch dieses Jahr noch Ministerpräsident in Thüringen werden könnte? Verdrängen wir diese Tatsache?
Warum nehmen sich einige Menschen in Deutschland als Gastgeber wahr und bezeichnen andere Menschen als „Gäste“?
Mehr über Roya:
Roya Borchers-Fardi ist Expertin für Digitalisierung mit einem Bachelor in International Business und einem Master in Wirtschaftspsychologie. Seit über einem Jahrzehnt gestaltet sie die Banking-Branche mit innovativen Ideen und digitalen Lösungen aktiv mit. Aktuell ist Sie verantwortlich für die Digitalisierung der Baufinazierung der größten Online Bank Deutschlands, der ING.
Neben ihrer Leidenschaft für WomeninTECH, setzt sie sich leidenschaftlich für Gleichberechtigung in der Finanzindustrie und im gesellschaftlichen Kontext von Familie und Care-Arbeit ein.
https://www.linkedin.com/in/roya-borchers-fardi-2a126263/
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Joscha Grunewald
Roya's Vater kommt aus dem Iran nach Deutschland, um sein Ingenieurstudium zu absolvieren, mit dem Plan, nach dem Studium in seine Heimat zurückzukehren. Während seiner Abwesenheit findet die islamische Revolution statt, und der Schah wird gestürzt.
Als er nach seinem Studium in ein völlig verändertes Land zurückkehrt, kann er sich als freigeistige Person nicht vorstellen, in einem Land unter "islamistischer Diktatur" zu leben. Deshalb kehrt er nach Deutschland zurück, verliebt sich in eine deutsche Frau, heiratet sie, und seine Tochter Roya wird geboren.
Sein Herz blutet jedoch, da er seine Heimat, den Iran, sehr liebt und dort tief verwurzelt ist. Er lebt mit der Hoffnung, dass das islamische Regime temporär sei und er eines Tages zurückkehren könne. Roya wächst mit dieser Hoffnung und den von ihrem Vater gesetzten Meilensteinen auf, wann er zurückkehren würde – nach ihrem Abitur, nach ihrem Studium usw.
Als Kind hat sie Angst, dass ihr Vater tatsächlich gehen könnte, aber später erkennt sie, dass ihr Vater sich immer neue Meilensteine setzt, um die beste Zeit für eine Rückkehr in den Iran zu bestimmen.
Diese Hoffnung wird zum Alltag, und heute, 50 Jahre später, ist er ein glücklicher Großvater, auf den sich Roya verlassen kann, wenn sie krank ist, dass er keine Mühen scheut, 3 Stunden zu fahren, um auf ihre Kinder aufzupassen.
Wie beeinflusst diese Beziehung zu ihrem Vater und dessen Beziehung zum Iran Royas Identität? Was bedeutet es für sie, gleichzeitig deutsch und persisch zu sein, die Sprache ihres Vaters zu beherrschen und an ihre Kinder weiterzugeben?
Damit startet mein Gespräch mit Roya Borchers-Fardi in der neuen Episode.
Wir merken im Gespräch, mit welchen Herausforderungen wir als Migrationsgesellschaft konfrontiert sind, und diskutieren Fragen wie:
Was ist unsere gemeinsame Identität als deutsche Gesellschaft, wenn wir deutsche Staatsbürger in Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterteilen? Fehlt uns eine deutsche Identität, die inklusiv ist?
Wer entscheidet in Deutschland, wer „deutsch“ ist, wer dazugehört und wer nicht?
Warum wird Migration immer in Verbindung mit Leistung gebracht?
Wie lebt man mit einer hybriden Identität?
Was bedeutet Heimat?
Haben Menschen, die oft aufgrund ihres Aussehens nach ihrer Herkunft gefragt werden, Schwierigkeiten mit dem Begriff „Heimat“?
Zugehörigkeit oder Heimat? Braucht der Mensch eine Heimat oder Zugehörigkeit? Was ist der Unterschied? Wie entsteht ein Heimatgefühl? Ist das Gefühl der Zugehörigkeit die Voraussetzung für Heimat?
Woran liegt es, dass einige Kinder die Muttersprache der Eltern besser lernen und andere schlechter oder gar nicht?
Was ist das für ein Gefühl, sich vorzustellen, dass Höcke theoretisch dieses Jahr noch Ministerpräsident in Thüringen werden könnte? Verdrängen wir diese Tatsache?
Warum nehmen sich einige Menschen in Deutschland als Gastgeber wahr und bezeichnen andere Menschen als „Gäste“?
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Roya Borchers-Fardi ist Expertin für Digitalisierung mit einem Bachelor in International Business und einem Master in Wirtschaftspsychologie. Seit über einem Jahrzehnt gestaltet sie die Banking-Branche mit innovativen Ideen und digitalen Lösungen aktiv mit. Aktuell ist Sie verantwortlich für die Digitalisierung der Baufinazierung der größten Online Bank Deutschlands, der ING.
Neben ihrer Leidenschaft für WomeninTECH, setzt sie sich leidenschaftlich für Gleichberechtigung in der Finanzindustrie und im gesellschaftlichen Kontext von Familie und Care-Arbeit ein.
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Joscha Grunewald
1 Stunde 9 Minuten
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Derya hatte gerade ihre Kinder in der Kita abgegeben und stand mit anderen Eltern vor der Einrichtung. Während sie sich mit einer anderen Mutter unterhielt, kam eine ältere Frau vorbei, mischte sich in das Gespräch ein und fragte Derya: „Woher kommst du?“ Als Derya antwortete, dass sie aus Bonn kommt, wo sie derzeit mit ihrer Familie lebt, und ursprünglich aus Duisburg stammt, bohrte die Frau weiter und wollte wissen, „woher sie wirklich kommt“. Die Situation eskalierte, als die Frau stereotype und bisweilen rassistische Beleidigungen äußerte, nachdem sie erfuhr, dass Deryas Eltern aus der Türkei stammen.
In der neuesten Episode teilt Derya diese prägende Erfahrung, die sie vor drei Jahren gemacht hat, und die den Ausgangspunkt unseres Gesprächs bildet.
Derya reflektiert, wie sie lange an den Nachwirkungen dieser Begegnung arbeiten musste, obwohl sie als Wissenschaftlerin, die sich intensiv mit rechter Rhetorik auseinandersetzt, theoretisch gut über Alltagsrassismus Bescheid weiß.
Es geht wie immer um Identität, Zugehörigkeit, die Herkunft unserer Eltern, die Zukunft unserer Kinder und um Fragen wie unter anderem:
- Was sagen wir als zweite Generation unseren Kindern, also der dritten Generation, über ihre Identität? Sagen wir, „wir sind Deutsche“?
- Wie fühlt es sich an, wenn man als Deutsche mit Migrationsgeschichte im Ausland als deutsch wahrgenommen wird, aber nicht im eigenen Geburtsland Deutschland?
- Wie gehen wir damit um, wenn fremde Menschen uns aufgrund unseres türkischen Namens und unserer Herkunft als Vertreter der Erdoğan-Politik abstempeln und immer einen Bezug zu Erdoğan herstellen?
- Wie können wir unsere Kinder vor Rassismus schützen oder sie darauf vorbereiten? Wie können wir den Rassismus bekämpfen, sodass Kinder nicht darauf vorbereitet werden müssen, als wäre es ihr Problem, sondern das Problem der Gesellschaft?
- Wenn Identität durch Zugehörigkeit entsteht, wer entscheidet dann über die Zugehörigkeit zu Deutschland und somit über eine deutsche Identität?
- Woran liegt es, dass Türkisch für uns beide die emotionale Sprache ist, obwohl wir besser Deutsch sprechen?
Wir sprachen auch über Deryas Vater, der mit 16 Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam, um im Bergbau zu arbeiten und eine Ausbildung zu machen. Wie er sich hocharbeitete und ein Vorbild für Derya wurde. Zudem betrachteten wir Deryas unglaubliche Karriere: Als Bergarbeitertochter musste sie zunächst auf die Hauptschule gehen, schaffte es aber dennoch, das Abitur zu machen, zu studieren, zu promovieren und Professorin zu werden.
