Kontrafunk: Persönlich - Ein Leben, ein Werk, ein Schicksal Archiv
53 Episoden
56 Minuten
Den Dingen auf den Grund gehen, das ist Marcel Luthe wichtig. Etwas wissen wollen und vorher keine Ruhe geben: Mit diesem Ansatz stellte er tausende parlamentarische Anfragen, hielt 2018 eine Wutrede gegen die Relativierung des Holocaust und klagt nun auf Einsicht in Angela Merkels Stasi-Akten. Nach dem Ende seiner parteipolitischen Karriere schwimmt er als Gründer der Good Governance Gewerkschaft weiter gegen den Strom. Ist er Rebell oder Realist? Das fragt ihn Silke Schröder. Ein Gespräch über die Grenzen des Sagbaren, die Bedeutung der Meinungsfreiheit für die Demokratie und die Frage, warum Rechtmäßigkeit wichtiger ist als das subjektive Gefühl von Gerechtigkeit.
56 Minuten
Die Lufthansa-Maschine Landshut wurde 1977 von palästinensischen Terroristen bis nach Mogadischu entführt, der Flugkapitän ermordet. Gabriele von Lutzau war Flugbegleiterin der Landshut, und die Passagiere gaben ihr nach der Befreiung durch die GSG9 den Spitznamen „Engel von Mogadischu“. Seitdem hat sie ein zweites neues Leben und wurde zu einer bekannten internationalen Künstlerin. Mit Markus Vahlefeld spricht sie über ihre Erinnerungen und was diese mit ihren Skulpturen, die sie mit der Kettensäge bearbeitet, zu tun haben.
56 Minuten
Die westdeutsche Perspektive fasst „Ostalgie“ oft als subjektiven Bewältigungsmechanismus auf. Auch der Kabarettist und Schauspieler Uwe Steimle, der den Begriff in den 1990er Jahren prägte, sieht seine Erfahrungen als DDR-Bürger als unverzichtbares geistiges Fundament – warnt jedoch davor, die Vergangenheit zu verklären. Viel zu oft, sagt Steimle, wird über Ostdeutsche wie über ein fremdes Volk geredet. Humor bleibt seine Form des Widerstands. Wichtig ist ihm, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und über all den Unbill der Gegenwart die Bildung des Herzens nicht zu vernachlässigen.
56 Minuten
Das Corona-Regime hat in der Justiz merkwürdigste Blüten getrieben. Noch immer werden Bürger, Wissenschaftler und Polizisten für das Aussprechen der Wahrheit verfolgt und verurteilt. Der bekannteste Fall dürfte der von Michael Ballweg sein. Für sein Engagement saß er fast ein Jahr im Gefängnis Stuttgart-Stammheim. Das Verhalten der Staatsanwälte mutet wie Rechtsbeugung an, dass er ein politischer Gefangener war, liegt auf der Hand. Wie geht es Michael Ballweg nach seinem erfolgten Freispruch?
56 Minuten
Der libanesisch-deutsche Filmemacher, Journalist und Autor Imad Karim kam 1977 als Student nach Berlin, nachdem er den Libanon des Bürgerkrieges wegen verlassen hatte. Heute sieht er sich weder als Flüchtling noch als Exilant – Deutschland ist ihm zur Heimat geworden, auch wenn er sagt, das Land mache es einem inzwischen schwer, es zu lieben. Im Gespräch geht es um Erfahrungen von Entfremdung und Selbstachtung, Karims kritischen Blick auf Migration und Islam und den Einfluss biografischer Brüche auf seine filmische Arbeit.
56 Minuten
Er ist eine der schillerndsten Stimmen im deutschen Journalismus, Bestsellerautor und erfolgreicher Dokumentarfilmer. Vor fast fünfzig Jahren begann Broder den wiederauferstandenen „neuen“ Antisemitismus von links zu analysieren. Im Gespräch mit Markus Vahlefeld schildert er, warum das Judentum, das sich nach mehr als 2000 Jahren wieder ein Staatsgebilde geschaffen hat, für die Moderne eine Provokation ist: Alles blüht auf und vergeht, nur das Judentum ist gekommen, um zu bleiben.
56 Minuten
Juraprofessor, Verteidigungsminister, enger Berater Helmut Kohls. Das Leben und Wirken von Rupert Scholz umspannt die geschichtsträchtigsten Zeiträume bundesrepublikanischer Entwicklung. Als einer der Architekten der deutschen Einheit war er maßgeblich an der Gestaltung der vereinigten Bundesrepublik beteiligt, machte sich aber nie abhängig vom Scheinwerferlicht des Politikbetriebs. Als Wissenschaftler und Autor kommentiert der Berliner Rupert Scholz auch heute noch die Entwicklungen des Rechtsstaats mit Gradlinigkeit und juristischer Klarheit. Silke Schröder blickt mit ihm auf die Pfeiler eines großen Lebens.
56 Minuten
Er stammt aus einem universitätsfernen Elternhaus in Wien und hat es bis zur Habilitation in akademische Höhen gebracht. Doch seitdem er führende Politiker und Medienleute von Guttenberg bis Karner und von Schavan bis Brosius-Gersdorf als wissenschaftliche Schwindler bloßgestellt hat, winkt ihm keine Professur mehr. Ist er „links“, oder ist er „rechts“? Hat er überhaupt eine Agenda? Das fragt ihn Markus Vahlefeld. Die Antwort ist, dass Weber die Nase voll hat von der Verlogenheit des ganzen Elitenmilieus und sich als Privatsachverständiger keinen Maulkorb mehr verpassen lassen will und muss.
Kontrafunk: Persönlich - Ein Leben, ein Werk, ein Schicksal
Das klassische Langstrecken-Tiefeninterview mit prominenten Personen aus Politik, Wissenschaft und Kultur: einfühlsam, kritisch, respektvoll und mit Humor. Einzige Ausgangsbedingung: keine Agenda, kei...