Frei heraus - Der R21-Podcast für neue bürgerliche Politik Archiv
31 Episoden
43 Minuten
Jüdisches Leben in Deutschland steht zwischen lebendiger Gemeinschaft und massiven Sicherheitsbedrohungen. Philip Peyman Engel, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, spricht mit Steffen Dähne über Antisemitismus nach dem 7. Oktober, die Sorgen jüdischer Familien und seine Kritik am Umgang von Politik, Medien und Kulturbetrieb mit Israel. Außerdem geht es um die gesellschaftlichen Konflikte in Israel – und darum, warum der Schutz jüdischen Lebens eine Aufgabe der gesamten Demokratie ist.
38 Minuten
War der deutsche Atomausstieg ein historischer Fehler? Und könnten abgeschaltete Kernkraftwerke tatsächlich schon in wenigen Jahren wieder Strom liefern? Darüber spricht R21-Geschäftsführer Steffen Dähne mit Dr. Kristina Schröder, Bundesfamilienministerin a. D. und stellvertretende Vorsitzende von R21. Es geht um steigende Energiekosten, die Zukunft des Industriestandorts Deutschland, Sicherheitsrisiken und die ungelöste Endlagerfrage. Kristina Schröder erklärt, warum sie eine Rückkehr zur Kernenergie für notwendig hält und weshalb sie vor einer „programmierten Energiearmut“ warnt. Anlass ist die R21-Energiekonferenz „Erneuerbare und Kernenergie – Ein neuer Blick auf Deutschlands Energiepolitik“ am 4. November 2026 in Berlin.* Dort diskutieren Experten unterschiedlicher Positionen über die Zukunft der deutschen Energieversorgung.
49 Minuten
Frauenrechte, Gleichberechtigung, sexuelle Selbstbestimmung: Die Ideale der politischen Linken stehen im fundamentalen Widerspruch zum Weltbild des politischen Islam. Warum kommt es dennoch zu einem Schulterschluss zwischen Teilen der Linken und Islamisten – gerade beim Thema Israel und Antisemitismus? Darüber spricht R21-Geschäftsführer Steffen Dähne mit Prof. Dr. Susanne Schröter, einer der profiliertesten deutschen Expertinnen für politischen Islam. Schröter berichtet von ihren Forschungen in Indonesien und Deutschland, vom wachsenden Einfluss islamistischer Bewegungen und von ihren Konflikten mit dem Wissenschaftsbetrieb. Sie erklärt, welche Rolle postkoloniale Ideologien beim Umgang mit Islamismus und Antisemitismus spielen – und warum liberale Muslime eine unterschätzte Kraft für unsere Demokratie sind.
29 Minuten
In Berlin wird wieder über die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen gestritten. Doch würde eine Enteignung tatsächlich die Wohnungsnot lindern – oder am Ende vor allem die Steuerzahler teuer zu stehen kommen? Darüber spricht Steffen Dähne mit Prof. Dr. Stefan Kooths vom Kiel Institut für Weltwirtschaft. Kooths hat eine aktuelle Studie zu den ökonomischen Folgen einer Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen in Berlin geleitet. Im Gespräch erklärt er, warum die großen privaten Wohnungsunternehmen aus seiner Sicht keine relevante Marktmacht besitzen, weshalb eine Vergesellschaftung keine einzige zusätzliche Wohnung schafft und warum vor allem die heutigen Mieter der betroffenen Wohnungen profitieren würden. Es geht um Insider und Outsider auf dem Berliner Wohnungsmarkt, staatlich subventionierte Mieten, mögliche Milliardenkosten für Berlin und die Frage, warum eine Entschädigung deutlich unter dem Verkehrswert auch weit über Berlin hinaus Folgen für Eigentumsschutz und Investitionen in Deutschland haben könnte. Außerdem: Was bedeuten die Pläne für private Wohnungseigentümer und Kleinvermieter in Berlin? Müssen auch sie sich Sorgen um ihr Eigentum machen? Und welches Signal sendet eine Vergesellschaftung an Aktionäre, Pensionsfonds und die ohnehin schwach ausgeprägte Aktienkultur in Deutschland? Und: Was wäre die Alternative? Mehr staatlicher Wohnungsbau – oder endlich bessere Bedingungen für private Investitionen und mehr Neubau?