Infos über Derya:
Derya Gür-Şeker ist Expertin für digitale Kommunikation, Diskurs- und Medienforscherin. Ihre Expertise liegt in den Bereichen Social Media, Kommunikation und Künstliche Intelligenz. Studiert hat sie Germanistik, Medien- und Politikwissenschaft in Düsseldorf und in Reading (UK). Als Professorin forscht und lehrt sie aktuell an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.
https://www.deryaguerseker.de/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/derya-guer-seker/
Instagram: https://www.instagram.com/deryaguerseker/
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Joscha Grunewald
Derya hatte gerade ihre Kinder in der Kita abgegeben und stand mit anderen Eltern vor der Einrichtung. Während sie sich mit einer anderen Mutter unterhielt, kam eine ältere Frau vorbei, mischte sich in das Gespräch ein und fragte Derya: „Woher kommst du?“ Als Derya antwortete, dass sie aus Bonn kommt, wo sie derzeit mit ihrer Familie lebt, und ursprünglich aus Duisburg stammt, bohrte die Frau weiter und wollte wissen, „woher sie wirklich kommt“. Die Situation eskalierte, als die Frau stereotype und bisweilen rassistische Beleidigungen äußerte, nachdem sie erfuhr, dass Deryas Eltern aus der Türkei stammen.
In der neuesten Episode teilt Derya diese prägende Erfahrung, die sie vor drei Jahren gemacht hat, und die den Ausgangspunkt unseres Gesprächs bildet.
Derya reflektiert, wie sie lange an den Nachwirkungen dieser Begegnung arbeiten musste, obwohl sie als Wissenschaftlerin, die sich intensiv mit rechter Rhetorik auseinandersetzt, theoretisch gut über Alltagsrassismus Bescheid weiß.
Es geht wie immer um Identität, Zugehörigkeit, die Herkunft unserer Eltern, die Zukunft unserer Kinder und um Fragen wie unter anderem:
- Was sagen wir als zweite Generation unseren Kindern, also der dritten Generation, über ihre Identität? Sagen wir, „wir sind Deutsche“?
- Wie fühlt es sich an, wenn man als Deutsche mit Migrationsgeschichte im Ausland als deutsch wahrgenommen wird, aber nicht im eigenen Geburtsland Deutschland?
- Wie gehen wir damit um, wenn fremde Menschen uns aufgrund unseres türkischen Namens und unserer Herkunft als Vertreter der Erdoğan-Politik abstempeln und immer einen Bezug zu Erdoğan herstellen?
- Wie können wir unsere Kinder vor Rassismus schützen oder sie darauf vorbereiten? Wie können wir den Rassismus bekämpfen, sodass Kinder nicht darauf vorbereitet werden müssen, als wäre es ihr Problem, sondern das Problem der Gesellschaft?
- Wenn Identität durch Zugehörigkeit entsteht, wer entscheidet dann über die Zugehörigkeit zu Deutschland und somit über eine deutsche Identität?
- Woran liegt es, dass Türkisch für uns beide die emotionale Sprache ist, obwohl wir besser Deutsch sprechen?
Wir sprachen auch über Deryas Vater, der mit 16 Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam, um im Bergbau zu arbeiten und eine Ausbildung zu machen. Wie er sich hocharbeitete und ein Vorbild für Derya wurde. Zudem betrachteten wir Deryas unglaubliche Karriere: Als Bergarbeitertochter musste sie zunächst auf die Hauptschule gehen, schaffte es aber dennoch, das Abitur zu machen, zu studieren, zu promovieren und Professorin zu werden.
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Derya Gür-Şeker ist Expertin für digitale Kommunikation, Diskurs- und Medienforscherin. Ihre Expertise liegt in den Bereichen Social Media, Kommunikation und Künstliche Intelligenz. Studiert hat sie Germanistik, Medien- und Politikwissenschaft in Düsseldorf und in Reading (UK). Als Professorin forscht und lehrt sie aktuell an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.
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Musik & Postproduktion:
Joscha Grunewald
1 Stunde 45 Minuten
Sende uns deine Meinung über diese Episode
Sind Menschen mit Migrationsgeschichte aufgrund ihrer gemeinsamen geografischen Herkunft einander ähnlich? Durchleben sie ähnliche Erfahrungen?
Coşkun Tuna, auch Josh genannt, und ich teilen viele Gemeinsamkeiten: Wir sind fast gleich alt, unsere Eltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland, und wir sind hier die zweite Generation. Dadurch haben wir denselben geografischen Hintergrund und würden auf die Frage „Woher kommst du wirklich?“ identisch antworten.
In jungen Jahren machte ich schlechte Erfahrungen mit Polizisten, während Josh einer der ersten Polizisten mit türkischem Hintergrund wurde. Ich wuchs mit Gangsterrap auf, er mit Queen und Deutschrock, und ließ sich sogar einen Liedtitel der Ärzte auf seiner Brust tätowieren. Eine Gemeinsamkeit von uns ist das Unternehmertum, da wir beide Gründer von Tech-Unternehmen sind.
Was verbindet und was trennt uns noch? In Episode 12 starteten Josh und ich das Gespräch über unsere Migrationsgeschichte und Herkunft. Im Verlauf entdeckten wir auf einer tieferen Ebene weitere aufschlussreiche Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Josh gründete „Mitfahrzentrale.de“, ein Service, den ich früher intensiv nutzte – wie wahrscheinlich viele von uns. In dieser Episode sprechen wir darüber, warum er den Polizeidienst verließ, um ein Internetunternehmen zu gründen, sowie über seine Erfahrungen mit weiteren später gegründeten Startups.
Unser Gespräch erstreckt sich auch auf die Geschichten unserer Eltern, unser unterschiedliches Aufwachsen als zweite Generation und wie wir mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ umgehen.
Besonders bewegend ist unsere Auseinandersetzung mit dem rassistischen Brandanschlag in Solingen, bei dem fünf Frauen und Mädchen ermordet wurden. Josh wuchs in der Nähe auf, kannte die Familie Genc persönlich und hatte später als Polizist Kontakt zu Mevlüde Genç, die bei dem Anschlag Teile ihrer Familie verlor.
Was hat uns stärker geprägt: die türkische Kultur unserer Eltern oder das Aufwachsen in Bayern bzw. Düren? Empfinden wir beim Hören türkischer Musik dasselbe?
Wir reflektieren über den zunehmenden Rassismus und Rechtspopulismus in Deutschland und unsere Haltung gegenüber der Gefahr, die von rechten Parteien wie der AfD ausgeht.
Außerdem sprechen wir über die Sprachlosigkeit unserer Eltern, eine Folge der Migration und der damit verbundenen Traumata, die es ihnen erschwert, ihre Erlebnisse sprachlich zu verarbeiten.
Show Notes:
Mit einer beeindruckenden Laufbahn von über 24 Jahren als Unternehmer in der Digitalbranche hat Coskun sich weit über seine anfänglichen Tage hinaus entwickelt, als er in den frühen 90ern einer der ersten Polizisten mit türkischem Hintergrund in Deutschland war. Als visionärer Gründer von Mitfahrzentrale.de und Veranstalter der weltweit ersten Döner Messe, hat Coskun eine beeindruckende Reihe erfolgreicher Unternehmungen ins Leben gerufen. Sein neuestes Projekt, KiVVON Media GmbH, zielt darauf ab, das Modell der Einmalzahlung anstelle eines Abonnements für Medieninhalte zu etablieren.
https://www.linkedin.com/in/coskun-josh-tuna/
https://www.instagram.com/joshvondonau/
https://www.kivvon.com/de
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Joscha Grunewald
Sind Menschen mit Migrationsgeschichte aufgrund ihrer gemeinsamen geografischen Herkunft einander ähnlich? Durchleben sie ähnliche Erfahrungen?
Coşkun Tuna, auch Josh genannt, und ich teilen viele Gemeinsamkeiten: Wir sind fast gleich alt, unsere Eltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland, und wir sind hier die zweite Generation. Dadurch haben wir denselben geografischen Hintergrund und würden auf die Frage „Woher kommst du wirklich?“ identisch antworten.
In jungen Jahren machte ich schlechte Erfahrungen mit Polizisten, während Josh einer der ersten Polizisten mit türkischem Hintergrund wurde. Ich wuchs mit Gangsterrap auf, er mit Queen und Deutschrock, und ließ sich sogar einen Liedtitel der Ärzte auf seiner Brust tätowieren. Eine Gemeinsamkeit von uns ist das Unternehmertum, da wir beide Gründer von Tech-Unternehmen sind.
Was verbindet und was trennt uns noch? In Episode 12 starteten Josh und ich das Gespräch über unsere Migrationsgeschichte und Herkunft. Im Verlauf entdeckten wir auf einer tieferen Ebene weitere aufschlussreiche Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Josh gründete „Mitfahrzentrale.de“, ein Service, den ich früher intensiv nutzte – wie wahrscheinlich viele von uns. In dieser Episode sprechen wir darüber, warum er den Polizeidienst verließ, um ein Internetunternehmen zu gründen, sowie über seine Erfahrungen mit weiteren später gegründeten Startups.
