Scriptspotting Archiv
16 Episoden
2 Stunden 9 Minuten
Originaltitel: 기생충 /Gisaengchung /Südkorea 2019 / Drehbuch: Bong Joon Ho, Han Jin Won / Regie: Bong Joon Ho / Laufzeit: 132 Minuten --- Mindestens seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist Kultur aus Südkorea erfolgreich in aller Welt. K-Pop, K-Drama, Filme, Mangas, Essen – die Koreanische Welle „Halyu“ rollt und rollt.
Als PARASITE 2019 in die Kinos schwappte, mochten wir Beide den Film nicht besonders. Bis heute hatten wir den immensen Erfolg von Bong Joon Hos Film nicht verstanden. Ganz nach der Devise „erforsche, was du nicht verstehst“ haben wir uns also tapfer daran gemacht, das Drehbuch und den Film aufzudröseln. Dabei ist die Frage, wer ist eigentlich hier der Parasit, ganz schnell an den Rand gedrängt, aber trotzdem beantwortet worden, ausserdem sind wir zu 50% in eine bekannte Falle mit dem Namen „Kishotenketsu“ getreten. Ein Wert, der, wie wir erstaunt festgestellt haben, dem Anteil südkoreanischerFilme in südkoreanischen Kinos entspricht. Noch mehr die Optiken im Gesicht haben wir uns gerieben, als klar wurde, dass diese 50% Marktanteil und der Gewinn des Oscar als Bester Film für PARASITE (als erstem nicht englischsprachigen Film!!) kein Zufall ist, sondern durch umsichtige KulturPOLITIK eines Landes ermöglicht wurde! Deutschland und seine Filme, vielleicht sogar seine Kultur insgesamt, braucht eine solche Quote! Oder?
Als PARASITE 2019 in die Kinos schwappte, mochten wir Beide den Film nicht besonders. Bis heute hatten wir den immensen Erfolg von Bong Joon Hos Film nicht verstanden. Ganz nach der Devise „erforsche, was du nicht verstehst“ haben wir uns also tapfer daran gemacht, das Drehbuch und den Film aufzudröseln. Dabei ist die Frage, wer ist eigentlich hier der Parasit, ganz schnell an den Rand gedrängt, aber trotzdem beantwortet worden, ausserdem sind wir zu 50% in eine bekannte Falle mit dem Namen „Kishotenketsu“ getreten. Ein Wert, der, wie wir erstaunt festgestellt haben, dem Anteil südkoreanischerFilme in südkoreanischen Kinos entspricht. Noch mehr die Optiken im Gesicht haben wir uns gerieben, als klar wurde, dass diese 50% Marktanteil und der Gewinn des Oscar als Bester Film für PARASITE (als erstem nicht englischsprachigen Film!!) kein Zufall ist, sondern durch umsichtige KulturPOLITIK eines Landes ermöglicht wurde! Deutschland und seine Filme, vielleicht sogar seine Kultur insgesamt, braucht eine solche Quote! Oder?
1 Stunde 41 Minuten
Originaltitel: To Be Or Not To Be / USA 1942 / Drehbuch: Edwin Justus Mayer /Regie: Ernst Lubitsch / 99 Minuten
Ernst Lubitsch hat über 70 Filme gedreht. Er gilt als einer der ganz Großen der Filmgeschichte. Und trotzdem geraten er und seine Filme immer mehr in Vergessenheit. Obwohl er uns auch heute noch viel zu sagen hat. „Sein Oder Nicht Sein“ ist nicht nur ein Film, der sich über Nazis lustig macht, sondern einer, der sehr schlau den Begriff der Identität behandelt und hinterfragt. Beides sind (leider) nach wie vor aktuelle Themen. Aber die Leichtigkeit, mit der Lubitsch und der Drehbuchautor Edwin Justus Mayer diese Themen zu einer Farce/Komödie/Tragödie/Thriller verweben, indem sie Rollen und Rollenspiele der Figuren auskosten, ist grandioses Kino! Screwball-Dialoge auf allerhöchstem Niveau. Das alles hat die Analyse wahnsinnig - erschwert. Darf und kann eine Screwball-Komödie eigene Gesetze für Struktur und Dramaturgie entwickeln? Ist die Struktur eines Drehbuches also Genreabhängig? „Natürlich!“, will man da sofort denken. Und trotzdem haben wir das Drehbuch mit unserem Schema analysieren können. Was? Niemals! Doch – Vielleicht.
