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Wohlstand für Alle Archiv

537 Episoden
41 Minuten
Es gibt eine neue Partei: „Team Freiheit“ heißt sie, gegründet wurde sie von der ehemaligen AfD-Politikerin Frauke Petry und dem Kurzzeitministerpräsidenten Thomas Kemmerich. Wem die FDP und die AfD nicht libertär genug sind, soll sich dort aufgehoben fühlen.

Verfolgt werden Ideen, die einst Hayek und Friedman ventilierten, um die Staatsquote, die derzeit bei fast 50 Prozent liegt, zu halbieren. Der Sozialstaat soll zusammengeschrumpft werden, als dezidiert „staatsabtragend“ bezeichnet sich die Partei. Dabei tut das dürre Programm so, als gebe es eine grundsätzliche Opposition zwischen Markt und Staat.

Dem ist jedoch nicht so. Das wird schon daran offensichtlich, dass die Partei kein kritisches Wort über die enormen Rüstungsausgaben verliert. In Wahrheit ist das „Team Freiheit“ durch und durch staatstragend. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

Literatur/Quellen:

Frauke Petry: "Holen wir uns die Freiheit zurück", online verfügbar unter:

https://www.youtube.com/watch?v=F5W9sgzT5Jk

Das Programm des "Team Freiheit":

https://www.bundeswahlleiterin.de/dam/jcr/924a18e2-c8ed-425f-ba71-9bfdf96d732e/team_freiheit.pdf?utm_source=chatgpt.com

Termine:

Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:

http://friedrichsforum.de/programm/260820-schmitt-richard-wagners-revolutionen

Wolfgang und Stefan Schulz sind am 22. August in Frankfurt am Main:

https://diekaes.ditix.shop/event/mynsx0wxeg0eaa7y?t=false&tid=

Ole und Wolfgang sind am 30. Oktober in Frankfurt am Main:

https://diekaes.ditix.shop/event/n1xk0eq2dyksnve3?t=false&tid=

Ole und Wolfgang sind am 10. Dezember in Berlin:

https://d2mberlin.de/veranstaltung/schlagerfueralle/

Ole und Wolfgang sind am 16. Januar in Hamburg:

https://tickets.centralkomitee.de/product/99687/wolfgang-m-schmitt-ole-nymoen-centralkomitee-hamburg-am-16-01-2027

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13 Minuten
In der neuen Speakeasy-Bar antworten wir zunächst ausführlich auf unsere Kritiker, die sich über unsere Folge zu Danger Dan echauffiert haben. Es gibt offenbar einige Missverständnisse. Wenn man in der AfD den Hauptgegner erkennt, sollte man dann nicht lieber in die CDU eintreten? Und wie ist es eigentlich mit den linken Grabenkämpfen? Sind die wirklich das Problem?

Anschließend beantworten wir Fragen aus der Community, die sich mit einem globalen Sozialismus, einer emotionaleren Argumentation gegen die Wehrpflicht und mit der Sensibilität und gleichzeitigen Härte von Künstlern beschäftigen.

Danach beschäftigen wir uns mit der Frage: Ist die AfD die neue Arbeiterpartei? Sieht man sich an, wer sie wählt, mag man zu diesem Schluss kommen. Jedoch sind die Wahlprogramme marktliberal – und interessanterweise wissen das viele AfD-Wähler auch, wie eine neue Studie herausgefunden hat.

Eine NDR-Panorama-Reportrage hat zwei Freunde begleitet: beide wählten sie einst die SPD, nun wählt der eine die Linke, der andere die AfD. Mehr dazu in der neuen Speakeasy-Bar!

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36 Minuten
Schon lange wurde nicht mehr so intensiv über das mögliche Ende des Liberalismus diskutiert. Unter dem Begriff Postliberalismus finden sich rechte wie linke Denker ein, die die liberale Demokratie kritisieren, ihre Institutionen reformieren oder abschaffen und das Wählervotum aufwerten wollen. Auch fragen sie, ob eine auf Individualismus gegründete Gesellschaft ausreichend sein kann, oder ob es doch so etwas wie Gemeinschaft braucht.