Unser Gespräch erstreckt sich auch auf die Geschichten unserer Eltern, unser unterschiedliches Aufwachsen als zweite Generation und wie wir mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ umgehen.
Besonders bewegend ist unsere Auseinandersetzung mit dem rassistischen Brandanschlag in Solingen, bei dem fünf Frauen und Mädchen ermordet wurden. Josh wuchs in der Nähe auf, kannte die Familie Genc persönlich und hatte später als Polizist Kontakt zu Mevlüde Genç, die bei dem Anschlag Teile ihrer Familie verlor.
Was hat uns stärker geprägt: die türkische Kultur unserer Eltern oder das Aufwachsen in Bayern bzw. Düren? Empfinden wir beim Hören türkischer Musik dasselbe?
Wir reflektieren über den zunehmenden Rassismus und Rechtspopulismus in Deutschland und unsere Haltung gegenüber der Gefahr, die von rechten Parteien wie der AfD ausgeht.
Außerdem sprechen wir über die Sprachlosigkeit unserer Eltern, eine Folge der Migration und der damit verbundenen Traumata, die es ihnen erschwert, ihre Erlebnisse sprachlich zu verarbeiten.
Show Notes:
Mit einer beeindruckenden Laufbahn von über 24 Jahren als Unternehmer in der Digitalbranche hat Coskun sich weit über seine anfänglichen Tage hinaus entwickelt, als er in den frühen 90ern einer der ersten Polizisten mit türkischem Hintergrund in Deutschland war. Als visionärer Gründer von Mitfahrzentrale.de und Veranstalter der weltweit ersten Döner Messe, hat Coskun eine beeindruckende Reihe erfolgreicher Unternehmungen ins Leben gerufen. Sein neuestes Projekt, KiVVON Media GmbH, zielt darauf ab, das Modell der Einmalzahlung anstelle eines Abonnements für Medieninhalte zu etablieren.
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1 Stunde 16 Minuten
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Heute vor vier Jahren, am 19. Februar 2020, wurde Çetin Gültekins Bruder Gökhan in Hanau von einem Rassisten ermordet, zusammen mit acht weiteren Menschen, die der Täter zufällig aussuchte, weil er sie für „nicht deutsch“ hielt. In dieser Special Episode zum Jahrestag spricht Çetin über die tiefen Wunden, die der Anschlag bei den Angehörigen hinterlassen hat.
Çetin teilt die schmerzvollen Erfahrungen der Trauer und des Verlusts, die sein Leben seither prägen. Er hat gemeinsam mit Mutlu Koçak das Buch „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“ geschrieben und erzählt die Geschichte seines Bruders und die Kämpfe um Aufklärung nach dessen Ermordung.
Wir sprechen über das Buch, über die Erinnerungen an die Anschläge in Solingen und Mölln und die alltägliche Angst, die viele Menschen empfinden, wenn sie sich in ihren eigenen vier Wänden nicht sicher fühlen können.
Die Nachricht vom Tod seines Bruders, die fehlende Empathie der Polizei, die es der Familie nicht ermöglichte, sich angemessen von Gökhan zu verabschieden, und das Bild von Gökhan, wie er vom Gerichtsmediziner obduziert wurde, sind Bilder, die Çetin niemals aus dem Kopf bekommt. Er teilt seine Gedanken über die fehlende Aufklärung und die politischen Versäumnisse, die das Gefühl verstärken, dass der Tod seines Bruders ohne Konsequenz bleibt.
Wie geht es den Angehörigen, die täglich mit dem Schmerz des Verlusts leben müssen und den rassistischen Vater des Täters in der Nachbarschaft ertragen müssen, der immer noch Rassismus verbreitet und die Nachbarschaft terrorisiert?
Çetin spricht auch darüber, was sich ändern muss, damit Menschen, die von Rassismus betroffen sind, sich sicher fühlen können, und betont die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Veränderung und der Unterstützung für die Opfer.
Durch mein Gespräch mit Çetin und die bewegenden Reden der Angehörigen beim bundesweiten Gedenktag wurde mir erschütternd klar: Die Ermordeten verlieren ihr Leben einmal, aber die Hinterbliebenen erleiden jeden Tag aufs Neue den Verlust, mit einem Schmerz so unerträglich, dass sie manchmal wünschen, am Ende lieber sie selbst wären tot, als diesen Verlust ertragen zu müssen.
Besonders erschütternd ist die Erkenntnis, dass die Menschen in Hanau willkürlich ermordet wurden, allein aufgrund ihrer Hautfarbe, und die bedrückende Wahrheit, dass jeder in der Nachbarschaft der nächste Mörder sein könnte. Diese Ungewissheit, gepaart mit dem Fehlen gesellschaftlicher Konsequenzen, verdeutlicht, dass solange Rassismus existiert, wir stets die potenziellen Opfer bleiben werden.
Das Schlimmste wäre, die Opfer zu vergessen und keine Solidarität mit den Angehörigen zu zeigen. Hört genau zu, was Çetin zu erzählen hat, und lest sein wirklich großartiges Buch. Erinnern heißt Verändern!
Show Notes:
Buch "Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland"
Çetin Gültekin auf Instagram
Mutlu Koçak auf Instagram
Team Gökhan
Initiative 19. Februar Hanau
Todesopfer rassistischer Gewalt in Deutschland
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https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/
Musik & Postproduktion:
Joscha Grunewald
Heute vor vier Jahren, am 19. Februar 2020, wurde Çetin Gültekins Bruder Gökhan in Hanau von einem Rassisten ermordet, zusammen mit acht weiteren Menschen, die der Täter zufällig aussuchte, weil er sie für „nicht deutsch“ hielt. In dieser Special Episode zum Jahrestag spricht Çetin über die tiefen Wunden, die der Anschlag bei den Angehörigen hinterlassen hat.
Çetin teilt die schmerzvollen Erfahrungen der Trauer und des Verlusts, die sein Leben seither prägen. Er hat gemeinsam mit Mutlu Koçak das Buch „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“ geschrieben und erzählt die Geschichte seines Bruders und die Kämpfe um Aufklärung nach dessen Ermordung.
Wir sprechen über das Buch, über die Erinnerungen an die Anschläge in Solingen und Mölln und die alltägliche Angst, die viele Menschen empfinden, wenn sie sich in ihren eigenen vier Wänden nicht sicher fühlen können.
Die Nachricht vom Tod seines Bruders, die fehlende Empathie der Polizei, die es der Familie nicht ermöglichte, sich angemessen von Gökhan zu verabschieden, und das Bild von Gökhan, wie er vom Gerichtsmediziner obduziert wurde, sind Bilder, die Çetin niemals aus dem Kopf bekommt. Er teilt seine Gedanken über die fehlende Aufklärung und die politischen Versäumnisse, die das Gefühl verstärken, dass der Tod seines Bruders ohne Konsequenz bleibt.
Wie geht es den Angehörigen, die täglich mit dem Schmerz des Verlusts leben müssen und den rassistischen Vater des Täters in der Nachbarschaft ertragen müssen, der immer noch Rassismus verbreitet und die Nachbarschaft terrorisiert?
Çetin spricht auch darüber, was sich ändern muss, damit Menschen, die von Rassismus betroffen sind, sich sicher fühlen können, und betont die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Veränderung und der Unterstützung für die Opfer.
Durch mein Gespräch mit Çetin und die bewegenden Reden der Angehörigen beim bundesweiten Gedenktag wurde mir erschütternd klar: Die Ermordeten verlieren ihr Leben einmal, aber die Hinterbliebenen erleiden jeden Tag aufs Neue den Verlust, mit einem Schmerz so unerträglich, dass sie manchmal wünschen, am Ende lieber sie selbst wären tot, als diesen Verlust ertragen zu müssen.
Besonders erschütternd ist die Erkenntnis, dass die Menschen in Hanau willkürlich ermordet wurden, allein aufgrund ihrer Hautfarbe, und die bedrückende Wahrheit, dass jeder in der Nachbarschaft der nächste Mörder sein könnte. Diese Ungewissheit, gepaart mit dem Fehlen gesellschaftlicher Konsequenzen, verdeutlicht, dass solange Rassismus existiert, wir stets die potenziellen Opfer bleiben werden.
Das Schlimmste wäre, die Opfer zu vergessen und keine Solidarität mit den Angehörigen zu zeigen. Hört genau zu, was Çetin zu erzählen hat, und lest sein wirklich großartiges Buch. Erinnern heißt Verändern!
