Vierundzwanzigsieben Archiv
45 Episoden
38 Minuten
Über diese „nicht sichtbaren Erkrankungen“ spricht Moderator Philipp Katzmann in dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ mit drei Gästen, die ganz unterschiedliche Perspektiven mitbringen: Univ.-Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am EvKB, Dirk Hamann, Genesungsbegleiter in der Klinik mit eigener Krisenerfahrung, und Pastor Dr. Bartolt Haase, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Dirk Hamann berichtet von seinen eigenen Erfahrungen, von seinen Krisen und davon, wie daraus sein heutiger Beruf als Genesungsbegleiter entstanden ist, und darüber, was Betroffene von ihrem Umfeld benötigen. Udo Dannlowski erklärt, warum Zuhören und Gespräche so wichtig sind, welche Rolle Psychotherapie, medizinische Behandlung und Pflege im Zusammenspiel einnehmen und weshalb psychische Erkrankungen häufig eine längerfristige Begleitung erfordern. Und Pastor Dr. Bartolt Haase weitet den Blick: Wie gehen wir als Gesellschaft mit Menschen um, deren Erkrankung wir nicht sehen können? Welche Verantwortung haben Arbeitgeber und welchen Auftrag hat Bethel?
29 Minuten
Univ.-Prof. Dr. Christian Bien ist Direktor der Universitätsklinik für Epileptologie im Krankenhaus Mara und für dieses Fachgebiet Lehrstuhlinhaber an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld. Im Gespräch mit Philipp Katzmann erzählt er, warum er ursprünglich Psychiater werden wollte, wie er zur Neurologie und Epileptologie kam und was ihn an seinem Arbeitsalltag bis heute begeistert. Dabei geht es um die Behandlung und Erforschung von Epilepsie, um Epilepsiechirurgie und die besonderen Möglichkeiten im Krankenhaus Mara. Univ.-Prof. Dr. Bien erklärt, wie Operationen Patientinnen und Patienten vor gefährlichen Stürzen schützen können, welche Fortschritte die Forschung bei entzündlichen Epilepsien gemacht hat und wie künstliche Intelligenz künftig die medizinische Arbeit unterstützen könnte. Außerdem spricht er darüber, warum es in der Begleitung chronisch erkrankter Menschen nicht nur ums Heilen, sondern auch ums Zuhören und um eine möglichst hohe Lebensqualität geht.
35 Minuten
Chronische Schmerzen begleiten Millionen Menschen – oft über Jahre hinweg. Doch wann wird aus einem Symptom eine eigenständige Erkrankung? In dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ spricht Moderator Philipp Katzmann mit Univ.-Prof. Dr. Wilfried Witte, Ärztlicher Leiter der Schmerzmedizin am EvKB sowie Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Spezielle Schmerztherapie, über die Entwicklung der modernen Schmerzmedizin. Der Mediziner und Geisteswissenschaftler berichtet über die Geschichte der Schmerztherapie, den Wandel im Verständnis chronischer Schmerzen und die Bedeutung eines ganzheitlichen, biopsychosozialen Behandlungsansatzes. Univ.-Prof. Dr. Wilfried Witte erklärt, warum chronischer Schmerz heute als eigenständige Erkrankung verstanden wird, welche Rolle psychische und soziale Faktoren spielen und weshalb der Weg zu einer besseren Lebensqualität oft nicht in der vollständigen Schmerzfreiheit liegt. Außerdem gibt er Einblicke in den Alltag der Schmerzmedizin am EvKB, spricht über aktuelle Forschung und räumt mit verbreiteten Missverständnissen rund um das Thema Schmerz auf.