Ernst Lubitsch hat über 70 Filme gedreht. Er gilt als einer der ganz Großen der Filmgeschichte. Und trotzdem geraten er und seine Filme immer mehr in Vergessenheit. Obwohl er uns auch heute noch viel zu sagen hat. „Sein Oder Nicht Sein“ ist nicht nur ein Film, der sich über Nazis lustig macht, sondern einer, der sehr schlau den Begriff der Identität behandelt und hinterfragt. Beides sind (leider) nach wie vor aktuelle Themen. Aber die Leichtigkeit, mit der Lubitsch und der Drehbuchautor Edwin Justus Mayer diese Themen zu einer Farce/Komödie/Tragödie/Thriller verweben, indem sie Rollen und Rollenspiele der Figuren auskosten, ist grandioses Kino! Screwball-Dialoge auf allerhöchstem Niveau. Das alles hat die Analyse wahnsinnig - erschwert. Darf und kann eine Screwball-Komödie eigene Gesetze für Struktur und Dramaturgie entwickeln? Ist die Struktur eines Drehbuches also Genreabhängig? „Natürlich!“, will man da sofort denken. Und trotzdem haben wir das Drehbuch mit unserem Schema analysieren können. Was? Niemals! Doch – Vielleicht.
2 Stunden 5 Minuten
Österreich 1989 / Drehbuch & Regie: Michael Haneke / 104 Minuten -- Michael Haneke wollte einen Film machen, der „nichts erklärt“. Genauso radikal wie dieser Ansatz ist die Geschichte des Filmes und auch die Art und Weise, wie sie erzählt wird. Denn oft taucht der Film in stumme Schwarzbilder ab, wenn wir den Konflikt oder das nächstePuzzleteil der Handlung erwarten. Andererseit zwingt der Film seinen Zuschauer immer wieder zu einem so genauen hinsehen, dass es fast unerträglich wird. Kann ein Film, der aus einer Verweigerungshaltung ensteht überhaupt auch nur im Ansatz eine klassische Erzählstruktur im Drehbuch haben? Kann ein „Experimantal-Film“ überhaupt narrativ sein? Die Sogwirkung die „Der Siebente Kontinent“ von Anfang an hat, legt nahe, dass es eine Dramatisierung, also auch eine Struktur, gibt. Und wir behaupten ja sowieso mal so aus der Hüfte heraus, dass jede erzählte Geschichte automatisch einer „naturgegebenen“ Struktur folgt. Lehrreich war die Analyse dieses Films für uns...
2 Stunden 1 Minute
Originaltitel: "Hable con Ella" / Spanien 2002 / Drehbuch: Pedro Almodóvar / Regie: Pedro Almodóvar / 109 Minuten --
Dieser wunderschön erzählte Film hat - ja, wie nennt man das? Einen Schönheitsfehler? Dieses Wort hat „Sprich mit ihr“ in der Vergangenheit geschützt. So sehr, dass er mit Preisen weltweit überhäuft wurde. Aber dieses Wort verharmlost zu sehr und klingt heute im Zusammenhang mit dem schrecklichen Geschehen, das der Filmeben auch erzählt, eher höhnisch. Uns hat Almodóvars Film aus dem Jahr 2002 sowohl zugesetzt als auch begeistert. Ein Handlungsstrang der fast schon jenseits von Provokation liegt ist in eine Struktur eingebettet, die komplex und oft sehr großartig ist. Eine liebevolle Erzählung voller Schönheit und gleichzeitig eine Herausforderung an das Verständnis von Kunst. Die ganze Analyse über hat uns die Frage begleitet, warum Almodóvar diese Geschichte genau so erzählt hat. Wie bewusst hat er das getan? Er, der von sich selbst sagt, er habe sich nie als Provokateur gesehen oder überhaupt jemals sein wollen. Hat er in seiner eigenen Geschichte einfach etwas Entscheidendes übersehen, oder hat er in der Struktur des Drehbuches einen Hinweis hinterlassen, der uns hilft, ihn und diesen Film ganz zu verstehen?Wir haben intensiv gesucht...
