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Oh Mein Brandenburg Archiv

5 Episoden
1 Stunde 38 Minuten
Bevor Martin Popp in Niemegk irgendwem Guten Tag gesagt hatte, wusste der halbe Ort schon, dass er „irgendwas mit Fotos“ macht. Heute kennt er die Nachbarn, die Waldbesitzer und den Mann mit dem Sägegatter. Und er weiß: Über Baustellen kommt man mit jedem ins Gespräch, auch wenn man Smalltalk hasst.

Martin Popp lebt mit seiner Familie in einer alten Mühle in Niemegk im Fläming. Baujahr 1889. Von außen bröckelt der Putz, durch die Haustür pfeift's, und der Bau der Küche hat doppelt so lange gedauert wie geplant. Fertig wird hier eigentlich nie etwas...

Mich hat interessiert, wie man das aushält. Antworten finden wir wie so oft in der Kindheit. Bei seinen Eltern war es ähnlich, es gab jahrelang kein richtiges Wohnzimmer, der Fussboden bestand wortwörtlich aus Sand. Wir reden über eine Mutter, die wollte, dass er Tischler wird, über sein Informatikstudium, über Eichenbohlen von einer Wiese und einen Kugelschreiberstrich auf dem neuen Tisch. Und darüber, warum er gar nicht viel braucht, um glücklich zu sein.

Mehr über Martin und seine Mühle erfahrt ihr hier:

Holz, Herz und Mühle und auf Instagram
2 Stunden 13 Minuten
Ich gebe es ehrlich zu: Wenn mir Radu nachts auf der Straße entgegenkäme – groß, tätowiert, mit diesem finsteren Blick –, würde ich wahrscheinlich die Straßenseite wechseln. Und das wäre ein ziemlicher Fehler.

Radu ist Tätowierer und Zeichner in Brandenburg an der Havel. Aufgefallen ist er mir über seine Zeichnungen auf Instagram: Gesichter, ein bisschen creepy, irgendwie witzig, und alle sehen ein bisschen erschöpft aus. Was darin steckt, weiß Radu selbst nicht so genau. Er schaut auf ein Blatt und guckt zu, was der Stift macht. Am besten wird es, wenn gar nichts dabei herauskommen soll.

Wir reden darüber, was ihm diese Gesichter hinterher über sich selbst zeigen. Über eine Zeit, in der er ziemlich hart unterwegs war, und über die ganz einfachen Dinge, an denen er sich heute festhält. Über seinen Struggle, den man laut Radu lieb haben sollte. Und darüber, was er am anderen Ende der Welt über Freiheit gemerkt hat.

Ich wollte wissen, wer ist Radu eigentlich? Wie ist er zu dem geworden, der er heute ist? Und warum solltet ihr ihn trotzdem ansprechen, wenn er euch in der Stadt grimmig anguckt?
2 Stunden 15 Minuten
Julia Burmeister ist Künstlerin in Brandenburg an der Havel. In ihrem neuen Atelier malt sie abstrakt, arbeitet mit Linien, Serien und starken Farben. Aber der Weg dahin war nicht einfach der gerade Weg zur Kunst.

Julia kommt aus Wismar, wächst in Berlin auf, schreibt Gedichte, hört Hip-Hop, spielt Theater und findet später zur Malerei. In Brandenburg verändert sich noch einmal vieles. Theater passt irgendwann nicht mehr zum Leben mit Familie. Aus einem kleinen Zeitfenster zum Malen wird nach und nach ein eigener künstlerischer Raum.

Wir sprechen über Kunst, Job, Familie, Selbstanspruch und darüber, warum Freiheit im Alltag oft ganz praktisch wird. Über ein erstes Atelier, bei dem Julia noch gefragt hat, ob sie das darf. Über Bilder, die wild aussehen, obwohl dahinter viel Kontrolle steckt. Und über die Frage, wie man sich Raum nimmt, wenn man lange gewohnt war, erst zu funktionieren.

Eine Folge über Malerei und Alltag, über Freiheit und Kontrolle, über Brandenburg und darüber, warum ein eigener Raum manchmal mehr ist als nur ein Arbeitszimmer.

Wenn du mehr über Julia und ihre Arbeit wissen willst, schau hier:

Julia Burmeister auf Instagram
2 Stunden 28 Minuten
Sebastian Block ist Musiker und Auftragsmaler – und jemand, dessen Weg selten gerade verlief. Mit 18 meldet er sich selbst von der Schule ab, weil er Schauspieler werden will. Auch, weil andere ihm immer wieder sagen, dass er Talent dafür hat. Erst später merkt er: Dieser Traum war gar nicht wirklich seiner. Sein Ort ist die Musik.

Von ersten Auftritten im Fontane-Club führt sein Weg in die Berliner Indie-Szene, ins Radio und auf Bühnen vor Tausenden Menschen. Doch Aufmerksamkeit ist noch kein Einkommen. Auf den großen Auftritt kann schon am nächsten Tag ein fast leerer Platz folgen.

Wir sprechen über Talent als Falle, den Blick hinter die Kulissen des Musikgeschäfts, Zweifel, die lauter sind als Zuspruch, und darüber, warum sich eine Band für Sebastian wie Zugehörigkeit anfühlt.

Eine Folge über Musik und Malerei, Weggehen und Wiederkommen, Familie und Verantwortung – und darüber, warum Sebastian erst mit fast 50 sagt: Jetzt fühle ich mich wohl in meiner Haut.

Mehr zu Sebastian Block findet ihr hier:

Sebastian Block auf Instagram

Neue EP: Block und Band #1
2 Stunden 7 Minuten
Robert Löbel hat für MTV, Google, Birkenstock und das Museum of Modern Art gearbeitet. Trotzdem sagt er: Große Namen sind am Ende auch nur Jobs. Wichtiger ist ihm, ob eine Arbeit Freiheit lässt, ob er darin seinen Stil weiterentwickeln kann und was sie bei anderen auslöst.Ich spreche mit dem Illustrator und Animationsfilmer über „Wind“, den Abschlussfilm, der Robert zu Festivals und Preisverleihungen führte. Und über Figuren, bei denen selbst ein Hammer noch süß aussieht. Robert erzählt, warum er Negatives lieber in eine verspielte, farbige Welt verwandelt und weshalb Quatsch und Ernst für ihn zusammengehören.Das Gespräch führt weiter zu den Unsicherheiten der Selbstständigkeit, zu KI und der Frage, warum Erfahrung und Geschmack nicht mit einem Prompt verschwinden. Es geht ums Sichtbarwerden trotz Angst, um kleine Gesten, durch die Menschen sich gesehen fühlen, um den Skizzenclub in Brandenburg an der Havel und um Aufträge, die manchmal aus Richtungen kommen, mit denen vorher niemand gerechnet hat.Warum bleiben Robert ausgerechnet zwei geschenkte Gummitiere an einer Supermarktkasse bis heute im Kopf? Was kann passieren, wenn man einen fremden Menschen einige Minuten lang wirklich ansieht? Und warum erzählen solche kleinen Begegnungen manchmal mehr über einen Menschen als die großen Namen in seiner Vita?