Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Archivradio – Geschichte im Original Archiv

1016 Episoden
5 Minuten
Nach dem Ersten Weltkrieg waren die linksrheinischen Gebiete von den Alliierten besetzt. Im Frühjahr 1923 besetzten französische und belgische Besatzungstruppen außerdem das Ruhrgebiet. Offizielle Begründung war, dass Deutschland seinen Reparationszahlungen nicht ausreichend nachkomme. Besetzt wurden außerdem die mittelbadischen Städte Offenburg und Appenweier. Im Sommer 1924 verhandelt die Reichsregierung mit den Alliierten in London darüber. Am 23. August 1924 erklärte Reichskanzler Wilhelm Marx (1863 - 1946) im Reichstag: 1925 werde das Ruhrgebiet wieder frei und auch aus Offenburg zögen sich die Besatzer zurück.
2 Minuten
Ende des 19. Jahrhunderts gab es Telefone und es war auch schon möglich, Klänge und Sprache aufzuzeichnen, etwa auf einer Wachswalze. 1898 wurden beide Techniken kombiniert. Geboren waren die ersten Anrufbeantworter – oder genauer: Anrufentgegennehmer. Denn eine Stimme, die dem Anrufer antwortet, gibt es freilich noch nicht. Eins der Modelle ist das Telegraphon des dänischen Erfinders Valdemar Poulsen. Es besteht, wie frühere Aufnahmegeräte, aus einer Walze. Allerdings wird der Ton nicht auf Wachs festgehalten, sondern elektromagnetisch. Um die Walze war ein Draht gewickelt, ursprünglich eine Klaviersaite. Man spricht in ein Mikrofon, das elektrische Ströme erzeugt. Alternativ lässt sich auch ein Telefon anschließen. Die elektrischen Ströme aktivieren einen Elektromagneten, der sich entlang des Drahtes bewegt und diesen wiederum magnetisiert. Auf der Pariser Weltausstellung 1900 wird das Telegraphon vorgestellt. Wilhelm Exner, Hofrat unter dem Österreichischen Kaiser Franz Joseph, besucht die Weltausstellung. Er erwirbt ein Telegraphon sowie einige weitere technische Geräte für das österreichisch-ungarische Handelsministerium, aus denen ein Jahr später eine Ausstellung in Wien zusammengestellt wird. Kaiser Franz Joseph besucht diese Wiener Ausstellung am 12. Oktober 1901 und testet das Telegraphon höchstselbst. Nachdem er in seiner Sprachaufnahme sein Interesse bekundet, folgt ein Nachsatz von Hofrat Wilhelm Exner. Dieser dankt dem Kaiser für die Gnade, in den Apparat gesprochen zu haben. Mancherorts wird als Aufnahmedatum noch der 20. September 1900 angegeben, verbunden mit dem Hinweis, dass Franz Joseph I. den Apparat direkt auf der Pariser Weltausstellung getestet hat. Diese falschen Angaben fanden sich bis vor Kurzem auch im SWR2 Archivradio. Erst neuere Forschungen von Christian Liebl haben die tatsächliche Entstehung der Aufnahme rekonstruiert.
7 Minuten
Bis in die 1950er hinein waren Ehepaare, in denen beide Partner gearbeitet haben, steuerlich benachteiligt. Denn sie wurden zusammen veranlagt und der Steuersatz bemaß sich an der Gesamtsumme des Einkommens. Der Steuersatz war also höher, als wenn beide Partner ihre Steuern getrennt zahlen würden. Das kam zwar nicht so oft vor, denn nur in jeder siebten Ehe arbeiteten damals beide Partner. Dennoch entscheidet das Bundesverfassungsgericht im Februar 1957, dass diese Art der Besteuerung gegen des Grundgesetz verstößt – nämlich gegen die Grundsätze der Gleichbehandlung und dem Schutz von Ehe und Familie. Es war dieses Urteil, das eine Neuregelung erforderlich machte und dazu führte, dass im Folgejahr das Ehegattensplitting eingeführt wurde. Hier der Bericht über das Verfassungsgerichtsurteil vom 21. Februar 1957.
5 Minuten
Die DDR ist in ihrem dritten Jahr, die Macht der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) fest etabliert. Am 9. Juli 1952 findet die zweite Parteikonferenz statt. Stalin und Mao Tse-tung gehören dem Ehrenpräsidium an. Die DDR sei nun so weit, verkündet SED-Generalsekretär Walter Ulbricht. Der planmäßige Aufbau des Sozialismus könne beginnen. So wird es die Partei dann auch beschließen. Ulbricht erhält für seine Ankündigung frenetischen Beifall. Hier der entscheidende Auszug aus seiner Rede. Quelle: DRA
5 Minuten
Auf dem Kirchentag in Leipzig wird die Unzufriedenheit mit dem DDR-Regime deutlich. Mehr als 3.000 Oppositionelle kommen in die Stadt, in der sich ohnehin schon jeden Montag in der Nikolaikirche regierungskritische DDR-Bürger treffen.