Dieser wunderschön erzählte Film hat - ja, wie nennt man das? Einen Schönheitsfehler? Dieses Wort hat „Sprich mit ihr“ in der Vergangenheit geschützt. So sehr, dass er mit Preisen weltweit überhäuft wurde. Aber dieses Wort verharmlost zu sehr und klingt heute im Zusammenhang mit dem schrecklichen Geschehen, das der Filmeben auch erzählt, eher höhnisch. Uns hat Almodóvars Film aus dem Jahr 2002 sowohl zugesetzt als auch begeistert. Ein Handlungsstrang der fast schon jenseits von Provokation liegt ist in eine Struktur eingebettet, die komplex und oft sehr großartig ist. Eine liebevolle Erzählung voller Schönheit und gleichzeitig eine Herausforderung an das Verständnis von Kunst. Die ganze Analyse über hat uns die Frage begleitet, warum Almodóvar diese Geschichte genau so erzählt hat. Wie bewusst hat er das getan? Er, der von sich selbst sagt, er habe sich nie als Provokateur gesehen oder überhaupt jemals sein wollen. Hat er in seiner eigenen Geschichte einfach etwas Entscheidendes übersehen, oder hat er in der Struktur des Drehbuches einen Hinweis hinterlassen, der uns hilft, ihn und diesen Film ganz zu verstehen?Wir haben intensiv gesucht...
1 Stunde 34 Minuten
Originaltitel:„Le Notti di Cabiria“ / Italien 1957 / Drehbuch: FedericoFellini, Tullio Pinelli, Ennio Flaiano / Regie: Federico Fellini /112 Minuten --
Dass wir uns einmal wegen einer Frau streiten!! Die nicht einmal real ist!Über die Figur der Cabiria und die Struktur des Filmes, waren wir uns so uneins, wie noch nie in den Jahrzehnten, die wir uns kennen und über Filme reden. Muß oder soll man bei der Analyse eines Drehbuches die Intention des Regisseurs und der Autoren mit einbeziehen? Oder ist das nüchterne Betrachten von dem, was und wiees im Drehbuch geschrieben wurde der einzige Maßstab für eine Beurteilung? Dürfen also Intention und Wirkung eines Kunstwerkes getrennt voneinander betrachtet werden? Zumal Federico Fellini als der Autor und Regisseur des Autorenkinos gilt. Allerdings mit „Die Nächte der Cabiria“ einen Film gemacht hat, der durchaus auch dem Neorealismus folgt. Dieser Film hat uns in ein Gespräch geschleudert, das uns viel abverlangt hat, aber umso interessanter und spannender wurde. Auch danach sind wir uns noch immer unsicher, wer von uns in seiner Analyse diesem Fellini-Film gerecht wurde. Eure Meinung dazu interessiert uns sehr!
Redaktion/Host: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Sprecherin Intro/Outro: Eva Bahlo
Kontakt: scriptspotting.podcast@gmail.com
Dass wir uns einmal wegen einer Frau streiten!! Die nicht einmal real ist!Über die Figur der Cabiria und die Struktur des Filmes, waren wir uns so uneins, wie noch nie in den Jahrzehnten, die wir uns kennen und über Filme reden. Muß oder soll man bei der Analyse eines Drehbuches die Intention des Regisseurs und der Autoren mit einbeziehen? Oder ist das nüchterne Betrachten von dem, was und wiees im Drehbuch geschrieben wurde der einzige Maßstab für eine Beurteilung? Dürfen also Intention und Wirkung eines Kunstwerkes getrennt voneinander betrachtet werden? Zumal Federico Fellini als der Autor und Regisseur des Autorenkinos gilt. Allerdings mit „Die Nächte der Cabiria“ einen Film gemacht hat, der durchaus auch dem Neorealismus folgt. Dieser Film hat uns in ein Gespräch geschleudert, das uns viel abverlangt hat, aber umso interessanter und spannender wurde. Auch danach sind wir uns noch immer unsicher, wer von uns in seiner Analyse diesem Fellini-Film gerecht wurde. Eure Meinung dazu interessiert uns sehr!
