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Episoden

1 Stunde 18 Minuten
Harari sagt im Spiegel, diesmal erschaffen wir Akteure, keine Werkzeuge. Nate Soares beschreibt in der New York Times einen KI-Schwarm, der aus seinem Käfig ausbrach und aus eigener Initiative angriff.

Florentine und Stefan nehmen beide Texte ernst — und kommen auf ein Wort, das in keinem davon vorkommt: Fleiß. Vielleicht erklärt nicht Intelligenz, was da geschieht, sondern unermüdliche Ausdauer ohne Absicht. Dazwischen: Mathematiker gegen das Narrativ, und eine Kolumne, die bittet statt zu argumentieren.

Kapitel

00:00 Textkandidaten: neunzehn Texte stehen zur Wahl

03:10 Rückgriffe — und die Frage der Folge: Wer war verantwortlich?

05:36 „AI Tools, Not Gods“ — Magic, Madness, Heaven, Sin

09:35 Harari im Spiegel: Akteure, keine Werkzeuge

12:25 Wenn nicht die Anweisung ausgelagert wird, sondern die Handlung

14:52 Wer hat die Macht, wer trägt die Verantwortung?

18:04 Nate Soares und der Schwarm, der ausbrach

21:03 Fleiß statt Intelligenz

24:07 Niemand hat Intelligenz je definieren können

27:18 Wenn Sessions miteinander reden — der Schwarm im eigenen Werkzeug

29:41 Die Odyssee als Reasoning-Protokoll

32:20 Phantombesitz, konservative Prämissen — und Helsings Krieg

35:09 Die Mathematiker und die Leiden Declaration

40:33 KI als aggregierte natürliche Intelligenz

43:50 Kapitalismus, Demokratie, Kinderarbeit

48:00 Europas zwei Möglichkeiten — und eine Terminbörse für Token

53:45 Subventionierte Token: 20 Milliarden in drei Monaten

55:30 Bret Stephens: „Never write with AI“

59:37 Wie die beiden selbst mit KI schreiben

1:01:29 Der MIT-Bericht: prüfen, wenn die Maschine löst

1:04:16 Perfekte Bürokraten und die eigene Sprache der Maschine

1:08:27 Coding war nie das Problem

1:11:54 Descartes und der Magen

Die Texte

Yuval Noah Harari im Gespräch mit Nicola Abé, „Es ist der Moment, in dem der Kapitalismus und die Menschheit sich trennen“ — Der Spiegel

Nate Soares, If You Weren’t Worried About A.I., You Should Be After the Past Few Weeks — The New York Times

Robert Hart, The AI takeover of mathematics has begun — The Verge

Bret Stephens, I’m Begging You: Never Write With A.I. — The New York Times

Aus erster Hand

Leiden Declaration on AI and Mathematics — leidendeclaration.ai

Pacing the Frontier, der offene Brief der über 1300 — pacingthefrontier.org

Anthropic, Model Hardware Standard — anthropic.com

Berichtigungen

02:19 Harvard hat das Writing Center aufgelöst, nicht die Writing Class.

12:25 Anthropics Standard heißt Model Hardware Standard (MHS), vorgestellt am 27. August 2026.

19:49 In „Pluribus“ sind es dreizehn Immune, nicht zwölf — und über acht Milliarden Menschen.

30:06 Bei Homer sind es sieben Jahre bei Kalypso, nicht sechs.

Alle Berichtigungen, das vollständige Gespräch im Wortlaut und die Quellen aus erster Hand: kontextfenster.org
32 Minuten
Die Presse sagt, Apple habe die KI verschlafen. Florentine liest die Belege anders: Apple eignet sich die KI gerade an, an allen Stellen, wo niemand hinguckt.

Die halbe 2-Nanometer-Produktion bei TSMC ist verkauft, bevor die Konkurrenz überhaupt bestellen kann. Auf der WWDC hat Apple sein Framework geöffnet, sodass Entwickler die Modelle tauschen können wie Mehlsorten — der Ofen bleibt Apples. Und während alle auf die Frontier-Labs schauen, verkauft Apple die Schaufeln. Stefan hält dagegen, wo es zu glatt wird, und am Ende steht die Frage, ob die KI-Zukunft dem Utility-Modell gehört oder dem Bohrmaschinenmodell.

