SAGEN, WAS IST - Constantin Schreiber Archiv
173 Episoden
14 Minuten
Hass sichtbar zu machen, heißt nicht, sich zum Opfer zu erklären. Es heißt, Einschüchterungsversuche offenzulegen und ihnen die Macht zu nehmen, Menschen zum Schweigen zu bringen. Kritik gehört zur Demokratie – Drohungen und Hass ersetzen keine Argumente. Deshalb gilt: Ich will kein Mitleid, ich lasse mich nicht einschüchtern – ich bin kein Opfer, ich bin Gegner.
14 Minuten
Ein Satz, der auf Demonstrationen weltweit gerufen wird – und dessen Bedeutung weit über einen vermeintlichen Ruf nach Freiheit hinausgeht. „From the river to the sea“ beschreibt ein Gebiet, in dem heute Israel und die palästinensischen Gebiete liegen, und genau deshalb ist die Parole antisemitisch. Wo endet legitime Solidarität mit den Palästinensern – und wo beginnt die Leugnung des Existenzrechts Israels?
11 Minuten
Am 7. Oktober stelle ich in Dresden mein neues Buch „Kraft des Islam“ vor. Für die Veranstaltung sind Proteste angekündigt – stattfinden wird sie trotzdem. Es ist Teil unserer Freiheit, dass ich ein Buch schreibe und es vorstelle. Einschüchtern lasse ich mich nicht.
18 Minuten
Nach fast zehn Jahren kehre ich mit meinem neuen Buch „Die Kraft des Islam“ zu einem Thema zurück, das mein Leben verändert hat: Dem Islam. Ich möchte verstehen, warum diese Religion eine solche gesellschaftliche und politische Macht geworden ist. Mein Comeback ist auch ein Bekenntnis zur journalistischen Freiheit: Einschüchterung soll nicht darüber entscheiden, welche Fragen gestellt werden dürfen.
17 Minuten
Wer beim Blick nach Frankreich glaubt, solche Bilder seien eine rein französische Eigenart, verwechselt bloße Beruhigung mit Erkenntnis. Denn die zerstörerische Dynamik aus wachsendem Misstrauen, gelähmten Institutionen und einer gefährlichen Bereitschaft zur Eskalation macht an keiner Landesgrenze halt. Auch in Deutschland erodiert das Vertrauen in den Rechtsstaat längst im Stillen, während die Politik allzu oft so tut, als ließen sich tiefsitzende Konflikte mit reiner Verwaltungssprache lösen. Frankreich zeigt uns daher nicht zwangsläufig unsere unmittelbare Zukunft, wohl aber den Preis, den eine Gesellschaft zahlt, wenn sie die Risse im eigenen Fundament zu lange für harmlose Kratzer hält.
14 Minuten
Wer spricht (bzw sprach) in deutschen Nachrichtensendungen eigentlich das beste Standarddeutsch? Eine neue Untersuchung des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache hat Nachrichtensprecher analysiert – und beim berühmten „langen Ä“ lande ausgerechnet ich mit 94 Prozent Normtreue auf Platz eins. Was zunächst nach einer amüsanten sprachwissenschaftlichen Randnotiz klingt, führt zu einer viel größeren Frage: Wie wichtig sind Aussprache, Präzision und sprachliche Standards für guten Journalismus? Und warum ich dafür plädiere, Sprache lebendig zu halten, mit Veränderungen aber gerade in Medien und offiziellen Texten behutsam umzugehen.
20 Minuten
Angela Merkel zweifelt plötzlich daran, ob „wir es schaffen“. Nur: Wer sechzehn Jahre regiert hat, ist kein unbeteiligter Beobachter dessen, was heute nicht mehr funktioniert. Russland, Migration, Bundeswehr, Reformstau – wie viel Merkel steckt in der Krise, vor der Merkel jetzt warnt? Und fragt sie sich eigentlich manchmal selbst, ganz ohne Kameras und Publikum: Was, wenn ich mich geirrt habe?
16 Minuten
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin stellt Markus Söder die Milliarden-Zahlungen an die Hauptstadt infrage und fordert, Hauptstadtvertrag und Länderfinanzausgleich neu zu diskutieren. Doch soll Bayern wirklich weniger für Berlin zahlen – oder gehört finanzielle Solidarität gerade zum Wesen des deutschen Föderalismus? Für beide Seiten gibt es Argumente. Entscheidend ist für mich die Frage: Wer Milliarden aus dem gemeinsamen System erhält, sollte transparent Rechenschaft darüber ablegen müssen, wie effizient und verantwortungsvoll dieses Geld eingesetzt wird.