34 Minuten
In dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ spricht Moderator Philipp Katzmann mit Christoph Nolting, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und Aufsichtsratsvorsitzender des EvKB und Krankenhauses Mara, sowie seinem Kollegen Personalvorstand Dr. Simon Stark. Gemeinsam geben sie persönliche Einblicke in ihre Arbeit im Vorstand – und sprechen darüber, was Bethel als Arbeitgeber seit vielen Jahren prägt. Wie hat sich der Arbeitsmarkt in Pflege, Medizin und Sozialwirtschaft verändert? Was macht Bethel für Mitarbeitende zu einem Ort, an dem sie sich langfristig einbringen, entwickeln und wirksam werden können? Und warum beschreiben viele Bethel nicht nur als Arbeitgeber, sondern als Lebenszeitarbeitgeber? Im Gespräch geht es um Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung und um die Frage, wie Mitarbeitende gewonnen, begleitet und gehalten werden können, aber auch um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Gesundheits- und Sozialwesen. Christoph Nolting und Dr. Simon Stark sprechen darüber, warum eine nachhaltige Finanzierung so wichtig ist und bleibt: mit klarem Kurs, diakonischem Auftrag und dem Blick auf die Menschen, die Bethel ausmachen.
34 Minuten
In dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ spricht Moderator Philipp Katzmann mit Frank Gauls, Leiter der Ambulanten Suchthilfe Bethel, über die unterschiedlichen Gesichter von Suchterkrankungen: Ob Alkohol, Glücksspiel, Gaming oder Pornonutzung – Menschen sind dauerhaft von Reizen umgeben, die aber bei übermäßigem Konsum zur Belastung werden können. Gemeinsam werfen die beiden einen Blick auf die Frage, warum Menschen abhängig werden, welche Rolle Scham, Leidensdruck und gesellschaftliche Bewertungen spielen und wie Angehörige in solchen Situationen helfen können. Frank Gauls erklärt außerdem, warum niemand gänzlich vor einer Suchterkrankung geschützt ist, wie digitale Angebote gezielt Mechanismen der Abhängigkeit nutzen und weshalb Prävention und Medienkompetenz heute wichtiger sind denn je. Gleichzeitig geht es um Hoffnung, persönliche Entwicklung und darum, wie Therapie Menschen helfen kann, wieder mehr zu sich selbst zu finden.
28 Minuten
Wie entsteht eigentlich ein Instagram-Clip oder ein Expert:innen-Livestream für Patient:innen aus dem Klinikalltag? In dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ spricht Moderator Philipp Katzmann mit einer Person, die sonst meist hinter der Kamera oder dem Micro bleibt: Amelie Möbus aus der Unternehmenskommunikation des EvKB und Krankenhauses Mara. Sie ist Referentin für PR und Marketing mit Arbeitsschwerpunkt Social Media. Amelie Möbus sorgt dafür, dass medizinische Themen sichtbar werden – ob auf Social Media-Kanälen oder im Podcast. Sie erzählt, wie aus komplexen Inhalten verständlicher Content entsteht, welche Rolle Authentizität und Verantwortung im Gesundheitsbereich spielen und warum nicht jeder Social Media-Trend zum Krankenhaus passt. Außerdem gibt sie Einblicke in ihren Werdegang vom Fernsehen in die Klinik, spricht über kreative Prozesse hinter der Kamera und darüber, wie man medizinische Themen spannend, aber gleichzeitig seriös vermittelt.
41 Minuten
In dieser Sonderfolge von „Vierundzwanzigsieben“ geht es um Frühgeborene und die Frage, wie die Allerkleinsten bestmöglich ins Leben begleitet werden können. Zu Gast sind aus dem EvKB Cordula Fach, Musiktherapeutin, Birgit Raabe, pflegerische Leitung der Neonatologie, sowie Prof. Dr. Daniel Klotz, Neonatologe, Kinder- und Jugendmediziner und pädiatrischer Intensivmediziner. Gemeinsam geben sie Einblicke in eine Medizin, die sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat: Heute geht es nicht mehr nur darum, ob ein Kind überlebt, sondern wie es überlebt. Im Mittelpunkt steht eine familienzentrierte Versorgung, bei der Mütter und Väter von Anfang an begleitet und aktiv eingebunden werden. Nähe, Bindung und interprofessionelle Zusammenarbeit spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Folge zeigt, wie Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Therapeutinnen und Therapeuten Hand in Hand arbeiten, intensive Erfahrungen teilen und Familien in dieser Ausnahmesituation Halt und Entscheidungshilfen geben.