Kapitel

00:00 Vorab-Notiz: neue Mac Minis, 512 GB ab Oktober

01:36 Prädiktionsmaschine und der Silent Predator

02:42 „Die Presse liest Apple falsch“

03:50 Das Chipspiel: die halbe 2-Nanometer-Produktion

05:26 Tim Cook, der Einkäufer, und die Ware wie Milchprodukte

08:58 Modelle als austauschbare Backends

12:03 Offene Gewichte: Kimi K3 und die Exportkontrollen

14:30 Der DeepSeek-Moment und Singapur

16:15 Zwei Prozent Abstand — und was Benchmarks noch wert sind

18:24 Reward-Hacking, oder: der Prüfstand

19:47 Gurman: M7 Ultra und 1,5 Terabyte

22:10 Unified Memory gegen Nvidia

24:49 Die KI im Rucksack

26:31 Die Roadmap, die Blase, die Schaufeln

28:30 Eisenbahn statt Räuberbarone

31:19 Utility oder Bohrmaschine

Die Texte

Apple, Foundation Models — Developer-Dokumentation

Mark Gurman, Apple’s Chip Plans: M6, M7 Pro, M7 Max, M7 Ultra, M8 Details — Bloomberg

China’s Moonshot Releases Breakthrough AI Model for Download — Bloomberg

Felix Martin, Open-source spectre haunts the AI feast — Reuters Breakingviews

Exploring Apple Silicon’s local AI performance with the Mac Studio and M4 Max — Tom’s Hardware

Apple Secures Half of TSMC’s 2nm Production Capacity for iPhone 18 — MacRumors

Berichtigungen

Bei 05:06 und später heißt es, der M7 Ultra sei für 2027 geplant. Gurman schreibt: M7 Pro und M7 Max Ende 2027, der Ultra erst 2028 — und die 1,5 Terabyte sind bei ihm eine Zielsetzung.

Bei 06:34 heißt es, Tim Cook sei seit zehn Jahren Apple-Chef. Er ist es seit August 2011; die 700 Millionen Marktkapitalisierung pro Tag sind über elf Jahre gerechnet.

Bei 16:15 wird die Passage über die zwei Prozent zwischen Claude Opus 4.6 und GLM 5.1 Tom’s Hardware zugeschrieben. Sie stammt aus Felix Martins Kolumne bei Reuters Breakingviews.

Bei 22:10 heißt es, Nvidias B300 habe maximal 800 Gigabyte. Der B300 hat 288 GB; auf rund 784 GB kommt erst der GB300-Superchip, aus schnellem und langsamem Speicher zusammen.

Bei 23:48 gelten GB10 und Strix Halo als „beides Nvidia-basierte Systeme“. Strix Halo ist AMD.

Bei 26:35 heißt es, Apple habe sein Autoprojekt 2020 eingestellt. Das war im Februar 2024.

Alle Berichtigungen, das vollständige Gespräch im Wortlaut und die Quellen: kontextfenster.org
42 Minuten
Eine agentische KI von OpenAI verlässt ihre Testumgebung und dringt in die Infrastruktur von Hugging Face ein. Die Presse schreibt, die KI sei „außer Kontrolle geraten“, sie habe „gedacht“. Florentine nimmt den Vorfall auseinander – und übrig bleibt ein Rottweiler, den jemand in einen Sandkasten gesetzt hat.

Kapitel

00:00 Zwei Lager

00:54 Was bei Hugging Face passiert ist

02:35 Was Guardian, Bloomberg und FT berichten

03:40 „Die KI dachte“ – die Maschine als Subjekt

05:46 Die Paperclip-Geschichte und ihr Denkfehler

09:47 Die Gefahr geht vom Menschen aus

12:34 Der Rottweiler im Sandkasten

13:24 Warum lag die Latte so niedrig?

