ICH WILL NICHT, DASS MEINE KINDER MICH MIT 30 NOCH BRAUCHEN.
Ja. Hab ich wirklich gesagt.
Und nein – damit meine ich ganz sicher nicht, dass sie irgendwann nicht mehr zu mir kommen sollen.
Ich möchte drei Männer großziehen, die ihr Leben selbst auf die Reihe bekommen. Die Entscheidungen treffen können. Verantwortung übernehmen. Grenzen setzen. Mit Geld umgehen. Respekt vor anderen haben, ohne sich selbst alles gefallen zu lassen. Die auf die Fresse fallen dürfen – und danach wieder aufstehen.
Und vor allem möchte ich, dass sie wissen: Ihr müsst euren Weg alleine gehen. Aber ihr seid dabei niemals allein.
Eigentlich wollte ich euch in dieser Solo-Folge nur erzählen, wie mein Trip nach Düsseldorf war. Zum ersten Mal alleine verreist, alleine im Hotel, alleine essen und auf ein Event, auf dem ich wirklich niemanden kannte. Und am Ende saß ich im Zug nach Hause und dachte darüber nach, was ich meinen Kindern eigentlich wirklich fürs Leben mitgeben möchte.
Nicht welchen Schulabschluss sie machen sollen. Nicht welchen Beruf. Nicht wie viel Geld sie irgendwann verdienen.
Sondern die Dinge, von denen ich hoffe, dass sie hängen bleiben.
Warum mir eine schlechte Note ziemlich egal ist, solange mein Kind sein Bestes gegeben hat. Warum es bei uns für normale Mithilfe in der Familie kein Geld gibt. Warum meine Kinder Grenzen setzen sollen, obwohl sie das ausgerechnet gerade sehr erfolgreich an MIR üben. Warum Loyalität für mich nicht bedeutet, alles mit sich machen zu lassen. Und warum Familie für mich heißt: Du kannst richtig Scheiße bauen und ich werde vielleicht richtig sauer sein – aber wenn es drauf ankommt, lasse ich dich nicht alleine.
Und irgendwann sollen meine Jungs ihr eigenes Leben führen. Vielleicht komplett anders, als ich es mir heute vorstelle.
Wenn sie dann wissen, wer sie sind, für sich selbst sorgen können und trotzdem wissen, wo sie immer nach Hause kommen können – dann haben wir verdammt viel richtig gemacht.
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