56 Minuten
Deutschland redet über Reformen – bei Rente, Gesundheit, Pflege, Arbeitsmarkt, Steuern und Energie. Doch was derzeit auf dem Tisch liegt, reicht womöglich nicht aus, um die strukturellen Probleme zu lösen. Gleichzeitig stößt schon das auf erheblichen Widerstand. Warum ist das so? Darüber spricht Steffen Dähne mit Holger Zschäpitz, Volkswirt, leitendem Wirtschaftsredakteur der WELT und bekannt aus dem Podcast „Deffner & Zschäpitz“. Zschäpitz diagnostiziert eine „Gerechtigkeitslücke“ in der deutschen Reformdebatte: Viele Menschen seien durchaus bereit, Veränderungen und Zumutungen mitzutragen – aber nicht, wenn sie den Eindruck haben, dass immer dieselben belastet werden und grundlegende Probleme unangetastet bleiben. Statt Jahr für Jahr neue Finanzlöcher zu stopfen, brauche Deutschland einen größeren Wurf und ein überzeugendes Zielbild. Im Gespräch geht es um eine längere Lebensarbeitszeit und die Zukunft der Rente, um Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Kapitaldeckung in der Pflege und einen flexibleren Arbeitsmarkt. Zschäpitz stellt dabei auch den deutschen Kündigungsschutz infrage. Außerdem diskutieren beide über Bürgergeld und Sozialstaat, niedrigere Unternehmenssteuern, Kernkraft und Fracking, das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und die Frage, wie Deutschland wieder attraktiver für Investitionen werden kann. Am Ende steht die größere Frage: Ist Deutschland überhaupt noch zu einem solchen Reformprojekt fähig? Zschäpitz ist pessimistisch. Steffen Dähne hält dagegen: Die Menschen seien durchaus für Veränderungen zu gewinnen – wenn Politik ihnen einen glaubwürdigen gemeinsamen Aufbruch anbietet. Und vielleicht bietet gerade Künstliche Intelligenz die Chance, verlorenen Boden schneller wieder gutzumachen. Eine Folge über Reformmut, Gerechtigkeit, Wachstum – und die Frage, ob Deutschland noch den großen Wurf schafft.
35 Minuten
Staatsschulden galten lange als Thema für Finanzpolitiker und Ökonomen. Doch bezahlen müssen die heute eingegangenen Verpflichtungen vor allem diejenigen, die jung sind oder noch gar nicht geboren wurden. In dieser Folge von „Frei heraus“ spricht Steffen Dähne mit Frank Schäffler, Ex-Bundestagsabgeordnetem, bekannt geworden als „Euro-Rebell“, und Gründer des Thinktanks Prometheus, über sein neues Buch „Generation Debts – Die Generation, die alles bezahlen muss“. Schäffler gehörte von 2005 bis 2013 und erneut von 2017 bis 2025 dem Deutschen Bundestag an. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche finanziellen Lasten die Boomer der jungen Generation hinterlassen. Es geht um die sichtbaren und impliziten Staatsschulden, die demografische Schieflage der gesetzlichen Rentenversicherung und die Frage, warum Generationengerechtigkeit bei Schulden und Rente bislang kaum zu einem Jugendthema geworden ist. Schäffler plädiert für einen grundlegenden Umbau der Altersvorsorge: mehr Kapitaldeckung, Aktien und ETFs und insbesondere ein Opt-out-Modell, das Arbeitnehmern ermöglichen soll, ihre Rentenbeiträge selbst kapitalgedeckt anzulegen. Im Gespräch geht es auch um das schwedische Rentenmodell, die Wirkung des Zinseszinseffekts und die Frage, ob gerade Menschen mit kleinen Einkommen durch das heutige System am Aufbau eigenen Vermögens gehindert werden. Außerdem diskutieren Dähne und Schäffler über die Schuldenbremse, den häufig vorgebrachten Zusammenhang von Schulden und Investitionen sowie die Schweiz und Argentinien als Gegenbeispiele unterschiedlicher Finanz- und Wirtschaftspolitik. Und schließlich geht es um die politische Verantwortung der Boomer: Warum wurden seit Jahrzehnten bekannte demografische Probleme nicht früher angegangen – und was kann die junge Generation heute selbst tun? „Früher hafteten Eltern für ihre Kinder. Heute haften die Kinder für ihre Eltern.“ Eine Folge über Schulden, Rente, Eigenverantwortung – und die finanziellen Spielräume der nächsten Generation.