Interessant ist dabei, dass schon John Maynard Keynes sich die Frage stellte: Bin ich liberal? Keynes erteilte dem Laissez-Faire-Kapitalismus ebenfalls eine Absage, nicht jedoch dem Liberalismus an sich. Dieser sei allerdings zu reformieren, um dem modernen Kapitalismus gewachsen zu sein. Individuelle Freiheiten wollte Keynes durchaus erweitern, aber auch die Hand des Staates gelte es zu stärken und vom Parlament unabhängige Institutionen sollten mehr Macht zugesprochen bekommen.

Damit ist selbst im Keynesianismus schon ein Liberalismus angelegt, den die Postliberalen heute kritisieren, wenngleich sie auch mitunter einen starken Staat wünschen. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

Literatur:

John Maynard Keynes: Bin ich ein Liberaler?, in: Norbert Reuter: Wachstumseuphorie und Verteilungsrealität. Metropolis.

Ders.: The End of Laissez-Faire, online verfügbar unter: https://www.economicsnetwork.ac.uk/archive/keynes_persuasion/The_End_of_Laissez-Faire.htm

Termine:

Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:

http://friedrichsforum.de/programm/260820-schmitt-richard-wagners-revolutionen

Wolfgang und Stefan Schulz sind am 22. August in Frankfurt am Main:

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Ole und Wolfgang sind am 30. Oktober in Frankfurt am Main:

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Ole und Wolfgang sind am 10. Dezember in Berlin:

https://d2mberlin.de/veranstaltung/schlagerfueralle/

Ole und Wolfgang sind am 16. Januar in Hamburg:

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39 Minuten
Fortschritt und Stagnation können zusammenfallen, ebenso wie Innovation und Arbeitslosigkeit. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht in ihrem Jahresbericht in der KI das Potenzial, die Weltwirtschaft grundlegend zu verändern. Kurzfristig sorgt der KI-Boom für massive Investitionen in Rechenzentren, Halbleiter und Energieinfrastruktur. Langfristig hängt die Wirkung davon ab, ob KI lediglich die Produktivität menschlicher Arbeit erhöht oder selbst zum Motor technologischer Innovation wird. In letzterem Szenario („Transformative AI“) könnte sie Forschung, Entwicklung und anspruchsvolle kognitive Tätigkeiten weitgehend übernehmen und das Wirtschaftswachstum dauerhaft beschleunigen. Gleichzeitig würde jedoch der Anteil der Arbeitseinkommen an der gesamten Wertschöpfung stark sinken. Daraus könnte ein Nachfrageproblem entstehen, wenn breite Bevölkerungsschichten nicht mehr ausreichend am Wohlstandsgewinn partizipieren. Zudem ist unklar, ob die Berufseinsteiger oder eher die Seniors das Nachsehen am Arbeitsmarkt haben werden. Viele Uni-Absolventen, die schon bald zur Professional Managerial Class gehören wollten, sind zutiefst verunsichert. Darüber sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

Quellen/Literatur:

Der Jahresbericht der BIZ:

https://www.bis.org/publ/arpdf/ar2026e.htm

200 Ökonomen warnen vor KI: https://www.nytimes.com/2026/07/13/business/economists-ai-threat-jobs.htmlx

Termine:

Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:

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Ole und Wolfgang sind am 10. Dezember in Berlin:

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1 Stunde 39 Minuten
Wo die politische Wirklichkeit sich in groteske Grausamkeit verwandelt und rechte Akteure von Schicksal und Tiefe raunen, wird das Lachen zum widerständigen Akt. Die literarische Satire blüht immer dann, wenn die Zeiten düster sind.