Redaktion/Host: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Sprecherin Intro/Outro: Eva Bahlo
Kontakt: scriptspotting.podcast@gmail.com
1 Stunde 39 Minuten
Originaltitel: „Wall-E“ / USA 2008 / Drehbuch: Andrew Stanton, Jim Reardon / Regie: Andrew Stanton / 98 Minuten --
Wir dachten, wir machen uns ein Geschenk, indem wir das Drehbuch eines Pixar-Films analysieren. Sagen wir es mal so: wir haben viel gelernt. Aber eben auch, weil imDrehbuch von Wall-E nicht alles funktioniert oder nachvollziehbar ist. Da gibt es strukturell ziemliche Kapriolen. Man könnte auch sagen, dass das Drehbuch teilweise etwas unkonventionelle Wege geht. Das hat uns manchmal verwirrt, aber auch positiv überrascht. Vorallem, wie das Ende des Filmes aufgebaut ist, hat uns etwas Wichtiges gezeigt (und da stellen sich jetzt sicherlich die Nackenhaare so ziemlich aller DrehbuchautorInnen auf): manchmal ist doppelt erzählt kein Fehler, sondern der einzig richtige Weg.
Redaktion / Hosts: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Sprecherin Intro / Outro: Eva Bahlo
Kontakt: scriptspotting.podcast@gmail.com
Folge 11
Wir dachten, wir machen uns ein Geschenk, indem wir das Drehbuch eines Pixar-Films analysieren. Sagen wir es mal so: wir haben viel gelernt. Aber eben auch, weil imDrehbuch von Wall-E nicht alles funktioniert oder nachvollziehbar ist. Da gibt es strukturell ziemliche Kapriolen. Man könnte auch sagen, dass das Drehbuch teilweise etwas unkonventionelle Wege geht. Das hat uns manchmal verwirrt, aber auch positiv überrascht. Vorallem, wie das Ende des Filmes aufgebaut ist, hat uns etwas Wichtiges gezeigt (und da stellen sich jetzt sicherlich die Nackenhaare so ziemlich aller DrehbuchautorInnen auf): manchmal ist doppelt erzählt kein Fehler, sondern der einzig richtige Weg.
Redaktion / Hosts: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Sprecherin Intro / Outro: Eva Bahlo
Kontakt: scriptspotting.podcast@gmail.com
Folge 11
1 Stunde 41 Minuten
Originaltitel: Sunrise - A song of two humans / USA 1927 / Drehbuch: Carl Mayer / Regie: F.W. Murnau / 94 Minuten ---
Ein Drehbuch wie das von „Sonnenaufgang“ haben wir noch nie gelesen! Formal ist es abseits aller gängigen Normen. Es zu lesen, war wie ein Rausch. Carl Mayer ist sicherlich einer der wichtigsten Drehbuchautoren der Filmgeschichte. Vor allemseine Zusammenarbeit mit F.W. Murnau hat bis heute Einfluss auf Filmemacher weltweit. „Sonnenaufgang“ ist vor fast hundert Jahren geschrieben worden und gilt seit Jahrzehnten als einer der besten jemals erschienenen Filme, und das Drehbuch ist immer unter den TopTen zu finden. Die Analyse und die damit verbundene Recherche war wie eine Vorlesung in Filmgeschichte: Expressionismus, Kammerspielfilm, Weimarer Kino und das Ende der weltweit erfolgreichsten Zeit des deutschen Filmes. Wir haben Spannendes gelernt und die gemeinsame Analyse verlief, wie wir es noch nie erlebt haben. Unglaublich, dass ein Film von 1927 strukturell so fast Lehrbuchartig funktioniert und wir auch heute noch immer extrem viel von ihm lernen können!