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Joscha Grunewald
1 Stunde 19 Minuten
Sende uns deine Meinung über diese Episode
Vlore kommt im ehemaligen Jugoslawien, in der autonomen Provinz Kosovo, als Kind einer albanischen Familie zur Welt und migriert als Zweijährige zu ihrem Vater nach Deutschland. Ein Teil der Familie bleibt zurück. Dann brechen Nationalismus, Kriege auf dem Balkan, Massaker, Flucht und Vertreibung aus, und der multiethnische Staat Jugoslawien zerfällt in einzelne monoethnische Nationalstaaten. Eine Identität als "Jugo" existiert nicht mehr, stattdessen entstehen viele ethnische Identitäten.
In dieser Episode spreche ich mit Vlore über ihr Aufwachsen und Leben als Kosovo-Albanerin in Deutschland. Wie haben ihre frühkindlichen Erfahrungen der Migration ihre Identität geprägt? Ab welchem Alter nimmt man Flucht und Migration der Familie wahr? Wie prägend sind die Trennungsschmerzen in den ersten zwei Jahren von den Eltern, wenn der Vater im Ausland arbeitet, um die Familie zu ernähren, und die Mutter den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten muss?
Wenn die Hautfarbe weiß ist und man durch Heirat einen deutschen Nachnamen erhält, ist man dann schneller Teil der Mehrheitsgesellschaft und hat eine deutsche Identität? Oder prägt die Migrationserfahrung einen Menschen so stark, dass man sich immer sehr stark mit der geographischen Herkunftskultur der Familie identifiziert?
Wir reden auch über Rassismus und Vorurteile gegenüber albanischen Menschen, über die Schwierigkeiten als Gastarbeiterfamilie, eine Wohnung zu finden, und das Leben in einer 30 qm großen Wohnung in einem Haus für Gastarbeiter zu fünft in ärmlichen Verhältnissen.
Sie beschreibt die Schwierigkeiten in der Grundschule wegen der fehlenden Förderung in den ersten Jahren, das Aufwachsen als Mädchen in Armut, weil der Vater wenig verdiente und auch noch seine Geschwister und deren Familien im Kosovo unterstützen musste.
Entwickelt sich durch das Aufwachsen zwischen Rassismus, Klassismus und Sexismus ein „migrantischer Selbsthass“? Wie prägen diese Erfahrungen einen Menschen nachhaltig? Wie fühlt es sich an, sich wegen der Armut zu schämen, sich nicht zu trauen, deutsche Kinder nach Hause einzuladen, weil die Wohnung so klein ist und kein eigenes Zimmer vorhanden ist?
Wir tauschen uns über die Überforderung als Kind von migrantischen Eltern aus, die Eltern aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse bei Behördengängen zu begleiten und die bürokratischen Briefe zu übersetzen.
Was bedeutet es für die Zugehörigkeit und das Sicherheitsgefühl, wenn man in einem Land nur „geduldet“ ist und kein sicheres Bleiberecht hat, weil man plötzlich staatenlos ist, nachdem der Herkunftsstaat zusammengebrochen ist?
Natürlich haben wir noch über viele Themen rund um Herkunft, Rassismus und Identität gesprochen.
Informationen über Vlore:
Seit fast zwanzig Jahren gestaltet sie in diversen Rollen den digitalen Wandel in Unternehmen wie VAUDE, Weltbild, BILD und Axel Springer. Vlore Krugs Mission ist es, eine inklusive Kultur der Anpassungsfähigkeit zu schaffen, in der Teams zu agilem Denken und Handeln inspiriert werden. Aktuell leitet sie die Organisationsentwicklung bei mobile.de.
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/vlore/
Informationen zum Buch, das sie erwähnt:
Nie mehr leise: Die neue migrantische Mittelschichtvon Betiel Berhe
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Joscha Grunewald
Vlore kommt im ehemaligen Jugoslawien, in der autonomen Provinz Kosovo, als Kind einer albanischen Familie zur Welt und migriert als Zweijährige zu ihrem Vater nach Deutschland. Ein Teil der Familie bleibt zurück. Dann brechen Nationalismus, Kriege auf dem Balkan, Massaker, Flucht und Vertreibung aus, und der multiethnische Staat Jugoslawien zerfällt in einzelne monoethnische Nationalstaaten. Eine Identität als "Jugo" existiert nicht mehr, stattdessen entstehen viele ethnische Identitäten.
In dieser Episode spreche ich mit Vlore über ihr Aufwachsen und Leben als Kosovo-Albanerin in Deutschland. Wie haben ihre frühkindlichen Erfahrungen der Migration ihre Identität geprägt? Ab welchem Alter nimmt man Flucht und Migration der Familie wahr? Wie prägend sind die Trennungsschmerzen in den ersten zwei Jahren von den Eltern, wenn der Vater im Ausland arbeitet, um die Familie zu ernähren, und die Mutter den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten muss?
Wenn die Hautfarbe weiß ist und man durch Heirat einen deutschen Nachnamen erhält, ist man dann schneller Teil der Mehrheitsgesellschaft und hat eine deutsche Identität? Oder prägt die Migrationserfahrung einen Menschen so stark, dass man sich immer sehr stark mit der geographischen Herkunftskultur der Familie identifiziert?
Wir reden auch über Rassismus und Vorurteile gegenüber albanischen Menschen, über die Schwierigkeiten als Gastarbeiterfamilie, eine Wohnung zu finden, und das Leben in einer 30 qm großen Wohnung in einem Haus für Gastarbeiter zu fünft in ärmlichen Verhältnissen.
Sie beschreibt die Schwierigkeiten in der Grundschule wegen der fehlenden Förderung in den ersten Jahren, das Aufwachsen als Mädchen in Armut, weil der Vater wenig verdiente und auch noch seine Geschwister und deren Familien im Kosovo unterstützen musste.
Entwickelt sich durch das Aufwachsen zwischen Rassismus, Klassismus und Sexismus ein „migrantischer Selbsthass“? Wie prägen diese Erfahrungen einen Menschen nachhaltig? Wie fühlt es sich an, sich wegen der Armut zu schämen, sich nicht zu trauen, deutsche Kinder nach Hause einzuladen, weil die Wohnung so klein ist und kein eigenes Zimmer vorhanden ist?
Wir tauschen uns über die Überforderung als Kind von migrantischen Eltern aus, die Eltern aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse bei Behördengängen zu begleiten und die bürokratischen Briefe zu übersetzen.
Was bedeutet es für die Zugehörigkeit und das Sicherheitsgefühl, wenn man in einem Land nur „geduldet“ ist und kein sicheres Bleiberecht hat, weil man plötzlich staatenlos ist, nachdem der Herkunftsstaat zusammengebrochen ist?
Natürlich haben wir noch über viele Themen rund um Herkunft, Rassismus und Identität gesprochen.
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Seit fast zwanzig Jahren gestaltet sie in diversen Rollen den digitalen Wandel in Unternehmen wie VAUDE, Weltbild, BILD und Axel Springer. Vlore Krugs Mission ist es, eine inklusive Kultur der Anpassungsfähigkeit zu schaffen, in der Teams zu agilem Denken und Handeln inspiriert werden. Aktuell leitet sie die Organisationsentwicklung bei mobile.de.
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Joscha Grunewald
1 Stunde 17 Minuten
Sende uns deine Meinung über diese Episode
„Ich kenne Deutschland nicht ohne Rassismus, ich kenne Deutschland nicht ohne komisch angeguckt zu werden“, sagt meine Gästin Marisa Twahirwa .
Ein Teil von Marisas Familie lebt seit mehreren Generationen in Schleswig-Holstein.
Sie ist dort geboren und aufgewachsen, fühlt sich der deutschen Kultur zugehörig und sieht sich auch als Deutsche.
Bereits im Kindergarten wird sie jedoch von anderen Kindern gefragt, woher sie kommt. Auf ihre Antwort „aus Bad Kreuznach“ folgt die Nachfrage: „Woher kommst du wirklich?“. Sie versteht die Frage zunächst nicht, und ihr Vater muss ihr erklären, was dahintersteckt. Ihre Eltern beginnen dann, sie und ihre Geschwister darauf vorzubereiten, was es bedeutet, „anders“ auszusehen und diskriminiert zu werden.
Wie verändern diese frühen Erlebnisse einen Menschen und wie prägen sie die Identität? Wie lebt es sich, wenn man Situationen vermeiden möchte, in denen die Frage „Woher kommst du wirklich?“ gestellt wird, aber dies kaum möglich ist?
Hilft ein überspieltes „Deutschsein“, um Fragen nach der Herkunft zu vermeiden?
