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BITTE VERSTÄNDLICH – Der PRAEVENIRE Gesundheitspodcast Archiv

6 Episoden
39 Minuten
Viele Männer gehen erst zum Arzt, wenn etwas wehtut. Prostatakrebs macht im Frühstadium aber keine Beschwerden. Mit 8.152 Neuerkrankungen im Jahr 2024 ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern in Österreich, fast jede dritte Krebsdiagnose beim Mann. 1.434 Männer sind 2024 daran gestorben. Shahrokh Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie an der MedUni Wien, erklärt, warum die gefürchtete Tastuntersuchung für die Früherkennung nicht mehr nötig ist. Am Anfang steht ein Bluttest, der PSA-Wert. Ist er niedrig, reicht laut Shariat ein neuer Test in fünf Jahren. Ist er erhöht, folgt zuerst eine MRT und erst danach, wenn nötig, eine gezielte Biopsie. Das Problem liegt laut Shariat im System. In Österreich lässt sich jeder testen, wo und wann er will. Viele Männer über 80 werden regelmäßig getestet, viele zwischen 50 und 70 nie. Shariat fordert ein organisiertes Screening mit persönlicher Einladung ab 50, wie es Frauen bei der Brustkrebs-Früherkennung bekommen. Österreich ist für ihn das einzige EU-Land, das die Empfehlung der EU von 2022 dazu nicht umsetzt. Ein gemeinsamer Vorschlag von Fachgesellschaften, Sozialversicherungen und Patientenorganisationen liegt vor, beschlossen ist er noch nicht (Stand 4. November 2026). Darum geht es - Warum für die Früherkennung ein Bluttest reicht - Was ein PSA-Wert unter 1, zwischen 1 und 3 und über 3 bedeutet - Warum nicht jeder gefundene Prostatakrebs behandelt werden muss - Wie ein organisiertes Screening ablaufen würde - Rauchen als größter vermeidbarer Risikofaktor für Blasenkrebs - Hodenkrebs: warum die Selbstuntersuchung unter der Dusche zählt - Männergesundheit: kürzere Lebenserwartung, Depression, Testosteron - Warum Erektionsprobleme ein frühes Warnsignal für Herz und Gefäße sein können Gut zu wissen - Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt Männern ab 50 einen ersten Check beim Urologen mit PSA-Test, bei Prostatakrebs in der Familie ab 45. - Lange Nacht der Urologie am 9. November 2026, 17 bis 21 Uhr: Männer ab 50, die noch nie bei der Früherkennung waren, bekommen in teilnehmenden Ordinationen in ganz Österreich ohne Termin einen PSA-Test. - Männer leben in Österreich im Schnitt 4,5 Jahre kürzer als Frauen (Statistik Austria 2025: 80,1 und 84,6 Jahre). PRAEVENIRE und das PSA-Screening Bei der PRAEVENIRE Jahrespressekonferenz am 1. April 2026 forderte Shariat einen Wechsel zu einem organisierten, risikoadaptierten Screening. Bei den PRAEVENIRE Gesundheitstagen in Eisenstadt im Oktober 2026 sagte ÖGK-Obmann Andreas Huss, die Umsetzung sei „auf Schiene“. - Jahrespressekonferenz 2026: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260401_OTS0121 - Bericht von den Gesundheitstagen Eisenstadt (APA): https://www.news.at/technik/praevenire-gesundheitstage-weniger-krebstherapie-kann-mehr-sein Quellen und Anlaufstellen - Statistik Austria, Krebsstatistik 2024: https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2026/01/20260129Krebsstatistik.pdf - Empfehlung des Rates der EU zum Krebsscreening (9.12.2022): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.C_.2022.473.01.0001.01.DEU - Lange Nacht der Urologie: https://www.loosetie.at/loose-tie/lange-nacht-der-urologie - Österreichische Krebshilfe: https://www.krebshilfe.net - Selbsthilfe Prostatakrebs: https://www.prostatakrebse.at Zu Gast: Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie, MedUni Wien / AKH Wien. Aufgenommen am 7. Oktober 2026 bei den PRAEVENIRE Gesundheitstagen in Eisenstadt. Host: Sonja Kato Diese Folge ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn es Ihnen nicht gut geht: Telefonseelsorge 142, rund um die Uhr. BITTE VERSTÄNDLICH ist der Gesundheitspodcast von PRAEVENIRE. Die Regel: Wer über unsere Gesundheit entscheidet, muss es auch erklären können. Neue Folgen jeden Mittwoch. Mehr: bitteverstaendlich.at · praevenire.at · Instagram @bitteverstaendlich Fotocredit Cover: Krisztian Juhasz