Ein Drehbuch wie das von „Sonnenaufgang“ haben wir noch nie gelesen! Formal ist es abseits aller gängigen Normen. Es zu lesen, war wie ein Rausch. Carl Mayer ist sicherlich einer der wichtigsten Drehbuchautoren der Filmgeschichte. Vor allemseine Zusammenarbeit mit F.W. Murnau hat bis heute Einfluss auf Filmemacher weltweit. „Sonnenaufgang“ ist vor fast hundert Jahren geschrieben worden und gilt seit Jahrzehnten als einer der besten jemals erschienenen Filme, und das Drehbuch ist immer unter den TopTen zu finden. Die Analyse und die damit verbundene Recherche war wie eine Vorlesung in Filmgeschichte: Expressionismus, Kammerspielfilm, Weimarer Kino und das Ende der weltweit erfolgreichsten Zeit des deutschen Filmes. Wir haben Spannendes gelernt und die gemeinsame Analyse verlief, wie wir es noch nie erlebt haben. Unglaublich, dass ein Film von 1927 strukturell so fast Lehrbuchartig funktioniert und wir auch heute noch immer extrem viel von ihm lernen können!
1 Stunde 39 Minuten
Originaltitel: Back to the Future / USA 1985 / Drehbuch: Bob Gale & Robert Zemeckis / Regie: Robert Zemeckis / 116 Minuten ---
Zurück in die Zukunft gehört zu den modernen Klassikern und das Drehbuch wird weltweit zu den besten je geschriebenen gezählt. Das bedeutet in der Summe, dass dieser Film offensichtlich von jedem Zuschauer verstanden und für gut befunden wird. Und das wiederum kann doch nur heißen, dass das Drehbuch strukturell vollkommen rund und ohne Stolpersteine ist. Ein sicheres Ding in der Analyse. Schnell erledigt. Leicht erklärt. Nichts davon. Dieses Drehbuch hat uns alles abverlangt, weil es viel, viel schlauer und komplexer ist, als wir leichtsinnig vermutet haben. Eine Tortour in der Erforschung, ein Genuß im Ergebnis. Großartig und Lehrreich!
Redaktion & Host: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro/Outro: Eva Bahlo
Zurück in die Zukunft gehört zu den modernen Klassikern und das Drehbuch wird weltweit zu den besten je geschriebenen gezählt. Das bedeutet in der Summe, dass dieser Film offensichtlich von jedem Zuschauer verstanden und für gut befunden wird. Und das wiederum kann doch nur heißen, dass das Drehbuch strukturell vollkommen rund und ohne Stolpersteine ist. Ein sicheres Ding in der Analyse. Schnell erledigt. Leicht erklärt. Nichts davon. Dieses Drehbuch hat uns alles abverlangt, weil es viel, viel schlauer und komplexer ist, als wir leichtsinnig vermutet haben. Eine Tortour in der Erforschung, ein Genuß im Ergebnis. Großartig und Lehrreich!
Redaktion & Host: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro/Outro: Eva Bahlo
1 Stunde 28 Minuten
Originaltitel: North By Northwest / USA 1959 / Drehbuch: Ernest Lehman / Regie: Alfred Hitchcock / 136 Minuten ---
Ernest Lehman war der Meinung das Filme geschrieben werden. Und trotzdem teilt er das häufige Autorenschicksal, dass dieses Meisterwerk nur mit dem Regisseur genannt wird. Der heißt aber auch ausgerechnet Alfred Hitchcock. „Der Unsichtbare Dritte“ gehört für uns beide zu der Kategorie „perfekter Film“. Ikonische Bilder, Schauspieler in Bestform, großartige Musik, grandios geschnitten. Und das Drehbuch? Wenn Ernest Lehman mit seiner Behauptung recht hat, kann unsere Analyse seines Drehbuches ja nur ergeben, dass die von ihm geschriebene Vorlage diesen Filmklassikerfür Hitchcock ermöglicht hat, weil Lehman ihn damit zu dieser Höchstleistung getrieben hat. Ist das Drehbuch der Inszenierung ebenbürtig? Hat dieser manchmal verwirrend scheinende Plot Schwächen, die der Regisseur virtuos überdeckt hat?