Wie geht Marisa heute mit ihren eigenen Kindern um, wenn es um ähnliche Erfahrungen mit Rassismus und Identitätsfragen geht, wie sie sie selbst erlebt hat? Hat sich das Leben inzwischen verändert? Ist die Gesellschaft in Berlin, wo sie jetzt mit ihrer Familie lebt, aufgeschlossener?
Viele Menschen mit dunklerer Hautfarbe fühlen sich in Berlin wie auf einer Insel, da sie in den umliegenden neuen Bundesländern, wo rechtsradikale Tendenzen stärker sind, keine Urlaube mehr verbringen möchten, um ihre Kinder vor rassistischen Erfahrungen zu schützen. Ist es überhaupt möglich, die eigenen Kinder vollständig vor Rassismus zu schützen?
Macht es Sinn, über Integration von Menschen zu sprechen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen, aber nicht eingewandert sind?
Wie bezeichnet man sich selbst, wenn man sich nicht als „deutsch“ bezeichnen kann, weil andere mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ immer wieder darauf hinweisen, dass man nicht „deutsch“ aussieht?
Und schließlich: Werden wir als Gesellschaft irgendwann erreichen, dass „Deutschsein“ nicht anhand von Hautfarben definiert wird?
Diese Fragen und Themen sind unter anderem Schwerpunkte dieser Episode.
Mehr über Marisa Twahirwa:
Marisa hat einen Busines Economics background, ist als Engagement Managerin in einer schwedisch-deutschen IT-Beratung tätig und außerdem seit 12 Jahren ehrenamtlich in der Antidiskriminierung aktiv. 2013 ist sie Mitgründerin der Kaneza Initiative for Dialogue & Empowerment geworden und tritt seit dem besonders für Menschen mit Afrikanischer Herkunft aber auch allumfassender für Menschen mit Migrationsgechichte ein. Sie ist eine große Verfechterin von intersektinalem Feminismus und versucht diesen Ansatz im Bereich Diversity, Equity & Inclusion in der Berliner Techszene und darüber hinaus zu verankern.
Linkedin Profil: https://www.linkedin.com/in/marisa-twahirwa-6697b489/
Webseite: https://kaneza.org
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„Ich kenne Deutschland nicht ohne Rassismus, ich kenne Deutschland nicht ohne komisch angeguckt zu werden“, sagt meine Gästin Marisa Twahirwa .
Ein Teil von Marisas Familie lebt seit mehreren Generationen in Schleswig-Holstein.
Sie ist dort geboren und aufgewachsen, fühlt sich der deutschen Kultur zugehörig und sieht sich auch als Deutsche.
Bereits im Kindergarten wird sie jedoch von anderen Kindern gefragt, woher sie kommt. Auf ihre Antwort „aus Bad Kreuznach“ folgt die Nachfrage: „Woher kommst du wirklich?“. Sie versteht die Frage zunächst nicht, und ihr Vater muss ihr erklären, was dahintersteckt. Ihre Eltern beginnen dann, sie und ihre Geschwister darauf vorzubereiten, was es bedeutet, „anders“ auszusehen und diskriminiert zu werden.
Wie verändern diese frühen Erlebnisse einen Menschen und wie prägen sie die Identität? Wie lebt es sich, wenn man Situationen vermeiden möchte, in denen die Frage „Woher kommst du wirklich?“ gestellt wird, aber dies kaum möglich ist?
Hilft ein überspieltes „Deutschsein“, um Fragen nach der Herkunft zu vermeiden?
Wie geht Marisa heute mit ihren eigenen Kindern um, wenn es um ähnliche Erfahrungen mit Rassismus und Identitätsfragen geht, wie sie sie selbst erlebt hat? Hat sich das Leben inzwischen verändert? Ist die Gesellschaft in Berlin, wo sie jetzt mit ihrer Familie lebt, aufgeschlossener?
Viele Menschen mit dunklerer Hautfarbe fühlen sich in Berlin wie auf einer Insel, da sie in den umliegenden neuen Bundesländern, wo rechtsradikale Tendenzen stärker sind, keine Urlaube mehr verbringen möchten, um ihre Kinder vor rassistischen Erfahrungen zu schützen. Ist es überhaupt möglich, die eigenen Kinder vollständig vor Rassismus zu schützen?
Macht es Sinn, über Integration von Menschen zu sprechen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen, aber nicht eingewandert sind?
Wie bezeichnet man sich selbst, wenn man sich nicht als „deutsch“ bezeichnen kann, weil andere mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ immer wieder darauf hinweisen, dass man nicht „deutsch“ aussieht?
Und schließlich: Werden wir als Gesellschaft irgendwann erreichen, dass „Deutschsein“ nicht anhand von Hautfarben definiert wird?
Diese Fragen und Themen sind unter anderem Schwerpunkte dieser Episode.
Mehr über Marisa Twahirwa:
Marisa hat einen Busines Economics background, ist als Engagement Managerin in einer schwedisch-deutschen IT-Beratung tätig und außerdem seit 12 Jahren ehrenamtlich in der Antidiskriminierung aktiv. 2013 ist sie Mitgründerin der Kaneza Initiative for Dialogue & Empowerment geworden und tritt seit dem besonders für Menschen mit Afrikanischer Herkunft aber auch allumfassender für Menschen mit Migrationsgechichte ein. Sie ist eine große Verfechterin von intersektinalem Feminismus und versucht diesen Ansatz im Bereich Diversity, Equity & Inclusion in der Berliner Techszene und darüber hinaus zu verankern.
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Joscha Grunewald
1 Stunde 35 Minuten
Sende uns deine Meinung über diese Episode
Stell dir vor, du bist in Wiesbaden geboren und hast aus Stolz das Stadtwappen auf deinem Arm tätowiert. Du sprichst hessischen Dialekt, deine Mutter kommt aus Franken und hat einen fränkischen Dialekt, und dein Vater spricht ebenfalls hessischen Dialekt. Du heißt Michael Birnbaum. Reicht das aus, um als Deutscher wahrgenommen zu werden?
Es kommt auf die Hautfarbe an! Ist die Hautfarbe weiß, wird die Frage „Woher kommst du wirklich?“ nie gestellt. Bist du jedoch schwarz, kann es passieren, wie bei Michael, dass jemand in einer Gruppe von 20 Personen laut fragt: „Michael, woher kommst du denn?“ In solchen Momenten wird dir klar, dass du der 'Andere' im Raum und in der Gesellschaft bist.
Auf der politischen und sachlichen Ebene lässt sich der Grund für diese Frage erklären, aber welche Gefühle entstehen bei demjenigen, der gefragt wird, wenn er sich eigentlich nicht als jemand wahrnimmt, der von woanders kommt? Bedeutet das Fehlen einer bösen Absicht bei der Frage, dass die negativen Gefühle und das Gefühl der Ohnmacht nicht berechtigt sind?
Warum ist es oft nicht möglich, über diese Frage zu diskutieren, ohne einen Bezug auf Rassismus zu nehmen, ohne Schuldzuweisungen und auf der Gefühlsebene? Dabei hat jeder Mensch eine individuelle Identität, geht unterschiedlich damit um, und es gibt kein richtig und falsch. Fehlt uns dafür die Empathie? Wer entscheidet, wer 'deutsch' aussieht und wer nicht?
Diese Themen waren der Schwerpunkt in meinem Gespräch mit meinem Gast Michael in der neuesten Folge von 'Woher kommst du wirklich?'
Des Weiteren haben wir auch über die ersten rassistischen Erfahrungen in jungen Jahren gesprochen und über das Gefühl der Ohnmacht und Sprachlosigkeit, weil die Vorfälle zunächst als Witz erscheinen oder unbeabsichtigt sind. Man weiß nicht, wie man reagieren soll, was prägend ist. Das Gefühl der Verletzung entsteht, doch oft fehlt die Sprache, um dies zu artikulieren.
Michael Birnbaum, Founder und Managing Partner der Diversity Academy, leitet eine innovative Agentur, die sich der Förderung von Diversität und der Bekämpfung von Rassismus in Deutschland verschrieben hat. Durch seine Arbeit mit der Diversity Academy bietet er maßgeschneiderte Beratung und Schulungen für Unternehmen und Organisationen an, um Diversität als Normalität in der Gesellschaft zu etablieren.
https://www.linkedin.com/in/michael-birnbaum-973a23266/
https://www.instagram.com/michaelpeartree/
https://www.diversity-academy.org
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Stell dir vor, du bist in Wiesbaden geboren und hast aus Stolz das Stadtwappen auf deinem Arm tätowiert. Du sprichst hessischen Dialekt, deine Mutter kommt aus Franken und hat einen fränkischen Dialekt, und dein Vater spricht ebenfalls hessischen Dialekt. Du heißt Michael Birnbaum. Reicht das aus, um als Deutscher wahrgenommen zu werden?