24 Minuten
Für Reformen braucht man Ei… Mut! Deutschland braucht Reformen – darin sind sich viele schnell einig. Schwieriger wird es, wenn sie konkret werden. Wie viel Risiko muss eine Regierung eingehen, wenn sie wirklich etwas verändern will? Und wie viel Mut braucht ein Bundeskanzler, wenn notwendige Reformen in der eigenen Partei, beim Koalitionspartner oder bei den Wählern auf Widerstand stoßen? Darüber spricht Steffen Dähne mit Béla Anda. Anda war von 2002 bis 2005 Chef des Bundespresseamtes und Sprecher der Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder. Damit erlebte er aus nächster Nähe und vermittelte eine der folgenreichsten Reformphasen der jüngeren deutschen Geschichte: die Agenda 2010 und die Auseinandersetzungen um Arbeitsmarkt, Sozialstaat und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Was lässt sich aus dieser Zeit für die Gegenwart lernen? Wie setzt man Reformen um, deren Nutzen womöglich erst Jahre später sichtbar wird? Muss Politik bereit sein, für grundlegende Veränderungen auch etwas zu riskieren? Wann wird Kompromissbereitschaft zur Reformbremse? Und wie schafft Deutschland heute wieder eine so ambitionierte Reformagenda wie damals? Ein Gespräch darüber, was echte Reformbereitschaft ausmacht – und wie viel Mut und Risikobereitschaft ein Bundeskanzler braucht, wenn notwendige Veränderungen politisch unbequem werden.
39 Minuten
Das deutsche Theater versteht sich gern als politisch. Doch was passiert, wenn auf der Bühne nicht mehr widerstreitende Positionen zu Wort kommen, sondern vor allem die eigene politische Haltung bestätigt wird? Darüber spricht R21-Geschäftsführer Steffen Dähne mit dem Dramaturgen und Autor Bernd Stegemann. Ausgehend von der antiken Tragödie diskutieren sie über politisches Theater, Cancel Culture und den Umgang des Kulturbetriebs mit der AfD. Stegemanns These: Wer Andersdenkenden „keine Bühne“ bieten will, verfehlt nicht nur eine zentrale Aufgabe von Kunst und Theater. Die moralische Ausgrenzung habe auch zur politischen Verhärtung beigetragen und die AfD eher gestärkt als geschwächt. Was müsste sich ändern, damit Theater wieder ein Ort des echten Widerspruchs wird? Anlass des Gesprächs ist auch Stegemanns neues Buch „Meine deutschen Dämonen. Eine persönliche Kritik der Erinnerungskultur“, erschienen bei Matthes & Seitz Berlin. Das Buch beim Verlag: [„Meine deutschen Dämonen“ – Matthes & Seitz Berlin](https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/meine-deutschen-daemonen.html)
22 Minuten
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellt das deutsche Parteiensystem vor eine grundlegende Frage: Wie kann politische Veränderung wieder möglich werden, wenn klare Mehrheiten verschwinden und notwendige Reformen in politischen Blockaden stecken bleiben? In dieser Sonderfolge von „Frei heraus“ spricht R21-Geschäftsführer Steffen Dähne mit dem Historiker und Leiter von R21 Andreas Rödder darüber, was jetzt passieren muss. Braucht Deutschland den Mut zu Minderheitsregierungen und wechselnden Mehrheiten? Können klare rote Linien die Brandmauer ersetzen? Und muss die Bundesregierung jetzt eine konsequente Reformagenda verfolgen – notfalls auch um den Preis eines Koalitionsbruchs? Die These dieser Folge: Ein „Weiter so“ reicht nicht mehr. Die demokratischen Parteien haben die Möglichkeit, Reformfähigkeit zurückzugewinnen und politische Veränderung wieder möglich zu machen. Dafür braucht es jetzt den Mut, neue Wege zu gehen.