Es ist immer ein Risiko, einen Lieblingsfilm auseinander zu nehmen. Man könnte ihn verlieren...
Redaktion und Hosting: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro/Outro: Eva Bahlo
Ernest Lehman war der Meinung das Filme geschrieben werden. Und trotzdem teilt er das häufige Autorenschicksal, dass dieses Meisterwerk nur mit dem Regisseur genannt wird. Der heißt aber auch ausgerechnet Alfred Hitchcock. „Der Unsichtbare Dritte“ gehört für uns beide zu der Kategorie „perfekter Film“. Ikonische Bilder, Schauspieler in Bestform, großartige Musik, grandios geschnitten. Und das Drehbuch? Wenn Ernest Lehman mit seiner Behauptung recht hat, kann unsere Analyse seines Drehbuches ja nur ergeben, dass die von ihm geschriebene Vorlage diesen Filmklassikerfür Hitchcock ermöglicht hat, weil Lehman ihn damit zu dieser Höchstleistung getrieben hat. Ist das Drehbuch der Inszenierung ebenbürtig? Hat dieser manchmal verwirrend scheinende Plot Schwächen, die der Regisseur virtuos überdeckt hat?
Es ist immer ein Risiko, einen Lieblingsfilm auseinander zu nehmen. Man könnte ihn verlieren...
Redaktion und Hosting: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro/Outro: Eva Bahlo
1 Stunde 45 Minuten
Originaltitel: Rebel Without a Cause / 1955 / Drehbuch: Stewart Stern / Regie: Nicholas Ray / 106 Minuten ---
Ein Film der zu einer Legendenbildung beigetragen hat und vielleicht mit dieser verwechselt wird. Denn der Film hält seiner eigenen Aura nicht stand. Zumindest das Drehbuch nicht. Dessen Struktur hat uns lange nahezu nichts von sich verraten, schon gar nicht wer die Hauptfigur ist. Ist es wirklich der von James Dean so ikonisch verkörperte Jim Stark? Darf es überhaupt jemand anderes sein? Denn die rote Jacke, die ein Symbol des jugendlichen Rebellen wurde, hat schließlich er getragen. Ist „...denn sie wissen nicht, was sie tun“ die Geschichte um eine verzweifelt sich selbst suchende Generation oder doch eher eine simple „boy meets girl“-Lovestory? Oder einfach nur ein Coming-of-Age Film? Vielleicht will der Film all das in einem sein? Unsere Verwirrung war riesig. Aber, wie jede gut geschriebene Hauptfigur, hatten auch wir irgendwann eine Erleuchtung!
Hosts und Redaktion: Steffen Schäffler & Christian Bahlo
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro & Outro: Eva Bahlo
Ein Film der zu einer Legendenbildung beigetragen hat und vielleicht mit dieser verwechselt wird. Denn der Film hält seiner eigenen Aura nicht stand. Zumindest das Drehbuch nicht. Dessen Struktur hat uns lange nahezu nichts von sich verraten, schon gar nicht wer die Hauptfigur ist. Ist es wirklich der von James Dean so ikonisch verkörperte Jim Stark? Darf es überhaupt jemand anderes sein? Denn die rote Jacke, die ein Symbol des jugendlichen Rebellen wurde, hat schließlich er getragen. Ist „...denn sie wissen nicht, was sie tun“ die Geschichte um eine verzweifelt sich selbst suchende Generation oder doch eher eine simple „boy meets girl“-Lovestory? Oder einfach nur ein Coming-of-Age Film? Vielleicht will der Film all das in einem sein? Unsere Verwirrung war riesig. Aber, wie jede gut geschriebene Hauptfigur, hatten auch wir irgendwann eine Erleuchtung!