Es kommt auf die Hautfarbe an! Ist die Hautfarbe weiß, wird die Frage „Woher kommst du wirklich?“ nie gestellt. Bist du jedoch schwarz, kann es passieren, wie bei Michael, dass jemand in einer Gruppe von 20 Personen laut fragt: „Michael, woher kommst du denn?“ In solchen Momenten wird dir klar, dass du der 'Andere' im Raum und in der Gesellschaft bist.
Auf der politischen und sachlichen Ebene lässt sich der Grund für diese Frage erklären, aber welche Gefühle entstehen bei demjenigen, der gefragt wird, wenn er sich eigentlich nicht als jemand wahrnimmt, der von woanders kommt? Bedeutet das Fehlen einer bösen Absicht bei der Frage, dass die negativen Gefühle und das Gefühl der Ohnmacht nicht berechtigt sind?
Warum ist es oft nicht möglich, über diese Frage zu diskutieren, ohne einen Bezug auf Rassismus zu nehmen, ohne Schuldzuweisungen und auf der Gefühlsebene? Dabei hat jeder Mensch eine individuelle Identität, geht unterschiedlich damit um, und es gibt kein richtig und falsch. Fehlt uns dafür die Empathie? Wer entscheidet, wer 'deutsch' aussieht und wer nicht?
Diese Themen waren der Schwerpunkt in meinem Gespräch mit meinem Gast Michael in der neuesten Folge von 'Woher kommst du wirklich?'
Des Weiteren haben wir auch über die ersten rassistischen Erfahrungen in jungen Jahren gesprochen und über das Gefühl der Ohnmacht und Sprachlosigkeit, weil die Vorfälle zunächst als Witz erscheinen oder unbeabsichtigt sind. Man weiß nicht, wie man reagieren soll, was prägend ist. Das Gefühl der Verletzung entsteht, doch oft fehlt die Sprache, um dies zu artikulieren.
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Joscha Grunewald
1 Stunde 7 Minuten
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In der aktuellen Episode geht es u.a. um eine spezifische und prägnante Erfahrung, die viele mit Migrationsgeschichte in Deutschland kennen: die Konfrontation mit Fragen zur eigenen Herkunft in alltäglichen Situationen. Mein Gast Payam erzählt von einem Moment, der kurz nach seinem Umzug in ein Dorf außerhalb Hamburgs stattfand. Trotz seiner Geburt und Aufwachsens in Hamburg, wird er am Gartenzaun von seinem neuen Nachbarn gefragt, woher er "wirklich" komme, da er für anders "anders" aussieht.
Dieses Gespräch am Gartenzaun öffnet unsere Diskussion darüber, wie solche Fragen das Gefühl der Zugehörigkeit beeinflussen können. Wir sprechen über die Implikationen solcher Begegnungen und warum es problematisch ist, wenn das erste Kennenlernen auf Fragen nach der geographischen Herkunft basiert, statt auf der eigenen Persönlichkeit. Wir hinterfragen, warum familiäre und kulturelle Wurzeln oft als öffentliches Gut angesehen werden, während andere persönliche Informationen wie das Einkommen als privat gelten.
Unser Dialog dreht sich auch um die Themen Selbstwahrnehmung, Identität und die Möglichkeit, sich als Weltbürger zu definieren, in einer Welt, die einem oft eine spezifische geographische Identität zuweist. Wir diskutieren die Bedeutung der Herkunftssprache, ihre Rolle für die Identität und Kultur, sowie die Hoffnungen und Sorgen im Kontext der Zugehörigkeit und des Aufwachsens in einem sich wandelnden Deutschland. Diese Episode fordert zum Nachdenken über die Komplexität von Herkunft und Identität in unserer Gesellschaft auf und beleuchtet die Herausforderungen, denen sich Menschen mit Migrationsgeschichte täglich stellen müssen.
Payam Parniani ist der Gründer und Creative Director von "Be Real", einem Unternehmen, das sich auf Conversational Employer Branding sowie Werbefilm- und Imagefilmproduktion spezialisiert hat.
Mehr Informationen über Payam:
https://www.linkedin.com/in/payam-parniani/
https://berealmedia.de
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Joscha Grunewald
In der aktuellen Episode geht es u.a. um eine spezifische und prägnante Erfahrung, die viele mit Migrationsgeschichte in Deutschland kennen: die Konfrontation mit Fragen zur eigenen Herkunft in alltäglichen Situationen. Mein Gast Payam erzählt von einem Moment, der kurz nach seinem Umzug in ein Dorf außerhalb Hamburgs stattfand. Trotz seiner Geburt und Aufwachsens in Hamburg, wird er am Gartenzaun von seinem neuen Nachbarn gefragt, woher er "wirklich" komme, da er für anders "anders" aussieht.
Dieses Gespräch am Gartenzaun öffnet unsere Diskussion darüber, wie solche Fragen das Gefühl der Zugehörigkeit beeinflussen können. Wir sprechen über die Implikationen solcher Begegnungen und warum es problematisch ist, wenn das erste Kennenlernen auf Fragen nach der geographischen Herkunft basiert, statt auf der eigenen Persönlichkeit. Wir hinterfragen, warum familiäre und kulturelle Wurzeln oft als öffentliches Gut angesehen werden, während andere persönliche Informationen wie das Einkommen als privat gelten.
Unser Dialog dreht sich auch um die Themen Selbstwahrnehmung, Identität und die Möglichkeit, sich als Weltbürger zu definieren, in einer Welt, die einem oft eine spezifische geographische Identität zuweist. Wir diskutieren die Bedeutung der Herkunftssprache, ihre Rolle für die Identität und Kultur, sowie die Hoffnungen und Sorgen im Kontext der Zugehörigkeit und des Aufwachsens in einem sich wandelnden Deutschland. Diese Episode fordert zum Nachdenken über die Komplexität von Herkunft und Identität in unserer Gesellschaft auf und beleuchtet die Herausforderungen, denen sich Menschen mit Migrationsgeschichte täglich stellen müssen.
Payam Parniani ist der Gründer und Creative Director von "Be Real", einem Unternehmen, das sich auf Conversational Employer Branding sowie Werbefilm- und Imagefilmproduktion spezialisiert hat.
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Joscha Grunewald
1 Stunde 29 Minuten
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Macht der Begriff "Migrationshintergrund" Sinn für die Beschreibung von Menschen, die "anders" aussehen, oder führt er zu noch mehr "Othering"?
Sind Begriffe notwendig, um deutsche Staatsbürger zu kategorisieren, die sich durch unterschiedliche Hautfarben, Religionen, anders klingende Namen oder ausländische Wurzeln ihrer Großeltern bzw. Urgroßeltern unterscheiden?
Diese und weitere Fragen diskutierte ich mit meinem Gast Sho Tatai in der neuesten Episode meines Podcasts 'Woher kommst du wirklich?'.
Sho und ich, beide in Bayern aufgewachsen, teilten unsere Erfahrungen mit der oft zu Gesprächsbeginn gestellten Frage 'Woher kommst du wirklich?' und reflektierten darüber, wie diese Frage unsere Identität berührt und die Herausforderung, sie zu beantworten, ohne unsere gesamte, sehr persönliche Migrationsbiographie preiszugeben.
Wir sprachen auch über die Herausforderungen, denen asiatisch gelesene Menschen begegnen, einschließlich der Generalisierung und Stereotypisierung, die oft eine differenzierte Wahrnehmung einzelner asiatischer Länder und Kulturen verhindert. Sho teilte seine Erfahrungen mit den Stereotypen, die asiatische Männer und Frauen betreffen, und wie diese das Selbstbild und soziale Interaktionen beeinflussen.
Darüber hinaus beleuchteten wir, wie der Versuch, europäische Männlichkeitsbilder anzunehmen, zu toxischer Männlichkeit führen kann, illustriert durch persönliche Erlebnisse in der Münchner Clubszene und im Alltag. Wir tauschten uns auch über die langfristigen Auswirkungen von Rassismus und Stereotypisierung auf das Selbstwertgefühl und die Identität aus.
Zudem beschäftigten wir uns mit den Ursachen von strukturellem Rassismus und behandelten weitere relevante Themen, die tiefere Einblicke in die verschiedenen Facetten von Rassismus und Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft bieten.
Diese Episode ist ein Muss für alle, die sich mit der Komplexität von Identität in einer vielfältigen Gesellschaft auseinandersetzen möchten. Sie bietet nicht nur eine offene und ehrliche Diskussion über Identität und Zugehörigkeit, sondern auch wichtige Einblicke in die Auswirkungen von Rassismus in Deutschland.