Deshalb mag es nicht verwundern, dass während des Nationalsozialismus viele Literaten zu satirischen Mitteln griffen, um die Lage zu analysieren. Manche dieser Texte sind kaum mehr bekannt, etwa Otto M. Knabs »Kleinstadt unterm Hakenkreuz« (1934) oder selbst Walter Mehrings »Die Nacht des Tyrannen« (1937). Andere Satiren aber erfreuen nach wie vor das Publikum, sind von hoher literarischer Qualität und auch in Neuauflagen auf dem Buchmarkt erhältlich.

Im Gespräch geht es um Klaus Manns »Mephisto. Roman einer Karriere« (1936), Bertolt Brechts Stück »Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui« (1941) und um »Dritte Walpurgisnacht« (1933) des Satirikers Karl Kraus.

Der Blick soll dabei nicht nur zurück, sondern auch in die Gegenwart führen. Was können literarische Satiren angesichts des omnipräsenten Rechtsrucks leisten? Ist unser Lachen eher fatalistisch oder revolutionär?

Weitere Informationen zum Literaturforum im Brecht-Haus findet ihr unter: https://lfbrecht.de/
31 Minuten
Die Vergesellschaftung von Wohnraum auf Landesebene will die Bundesregierung grundsätzlich verbieten, damit entmachtet sie die Souveränität der Länder und stellt sich hinter ausländische Investoren, die um ihre Profite bangen.

Angeblich würden Kampagnen wie „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ dem Wohnungsbau in Deutschland schaden. Dieser Kampf gegen Vergesellschaftung und Enteignung ist hochinteressant, da in anderen Fällen Eigentum durchaus angetastet wird – aber immer nur dann, wenn es dem Wirtschaftsstandort Deutschland im ganzen hilft.

Das wirft auch Fragen für die Linken auf: Manchmal bekam man in den Debatten der vergangenen Jahre den Eindruck, das Grundgesetz selbst bahne den Weg in den Sozialismus, dabei wurde gern übersehen, dass jede Enteignung Entschädigungszahlungen verlangt.

Zudem sollten wir das Thema noch auf einer internationalen Ebene betrachten: Der Wirtschaftshistoriker Nicholas Mulder hat festgestellt, dass wir gerade eine große Welle der Verstaatlichung erleben. Dies bedeutet aber keineswegs eine Schwächung des Kapitalismus.

Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

Literatur:

Nicholas Mulder: “The New Wafe of Nationalization”, online verfügbar unter: https://www.imf.org/-/media/files/publications/fandd/article/2026/06/mulder.pdf.

Termine:

Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:

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16 Minuten
Die EU verspricht Freizügigkeit und Arbeitsmigration. Auf den ersten Blick sieht es nach einer Win-Win-Situation aus, von der der 2025 erschienene Roman „Halbe Leben“ erzählt. Die Schriftstellerin Susanne Gregor porträtiert zwei Frauen, beide 38 Jahre alt. Aber die Staatsbürgerschaft ist entscheidend, ebenso wie der ökonomische Unterschied: Während die Österreicherin Klara in einem Architekturbüro Karriere macht und kaum noch Zeit hat, sich um ihre Tochter und ihre dement werdende Mutter zu kümmern, wird der Slowakin Paulína durch eben diese Situation ein vergleichsweise lukrativer Job angeboten.

Lässt sie ihre beiden Kinder in der Slowakei und arbeitet alle zwei Wochen als Pflegerin bei Klara, scheint allen geholfen zu sein: Klara kann ihre berufliche Laufbahn fortsetzen, Paulína endlich mehr Geld verdienen. Doch dies ist nur ein vermeintlich gleicher und gerechter Tausch. Susanne Gregor analysiert ein intrikates Ausbeutungsmodell, auf dem die Wohlstandsgesellschaften in Österreich und Deutschland aufbauen. Zugleich hinterfragt der Text nah an den Figuren und durch präzise Beschreibungen liberale Selbstverständlichkeiten.

Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur.

Literatur:

Susanne Gregor: Halbe Leben, Paul Zsolnay Verlag.