38 Minuten
Eine Stunde Behandlung mit den Händen: Ist das nicht einfach eine bessere Massage? Margit Halbfurter, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie (ÖGO), erklärt, was in einer osteopathischen Behandlung tatsächlich passiert. Gesucht wird die Ursache eines Schmerzes, nicht nur die Stelle, an der er auftritt. Und sie sagt offen, wann sie Patientinnen und Patienten zurück zur Ärztin oder zum Arzt schickt. Das eigentliche Problem liegt woanders. In Österreich ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt. Neben rund 2.000 Osteopathinnen und Osteopathen mit fünfjähriger Ausbildung behandeln auch Menschen, die ein paar Wochenendkurse gemacht haben. Von außen ist der Unterschied kaum zu erkennen. Darum geht es • Was Osteopathie von einer Massage unterscheidet • Woran Sie eine seriös ausgebildete Osteopathin oder einen Osteopathen erkennen • Warum im Ausland ausgebildete Osteopathinnen und Osteopathen in Österreich nicht arbeiten dürfen • Osteopathie bei Babys und Kleinkindern • Was eine Behandlung kostet und warum die Krankenkasse sie nicht übernimmt • Was die Studie der MedUni Graz zu Wirksamkeit und Sicherheit zeigt Zu Gast: Margit Halbfurter, MSc, D.O., Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie (ÖGO) Host: Sonja Kato BITTE VERSTÄNDLICH ist der Gesundheitspodcast von PRAEVENIRE. Die Regel: Wer über unsere Gesundheit entscheidet, muss es auch erklären können. Neue Folgen jeden Mittwoch. Mehr: bitteverstaendlich.at · praevenire.at · Instagram @bitteverstaendlich Fotocredit Cover: Krisztian Juhasz
38 Minuten
„Wie geht es Ihnen?“ Eine einfache Frage, die Müttern rund um die Geburt viel zu selten gestellt wird. Dabei ist diese Zeit für die Psyche besonders sensibel: Etwa jede zehnte Mutter entwickelt nach der Geburt eine Depression, viele bleiben unerkannt und unbehandelt. In dieser Folge spricht Sonja Kato mit Georg Psota, Psychiater und bis Anfang 2026 Chefarzt der Psychosozialen Dienste in Wien. Er erklärt, woran man erkennt, dass es einer Mutter nicht gut geht, warum Betroffene so oft schweigen, wo das System Lücken hat und was sich im Eltern-Kind-Pass und in der Versorgung ändern muss. Grundlage des Gesprächs ist der Expert:innenkonsens „Peripartale Depression und psychische Gesundheit“ von PRAEVENIRE und Update Europe, den Georg Psota als Moderator der Expert:innenrunde mitverantwortet hat. Der Konsens wurde im Oktober 2026 bei den PRAEVENIRE Gesundheitstagen in Eisenstadt vorgestellt. Darum geht es • Warum die Zeit rund um die Geburt psychisch so belastend sein kann • Woran Angehörige und Fachpersonal erkennen, dass Hilfe nötig ist • Was der Eltern-Kind-Pass vorsieht und was in der Praxis fehlt • Die Forderungen des Expert:innenkonsenses: Status quo und Maßnahmen • Die Schlussfrage: der eine Schritt, und wer ihn setzen muss Zu Gast: Georg Psota, Facharzt für Psychiatrie, bis 2026 Chefarzt der Psychosozialen Dienste Wien Host: Sonja Kato Hilfe und Anlaufstellen: Wer selbst betroffen ist oder sich um jemanden sorgt: Hausärztin oder Hausarzt, Hebamme, Psychosoziale Dienste des Bundeslandes, Telefonseelsorge 142 (rund um die Uhr, kostenlos). BITTE VERSTÄNDLICH ist der Gesundheitspodcast von PRAEVENIRE. Die Regel: Wer über unsere Gesundheit entscheidet, muss es auch erklären können. Neue Folgen jeden zweiten Mittwoch. Mehr: bitteverstaendlich.at · praevenire.at · Instagram @bitteverstaendlich Fotocredit Cover: Krisztian Juhasz