Sho Tatai ist ein Experte für Diversity, spezialisiert auf die Unterstützung von Unternehmen und Organisationen. Er verfügt über umfassendes Wissen in Coaching, Training, agiler Transformation und HR. Tatai ist bekannt für seine direkte Herangehensweise und das Bestreben, echte Diversität über das Verlassen der Komfortzone zu fördern. Er zielt darauf ab, eine Kultur des Zuhörens und Verstehens zu schaffen, um wertschätzende Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Weitere Infos über Sho Tatai:
Webseite: https://shotatai.net/me/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sho-tatai-400a6355/
Instagram: https://www.instagram.com/sho.tatai/
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Joscha Grunewald
Macht der Begriff "Migrationshintergrund" Sinn für die Beschreibung von Menschen, die "anders" aussehen, oder führt er zu noch mehr "Othering"?
Sind Begriffe notwendig, um deutsche Staatsbürger zu kategorisieren, die sich durch unterschiedliche Hautfarben, Religionen, anders klingende Namen oder ausländische Wurzeln ihrer Großeltern bzw. Urgroßeltern unterscheiden?
Diese und weitere Fragen diskutierte ich mit meinem Gast Sho Tatai in der neuesten Episode meines Podcasts 'Woher kommst du wirklich?'.
Sho und ich, beide in Bayern aufgewachsen, teilten unsere Erfahrungen mit der oft zu Gesprächsbeginn gestellten Frage 'Woher kommst du wirklich?' und reflektierten darüber, wie diese Frage unsere Identität berührt und die Herausforderung, sie zu beantworten, ohne unsere gesamte, sehr persönliche Migrationsbiographie preiszugeben.
Wir sprachen auch über die Herausforderungen, denen asiatisch gelesene Menschen begegnen, einschließlich der Generalisierung und Stereotypisierung, die oft eine differenzierte Wahrnehmung einzelner asiatischer Länder und Kulturen verhindert. Sho teilte seine Erfahrungen mit den Stereotypen, die asiatische Männer und Frauen betreffen, und wie diese das Selbstbild und soziale Interaktionen beeinflussen.
Darüber hinaus beleuchteten wir, wie der Versuch, europäische Männlichkeitsbilder anzunehmen, zu toxischer Männlichkeit führen kann, illustriert durch persönliche Erlebnisse in der Münchner Clubszene und im Alltag. Wir tauschten uns auch über die langfristigen Auswirkungen von Rassismus und Stereotypisierung auf das Selbstwertgefühl und die Identität aus.
Zudem beschäftigten wir uns mit den Ursachen von strukturellem Rassismus und behandelten weitere relevante Themen, die tiefere Einblicke in die verschiedenen Facetten von Rassismus und Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft bieten.
Diese Episode ist ein Muss für alle, die sich mit der Komplexität von Identität in einer vielfältigen Gesellschaft auseinandersetzen möchten. Sie bietet nicht nur eine offene und ehrliche Diskussion über Identität und Zugehörigkeit, sondern auch wichtige Einblicke in die Auswirkungen von Rassismus in Deutschland.
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1 Stunde 10 Minuten
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In dieser Folge hatte ich das Vergnügen, Dr. Neşe Oktay-Gür als Gast zu begrüßen.
Neşe, eine deutsche Muslima mit türkischen Wurzeln, lebt mit ihre Familie als Expat in Peking.
Sie teilte ihre persönlichen Erfahrungen und gab einen Einblick, wie es sich anfühlt, als Teil der deutschen Community im Ausland zu leben, wo sie nach ihrer "wirklichen" Herkunft gefragt wird.
Wir sprachen u.a. auch über die Identität ihrer Kinder, die in einer Welt aufwachsen, die durch Orte wie Sinop, Istanbul, Kassel, Peking, Südafrika und Stuttgart geprägt ist. Diese multi-kulturelle und -lokale Erfahrung führt zu einer komplexen und vielschichtigen Herkunftsfrage.
Im Laufe unseres Gesprächs kam ich auf meine eigene Mutter zu sprechen. Ich reflektierte über ihre Identität und wie das Tragen des Kopftuchs sowohl ihre als auch meine Identität beeinflusst hat.
Dieser persönliche Austausch ermöglichte es uns, die vielfältigen Faktoren zu beleuchten, die unsere Identitäten formen.
Neşe ist promovierte Psychologin und LinkedIn Top-Voice. Sie arbeitet als Coach & Consultant. Ihr Themenschwerpunkt liegt auf der Verknüpfung von beruflichem Erfolg und mentaler Gesundheit. Sie berät zum einen Individuen, die sich beruflich (und privat) weiterentwickeln wollen und zum anderen Teams innerhalb einer Organisation, die den nächsten Schritt in ihrer Zusammenarbeit gehen wollen. Unternehmen unterstützt sie bei Mental Health Angeboten.
Webseite: www.droktayguer.de
LinkedIn: www.linkedin.com/in/droktayguer/
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Podcast LinkedIn Profil:
https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/
Musik & Postproduktion:
Joscha Grunewald
In dieser Folge hatte ich das Vergnügen, Dr. Neşe Oktay-Gür als Gast zu begrüßen.
Neşe, eine deutsche Muslima mit türkischen Wurzeln, lebt mit ihre Familie als Expat in Peking.
Sie teilte ihre persönlichen Erfahrungen und gab einen Einblick, wie es sich anfühlt, als Teil der deutschen Community im Ausland zu leben, wo sie nach ihrer "wirklichen" Herkunft gefragt wird.
Wir sprachen u.a. auch über die Identität ihrer Kinder, die in einer Welt aufwachsen, die durch Orte wie Sinop, Istanbul, Kassel, Peking, Südafrika und Stuttgart geprägt ist. Diese multi-kulturelle und -lokale Erfahrung führt zu einer komplexen und vielschichtigen Herkunftsfrage.
Im Laufe unseres Gesprächs kam ich auf meine eigene Mutter zu sprechen. Ich reflektierte über ihre Identität und wie das Tragen des Kopftuchs sowohl ihre als auch meine Identität beeinflusst hat.
Dieser persönliche Austausch ermöglichte es uns, die vielfältigen Faktoren zu beleuchten, die unsere Identitäten formen.
Neşe ist promovierte Psychologin und LinkedIn Top-Voice. Sie arbeitet als Coach & Consultant. Ihr Themenschwerpunkt liegt auf der Verknüpfung von beruflichem Erfolg und mentaler Gesundheit. Sie berät zum einen Individuen, die sich beruflich (und privat) weiterentwickeln wollen und zum anderen Teams innerhalb einer Organisation, die den nächsten Schritt in ihrer Zusammenarbeit gehen wollen. Unternehmen unterstützt sie bei Mental Health Angeboten.
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Musik & Postproduktion:
Joscha Grunewald
1 Stunde 5 Minuten
Sende uns deine Meinung über diese Episode
"Ich erinnere mich auch an eine Situation, als ich im Schwimmbad war, ganz alleine, meine Oma wollte nicht mit... Ich kam mir vor, als würde das ganze Schwimmbad auf mich gucken...", erzählt Fatoumata Diakité-Micklisch über eine Erfahrung, die sie als Jugendliche machte, als sie ihre weiße Oma in der Nähe von Leipzig besuchte.
Ihre persönliche Erzählung bildet den Ausgangspunkt für unser Gespräch über die subtilen und offensichtlichen Formen von Ausgrenzung, die Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland erleben. Wir sprechen darüber, wie diese Kinder damit umgehen, wenn sie als 'die anderen' wahrgenommen werden. Wir diskutieren auch den Wunsch, manchmal einfach nicht aufzufallen und ein Teil der Gesellschaft zu sein, und reflektieren über die tiefgreifenden Auswirkungen, die rassistische Erfahrungen auf unsere Lebensqualität haben.
Wir hinterfragen die allgegenwärtige Frage 'Woher kommst du wirklich?' und ob diese oft aufgrund der Hautfarbe statt der tatsächlichen Herkunft gestellt wird.
Wir beleuchten, wie unterschiedlich Einwanderer anhand ihrer Hautfarbe wahrgenommen werden, und erörtern den Zusammenhang zwischen Hautfarbe, Zugehörigkeit und Identität in der deutschen Gesellschaft.
In dieser Episode haben wir viele weitere spannende Themen und Erfahrungen besprochen – lasst euch überraschen!