3 Minuten
Zweieinhalb Jahre nach der Wiedereingliederung ist das Saarland auch wirtschaftlich mit der Bundesrepublik verbunden. Auch im Saarland gilt nun die D-Mark als Zahlungsmittel.
12 Minuten
Kaum haben Slowenien und Kroatien am 25. Juni 1991 ihre Unabhängigkeit erklärt, startet die Jugoslawische Volksarmee zahlreiche Luftangriffe, zunächst auf die slowenische Hauptstadt Ljubljana. Von dort meldet sich am 2. Juli Korrespondent Johannes Grotzky im Süddeutschen Rundfunk. Die serbische Regierung gibt Slowenien relativ schnell auf. Zum einen, weil dort keine größere serbische Minderheit lebt, zum anderen, weil sie schnell merkt, dass sie keine Kontrolle mehr über das Land gewinnen kann. Am 4. Juli berichtet Johannes Grotzky davon, wie sich junge Soldaten der jugoslawischen Volksarmee von Bussen in Ljubljana abholen und nach Hause bringen lassen.
4 Minuten
Mal schnell von unterwegs anrufen – dafür gab es früher Telefonzellen, und bis Mitte der 1980er-Jahre akzeptierten die nur Münzgeld. Ein Ortsgespräch oder ein kurzes Ferngespräch kosteten mindestens 20 Pfennige, und die sollte man in Form von zwei Groschen auch dabei haben. Die Apparate akzeptierten zwar auch größere Münzen, aber gaben kein Rückgeld. Doch dann kommt eine technische Revolution: Das Kartentelefon. Bei der Post kann man vorbezahlte Chipkarten kaufen oder sogar eine persönliche Buchungskarte, die über die eigene Telefonrechnung bezahlt wird. Nach einigen Tests in Bonn, Frankfurt und Aachen startet die Post schließlich den Regelbetrieb, 1987 bekommt Stuttgart als erste bundesdeutsche Stadt gleich 200 solcher Kartentelefone. Worüber sich Oberbürgermeister Manfred Rommel sehr freut, zum Hörer greift und medienwirksam mit dem Präsidenten der Oberpostdirektion Stuttgart, Otto Dräger, telefoniert.
20 Minuten
John F. Kennedy besucht das geteilte Berlin. Er betitelt die Mauer als das "Symbol für das Versagen des Kommunismus".
6 Minuten
Auch in West-Berlin gibt es jetzt die D-Mark. Der Andrang ist groß. Zuvor hatte die sowjetische Militärregierung die Ostmark für ganz Berlin eingeführt.
4 Minuten
23.6.1919 | Reichskanzler Gustav Bauer sieht keine Alternative, als den Vertrag von Versailles zu unterzeichnen. Er wollte erreichen, dass die Anerkennung der deutschen Kriegsschuld aus dem Dokument gestrichen wird - ohne Erfolg. Davon handelt Bauers Rede vor der Nationalversammlung am 23. Juni 1919. "Wir sind wehrlos. Wehrlos ist aber nicht ehrlos."
14 Minuten
Am 19.6.1948, zwei Tage vor der Umstellung von der Reichsmark auf die D-Mark, erklärt der Sprecher der Militärregierung den Bewohnern der Trizone, was auf sie zukommt.
28 Minuten
Am 17. Juni 1953 gehen in Ost-Berlin und an vielen Orten in der DDR mehr als eine Million Menschen auf die Straße, um gegen das SED-Regime zu protestieren. Der DDR-Volksaufstand 1953 wurde maßgeblich aufgeheizt durch Radioberichte des RIAS. Sie erzählen noch heute, wie diese Revolte verlief, bis sowjetische Panzer sie gewaltsam beendeten. Lukas Meyer-Blankenburg im Gespräch mit Stefan Wolle, DDR-Museum Berlin. (SWR 2023) | Mehr zur Sendung: http://swr.li/ddr-17juni | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@SWR2Wissen
5 Minuten
Soldaten der Sowjetunion beenden mit Panzern den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953. Um die hundert Menschen sterben, wie viele genau ist bis heute nicht geklärt, Tausende werden verhaftet. Mit dem Einschreiten Moskaus sitzt die SED-Regierung wieder fest im Sattel. Wenige Tage später, am 23. Juni, versucht Walter Ulbricht die Arbeiterschaft auf Parteilinie zu bringen. Ulbricht ist zu dem Zeitpunkt Erster stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats in der DDR.
16 Minuten
Die westlichen Regierungen reagieren zögerlich auf den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Die Bundesrepublik, aber allen voran die USA, wollen vermeiden, Moskau zu provozieren. Große Teile der Zivilgesellschaft jedoch solidarisieren sich mit den Protesten in der DDR – so wie hier, am 20. Juni 1953, die Rednerinnen und Redner auf einer Solidaritätskundgebung in Heidelberg. Es geht um den Wunsch nach der deutschen Einheit, aber auch darum, dass die Deutschen gegen den Nationalsozialismus nicht auf die Straße gegangen seien, wohingegen jetzt in der DDR die Menschen für ihre Freiheit protestierten.
Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

Das Archivradio macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Historische Tonaufnahmen und Radioberichte vom Ersten Weltkrieg bis (fast) heute.