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49 Minuten
Die Musiker Danger Dan und Igor Levit wollten in der Jubiläumsshow der ZDF-Satire-Sendung „Die Anstalt“ auftreten, um dort das Lied „Keine Angst“ zu Gehör zu bringen. Daraus wurde nichts, weil der Sender entschied, dass dieses Lied nicht aufgeführt werden soll.

Die Kunstfreiheit ist dadurch nicht gleich bedroht, schließlich macht das ZDF lediglich von seinem Hausrecht Gebrauch. Seit Tagen wird über das Lied und seine Botschaft diskutiert. Auffallend ist, dass in dem siebenminütigen Song ökonomische Fragen keine Rolle spielen. Die Strategien gegen AfD und den Faschismus lesen sich wie aus einem linksaktivistischen Handbuch der 90er-Jahre, mit den realen Machtverhältnissen und einer klugen Strategie hat dies alles nichts zu tun.

Das Lied steht sinnbildlich für eine starke Tendenz: Man spricht nicht über ökonomische und politische Zusammenhänge, sondern genießt seine eigene Ohnmacht, die durch halbgaren Aktivismus kaschiert wird. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

Termine:

Ole ist am 23. Juli in Dresden:

https://www.instagram.com/p/DayD_j9joOd/

Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:

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Ole und Wolfgang sind am 30. Oktober in Frankfurt am Main:

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Ole und Wolfgang sind am 10. Dezember in Berlin:

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11 Minuten
In Erfurt hielt die AfD ihren Parteitag ab. Pünktlich konnte dieser beginnen – trotz der Proteste und Blockaden. Die derzeitige Debatte über diesen Aktivismus läuft auf verschiedene Weisen in die Irre, in der Speakeasy-Bar fragen wir deshalb einmal strategisch: Wie sinnvoll ist ein derartiges aktivistisches Vorgehen?

Den zweiten Schwerpunkt bildet dann das neue Buch des japanischen Theoretikers Kohei Saito: „Am Ende des Fortschritts. Überleben in den Ruinen des Kapitalismus“ plädiert für Planung und Sozialismus, setzt sich kritisch mit Ulrike Herrmann auseinander und malt in drastischen Worten die Klimakatastrophe aus. Hayek soll mit Marx überwunden werden, um in eine Diktatur der Ökologie zu gelangen.

Wir diskutieren in der neuen Speakeasy-Bar intensiv über Saitos kühne Thesen.

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33 Minuten
Wenn über den Kapitalismus geredet wird, wird nicht selten die Frage gestellt, wer die eigentliche Macht hat: der Staat oder die Konzerne? Auch im Zuge der KI-Innovationen wird dies erneut thematisiert.

Die Verwirrung ist groß: Die Trump-Administration ist weit davon entfernt, auf einen Laissez-Faire-Kapitalismus zu setzen. Stattdessen erleben wir, wie Washington sich immer stärker in die Wirtschaft einmischt und damit in den freien Markt eingreift. Besonders bei den KI-Unternehmen, speziell bei Anthropic, hat die Regierung ihre Macht ausgespielt und die Verbreitung von Modellen eingeschränkt oder gar untersagt.

Zugleich warnt Antropic-Chef Dario Amodei selbst laufend, dass die KI zu einer Gefahr wird, die es zu kontrollieren gilt. Erleben wir gerade, wie manche Beobachter meinen, den Abschied vom Kapitalismus? Keineswegs, eher wird ein neuer Staatskapitalismus etabliert. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

Literatur:

Dario Amodei über KI und staatliche Kontrolle: https://darioamodei.com/post/policy-on-the-ai-exponential

Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft. MEW 11.

Evgeny Morozov über den neuen Staatskapitalismus: https://monde-diplomatique.de/artikel/!6177331

Wolfgangs Anthologie SELBST SCHULD ist jetzt auch als Taschenbuch erschienen: https://shop.autorenwelt.de/products/selbst-schuld?variant=55886732722501

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17 Minuten
In Erfurt hielt die AfD ihren Parteitag ab. Pünktlich konnte dieser beginnen – trotz der Proteste und Blockaden. Die derzeitige Debatte über diesen Aktivismus läuft auf verschiedene Weisen in die Irre, in der Speakeasy-Bar fragen wir deshalb einmal strategisch: Wie sinnvoll ist ein derartiges aktivistisches Vorgehen?