32 Minuten
Was macht psychiatrische Pflege eigentlich aus und wie hat sie sich in den letzten Jahrzehnten verändert? Im Gespräch mit Philipp Katzmann ist heute Lars Kozian, um Antworten auf diese Fragen zu geben. Als pflegerische Fachbereichsleitung in der Psychosozialen Medizin am EvKB hat er im Laufe der Jahre eine deutliche Veränderung der Gesellschaft im Umgang mit psychischen Erkrankungen hin zum Besseren erlebt. Trotzdem ist noch „Luft nach oben“. Sein Ziel: Ein neues „Normal“, dass Menschen in ihrer Andersartigkeit nicht ausgrenzt, sondern durch den Abbau von Stigmata in der Gesellschaft aufnimmt. Um auch auf fachlicher Ebene die bestmögliche Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu ermöglichen, erarbeitete Lars Kozian zudem gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen zehn Leitsätze, um das Selbstverständnis psychiatrischer Pflege am EvKB zusammenzufassen, besonders auch mit Blick auf Weiterentwicklung. Außerdem erzählt Lars Kozian, welche Rolle Musik in seinem Leben spielt und wie er zu einer hauptberuflichen Musikkarriere steht. Was Helge Schneider und Leonard Cohen damit zu tun haben, erfahrt ihr in dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“.
31 Minuten
In dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ spricht Philipp Katzmann mit Kathleen Charlotte Döring, Chefärztin der Zentralen Notaufnahmen am EvKB. Seit Oktober 2025 leitet sie die Notaufnahmen an zwei Standorten des EvKB. Im Gespräch gibt sie gibt Einblicke in ihre beruflichen Stationen sowie ihren Arbeitsalltag an einer der zentralen Schnittstellen des Klinikums. Außerdem geht es um die Organisation moderner Notfallmedizin, steigende Patientenzahlen und die Frage, wie in Akutsituationen Prioritäten gesetzt werden. Kathleen Charlotte Döring erläutert, wie sich die Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachabteilungen gestaltet, beschreibt den Umgang mit Belastungssituationen und Gewalt sowie die Bedeutung von Kommunikation und Teamarbeit in einem hochdynamischen Umfeld. Auch zukünftige Entwicklungen wie etwa durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz kommen zur Sprache.
29 Minuten
Univ.-Prof. Dr. Omid Nikoubashman öffnet den Blick für die Neuroradiologie, ein hochspezialisiertes Fach, das medizinische Bildgebung, hochkomplexe Interventionen und Hightech miteinander verbindet. In dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ spricht Moderator Philipp Katzmann mit dem neuen Klinikdirektor des Universitätsinstituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am EvKB über seinen Weg von Teheran über den Niederrhein nach Bielefeld, über Schlaganfallmedizin, hochspezialisierte Kathetereingriffe und die rasante technische Entwicklung seines Fachs. Er erklärt, wie ein Schlaganfall mit innovativen neuroradiologischen Verfahren therapiert werden kann, wie Künstliche Intelligenz bereits heute dabei unterstützt und weshalb kritisches Denken in Forschung und Lehre unverzichtbar ist. Eine persönliche und zugleich fachlich dichte Folge über Medizin zwischen Hightech, Verantwortung und Haltung.
43 Minuten
Was bedeutet Trauma – und wie unterschiedlich zeigt es sich im Körper und in der Psyche? In dieser Vierundzwanzigsieben-Spezialfolge spricht Moderator Philipp Katzmann mit Dr. Andrea Möllering, Chefärztin der Klinik für Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin, und Dr. Niklas Grüneweller, Oberarzt in der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Sie reden über Trauma aus zwei Perspektiven: aus der körperlichen und der psychischen Sicht. Sie zeigen, warum Heilung gut gelingt, wenn Körper und Psyche gemeinsam betrachtet werden, wie Patientinnen und Patienten nach schweren Unfällen begleitet werden und weshalb interdisziplinäre Zusammenarbeit dabei eine zentrale Rolle spielt.
