RegalGeflüster Archiv
264 Episoden
4 Minuten
Ein Friedhof stürzt ins Meer, eine Urne wird an den Strand gespült, und Pinò erfährt etwas, das seine Familiengeschichte verändert. Sein Vater hatte vor ihm bereits einen anderen Sohn. Während Pinò der verschwiegenen Vergangenheit nachgeht, muss er fürchten, dass auch sein eigenes Geheimnis ans Licht kommt. Denn der fünfundzwanzigjährige junge Mann trägt rätselhafte Merkmale an sich: Ihm fehlt der Bauchnabel, seine Stimme hat keinen Widerhall, und sein Atem bleibt in der Kälte unsichtbar. In dieser Folge sprechen wir über „Aus anderem Holz“ von Giuliano Musio. Der Roman interpretiert den Pinocchio-Stoff neu und verbindet Pinòs Suche mit Fragen nach Herkunft und Selbstbestimmung. Was bedeutet es, als Ersatz gedacht gewesen zu sein? Und wie findet Pinò einen eigenen Weg? Eine Empfehlung für alle, die literarische Neuinterpretationen und Familiengeschichten mit einem ungewöhnlichen Ausgangspunkt mögen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Amy, Steve und Rosie haben eine Detektei mit einem ziemlich eindeutigen Namen: „Wir finden Mörder“. Dumm nur, wenn gerade die Aufträge fehlen. Doch nachdem Thrillerautorin Rosie ihre gemeinsame Unternehmung in einer Talkshow bewirbt, meldet sich ein vermögender Halbkrimineller aus der Toskana. Sein Bodyguard wurde ermordet, und eine rätselhafte Nachricht deutet darauf hin, dass er selbst das nächste Opfer sein könnte. Damit beginnt für das ungewöhnliche Ermittlertrio eine Reise, die von Italien über Barcelona bis nach Palm Springs führt. Richard Osmans „Wir jagen Schatten“ verbindet Cosy Crime mit Humor, überraschenden Wendungen, skurrilen Figuren und internationalen Schauplätzen. In dieser Folge von RegalGeflüster erfährst du, was den zweiten Band der „Wir finden Mörder“-Reihe auszeichnet und für welches Lesepublikum dieser Krimi besonders interessant ist. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
4 Minuten
Zwei Geschwister, drei Städte und ein Forschungsinstitut tief unter dem Lenin-Mausoleum: Valeria Gordeevs Debütroman „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ erzählt eine Familiengeschichte in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Lada lebt in Berlin und kämpft mit einer Sanierung, die ihr Wohnhaus unbewohnbar macht. Ihr Bruder Konstantin ist in Moskau geblieben und arbeitet in einem Institut, das Lenins Leichnam konserviert. Den Kontakt zueinander haben die beiden verloren. Ihr Patenonkel Boris Bogdanov zieht beide in seine Geschäfte hinein. Der Oligarch verfolgt weitreichende Vorstellungen vom menschlichen Leben – und bringt Lada und Konstantin in Schwierigkeiten. In dieser Folge sprechen wir über die Geschwister, den Irrwitz des unterirdischen Instituts und die besondere Mischung aus Familienkonflikt, politischer Gegenwart und Farce. Der Roman steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026 und empfiehlt sich für alle, die Freude an umfangreichen, ungewöhnlichen Erzählungen haben. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Wie modern sind moderne Beziehungen wirklich? In „Anti Müller“ untersucht Yade Yasemin Önder die Machtstrukturen, die sich hinter fortschrittlichen Selbstbildern verbergen. Ihre Erzählerin richtet den Blick auf die Mechanismen von Liebe und Partnerschaft – und auf einen Kulturbetrieb, der sich feministisch präsentiert, Männern aber weiterhin die Regie über Bühnen und Körper überlässt. Der zweite Roman der vielfach ausgezeichneten Autorin verbindet poetische Präzision mit einer schonungslosen Analyse des Patriarchats. Dabei entsteht keine klassische Liebesgeschichte, sondern ein sprachlich widerständiges und unterhaltsames Debattenangebot. Daniela Dröscher prophezeit dem Buch sogar, ein feministischer Klassiker zu werden. Diese Folge stellt den Roman vor und fragt, wie Önder gesellschaftliche Kritik, literarischen Anspruch und eine kraftvolle, rotzige Sprache miteinander verbindet. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Kann Literatur ein Leben lang begleiten, trösten und Orientierung geben? In „Ach, eine Fanfare!“ versammelt Elke Heidenreich dreizehn Besprechungen, Vorworte, Porträts und weitere Texte, die seit den 1980er-Jahren in verschiedenen Zeitungen erschienen sind. Mit persönlichen Erinnerungen, biografischen Einschüben und zahlreichen Zitaten erzählt sie von prägenden Begegnungen mit Literatur. Dabei führt der Weg unter anderem zu Gottfried Benn, Simone de Beauvoir, Dylan Thomas, Hermann Hesse, Dorothy Parker, Dieter Forte und Ruth Klüger. Auch an ihren Freund Tomi Ungerer erinnert sie sich. Entstanden ist eine persönliche Rückschau, die zugleich Leseliste und Einladung zum Entdecken ist. Das Buch zeigt, wie Literatur Halt geben, durch schwierige Zeiten führen und neue Perspektiven eröffnen kann. Besonders geeignet ist es für alle, die Klassiker neu kennenlernen oder ihre eigene Lesebegeisterung auffrischen möchten. