RegalGeflüster Archiv
264 Episoden
5 Minuten
Eine Reise nach Mecklenburg wird zur Reise in die eigene Vergangenheit: In „Das Wasser im August“ erzählt Ingo Schulze von einem ostdeutschen Autor, der einer ungewöhnlichen Einladung folgt. Er soll zu Ehren eines früheren Schulkameraden aus einer noch unveröffentlichten Novelle lesen. Doch mit diesem Mann verbindet ihn eine belastete Geschichte: Einst hatte der Mitschüler ihn bei der Stasi verraten. Am Tollensesee holt den Erzähler noch mehr Vergangenheit ein. Auch eine frühere große Liebe tritt wieder in sein Leben. Vor der eindrucksvollen mecklenburgischen Seenlandschaft verbindet Schulze persönliche Erinnerungen mit ostdeutscher Geschichte und Fragen nach dem eigenen Lebensweg. In dieser Folge von RegalGeflüster geht es darum, wie der Roman Landschaft und Erinnerung miteinander verknüpft, weshalb sein melancholisches und selbstreflexives Erzählen überzeugt und für welches Lesepublikum sich das Buch besonders eignet. „Das Wasser im August“ steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
4 Minuten
Wie fühlt sich Freiheit an, wenn gleichzeitig Verlässlichkeit und Geborgenheit fehlen? In „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ erzählt Lilli Tollkien von Lale, die in den achtziger Jahren in einer Berliner Männer-Kommune aufwächst. Zwischen Partys, politischen Ideen und kaum vorhandenen Regeln erlebt sie eine Kindheit, in der persönliche Grenzen immer wieder überschritten werden. Der Debütroman verbindet schwierige Themen wie Sucht, sexualisierte Gewalt und Vernachlässigung mit einer bemerkenswert differenzierten Figurenzeichnung. Dabei bleibt trotz aller Belastungen Raum für Fürsorge, Unterstützung und Hoffnung. Besonders wichtig wird für Lale schließlich das Erzählen selbst: Im Schreiben findet sie einen Weg zu Ausdruck, Halt und Selbstbestimmung. In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um einen intensiven Roman über Kindheit, Macht, Grenzüberschreitungen und die Möglichkeit, die eigene Geschichte selbst zu gestalten. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Ein Wochenendhaus am See sollte für die Familie ein Rückzugsort sein. Nach dem Ende ihrer Ehe steht die Erzählerin in Eva Menasses Roman „Alleinruhelage“ jedoch plötzlich allein mit diesem Ort da. Während Alla und Bolek bei Renovierungen helfen, sorgen geplatzte Wasserleitungen, eine zu kleine Sickergrube und schwierige Nachbarn dafür, dass die vermeintliche Idylle immer mehr Risse bekommt. Gleichzeitig öffnen sich Türen in die Vergangenheit. Erinnerungen an Familie und Kindheit erscheinen aus heutiger Sicht in einem neuen Licht. Als Wienerin begegnet die Erzählerin ihrer Umgebung zudem mit einem besonderen Blick auf Heimat, Fremdheit und deutsch-deutsche Geschichte. So wird aus der Geschichte eines Hauses eine vielschichtige Zwischenbilanz eines Lebens – über Beziehungen, Abschied und die Möglichkeit eines neuen Aufbruchs. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Mitten in Taipei begegnet die junge Ärztin Novana ihrer Mutter wieder – allerdings zunächst nur als überlebensgroßem Bild auf einem Werbedisplay. Achtzehn Jahre zuvor hatte die taiwanische Künstlerin March ihre Tochter ohne Erklärung in Deutschland zurückgelassen. Nun gerät Novanas mühsam begonnener Neuanfang ins Wanken. In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Glaszeit“, den Debütroman von Leh-Wei Liao, der für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert ist. Im Mittelpunkt stehen familiäre Verletzungen, die Sehnsucht nach Nähe und Novanas Begegnung mit der entschlossenen Aktivistin Sihan. Zugleich richtet der Roman den Blick auf die unsichere Zukunft Taiwans und verbindet persönliche Erfahrungen mit politischen Fragen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Lieferdienste gehören längst zum Bild großer Städte. Doch welche Geschichten stecken hinter denen, die täglich mit Fahrrad oder Roller durch den Verkehr unterwegs sind? Tomer Gardi richtet in seinem Roman „Liefern“, nominiert für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026, den Blick auf genau diese Lebenswelten. In sechs miteinander verbundenen Episoden führt der Roman unter anderem nach Tel Aviv, Berlin, Delhi, Istanbul und Buenos Aires. Figuren wie der aus Eritrea geflüchtete Lieferfahrer Filmon kämpfen mit unsicheren Arbeitsbedingungen und träumen zugleich von Familie, Nähe und einer besseren Zukunft. Gardi verbindet dabei Themen wie Migration, Rassismus und Ausbeutung mit Liebe, Humor und literarischen Anspielungen. In dieser Folge von RegalGeflüster erfährst du, wie der episodische Aufbau funktioniert, warum die verschiedenen Lebenswege miteinander verbunden sind und was den Roman besonders macht. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Ein Wochenende auf dem Immenhof soll Kriminalpsychologin Sophia zurück in die heile Welt ihrer Kindheit führen. Doch nach einer Retro-Party wacht sie mit einem Filmriss auf – und neben der abgetrennten Hand ihres Ex-Freundes. Besonders beunruhigend: Noch am Vortag hatte Sophia selbst einen perfekten Plan entwickelt, ihn spurlos zu ermorden. In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Filmriss auf Immenhof“ von Karsten Dusse. Der Roman verbindet nostalgische Immenhof-Atmosphäre mit einer düsteren Krimigeschichte und einer Hauptfigur, die ihrer eigenen Erinnerung nicht trauen kann. Sophia versucht, die verlorenen Stunden zu rekonstruieren. Dabei bewegt sie sich zwischen Kindheitsidyll, Schuldgefühl und der Suche nach sich selbst. Eine ungewöhnliche Ausgangslage für alle, die Krimis mit schwarzem Humor, Erinnerungslücken und überraschenden Kontrasten mögen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Eine Reise in die ungarische Familiengeschichte, ein verschwundenes Gewehr und viele Dinge, über die lieber geschwiegen wird: Muri Daridas Debütroman „King Cobra“ begleitet Lazi auf der Suche nach den Spuren des Großvaters András. Dessen Flucht nach dem Ungarnaufstand 1956 sollte eigentlich nach Argentinien führen, endete jedoch in Süddeutschland. Als Lazi nach Ungarn zurückkehrt, geht es nicht nur um das verschwundene Gewehr. Rache, Gerechtigkeit, Herkunft und die verdrängte Vergangenheit der Familie rücken immer stärker in den Mittelpunkt. Gleichzeitig erlebt Lazi Ablehnung wegen der eigenen queeren Lebensweise. Nur Tante Mónika bringt echtes Verständnis auf. „King Cobra“ verbindet Familiengeschichte mit Fragen nach Identität, Ausgrenzung und Gewalt. Der Roman wurde mit dem Robert-Walser-Preis 2026 ausgezeichnet und für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 nominiert. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Ein Gasthof an der deutsch-schweizerischen Grenze wird zum Schauplatz einer Geschichte über Familie, Schmuggel, Liebe und Widerstand. In „Querfeldein“ erzählt Alex Capus von Arnold, der sein Elternhaus verlässt, durch einen überraschenden Gewinn zu Geld kommt und den Gasthof „Moskau“ eröffnet. Gemeinsam mit Betty gründet er dort eine große Familie. Doch die Nähe zur Grenze bringt auch Schmuggler und politische Spannungen unmittelbar vor die Haustür. Als sich Tochter Clara 1933 in den Schmuggler Hermann verliebt und deutsche Polizisten sowie SS-Männer auf Schweizer Gebiet eingreifen, verändert sich das Leben im Dorf. Die neue Folge von RegalGeflüster stellt einen unterhaltsam und dramatisch erzählten historischen Roman vor, der Fragen nach Grenzen, Verbindlichkeit, Eigensinn und Widerstand miteinander verbindet. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Wie bleibt eine demokratische Gesellschaft stabil, wenn autoritäre Vorstellungen an Einfluss gewinnen? In „Faschismus ist keine Meinung – Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ beschäftigt sich der Historiker und Publizist Ilko-Sascha Kowalczuk mit den Mechanismen des Rechtsrucks und richtet seinen Blick besonders auf Ostdeutschland. Im Mittelpunkt stehen die Verklärung der DDR-Vergangenheit, populistische Niedergangserzählungen, autoritäre Staatsvorstellungen und die Frage, wie sich Freiheit und Demokratie verteidigen lassen. Kowalczuk möchte dabei nicht nur analysieren. Sein Buch versteht sich ausdrücklich als Weckruf und will dazu ermutigen, sich einzumischen und argumentativ dagegenzuhalten. In dieser Folge von RegalGeflüster erfährst du, welche Gedanken das Buch verfolgt, welche Rolle Geschichte dabei spielt und für wen diese politische Lektüre besonders interessant sein kann. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
6 Minuten
Ein Traumjob bei Facebook, direkter Zugang zu Mark Zuckerberg und Reisen zu politischen Spitzenvertretern auf der ganzen Welt: Sarah Wynn-Williams beginnt ihre Karriere bei dem Technologiekonzern mit großen Idealen. Doch hinter der glänzenden Fassade entdeckt sie eine Unternehmenskultur, die von Machtspielen, Sexismus und widersprüchlichen Entscheidungen geprägt ist. In dieser Folge von RegalGeflüster stellen wir „Mein Traumjob bei Facebook und wie ich alle meine Ideale verlor“ vor. Der Insider-Report zeigt, wie Facebook zu einem globalen Machtfaktor wurde und welche Rolle Wachstum, Datenschutz, politische Einflussnahme und der Umgang mit autoritären Staaten dabei spielten. Persönliche Erlebnisse und zahlreiche Anekdoten verbinden sich mit grundlegenden Fragen über die Verantwortung sozialer Netzwerke. Eine Buchempfehlung für alle, die digitale Plattformen, Technologiepolitik und die Mechanismen wirtschaftlicher Macht besser verstehen möchten. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Vier Jugendliche finden auf einem verlassenen Pier Zuflucht vor ihrem schwierigen Alltag. Während eines gemeinsamen Sommers entsteht eine tiefe Freundschaft, die ihnen Halt und Stärke gibt. Einer von ihnen hält diese besondere Zeit in einem Gemälde fest. Mit Unterstützung seiner Freunde wird das Bild bekannt und bildet den Anfang seiner künstlerischen Karriere. 25 Jahre später entdeckt die 18-jährige Louisa eine Postkarte mit dem inzwischen weltberühmten Werk. Ein Detail berührt sie so sehr, dass sie nach dem Original und der Geschichte hinter dem Bild sucht. Ihre Reise führt sie zu dem Künstler und schließlich zurück in dessen Heimatort. Dabei eröffnen sich für Louisa neue Perspektiven auf ihr eigenes Leben. Fredrik Backmans Roman „Freunde fürs Leben“ verbindet Traurigkeit und Humor zu einer warmen, zuversichtlichen Geschichte über Freundschaft, Kreativität, Erinnerung und persönliche Entwicklung. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Die Natur ist kein Parteimitglied“ von Harald Lesch und Axel Kleidon. Die beiden Physiker erklären kompakt und verständlich, welche Naturgesetze hinter Klimawandel und Energienutzung stehen. Dabei zeigen sie, warum steigende Kohlendioxidkonzentrationen die Abstrahlung von Energie erschweren und dadurch die Temperatur der Erde erhöhen. Das Buch verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit einer deutlichen Kritik an politischer und wirtschaftlicher Untätigkeit. Naturgesetze lassen sich weder verhandeln noch durch vermeintliche technische Zaubertricks umgehen. Lesch und Kleidon erläutern deshalb auch, welche Bedeutung effiziente Energienutzung und der stärkere Einsatz von Photovoltaik haben. Die Episode stellt vor, warum dieser kurze, klare Text eine hilfreiche Grundlage für Klimadebatten bietet und für welche Lesenden er besonders geeignet ist. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Eine Winternacht im Jahr 1967 verändert Marsibils Leben für immer: Ihre ältere Schwester Kristin verschwindet spurlos. Zurück bleibt nur eine blutbefleckte Anorakjacke – gefunden an dem Ort, an dem Marsibil ihren heimlichen Brieffreund treffen wollte. Zehn Jahre später ist der Fall noch immer ungelöst. Marsibil wird weiterhin von Schuldgefühlen und unbeantworteten Fragen verfolgt. Als ein Brief ihres früheren Brieffreunds eintrifft, kehrt sie in ihre Heimat zurück. Dort beginnt sie, alte Freunde zu befragen und die damaligen Ermittlungen zu hinterfragen. Doch ihre Eltern blocken ab, Erinnerungen verschwimmen und im engsten Umfeld wächst das Misstrauen. In dieser Folge von „RegalGeflüster“ geht es um den Psychothriller „Home Before Dark“ von Eva Björg Ægisdóttir. Dich erwartet atmosphärischer Nordic Noir über familiäre Geheimnisse, verdrängte Schuld und eine Vergangenheit, die sich nicht zum Schweigen bringen lässt. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Vier Frauen, vier Generationen und die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts: In dieser Folge von „RegalGeflüster“ geht es um den Roman „Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe. Margarethe, Marianne, Monika und Miriam wachsen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen auf. Ihre Lebenswege werden von zwei Weltkriegen, gesellschaftlicher Enge, familiären Erwartungen und der Suche nach Unabhängigkeit geprägt. Von einer Dresdner Familie des Bildungsbürgertums führt die Geschichte durch politische Umbrüche sowie durch Ost und West bis zur Geburt der Autorin im Jahr 1967. Miriam Carbe entwickelte den autobiografisch geprägten Roman aus Tagebüchern, Erinnerungsskizzen und dem Nachlass ihrer Vorfahrinnen. Entstanden ist eine eindringliche Familiengeschichte über Liebe, Verletzungen, innere Freiheit und die Spuren, die frühere Generationen hinterlassen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
6 Minuten
Fünfzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrt Nelka nach Norddeutschland zurück. Auf dem dortigen Gutshof musste sie als junges Mädchen Zwangsarbeit leisten. Nun will sie Marten, den damaligen Gutsverwalter, mit einer Vergangenheit konfrontieren, die er für sich längst umgedeutet hat. Svenja Leibers Roman „Nelka“ erzählt von Machtmissbrauch, sexueller Nötigung und der Ausbeutung weiblichen Wissens. Zugleich richtet er den Blick auf die Freundschaft und Widerstandskraft der verschleppten Frauen. In klarer, sensibler Sprache entsteht ein wortarmes Kammerspiel über Erinnerung, Verantwortung und jahrzehntelanges Schweigen. In dieser Folge von RegalGeflüster erfährst du, weshalb Nelkas Kenntnisse im Obstbau für die Geschichte entscheidend sind, wie unterschiedlich Opfer und Täter zurückblicken und warum dieser konzentrierte Roman lange nachwirkt. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.