Fatou ist als Tech Recruiterin und Master Sourcerin selbständig und begleitet Startups, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Personalgewinnung. Dabei taucht sie in die individuelle Unternehmenskultur ein und findet so gezielt Talente, die sowohl fachlich als auch persönlich passen. Außerdem leitet sie stellvertretend das Nischennetzwerk #femaleHRexcellence, das sich für eine familienfreundliche Unternehmenskultur und sowie einen gleichen Anteil von Frauen und Männern in Spitzenpositionen einsetzt.
Website: https://www.hrspecs.de/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/fatoumatadiakitemicklisch/
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Joscha Grunewald
"Ich erinnere mich auch an eine Situation, als ich im Schwimmbad war, ganz alleine, meine Oma wollte nicht mit... Ich kam mir vor, als würde das ganze Schwimmbad auf mich gucken...", erzählt Fatoumata Diakité-Micklisch über eine Erfahrung, die sie als Jugendliche machte, als sie ihre weiße Oma in der Nähe von Leipzig besuchte.
Ihre persönliche Erzählung bildet den Ausgangspunkt für unser Gespräch über die subtilen und offensichtlichen Formen von Ausgrenzung, die Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland erleben. Wir sprechen darüber, wie diese Kinder damit umgehen, wenn sie als 'die anderen' wahrgenommen werden. Wir diskutieren auch den Wunsch, manchmal einfach nicht aufzufallen und ein Teil der Gesellschaft zu sein, und reflektieren über die tiefgreifenden Auswirkungen, die rassistische Erfahrungen auf unsere Lebensqualität haben.
Wir hinterfragen die allgegenwärtige Frage 'Woher kommst du wirklich?' und ob diese oft aufgrund der Hautfarbe statt der tatsächlichen Herkunft gestellt wird.
Wir beleuchten, wie unterschiedlich Einwanderer anhand ihrer Hautfarbe wahrgenommen werden, und erörtern den Zusammenhang zwischen Hautfarbe, Zugehörigkeit und Identität in der deutschen Gesellschaft.
In dieser Episode haben wir viele weitere spannende Themen und Erfahrungen besprochen – lasst euch überraschen!
Fatou ist als Tech Recruiterin und Master Sourcerin selbständig und begleitet Startups, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Personalgewinnung. Dabei taucht sie in die individuelle Unternehmenskultur ein und findet so gezielt Talente, die sowohl fachlich als auch persönlich passen. Außerdem leitet sie stellvertretend das Nischennetzwerk #femaleHRexcellence, das sich für eine familienfreundliche Unternehmenskultur und sowie einen gleichen Anteil von Frauen und Männern in Spitzenpositionen einsetzt.
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Joscha Grunewald
1 Stunde 12 Minuten
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In dieser Folge hatte ich das Vergnügen, mit Dayan Kodua zu sprechen, einer vielseitigen Persönlichkeit, die als Schauspielerin, Autorin und Verlegerin des Gratitude Verlags tätig ist. Unser Gespräch deckte eine Reihe von komplexen und nuancierten Themen ab, die sich um Identität, Kultur und gesellschaftliche Normen drehen.
Wie gehen wir mit der oft gestellten Frage "Woher kommst du?" um, und wie variieren die Antworten je nach dem Kontext, in dem die Frage gestellt wird?
Welche Rolle spielt dabei der Stolz auf die Wurzeln und auf die Herkunft der Eltern?
Welche Doppelmoral kann in scheinbar simplen Fragen wie "Woher kommst du?" stecken, und wie könnte diese Frage die nächste Generation beeinflussen?
Ist die ständige Suche und Hinterfragung der eigenen Identität immer positiv, oder birgt sie auch Risiken für die Entwicklung der Kinder?
Wie können Tradition und Kultur in einem modernen, multikulturellen Kontext weitergegeben werden, und welche Werte sollten universell betrachtet werden?
Wie verhält sich erlerntes Verhalten zu kulturell geprägtem Verhalten, und sollte man bestimmte Normen und Werte kritisch hinterfragen?
...
Informationen über Dayan Kodua:
Wikipedia
Webseite
Instagram
Gratitude Verlag
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In dieser Folge hatte ich das Vergnügen, mit Dayan Kodua zu sprechen, einer vielseitigen Persönlichkeit, die als Schauspielerin, Autorin und Verlegerin des Gratitude Verlags tätig ist. Unser Gespräch deckte eine Reihe von komplexen und nuancierten Themen ab, die sich um Identität, Kultur und gesellschaftliche Normen drehen.
Wie gehen wir mit der oft gestellten Frage "Woher kommst du?" um, und wie variieren die Antworten je nach dem Kontext, in dem die Frage gestellt wird?
Welche Rolle spielt dabei der Stolz auf die Wurzeln und auf die Herkunft der Eltern?
Welche Doppelmoral kann in scheinbar simplen Fragen wie "Woher kommst du?" stecken, und wie könnte diese Frage die nächste Generation beeinflussen?
Ist die ständige Suche und Hinterfragung der eigenen Identität immer positiv, oder birgt sie auch Risiken für die Entwicklung der Kinder?
Wie können Tradition und Kultur in einem modernen, multikulturellen Kontext weitergegeben werden, und welche Werte sollten universell betrachtet werden?
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Joscha Grunewald
1 Stunde 26 Minuten
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In dieser Episode habe ich das Vergnügen, mit Van Bo Le-Mentzel zu sprechen. Wir tauschen Gedanken zur Identität aus, sowohl aus der Perspektive der Selbstwahrnehmung als auch der Fremdwahrnehmung. Dabei stellen wir die Frage, ob die geographische Herkunft eines Menschen einen stärkeren Einfluss auf die Identität hat als die soziale Herkunft.
Wir diskutieren auch weitverbreitete Klischees und Vorurteile, die oft aufgrund der geographischen Herkunft entstehen, und wie einige Menschen diese Stereotypen bedienen. Ebenso spannend ist die Frage, wie viel Platz ein Mensch benötigt, um sich wohlzufühlen. Wir sprechen auch über Van Bos bemerkenswerte Initiative, die obdachlosen Menschen in winzigen, nur 2,5 Quadratmeter großen Häusern Unterkünfte bietet.
Nicht zuletzt widmen wir uns den Vorurteilen und Klischees, die oft mit Menschen verbunden sind, die als asiatisch gelesen werden.
Van Bo Le-Mentzel ist Architekt, Lehrer und Aktivist und Gründer der Tiny Foundation. Er ist zudem Autor mehrerer Bücher, darunter "Hartz IV Moebel.com". Neben seiner architektonischen Arbeit lehrt er an Hochschulen und setzt sich in sozialen Projekten für Themen wie Armut, Obdachlosigkeit und Bildung ein. Seine vielseitige Tätigkeit erstreckt sich über verschiedene soziale und politische Projekte, in denen er sich für eine bessere Welt engagiert.
Infos über Van Bo und über seine Projekte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Van_Bo_Le-Mentzel
https://www.instagram.com/tinyfoundation/
Das 6,4-Quadratmeter-Haus
Tiny Foundation
So viele Quadratmeter brauchen wir, um uns wohlzufühlen
Designermöbel zum Selberbauen
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Joscha Grunewald
In dieser Episode habe ich das Vergnügen, mit Van Bo Le-Mentzel zu sprechen. Wir tauschen Gedanken zur Identität aus, sowohl aus der Perspektive der Selbstwahrnehmung als auch der Fremdwahrnehmung. Dabei stellen wir die Frage, ob die geographische Herkunft eines Menschen einen stärkeren Einfluss auf die Identität hat als die soziale Herkunft.
Wir diskutieren auch weitverbreitete Klischees und Vorurteile, die oft aufgrund der geographischen Herkunft entstehen, und wie einige Menschen diese Stereotypen bedienen. Ebenso spannend ist die Frage, wie viel Platz ein Mensch benötigt, um sich wohlzufühlen. Wir sprechen auch über Van Bos bemerkenswerte Initiative, die obdachlosen Menschen in winzigen, nur 2,5 Quadratmeter großen Häusern Unterkünfte bietet.
Nicht zuletzt widmen wir uns den Vorurteilen und Klischees, die oft mit Menschen verbunden sind, die als asiatisch gelesen werden.
Van Bo Le-Mentzel ist Architekt, Lehrer und Aktivist und Gründer der Tiny Foundation. Er ist zudem Autor mehrerer Bücher, darunter "Hartz IV Moebel.com". Neben seiner architektonischen Arbeit lehrt er an Hochschulen und setzt sich in sozialen Projekten für Themen wie Armut, Obdachlosigkeit und Bildung ein. Seine vielseitige Tätigkeit erstreckt sich über verschiedene soziale und politische Projekte, in denen er sich für eine bessere Welt engagiert.
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