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LeichtLos – Der Video-Podcast Archiv

26 Episoden
45 Minuten
Oktober 2023, abends auf der Couch. Die Partnerin ist in der Nachtschicht auf der Intensivstation, Tobias ist allein zu Hause, und plötzlich rast sein Herz. Sein erster Gedanke: Herzinfarkt. Es ist seine erste Panikattacke.

Tobias ist 36 und arbeitet in der Radiologie im Krankenhaus. Vorausgegangen waren Sehstörungen mitten im Dienst, MRT, Augenarzt — organisch ohne Befund. Danach beginnt das, was er selbst Vermeidung nennt: nicht mehr zur Arbeit, nicht mehr zum besten Freund, nicht mehr in den Supermarkt. Am Ende bleiben vier Wände. Im Februar 2024 geht er für sechs Wochen in eine psychosomatische Klinik.

Im Gespräch beschreibt er, wie sich ein Morgen anfühlt, an dem man nur darauf wartet, dass der Tag vorbei ist. Und warum er sagt, dass er mit sich noch nicht fertig ist.
1 Stunde 3 Minuten
Elf Minuten, 23 Sätze: Maike sitzt mit Zettel und Stift auf dem Sofa und schreibt zum ersten Mal auf, was sie über Geld glaubt. Davor stand sie am Fenster – Fuß gebrochen, auf Krücken, die Kinder beim Vater. Dort stolpert sie über einen Gedanken: Jemand anders trifft eine Entscheidung, und ihr Leben gerät aus den Fugen. Den Ausdruck „finanzielle Abhängigkeit" hat sie nie gehört, sie leitet ihn sich selbst her und tippt ihn danach bei Google ein.

Maike ist 41, Mama, lebt in Hamburg und arbeitet heute als Coach. Im Gespräch geht es um Alleinerziehen unter Corona, um eine Testung, die ihr zeigte, dass sie nicht dumm ist, und um einen Konflikt, der noch läuft: „jetzt, wo es an dem Punkt ist, wo es sich auch in Zahlen zeigen darf, springt einfach mein altes System an."
43 Minuten
Mit 14 fangen die Bauchbeschwerden an. Mit 39 liegen über 20 Jahre Arztbesuche hinter Benny Fritzsch, ohne Befund. Am Ende dieser Suche hält er ein Rezept für Psychopharmaka in der Hand — und löst es nie ein.

Benny ist Konstrukteur im Maschinenbau, Papa von zwei Jungs, Raum Stuttgart. Lange hat er seinen Selbstwert daran gemessen, wie viel er aushält und wie viel er allein schafft. Es geht um Schmerzen, die man irgendwann für normal hält, um eine Pyramide auf einem Küchentisch, um Geld, das er in einem Schneeballsystem komplett verloren hat, und um eine Trennung nach fast 20 Jahren Beziehung, die er beiläufig erwähnt.

Bei Minute sieben sagt er, er finde es ganz schlimm, wenn Menschen Hilfe nicht annehmen. Eine halbe Stunde später sagt er, genau das habe er selbst jahrelang getan. Und dass er es bereut.
47 Minuten
Ihr Sohn muss ins Krankenhaus, sie lässt sich mit stationär aufnehmen — und packt den Laptop ein. Immer wenn er schläft, arbeitet sie. Kind krank melden ging nicht, das hätte Geld gekostet, und Urlaub war keiner mehr übrig. Mema ist 40, lebt in Schleswig-Holstein, arbeitet als Gebietsleiterin im Vertrieb und ist seit zweieinhalb Jahren alleinerziehend. Ihr Sohn ist zehn und lebt seit seinem ersten Lebensjahr mit einer Erkrankung. Im Gespräch geht es um 32 Wochenstunden plus Haushalt plus Arzttermine, um ein zweites Standbein bei PM-International und um zwei Jahre nach einer Trennung, in denen der Selbstwert „von hier bis ganz tief in den Keller" gesunken ist. Und um eine Frage, die sie sich bis heute stellt: Werde ich ihm gerecht, und werde ich mir gerecht? Gerade jetzt, sagt sie, kassiert sie viele Neins.
46 Minuten
30 Tage testen, dann zurückschicken und der Partnerin zeigen: „siehste, habe ich doch recht gehabt." Das war der Plan. Er ist drei Jahre her, und Thomas Klocke wartet bis heute darauf, recht zu behalten.

Thomas ist 44, leitet ein Lauffachgeschäft, wohnt in Paderborn-Borchen und ist der Lebensgefährte von Rabea aus Folge 04 — der erste männliche Gast dieses Podcasts.

Im Gespräch geht es um seinen Laufeinstieg, bei dem er nach 20 Minuten „1000 Tode gestorben" ist. Um ein lautes Leben aus Diskotheken und Kneipen, in dem er immer einen draufsetzen musste, weil er als Kind „immer so der [war], der außen vor stand". Und um das, was er heute sein „Warum" nennt — darunter zwei große Kinder, über die er zum ersten Mal spricht.

Was Thomas über Müdigkeit, Schlaf und Regeneration berichtet, ist seine persönliche Erfahrung und kein medizinischer Rat.
41 Minuten
Sauger in der Hand, die Behandlung läuft, und mittendrin ein Satz: „So will ich nicht enden." Patrycja Lewicz ist zahnmedizinische Fachangestellte, arbeitet weiter in Teilzeit in der Praxis und hat sich parallel zur Ernährungsberaterin ausbilden lassen. Sie erzählt Thomas Müller, wie aus Neugier auf den eigenen Körper eine Ausbildung wurde und warum zu Hause zuerst Gegenwind kam: „Das war kein leichter Weg." Es geht um ein Jahr, in dem sie um halb fünf aufstand, um Termine, Calls und Weiterbildung neben Kind und Job unterzubringen — und um den Punkt, an dem sie zehn Schritte zurückgegangen ist. In einem Jahr will sie auf beiden Beinen stehen. Im Moment steht sie auf Reset.