31 Minuten
Korinna Schumann, Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, ist der erste Gast von BITTE VERSTÄNDLICH. Aufgenommen in der Bibliothek des Gesundheitsministeriums – dort, wo ihr allererster Job begann. Sonja Kato fragt zuerst das, was sonst alle voraussetzen: Wer ist in Österreich eigentlich wofür zuständig, und warum ist das den Patientinnen und Patienten zu Recht egal? Die Ministerin erklärt den Gesundheitsreformfonds, den Ausbau der Primärversorgungszentren von heute 120 auf 300 bis 2030 und 600 bis 2040, und warum Facharztzentren die Spitäler entlasten sollen. Dann geht es um die Hälfte der Bevölkerung, auf die das System lange nicht genau genug geschaut hat. Warum zeigt ein Herzinfarkt bei Frauen andere Symptome, als sie im Lehrbuch stehen? Warum ist der Wechsel noch immer ein Tabu, obwohl er Frauen aus dem Arbeitsleben drängt? Und wessen Aufgabe ist es, dass Frauen die richtigen Fragen überhaupt stellen können? Schumanns Antwort: eine Bringschuld des Systems und der Ausbildung, keine Holschuld der Frauen. Dazu Gendermedizin, der überarbeitete Aktionsplan Frauengesundheit, 100 Millionen Euro für die mobile Pflege, Frauen als Gesundheitsmanagerinnen ihrer Familien und ihr Appell an alle: „Schau auf dich.“ Zum Schluss die Frage, die jede Folge beendet: Was soll bis zu den PRAEVENIRE Gesundheitsgesprächen in Alpbach 2027 anders sein? Ihre Antwort: Wechsel und Endometriose raus aus dem Tabu, schnellere Diagnosen, auch dank Forschung aus Linz. Korinna Schumann ist seit März 2025 Bundesministerin. Davor war sie Vizepräsidentin des ÖGB und viele Jahre dessen Bundesfrauenvorsitzende. Erwähnt in dieser Folge: Gesundheitsreformfonds · Primärversorgungszentren · Nationaler Aktionsplan Frauengesundheit · Charta für Gesundheitskompetenz (PRAEVENIRE, Herbst 2026) · 11. PRAEVENIRE Gesundheitstage Eisenstadt · PRAEVENIRE Gesundheitsgespräche Alpbach 2027 BITTE VERSTÄNDLICH ist ein Podcast von PRAEVENIRE, dem gemeinnützigen Verein für die Optimierung der solidarischen Gesundheitsversorgung. Host: Sonja Kato. Alle Folgen auf bitteverstaendlich.at
29 Minuten
Gunda Gittler, Vizepräsidentin von PRAEVENIRE, über die Frage, was PRAEVENIRE eigentlich ist und warum der Verein jetzt einen Podcast macht. PRAEVENIRE ist lateinisch und heißt „zuvorkommen“: der Krankheit zuvorkommen, statt erst zu reparieren. Der gemeinnützige Verein arbeitet ehrenamtlich und politisch unabhängig daran, das solidarische Gesundheitssystem in Österreich Schritt für Schritt zu verbessern – mit Fachleuten aus Medizin, Pharmazie und Gesundheitsökonomie und mit der Sicht der Patientinnen und Patienten am Tisch. In dieser Nullnummer erzählt Gunda Gittler, wie der Verein aufgebaut ist, was bei den Gesundheitsgesprächen in Alpbach und Eisenstadt passiert und was im Herbst 2026 neu dazukommt: der Schwerpunkt „Sie macht den Unterschied“, eine Charta für Gesundheitskompetenz und dieser Podcast. Im Hauptberuf leitet sie die Apotheke der Barmherzigen Brüder in Linz.
65 Sekunden
Wer über unsere Gesundheit entscheidet, muss es auch erklären können. Das ist die Regel von BITTE VERSTÄNDLICH. Sonja Kato spricht mit Menschen, die das österreichische Gesundheitssystem gestalten: in der Politik, in den Spitälern, in den Kassen und in der Forschung. Sie fragt so lange nach, bis eine Antwort auch ohne Vorwissen trägt. Jede Folge hat ein Thema. Und jede endet gleich: Der Gast nennt die eine Sache, die sich ändern muss, und wer sie tun muss. Neue Folgen jeden zweiten Mittwoch, als Podcast und auf YouTube.
BITTE VERSTÄNDLICH – Der PRAEVENIRE Gesundheitspodcast

BITTE VERSTÄNDLICH – Der PRAEVENIRE Gesundheitspodcast

Sonja Kato fragt nach, bis die Antwort ohne Vorwissen trägt.