27 Minuten
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer spricht über den Vertrauensverlust in die Politik und das Personalproblem der Union. Er erklärt, die CDU habe angesichts der immer stärker werdenden AfD noch bis Mitte nächsten Jahres, um den Trend zu drehen. Kretschmer setzt auf Wachstum und will Ausgaben radikaler kürzer. Für Migration sei er "dankbar" und erzählt vom Burger-Essen in migrantisch geprägten Vierteln.
25 Minuten
Sie tanzen auf dem Polizeiwagen, brüllen „Free Palestine“ und nennen das Solidarität – dabei würden sie unter genau den Fahnen, die sie schwenken, nicht als Verbündete gelten, sondern als Vergehen. Das Gaza-Syndrom ist keine Empörung. Es ist der Drang, endlich mit dem Rudel zu mobben, plus der alte Judenhass im neuen Tuch, plus eine gebildete Dummheit, die jeden Kontext streicht, sobald er die Hamas belastet.
17 Minuten
Philipp Amthor lässt sich im Kanzleramt beim Aufstellen seines neuen Strandkorbs filmen – ausgerechnet in einer Zeit, in der die CDU politisch unter massivem Druck steht. Eine scheinbar harmlose Szene wird zum Symbol für die Frage, wie weit sich Berufspolitiker vom Alltag ihrer Wähler entfernen können. Was hat Amthor eigentlich geleistet, warum steigt er trotzdem immer weiter auf – und wo war jemand, der rechtzeitig sagte: „Philipp, vielleicht besser ohne Kamera“? Strandkorb-Gate – über politische Karrieren, fehlendes Gespür und eine Partei, die sich fragen muss, warum solche Bilder gerade jetzt so verheerend wirken.
15 Minuten
In meinem Roman „Die Kandidatin“ beschreibe ich, wie linke Schlagwörter über Antirassismus, Diskriminierung und Identitätspolitik mit islamistischen Interessen verknüpft und politisch instrumentalisiert werden. Wenn ich heute auf Elif Eralp und Teile der Berliner Linken schaue, entdecke ich Motive wieder, die mich beim Schreiben beschäftigt haben – etwa Debatten über antimuslimischen Rassismus und Palästina-Solidarität sowie die Kontroversen um antisemitische oder extremistische Positionen im Umfeld einzelner Parteigliederungen. Beim Vergleich von Fiktion und politischer Realität drängt sich mir fasrt schon die Frage auf: Hat DIE LINKE „Die Kandidatin“ gelesen und gedacht – super Idee, das machen wir genau so?
15 Minuten
Drei Landtagswahlen, drei heftige Warnsignale – doch im Berliner Regierungsviertel macht man weiter, als ließe sich die politische Realität einfach aussitzen. Union und SPD verlieren Vertrauen, die Umfragen sind miserabel, und mit jeder Niederlage wachsen Nervosität, Streit und hektischer Reformaktivismus. Eine Regierung, die ständig ihre Handlungsfähigkeit betonen muss, wirkt zunehmend wie eine Koalition, die politisch längst erschöpft ist, aber trotzdem weiterläuft. Denn das ist das Unheimliche an Untoten: Sie machen einfach weiter – bis man sie stoppt.
20 Minuten
Der Wahlsieg der Linken in Berlin sorgt für heftige Debatten – nicht nur über die Partei selbst, sondern auch über innere Sicherheit, Extremismus und organisierte Kriminalität. Bundespolizist und Gewerkschafter Manuel Ostermann spricht von „politischem Wahnsinn“ und warnt vor einer Schwächung rechtsstaatlicher Strukturen. Zugleich geht es um die Frage, warum die Linke gerade bei jungen und migrantischen Wählern so erfolgreich ist und welche Rolle Bildung und gesellschaftlicher Wandel spielen.
10 Minuten
Berlins Bevölkerung verändert sich fundamental – und damit die politischen Kräfteverhältnisse. In vielen Kiezen prägen Herkunft, Zugehörigkeit und Religion das politische Wahlverhalten. Berlin bekommt eine Entwicklung zu spüren, die gerade erst beginnt: Das Demografie unsere Politik bestimmen wird.