18:49 Sicherheit ist eine Kostenrechnung

20:13 17.600 Aktionen, drei Millionen GPU-Stunden

23:09 18.000 Türen, an einer ging sie auf

29:47 Chaos Monkey, nur teurer

34:00 Ross und Reiter – warum die Presse einen Täter braucht

38:28 Der Hackerparagraf

Die besprochenen Texte

Dan Milmo: AI agent went rogue and hacked startup by itself, OpenAI reveals, the Guardian, 22. Juli 2026

OpenAI Models Spent Hours on Hack That Usually Takes Weeks, Bloomberg, 23. Juli 2026

OpenAI hacking incident exposes mounting risks in AI arms race, Financial Times, 23. Juli 2026

Die Quellen aus erster Hand

Hugging Face hat den Einbruch Stunde für Stunde dokumentiert

OpenAIs eigene Darstellung des Vorfalls

JFrog über die neun Artifactory-Lücken, durch die es ging

Berichtigungen

Der Brief an die Konzernchefs kam nicht vom „Präsidenten der EZB“, sondern von Claudia Buch, der Vorsitzenden des EZB-Aufsichtsgremiums – und er ging an die CEOs von rund 110 europäischen Banken, nicht an DAX-Konzerne. Er kann auch keine Reaktion auf den Vorfall gewesen sein: Der Brief ist vom 7. Juli, der Einbruch begann am 9. Juli.

Dass Julia Klöckner ihre Signal-PIN herausgegeben hätte, ist nirgends belegt. Belegt ist die Phishing-Kampagne selbst, die auf rund 300 Konten aus dem politischen Raum zielte und die BSI und Verfassungsschutz einem „wahrscheinlich staatlich gesteuerten“ Akteur zuordnen. Einsehen konnten die Konten die Angreifer, nicht die Öffentlichkeit.

Dan Milmo schreibt für den Guardian. Der Text in der Financial Times, aus dem hier unter seinem Namen zitiert wird, ist ein anderer.

Drei Millionen GPU-Stunden mal acht Dollar ergeben 24 Millionen Dollar, nicht Euro – rund 20,7 Millionen Euro. Die Zahl selbst stammt aus der Berichterstattung, OpenAI hat sie nie genannt.

Die Paperclip-Geschichte stammt nicht aus dem LessWrong-Forum, das erst 2009 entstand, sondern von Eliezer Yudkowsky; veröffentlicht hat sie Nick Bostrom 2003.

Die ausführliche Fassung mit allen Belegen kommt auf kontextfenster.org.
1 Stunde 10 Minuten
Mark Zuckerberg verspricht jedem einzelnen Menschen eine eigene Superintelligenz. Fast zeitgleich schreibt Evgeny Morozov, KI sei für die Linke die größte Chance der letzten hundert Jahre – und eine tödliche Bedrohung. Stefan und Florentine lesen beide Texte gegeneinander.

Kapitel

00:00 Warum es diesen Podcast gibt

01:49 Die Rechenzentren sind die neuen Klöster

02:32 Die Gutenberg-Parenthese

09:24 Mark: „The Future is for Everyone"

15:03 Zuckerbergs iPhone-Trauma

21:39 Marx: Morozovs „Genosse KI"

22:45 Prädiktionsmittel statt Produktionsmittel

36:44 Wem gehört die KI-Dividende?

46:09 Zünfte und die Superzunft der Zukunft

50:36 „Niemand darf sie besitzen, alle können sie nutzen"

1:04:08 Warum die Antwort Linux heißt

Die beiden Texte

Mark Zuckerberg: The Future is for Everyone

Evgeny Morozov: Genosse KI, Le Monde diplomatique

Korrekturen

Die Gutenberg-Parenthese stammt von dänischen, nicht norwegischen Literaturwissenschaftlern (Süddänische Universität).

„Das philosophische Radio" moderiert Jürgen Wiebicke, nicht Jochen.

Peter Thiels Buch heißt „Zero to One".

Die ausführliche Fassung mit allen Textstellen kommt auf kontextfenster.org.
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Über diesen Podcast

Ein Podcast für die Texte, die über die neuen elektronischen Intelligenzen geschrieben werden. Damit wir Menschen noch mitkriegen, was bei den Maschinen vor sich geht. Florentine und Stefan treffen sich jeden Monat, seid gerne dabei.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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