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Ein Dorf im Hunsrück, fünf Familien und neunzig Jahre deutscher Geschichte: In „Die Lücken“ legt Shida Bazyar die verborgenen Schichten von Heimesbach frei. Der Roman erzählt von jüdischen Familien, ihrer Vertreibung während der NS-Zeit und von Bewohnern, die sich später als harmlose Mitläufer darstellten. Jahrzehnte danach suchen zwei aus dem Iran geflüchtete Familien in derselben Gemeinde Schutz und Geborgenheit. Aus 46 Kapiteln und zahlreichen Perspektiven entsteht ein anspruchsvolles Erzählmosaik über Heimat, Migration und Erinnerung. Im Mittelpunkt stehen dabei auch die Leerstellen: das Verschwiegene, Verdrängte und Vergessene. Die Folge beleuchtet, wie Shida Bazyar historische Entwicklungen mit persönlichen Erfahrungen verbindet und weshalb die dichte Form des Romans besondere Aufmerksamkeit verlangt. „Die Lücken“ steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026 und empfiehlt sich für ein politisch und historisch interessiertes Lesepublikum. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Ein Kurzurlaub in Heidelberg soll Bertram und Isolde eigentlich guttun. Das in die Jahre gekommene Paar aus Oldenburg hofft auf schöne gemeinsame Tage und vielleicht sogar darauf, den seelischen Smog über seiner Ehe etwas zu vertreiben. Doch das teure Boutiquehotel enttäuscht, und auch der neu entdeckte Stamm-Italiener auf einem alten Flussschiff im Neckar verliert zunehmend seinen Reiz. In „Memories of Heidelberg“ lässt Heinz Strunk eine Ferienwoche immer weiter aus der Form geraten. Aus Alltag, Urlaubserwartungen und Eheproblemen entwickelt sich eine schrecklich komische Geschichte, begleitet vom gleichnamigen Schlager-Oldie in Dauerschleife. Der Roman ist für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert. In dieser Folge von RegalGeflüster erfährst du, warum gerade die Verbindung aus genauer Figurenbeobachtung, schwarzem Humor und zunehmend abgründiger Urlaubsstimmung neugierig macht. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
4 Minuten
Ein abgelegenes Anwesen könnte für das frisch verheiratete Paar Tricia und Ethan zum neuen Zuhause werden. Doch während Ethan begeistert ist, bleibt bei Tricia ein ungutes Gefühl. Denn früher lebte hier die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale – bis sie vor drei Jahren plötzlich verschwand. Als ein Schneesturm die Straßen unpassierbar macht, müssen Tricia und Ethan im Haus bleiben. Dort entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer mit Kassetten, auf denen Patientensitzungen der verschwundenen Psychiaterin aufgenommen wurden. Je mehr sie hört, desto näher scheint sie der Wahrheit zu kommen – und desto bedrohlicher wird ihre eigene Situation. In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um Freida McFaddens Thriller „Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?“, seine spannende Grundidee und das beklemmende Zusammenspiel aus abgeschiedenem Schauplatz, ungeklärtem Verschwinden und Stimmen aus der Vergangenheit. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Was tragen Familien über Generationen weiter – selbst dann, wenn darüber nicht gesprochen wird? In „Parasiti“ erzählt Alisha Gamisch von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Großmutter Lydia. Ein Brief bringt Unruhe in ihr vertrautes Leben, Lydia verstummt und Rina beginnt, Fragen zu stellen. Der Debütroman führt von Novosibirsk in den 1960er Jahren über Auffanglager für Aussiedler in den 1970ern bis ins Fürstenfeldbruck einer nahen Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen drei Generationen russlanddeutscher Frauen und Themen wie Ausgrenzung, Anpassung, Emanzipation, Sexualität und Abtreibung. Zugleich geht es um familiäre Bindungen, die Halt geben können, aber auch einengen. Eine besondere Empfehlung für alle, die generationenübergreifende Familienromane mögen und sich für Herkunft, Migration, Identität und Selbstbestimmung interessieren. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
6 Minuten
Wie lässt sich ein Leben erzählen, wenn sein tragisches Ende bereits feststeht? In „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ nähert sich Helene Bukowski der Geschichte der hochbegabten Pianistin Christina, die sich 1985 mit 25 Jahren in Neubrandenburg das Leben nahm. Mit historischer Recherche, Dokumentation und Dialog rekonstruiert der Roman Stationen ihres Lebens: die Familie, das Klavier in der elterlichen Wohnung, die Spezialschule für Musik in Berlin und schließlich das Studium am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium. Dabei geht es um Begabung und Glück, aber auch um Krankheit, Leistungsdruck, Perfektionismus und Unfreiheit. In dieser Folge von RegalGeflüster erfährst du, warum der 2026 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierte Roman trotz seines schweren Themas das Leben in den Mittelpunkt rückt und seiner Hauptfigur mit großer Behutsamkeit begegnet. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