Hosts und Redaktion: Steffen Schäffler & Christian Bahlo
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro & Outro: Eva Bahlo
1 Stunde 24 Minuten
La La Land / USA 2016 / Drehbuch & Regie: Damien Chazelle / 128 Minuten ---
Damien Chazelles Musical und Liebesfilm hat uns auf ganzer Linie überzeugt! Ein Film, der mit so viel Leichtigkeit erzählt ist, dass man ihn kolossal unterschätzen kann. Ein Film, der während der Analyse immerzu Neues von sich Preis gibt. Ein unglaublich schlau und schön konstruiertes und geschriebenes Drehbuch. Damien Chazelle hat einen modernen Klassiker geschaffen - und wir haben ihn über Jahre nicht zu würdigen gewusst. Umso größer war unsere Freude über alles, was wir entdecken durften.
Hosts: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro & Outro: Eva Bahlo
Damien Chazelles Musical und Liebesfilm hat uns auf ganzer Linie überzeugt! Ein Film, der mit so viel Leichtigkeit erzählt ist, dass man ihn kolossal unterschätzen kann. Ein Film, der während der Analyse immerzu Neues von sich Preis gibt. Ein unglaublich schlau und schön konstruiertes und geschriebenes Drehbuch. Damien Chazelle hat einen modernen Klassiker geschaffen - und wir haben ihn über Jahre nicht zu würdigen gewusst. Umso größer war unsere Freude über alles, was wir entdecken durften.
Hosts: Christian Bahlo & Steffen Schäffler
Schnitt: Christian Bahlo
Sprecherin Intro & Outro: Eva Bahlo
1 Stunde 4 Minuten
Exterritorial / Deutschland 2025 / Drehbuch & Regie: Christian Zübert / 109 Minuten ---
Kann man fast 90 Millionen Aufrufen auf Netflix blind vertrauen? Bildet diese Zahl ein Qualitätsurteil ab? Hat Netflix es mit seinen Analysen des Zuschauerverhaltens weiter gebracht als wir mit unserer über die Jahre zusammengebastelten Drehbuchtheorie? Ist also Exterritorial nicht nur ein weltweiter Hit, sondern auch ein Film mit einem Weltklasse-Drehbuch? Wir haben unseren analogen Struktur-Algorithmus auf den digitalen von Netflix losgelassen. Entstanden ist Analyse-Action in nahezu Blockbuster-Akustik, weil wir uns am Ende etwas hineingesteigert haben.
Kann man fast 90 Millionen Aufrufen auf Netflix blind vertrauen? Bildet diese Zahl ein Qualitätsurteil ab? Hat Netflix es mit seinen Analysen des Zuschauerverhaltens weiter gebracht als wir mit unserer über die Jahre zusammengebastelten Drehbuchtheorie? Ist also Exterritorial nicht nur ein weltweiter Hit, sondern auch ein Film mit einem Weltklasse-Drehbuch? Wir haben unseren analogen Struktur-Algorithmus auf den digitalen von Netflix losgelassen. Entstanden ist Analyse-Action in nahezu Blockbuster-Akustik, weil wir uns am Ende etwas hineingesteigert haben.
1 Stunde 8 Minuten
Originaltitel: となりのトトロ / Japan 1988 / Drehbuch & Regie: Hayao Miyazaki / 86 Minuten ---
Hayao Miyazakis Film hat uns in der Analyse des Drehbuchs vor größte Probleme gestellt. Und nicht nur, weil es gar kein Drehbuch gibt. Selten in den vergangenen dreißig Jahren waren wir uns so uneinig bei einem Film. Nicht einmal bei der Bestimmung der Hauptfigur waren wir einer Meinung. Umso spannender wurde die Suche nach der Struktur, umso überraschender und erhellender ist unsere Erkenntnis am Ende.
