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  3. Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania Podcast

Episoden

41 Minuten
In dieser Folge spricht Anna Hell über ihr Dissertationsprojekt zur Laterna magica als Gegenstand kollektiver und individueller Erinnerung in der Literatur des 20. Jahrhunderts, mit Fokus auf das Medium als Gedächtnismetapher und poetologisches Modell. Sie erläutert, wie aus einer breiten internationalen Korpussichtung, einschließlich globaler Rezeptionspfade nach Japan, eine Typologie der „Laternenliteratur" entsteht. Beispiele aus der (erweiterten) Romania umfassen etwa Marcel Proust, Giuseppe Raimondi, Léon-Paul Fargue oder Paul Laraque. Sichtbar werden dabei intermediale Wechselwirkungen, Re-mediation und Mediennostalgie sowie Kontraste zwischen autobiographischer Selbstbespiegelung und kolonialen Projektionen des Anderen.


Interview: Julia Waygand


Schnitt: Julia Waygand


Die Laterna magica ist ein Medium für Lichtbildprojektionen, das Mitte des 17. Jahrhunderts mutmaßlich vom niederländischen Physiker Christiaan Huygens erfunden wurde und sich vor allem während des 19. Jahrhunderts zum Massenmedium entwickelte.


Für einen visuellen Eindruck der hier beschriebenen Funktion einer Laterna magica, Glasbild-Varianten mit Bewegungsillusion sowie Literaturadaptionen für die Laterna magica empfiehlt Anna Hell das Video zu „Charles Dickens and the Magic Lantern" des British Film Institute: https://youtu.be/omuDMHj0TZY?si=bMqjOhlX43szD06L


Für den kurz erwähnten japanischen Kontext bietet außerdem die Waseda University eine hilfreiche Datenbank: „‚Utsushi-e' lantern slides owned by the Theatre Museum": https://archive.waseda.jp/archive/subDB-top.html?arg={%22item_per_page%22:20,%22sortby%22:[%22%22,%22ASC%22],%22view%22:%22display-simple%22,%22subDB_id%22:%22124%22}&lang=en


Für eine Live-Performance der Gruppe Minwaza Company of Tokyo an der University of Chicago siehe: „Japanese Magic Lantern Performance": https://youtu.be/wCUBhhdiU9w
41 Minuten
Ob historische Schrecken, aktuelle soziopolitische Missstände oder dystopische Zukunftsvorstellungen – eine neue Generation lateinamerikanischer Schriftstellerinnen greift genau diese Themen auf und verknüpft sie mit klassischen Motiven der Horror- und Schauerliteratur. So entsteht eine neue Strömung, die allgemein als Nuevo Gótico Latinoamericano bezeichnet wird. Was genau es mit dem Begriff auf sich hat, wie er zu verstehen ist und warum die Produktion dieser Texte gerade in Lateinamerika so floriert, erläutert Oliver Zimmermann, Postdoc an der Universität Passau, in dieser Folge von Fabulari.


Interview: Judith Wimmer


Schnitt: Judith Wimmer


Textauszug: Enríquez, Mariana (2019): Nuestra parte de noche. Barcelona: Anagrama, 132–134.
30 Minuten
In dieser Folge erkundet Hannah Mühlparzer der Universität Salzburg systematisch fiktionale Texte über Erntearbeit in Europa zwischen 2000 und 2025, insbesondere mit Fokus auf Spanien. Ausgehend von den Ereignissen in El Ejido als symbolischem Hintergrund wirft das Gespräch die Frage auf, wie Literatur auf agrarindustrielle Realitäten, Migration und Gewalt reagiert. Methodisch verortet in der Ökokritik und angelehnt an die Georgica nach Vergil, verschränkt das Projekt auf intersektionale Weise, Darstellungen von Natur, Arbeit, Geschlecht, Herkunft und Macht. Sichtbar werden dabei Kontinua zu anderen prekären Tätigkeiten und die Frage, wie Texte die Spannungen zwischen Schutzräumen für Pflanzen und Vulnerabilität der Arbeiter:innen inszenieren, bis hin zur Reflexion, wer überhaupt über Landwirtschaft schreiben darf.