49 Minuten
„Machtkritik ist etwas, was in besonderer Weise schützenswert ist“ – das sagt Frauke Rostalski in der neuen Folge des Podcasts „Frei heraus“. Die Rechtswissenschaftlerin kritisiert eine zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit in Deutschland. Als Ursache dafür sieht sie eine gesellschaftliche Werteverschiebung, in deren Zuge Empfindlichkeit und Verletzlichkeit immer stärker in den Fokus rücken. Der Staat reagiere auf diese Entwicklung mit Gesetzesverschärfungen – bei Ehrdelikten, aber beispielsweise auch im Sexualstrafrecht. Befeuert wurde diese Debatte jüngst durch den Fall der Moderatorin Collien Fernandes. Schießt die Politik bei der Gesetzgebung übers Ziel hinaus?
58 Minuten
„Antimuslimischer Rassismus – was soll das sein?“, fragt Hasnain Kazim in der neuen Folge des R21-Podcasts „Frei heraus“. Der pakistanischstämmige Journalist und Autor kritisiert die insbesondere in linken Kreisen verbreitete Haltung, muslimische Migranten pauschal zu Opfern zu erklären und die Augen vor Problemen des Islam zu verschließen: „Patriarchat, Geschlechterungerechtigkeit, Homophobie – das wird da einfach klaglos hingenommen.“ Die gemäßigten und gut integrierten Muslime zahlten die Rechnung. Mit R21-Geschäftsführer Martin Hagen spricht Kazim über sein neues Buch „Der Islam und ich“, über das Kopftuch an Schulen und die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie.
42 Minuten
„Es ist eigentlich fast egal, wo wir anfangen – Hauptsache, wir fangen irgendwo an“, sagt Justus Haucap in der neuen Folge des Podcasts „Frei heraus“. Der Ökonom fordert umfassende Reformen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Im Gespräch mit R21-Geschäftsführer Martin Hagen kritisiert er überzogene Datenschutzregeln, Politik auf Kosten künftiger Generationen und die jüngste Entscheidung des EU-Parlaments zum Freihandelsabkommen Mercosur. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat er einen radikalen Vorschlag.
1 Stunde 4 Minuten
„Bürgerliche sind über Jahre hinweg vor linken Aktivisten eingeknickt“, sagt Andreas Rödder in der neuen Folge des Podcasts „Frei heraus“. Dass sich dies ändert, sei nicht zuletzt das Verdienst der Denkfabrik R21. Im Gespräch mit Martin Hagen spricht der Historiker über das Ende der grünen Hegemonie, die Konfliktlinien zwischen der bürgerlichen Mitte und der autoritären Rechten, die Zwischenbilanz der Regierung Merz und das transatlantische Verhältnis. Statt der „Brandmauer“ zur AfD plädiert Rödder für rote Linien und eine harte Auseinandersetzung in der Sache.
50 Minuten
„Die deutsche Klimapolitik vernichtet unseren Wohlstand, ohne die globalen Emissionen zu reduzieren“ – das sagt Joachim Weimann in der neuen Folge des Podcasts „Frei heraus“. Der Umweltökonom kritisiert eine planwirtschaftliche, kleinteilige Regulierung, die den CO2-Ausstoß lediglich in andere Länder verlagert. Im Gespräch mit Martin Hagen plädiert er für einen radikalen Kurswechsel: Statt Wunschdenken und nationaler Alleingänge brauche es realistische Klimaziele und einen internationalen Emissionshandel.
58 Minuten
Das argentinische Wirtschaftswunder ist ins Stocken geraten, die Parlamentswahlen am 26. Oktober könnten für Javier Milei zum Schicksalstag werden. In „Frei heraus“ erklärt Philipp Bagus die Hintergründe der aktuellen Krise. Der Ökonomieprofessor kennt den argentinischen Präsidenten persönlich und hat letztes Jahr das Buch „Die Ära Milei - Argentiniens neuer Weg“ veröffentlicht. Er erklärt, wie der Mann mit der Kettensäge tickt, welchen Ideen er anhängt, warum seine radikale Reformpolitik bisher erfolgreich war und was Deutschland davon lernen kann.