Unser Verdacht: Man genießt in Wahrheit die eigene Ohnmacht und hat außerdem ein höchst paradoxes Verhältnis zum Staat und seiner Verfassung. Nicht nur mit #ErfurtWidersetzen, sondern auch mit dem bürgerlichen Aktivismus einer Luisa Neubauer beschäftigen wir uns eine Stunde lang.

Anschließend beantworten wir Fragen aus dem Publikum, etwa zum Staatsverständnis von Marxisten-Leninisten und des GegenStandpunkt.

Den zweiten Schwerpunkt bildet dann das neue Buch des japanischen Theoretikers Kohei Saito: „Am Ende des Fortschritts. Überleben in den Ruinen des Kapitalismus“ plädiert für Planung und Sozialismus, setzt sich kritisch mit Ulrike Herrmann auseinander und malt in drastischen Worten die Klimakatastrophe aus. Hayek soll mit Marx überwunden werden, um in eine Diktatur der Ökologie zu gelangen.

Wir diskutieren in der neuen Speakeasy-Bar intensiv über Saitos kühne Thesen.

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44 Minuten
Die Bundesregierung hat ihr Verarmungsprogramm vorgestellt, das Merz als "großen Sprung nach vorn" bezeichnet. Für die Arbeitnehmer in Deutschland gibt es keine nennenswerten Entlastungen, sondern ausschließlich Zumutungen.

Minijobs werden bald stärker besteuert , es muss länger gearbeitet werden, Krankschreibungen werden erschwert und Konsumsteuererhöhungen sind geplant. Es steigen die Rüstungsausgaben um 100 Milliarden Euro, sonst ist aber kein Geld vorhanden.

Die Behauptung aus linksliberalen Kreisen, es gehe doch beides zusammen – Aufrüstung und Sozialstaat –, entpuppt sich endgültig als die Illusion derer, die bei Bluesky oder den Jusos sind. Besonders erschreckend ist, wie Yasmin Fahimi, die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, auf die Reformen reagiert – nämlich „konstruktiv“. Die Gewerkschaftsspitze weiß offenbar nicht, dass sie die Interessen der arbeitenden Klasse vertreten soll.

In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die furchtbaren Reformen.

Literatur/Quellen:

Bundesregierung: “Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung”, online verfügbar unter: https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975228/2445592/344cc50b4c10a5939658e3fc0a5fd93f/2026-07-02-koaausschuss-data.pdf?download=1

DGB: “Richtige Signale für Beschäftigung, Wachstum und Entlastung", online verfügbar unter: https://www.dgb.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/dgb-chefin-fahimi-richtige-signale-fuer-beschaeftigung-wachstum-und-entlastung/

“Empfehlungen der Alterssicherungskommission”, online verfügbar unter: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Soziales/empfehlungen-der-rentenkommission-bmas-juni-2026.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Termine:

Wolfgang ist am 15. Juli in Tübingen: https://akj-tuebingen.de/nolans-oppenheimer-und-die-kritik-der-wissenschaften/

Ole und Wolfgang sind am 15. August in Berlin:

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16 Minuten
Was, wenn sich die EU und ihre Mitgliedstaaten stärker verschulden würden, um Investitionen zu tätigen? Mit dieser Frage und ihren diversen Implikationen beschäftigt sich der Ökonom Philipp Heimberger vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche.

Im Gespräch mit Wolfgang geht es um Heimbergers neue Studien, die zeigen, dass eine Haushaltskonsolidierung im Umfang von einem Prozent des BIP deutliche negative wirtschaftliche Folgen hat. So wird die Wirtschaftsleistung in den Jahren nach dem Sparprogramm spürbar abnehmen, während die Arbeitslosigkeit steigt. Gleichzeitig geht zwar die Inflation zurück, was jedoch auf eine schwächere gesamtwirtschaftliche Nachfrage hindeutet. Zudem nimmt die Einkommensungleichheit zu.