Hayao Miyazakis Film hat uns in der Analyse des Drehbuchs vor größte Probleme gestellt. Und nicht nur, weil es gar kein Drehbuch gibt. Selten in den vergangenen dreißig Jahren waren wir uns so uneinig bei einem Film. Nicht einmal bei der Bestimmung der Hauptfigur waren wir einer Meinung. Umso spannender wurde die Suche nach der Struktur, umso überraschender und erhellender ist unsere Erkenntnis am Ende.
1 Stunde 7 Minuten
Originaltitel: Les Quatre Cents Coups / Frankreich 1959 / Drehbuch: Marcel Moussy, François Truffaut / Regie: F. Truffaut / 99 Minuten ---
Wir sind beide große Verehrer von Francois Truffaut. Umso größer die Aufgabe ihn „nur“als Drehbuchautor zu beurteilen, bzw. in diesem Fall als Co-Autor. Mutig wagen wir uns an die Analyse dieses Meilensteins des Kinos, der eine ganze Epoche der Filmgeschichte eingeleitet hat. „Sie küssten und sie schlugen ihn“ beruht auf Truffauts eigenen Jugenderfahrungen und ist somit gewissermaßen der Inbegriff eines Autorenfilms, der sich ganz bewußt vom gängigenErzählschemata entfernen wollte. Wir haben uns daher gefragt, wie ist dieser wunderbare, einzigartige Film dramaturgisch aufgebaut? Können wir selbst in diesem Film der Nouvelle Vague traditionelleErzählmuster wiederfinden?
Wir sind beide große Verehrer von Francois Truffaut. Umso größer die Aufgabe ihn „nur“als Drehbuchautor zu beurteilen, bzw. in diesem Fall als Co-Autor. Mutig wagen wir uns an die Analyse dieses Meilensteins des Kinos, der eine ganze Epoche der Filmgeschichte eingeleitet hat. „Sie küssten und sie schlugen ihn“ beruht auf Truffauts eigenen Jugenderfahrungen und ist somit gewissermaßen der Inbegriff eines Autorenfilms, der sich ganz bewußt vom gängigenErzählschemata entfernen wollte. Wir haben uns daher gefragt, wie ist dieser wunderbare, einzigartige Film dramaturgisch aufgebaut? Können wir selbst in diesem Film der Nouvelle Vague traditionelleErzählmuster wiederfinden?
38 Minuten
Originaltitel: Thelma & Louise / USA 1991 / Drehbuch: Callie Khouri / Regie: Ridley Scott / 129 Minuten ---
Erstlingswerke im Film haben oft etwas sehr Mutiges und Freies, weil sie meistens ein Herzensprojekt sind, an dem jahrelang geschliffen wird. So auch„Thelma & Louise“ der Autorin Callie Khouri, die damit den Oscar für das beste Drehbuch gewann. Ein unerwarteter Hit in den Kinos weltweit und bis heute ein echter Kultfilm, der die #MeTooThematik viele Jahre vorweg nahm.
Ist der Erfolg des Films - den tatsächlich anfangs niemand produzieren wollte - nur dem Thema und der Besetzung geschuldet? Oder dem großen Namen des Regisseurs, Ridley Scott? Oder steckt dahinter als Basis, akribische Drehbucharbeit und eine ausgeklügelte Struktur? Und wer ist denn eigentlich die Hauptfigur? Thelma oder Louise?
Erstlingswerke im Film haben oft etwas sehr Mutiges und Freies, weil sie meistens ein Herzensprojekt sind, an dem jahrelang geschliffen wird. So auch„Thelma & Louise“ der Autorin Callie Khouri, die damit den Oscar für das beste Drehbuch gewann. Ein unerwarteter Hit in den Kinos weltweit und bis heute ein echter Kultfilm, der die #MeTooThematik viele Jahre vorweg nahm.
Ist der Erfolg des Films - den tatsächlich anfangs niemand produzieren wollte - nur dem Thema und der Besetzung geschuldet? Oder dem großen Namen des Regisseurs, Ridley Scott? Oder steckt dahinter als Basis, akribische Drehbucharbeit und eine ausgeklügelte Struktur? Und wer ist denn eigentlich die Hauptfigur? Thelma oder Louise?