Im Gespräch geht es auch um eine Phase starker Erschöpfung. Persönliche Erfahrung, kein medizinischer Rat.
29 Minuten
Zwei Menschen hatten ein Bild voneinander, ohne je richtig miteinander gesprochen zu haben — entstanden aus Dingen, die man hört, einordnet und zu einer Geschichte baut, ohne sie zu überprüfen. Irgendwann sucht Yvonne das Gespräch. Nicht, um etwas klarzustellen, sondern um sich kennenzulernen. Thomas Müller erzählt in dieser Solofolge, warum dieses eine Gespräch für ihn das prägendste Ereignis des Jahres war und was daraus wurde: gemeinsame Veranstaltungen, beide Familien, eine Zusammenarbeit.

Der zweite Teil führt weiter weg vom Mikrofon. Im Mai kommt beruflich Bewegung rein, überraschend und dramatisch; er nennt es eine persönliche Krise. Spaziergänge ohne Ziel, Gedanken raus aus dem Kopf und rein aufs Papier — und die Beobachtung, dass sich nicht der Erfolg durch sein Leben zieht, sondern das Wiederaufstehen. Wohin das alles führt, sagt er, weiß er auch jetzt nicht.
48 Minuten
Ein Scheck über 18 Euro kommt mit der Post ins Haus. Rabea Hillebrand, damals alleinerziehend, mit aufstockender Grundsicherung neben ihrer Arbeit, schaut auf die Zahl und denkt: Wenn 18 Euro draufstehen, geht vielleicht auch mehr. Vier Jahre später wohnt sie mit Partner und drei Kindern in Borchen, arbeitet Teilzeit als Schulbegleitung und führt ein Team. Der Preis liegt im Gespräch offen daneben: die beste Freundin abgewandt, die Familie belächelt es bis heute, Geburtstage sagt sie ab. In einer Klinik hatte ihr vor 15 bis 20 Jahren eine Therapeutin gesagt, irgendwann werde sie den Löwen in sich entdecken. An einer Stelle bremst sie sich selbst: „Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage."
39 Minuten
Zwei Wochen stand der Karton ungeöffnet herum. Yvonnes Schwester Jasmin hatte ihn im April 2024 vorbeigebracht, mit dem Satz: „Schlimmer geht nicht, Yvonne."

Yvonne Meyerding ist 42, arbeitet Vollzeit im kaufmännischen Bereich eines Holzunternehmens und hat drei Töchter. Ihr Mann ist fast durchgängig auf Montage, ihre freie Zeit liegt zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Gefragt nach dem, was ihr damals zu schaffen machte, bricht sie die Aufzählung selbst ab — die gemeinsame Zeit würde nicht reichen.

Im Gespräch geht es um Vitalfrühstücke in ihrer Küche, um zwei Töchter, die inzwischen ihre Teampartnerinnen sind, und um Konflikte, in denen sie neuerdings die Ruhige ist. Am Ende fragt Thomas, was Leichtigkeit für sie bedeutet. Ihre Antwort: „dass ich sie mir wünsche, noch habe ich sie nicht."

Gesundheitliche Aussagen in dieser Folge sind persönliche Erfahrung, kein medizinischer Rat.
46 Minuten
Auf die Frage, wann für sie der Moment kam, an dem es endlich lief, antwortet Mandy Tanck: „Nein, jetzt läuft es, würde ich sagen, heute noch nicht.“ Die ersten Stufen erreichte sie in wenigen Monaten, danach kam der Stillstand — „seit drei Jahren hänge ich jetzt auf einer Stufe rum“. Sie ist 34, gelernte Notarfachangestellte, alleinerziehende Mutter einer zehnjährigen Tochter und seit Mai komplett selbstständig. Im Gespräch geht es um den Tag in der Firma, an dem sie kündigte, um Ablehnung in der Familie, im Freundeskreis und bei der Arbeit, um die Monate, in denen sie dachte, es sei für sie nicht mehr möglich — und um den Antrieb, der geblieben ist: „ich möchte den anderen zeigen, dass es funktioniert.“ Am Ende nennt sie die Stufe, die sie im nächsten Jahr erreichen will. Erreicht hat sie sie nicht.
9 Minuten
November 2024, Power Day in Seevetal. Thomas Müller sitzt im Publikum, Notizbuch auf dem Schoß, und denkt: „Irgendwas in mir will mehr. Aber ich weiß noch nicht was." Auf der Bühne spricht eine Frau über ihre Zweifel — und über den Punkt, an dem sie gesagt hat: jetzt reicht's.

Die Auftaktfolge ist kein Interview. Thomas, 38, gelernter Mediengestalter aus Bad Oeynhausen, erzählt, wie LeichtLos entstanden ist: über seine Frau Caro, über Tütchen in der Küche, die er zuerst für einen Trend hielt, und über eine Branche, die für ihn lange nach Verkaufstricks und Sektenvibes klang. Er nennt die Menschen, die in den nächsten Wochen kommen, und sagt, wen er nicht sucht.

„Ich suche nicht die lauten, ich suche die echten."