29 Minuten
Die passende Ansprache im Umgang mit Patientinnen und Patienten zu finden ist für Medizinstudierende ein wichtiger Lerninhalt. Besonders wichtig ist die richtige Ansprache, wenn es um Menschen mit Behinderungen geht. Um genau hier anzusetzen, wurde vor einiger Zeit in den Universitätskliniken für Inklusive Medizin und Epileptologie des Krankenhauses Mara das Projekt FRiMeL ins Leben gerufen. Das Co-Teaching-Format mit sogenannten Inklusiven Lehrassistent:innen ermöglicht es, die Perspektiven von Betroffenen direkt in die medizinische Lehre einzubinden. Eine dieser Expertinnen ist Antonia von Reden. Nach einem schweren Sturz und einem monatelangen Koma musste sie Vieles im Leben neu lernen. Heute bringt die Designerin und Schauspielerin als Inklusive Lehrassistentin genau diese Erfahrungen in die medizinische Ausbildung ein: Gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten steht sie am Krankenbett, unterbricht, hinterfragt und erklärt. Das Ziel ist eine inklusivere Medizin(lehre) – und damit ein respektvollerer, sensiblerer Umgang mit Patientinnen und Patienten. Antonia von Reden erzählt im Gespräch offen von ihrem Lebensweg, ihrer Arbeit im Forschungs- und Teilhabeprojekt FRiMeL, ihrem Engagement in der Theaterwerkstatt Bethel und davon, was Freiheit, Selbstbestimmung und Lebenslust für sie bedeuten.
31 Minuten
Organspende steht oft für Momente tiefster Not – und kann dennoch Hoffnung stiften. Dr. Friedhelm Bach, Stabsstelle Transplantationskoordination und Klinische Infektiologie, spricht über sensible Gespräche mit Angehörigen, die Herausforderungen der Hirntoddiagnostik und die Bedeutung klarer Entscheidungen. Zugleich zeigt der Anästhesist und Infektiologe, warum Infektiologie alles andere als trocken ist, wie Antibiotika-Therapien über Leben und Tod entscheiden und weshalb gute Teamarbeit dabei unerlässlich bleibt.
36 Minuten
Was bedeutet Würde im Klinikalltag – und wie lässt sie sich bewahren, wenn Menschen schwer erkrankt, verunsichert oder am Ende ihres Lebens stehen? In dieser besonderen Folge von Vierundzwanzigsieben spricht Moderator Philipp Katzmann erstmals mit gleich drei Expertinnen und Experten aus dem EvKB und Krankenhaus Mara: Tanja Kirchner, Leitende Ethikerin, am EvKB, Peggy Kroß, Ärztliche Leitung des multiprofessionellen Palliativdienstes, und Martin Rosenthal, Pflegepädagoge an den Gesundheitsschulen. Gemeinsam erzählen sie, wie sich Würde im Kleinen zeigt – am Krankenbett, im Dialog mit Angehörigen, in schwierigen Entscheidungen und Grenzsituationen. Sie berichten von Momenten, in denen Menschen trotz Einschränkungen Freiheit erleben, von Konflikten zwischen Erwartungen und medizinischer Verantwortung und davon, warum gute Zusammenarbeit zwischen den Professionen unverzichtbar ist.
32 Minuten
Schwester Elisabeth Christiani ist Mitte August 2026, wenige Tage nach ihrem 98. Geburtstag,verstorben. Wir denken voller Dankbarkeit an sie und sind froh, dass wir mit ihr dieses Gespräch im letzten Herbst aufzeichnen konnten und es uns als wertvolles Zeitdokument erhalten bleibt. Seit 79 Jahren gehört Schwester Elisabeth zur Sarepta-Schwesternschaft in Bethel. 1946 kam sie als 18-Jährige mit dem Zug nach Bielefeld und somit nach Bethel. Im Gespräch mit Moderator Philipp Katzmann erzählt sie von ihrem Weg als Diakonisse, von ersten Begegnungen mit schwerstbehinderten Kindern, vom Leben in der Tracht und von Nächten, in denen sie als Stationsleitung im Haus Gilead I auf der Station wohnte. Mit beeindruckender Klarheit blickt die 97-Jährige auf ein Leben zwischen Berufung, Bescheidenheit, Erfüllung und Beharrlichkeit zurück – und erklärt, warum sie bis heute als Küsterin aktiv ist. Eine Folge voller Geschichte, Humor und tiefer Dankbarkeit.