4 Minuten
Eine große Liebe trifft auf eine zunehmend gespaltene Welt: In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Anton und Alma“ von Dana Vowinckel, nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026. Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch kennen und begegnen sich Jahre später wieder. Obwohl sie aus sehr unterschiedlichen familiären und religiösen Lebenswelten stammen, verlieben sie sich und ziehen zusammen. Doch ihre Beziehung wird nicht nur durch persönliche Unterschiede herausgefordert. Die Ereignisse des 7. Oktober 2023, der Gaza-Krieg und eine polarisierte Stimmung auf dem Campus und in Antons Familie greifen tief in ihr Leben ein. Der Roman verbindet eine Liebesgeschichte mit Fragen nach Glauben, Zugehörigkeit, Trauer, Verlust und der Sehnsucht nach Geborgenheit. Die Folge stellt das Buch vor, ohne entscheidende Entwicklungen vorwegzunehmen, und fragt, was seine Verbindung von privater Nähe und gesellschaftlichen Konflikten besonders macht. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
6 Minuten
Zwei Todesfälle sehen zunächst wie Unfälle aus. Doch schon bald entdecken Pia Sander und Oliver von Bodenstein Hinweise auf eine brutal geplante Mordserie. Die Ermittlungen führen sie zur milliardenschweren Brinkhoff Group und in das Umfeld ihres verstorbenen Gründers Patrick Brinkhoff, Entwickler eines bahnbrechenden KI-Chatbots. In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Alles wird Asche“, den zwölften Band der Taunuskrimi-Reihe von Nele Neuhaus. Der Kriminalroman verbindet eine komplexe Familiengeschichte mit dem Unternehmermilieu und dem Thema Künstliche Intelligenz. Gier, Rache und Loyalität spielen dabei ebenso eine Rolle wie alte Beziehungen und neue Abhängigkeiten. Wir schauen darauf, was den vielschichtigen Fall auszeichnet, warum Personenverzeichnis und Stammbaum hilfreich sind und weshalb auch Neueinsteiger der Handlung folgen können. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Eine Reise nach Ostpreußen wird für Liesel zu einer Reise in die eigene Familiengeschichte. In Miriam Burdelskis Debütroman „Ist doch schön hier“ macht sie sich gemeinsam mit ihrer dementiell veränderten Großmutter Emmi und dem polnischen Altenpfleger Jascha auf den Weg. Emmi hat Liesel immer wieder von ihrer früheren Heimat erzählt. Nun führen Birkenalleen, alte Gutshäuser und das Rauschen der Ostsee die drei immer näher an Erinnerungen, offene Fragen und lange Bewahrtes heran. In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um einen bewegenden und zugleich humorvollen Familienroman über Heimat, Verlust, Hoffnung, Schuld und Liebe. Im Mittelpunkt steht die Frage, was von Erinnerungen bleibt und wie sie zwischen Generationen weitergegeben werden. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Wie verändern politische Systeme Freundschaften, Beziehungen und Lebensentwürfe? In „Selbstregulierung des Herzens“ erzählt Peggy Mädler von einer Gruppe, deren Wege sich über mehr als sechs Jahrzehnte verfolgen lassen. Ausgangspunkt ist Ostberlin Anfang der Sechzigerjahre. Georg und Roland studieren Wirtschaftswissenschaften und glauben zunächst an die Möglichkeiten des neuen Staates. Gemeinsam mit Helga, Marlies, Mona und Konrad gehören sie zu einem Freundeskreis, dessen Mitglieder ganz unterschiedliche Wege einschlagen. Der Roman führt durch Mauerbau, DDR-Diktatur, Wende und die Jahre danach. Dabei richtet Peggy Mädler den Blick nicht nur auf politische Entwicklungen, sondern auf deren Auswirkungen im Alltag, in der Arbeitswelt und vor allem in persönlichen Beziehungen. Eine vielschichtige Geschichte über Nähe und Entfremdung, Loyalität, Anpassung und den Verlust von Illusionen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Wie weit kann der Wunsch nach Zugehörigkeit führen? In „Orca“ von Franziska Gänsler steht Cora im Mittelpunkt, eine junge Frau, die schon am Elitegymnasium Außenseiterin bleibt. Als sie ihre frühere Freundin Olympia wiedertrifft, scheint sich das zu ändern. Doch Olympia bewegt sich zunehmend in einer Aktivistengruppe, deren Angst vor der Klimakrise immer radikalere Formen annimmt. Cora möchte dazugehören und gerät tiefer in eine Dynamik aus Loyalität, Anpassung, extremen Überzeugungen und schließlich konkreten Aktionen. Der auf zwei Zeitebenen erzählte Roman verbindet Freundschaft und Identitätssuche mit Klima- und Chancengerechtigkeit, Gewalt und Radikalisierung. Eine eindringliche Geschichte darüber, wie der Wunsch nach Anerkennung Grenzen verschieben kann. „Orca“ ist für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert und richtet sich besonders an eine anspruchsvolle Leserschaft. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.