Interview: Julia Waygand Schnitt: Julia Waygand


Die erwähnten Quellen in der Reihenfolge der Erwähnung: Giménez-Bartlett, A. (2000). Un gran jardín. In L. G. Martín (Hrsg.), Nuevos episodios nacionales: 25 historias de la democracia (1975-2000) (S. 437–453). EDAF. (Korrektur: bei dem Paratext handelt es sich um eine Schlagzeile, nicht um einen Zeitungsbericht.) Wald, S. D. (2016). The nature of California: Race, citizenship, and farming since the Dust Bowl. University of Washington Press. Wald, S. D. (2020). Farmworker Activism. In J. M. Coghlan (Hrsg.), The Cambridge Companion to Literature and Food (S. 197–214). Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/9781316997796.015 Oulios, M. (2021). ERNTE? HILFE! RECOLTĂ? AJUTOR! [Manuskript]. Simmel, L. (2024). Ferymont. Verbrecher. Hachemi, M. (2018). Cosas vivas. Editorial Periférica. Ein Beispiel zur erwähnten aktuellen angelsächsischen Forschung zur Georgik: Edney, S., & Somervell, T. (Hrsg.). (2022). Georgic Literature and the Environment: Working land, reworking genre. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003241300 Mbomío Rubio, L. A. (2024). Tierra de la Luz. Ediciones B. Moreno, L. (2022). La ciudad. Lumen. Link Theaterstück ‘Recolta Ajutor‘: https://interkultur.ruhr/archiv/projekte/detail/ernte-hilfe-recolta-ajutor-1
25 Minuten
"Los Adioses" (2017) von Natalia Beristáin handelt vom Leben Rosario Castellanos', eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der mexikanischen Literaturgeschichte und wichtige Stimme des Feminismus der 1950er Jahre. Der Film portraitiert aber nicht nur das Leben der Autorin, sondern setzte sich auch mit dem Spannungsverhältnis zwischen weiblicher Emanzipation und rigiden patriarchalen Strukturen auseinander. Annabel Herzog erzählt uns in diesem Interview, mit welchen Mitteln dieses Spannungsverhältnis im Film inszeniert wird und inwiefern sich der Konflikt zwischen individuellem Selbstausdruck und gesellschaftlichen Rollenerwartungen auf die Identitätskonstruktion auswirken kann.


Interview: Judith Wimmer


Schnitt: Judith Wimmer


Trailer zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=hlqDnucqyI4
50 Minuten
Diese Doppelfolge beleuchtet zwei frühe Filmexperimente von Segundo de Chomón im Spannungsfeld zwischen Faszination und Verunsicherung. Während die Ausführungen von Albulena Jasari zu La casa encantada eine unheimliche Ästhetik beleuchtet, die die Wahrnehmung herausfordert, zeigt Karla Glibusic mit El hotel eléctrico die Ambivalenz technischen Fortschritts und den Übergang vom Komfort zum Kontrollverlust auf. Beide Analysen verdeutlichen, wie das frühe Kino als Attraktion nicht nur spektakuläre Effekte präsentierte, sondern auch zentrale Spannungen der Moderne sichtbar machte. So entsteht eine gemeinsame Reflexion über Technik, Wahrnehmung und die Grenzen des Rationalen.


Gestaltung: Albulena Jasari, Karla Glibusic Einleitung: Teresa Hiergeist Schnitt: Julia Waygand


Die besprochenen Filme online anschauen: La casa encantada El hotel eléctrico
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Über diesen Podcast

Fabulari ist ein monatlich erscheinender Wissenschaftspodcast von Teresa Hiergeist, Flori Haack, Julia Waygand und Judith Wimmer zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der romanischen Literaturen, Medien und Kulturen. Er bietet Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus – jenseits von Tagungen und Kongressen, Buch- und Zeitschriftenpublikationen – einen alternativen Raum, um von der thematischen, perspektivischen und methodischen Vielfalt der Romanistik im 21. Jahrhundert Zeugnis abzulegen, die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Relevanz ihres Zugangs herauszustellen, die Begeisterung für ihre Arbeit zum Ausdruck zu bringen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Fabulari richtet sich an Romanist:innen und Studierende ebenso wie an eine interessierte Allgemeinheit von Kulturtreibenden, Aktivist:innen, Literaturliebhaber:innen oder Filmgeeks.

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