Anhand von Daten aus verschiedenen EU-Ländern kann man zudem sehen, dass die politische Instabilität wächst und selbst die Schuldenquote nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, sinkt. Heimberger zeigt im Gespräch die Möglichkeiten einer klugen Industriepolitik auf und kritisiert die konsumtiven Ausgaben durch die Aufrüstung.

Mehr dazu im neuen „Wohlstand für Alle“-Spezial!

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33 Minuten
1997 kam Deutschlands Elite im legendären Hotel Adlon in Berlin zusammen, Bundespräsident Roman Herzog hatte angekündigt, eine Rede über die Zustände in Deutschland zu halten.

Eine Forderung wurde zum geflügelten Wort und darf seitdem in keinem Text fehlen, der nach Reformen schreit: „Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen.“ Klingt erst einmal gut, aber was heißt das eigentlich? Der Ruck, den Herzog herbeiredete, war nichts anderes als neoliberale Reformen, die er all jenen aufbürden wollte, die für gewöhnlich nicht im Adlon residieren.

Hört man heute Lars Klingbeils Rede zu Reformen in Deutschland, schlägt man die Wirtschaftsteile irgendwelcher bürgerlicher Zeitungen auf, lauscht man den besorgten Kommentaren im Fernsehen, erkennt man immer wieder deutliche Parallelen zur Ruck-Rede.

Interessanterweise geht es nicht nur um neoliberale Reformen, sondern Herzog setzt zudem auf starke Führung und jammert darüber, dass widerstreitende Interessen vertreten werden, wo es doch ums große Ganze, also um Deutschland zu gehen hat. Auch dies ist heute von rechts bis linksliberal überall zu vernehmen.

In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diese historische Rede.

WERBUNG:

Zum Angebot des Surplus-Magazins geht es unter:

https://www.surplusmagazin.de/wfa/

Literatur/Quellen:

Roman Herzog: “Berliner Rede 1997 von Bundespräsident Roman Herzog”, online verfügbar unter: https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Roman-Herzog/Reden/1997/04/19970426_Rede.html

Die Rede als Video:

https://www.youtube.com/watch?v=kn336KbzJc8

Veranstaltungen:

"Schlager für Alle" wird am 5. Juli in Düsseldorf gegeben:

https://zakk.de/event-detail?event=16010

"Schlager für Alle" wird am 15. August in Berlin gegeben:

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14 Minuten
Nach „Plattform“ und „Vernichten“ sprechen wir bei WfA-Literatur erneut über einen Roman von Michel Houellebecq: „Serotonin“ erschien 2019 zeitgleich zu den Protesten der Gelbwesten.

In dem Roman werden es Landwirte sein, die zum bewaffneten Kampf übergehen, weil sie sich nicht der grenzenlosen Freihandelspolitik, durch die die Milchpreise immer weiter sinken, ergeben wollen. Der Ich-Erzähler ist ein Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums, der jedoch die globalen, für die französischen Bauern schädlichen Entwicklungen nicht aufhalten konnte.

Houellebecqs Text stammt aus einer Zeit, als Protektionismus noch völlig verpönt war. Der schwer depressive Protagonist kündigt seinen Job, verlässt seine japanische Lebensgefährtin und fährt mit der Mercedes G-Klasse durch ein abgewirtschaftetes Land. Nur ein starkes Antidepressivum bringt ihn durch gleichförmige Tage, an denen auch die Lust keine Rolle spielt – nur Erinnerungen einiger Augenblicke des Glücks flackern auf.

„Serotonin“ ist ein düsteres Porträt einer EU, in der keine Hoffnung mehr auf Besserung besteht. In „Wohlstand für Alle“ diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diesen finsteren Roman.

Literatur:

Michel Houellebecq: Serotonin. Übersetzt von Stephan Kleiner. Dumont.

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