Gegen die Gewohnheit Archiv
21 Episoden
25 Minuten
Im 3. Stock des Humboldt Forums in den Ausstellungen des Ethnologischen Museums befindet sich der Ausstellungsraum „Aspekte des Islam“. Der Islam ist eine Religion mit verschiedene Ausprägungen und Berlin eine Stadt mit einer bunten islamischen Community. Deshalb hat das Ethnologische Museum mit Menschen aus verschiedenen muslimischen Gemeinden kooperiert, damit sie selber den Besuchenden der Ausstellung erzählen, wie sie ihren Glauben täglich leben. Wir haben für diese Folge von „Gegen die Gewohnheit“ mit zwei Vertreterinnen dieser Gemeinden gesprochen, damit sie uns mehr über die Ausstellung, ihre Zusammenarbeit mit dem Museum und dem Humboldt Forum und ihren Glauben erzählen. Gesprächspartnerinnen: Seyran Ateş ist Gründerin der Ibn Rushd-Goethe Moschee, Juristin, Buchautorin, Menschenrechts und Frauenrechtsaktivistin. Sie ist Co-Kuratorin der Community-Vitrinen in der Ausstellung „Aspekte des Islam“ im 3.OG der Ethnologischen Sammlungen im Humboldt Forum. Feride Funda G.-Gençaslan ist Vorsitzende des Sufi-Zentrum Rabbaniyya, Europäisches Zentrum für Sufismus und interreligiöse Begegnungen e. V. Sie ist Co-Kuratorin der Community-Vitrinen in der Ausstellung „Aspekte des Islam“ im 3.OG der Ethnologischen Sammlungen im Humboldt Forum.
17 Minuten
Der Gungervaa – ein mongolischer Schrein In der Sammlung des Ethnologischen Museums Berlin gibt es einen mongolischen Holzschrein mit verschiedenen, im Buddhismus verehrten Gegenständen. Er gelangte zu Anfang des 20. Jahrhunderts nach Berlin und ist heute einzigartig auf der Welt, weil die Gegenstände darin fast alle erhalten geblieben sind. Wie kann das Museum diesen Schrein bewahren, wie am besten zeigen, was ist dabei zu berücksichtigen? Die Restauratorin und Ethnologin Birgit Kantzenbach ist in die Mongolei gefahren und hat sich mit vielen Menschen darüber beraten, denen der Schrein etwas bedeutet. Als Übersetzerin mit dabei war die mongolische Kunsthistorikerin Dulamjav (Duka) Amarsaikan. Wir haben mit den beiden gesprochen: über den Schrein, seine Herkunft, die Reise und das Restaurieren. Gesprächspartnerinnen: Dulamjav (Duka) Amarsaikhan ist eine mongolische Kunsthistorikerin. Sie hat in verschiedenen Fuktionen, u. a. als Forscherin und Leiterin der Sammlungsabteilung, für das Zanabazar Fine Arts Museum in Ulaanbaatar in der Mongolia gearbeitet. Birgit Kantzenbach ist Restauratorin und Ethnologin mit Schwerpunkt Mongolei. Sie arbeitet am Ethnologischen Museum Berlin und hat bereits an verschiedenen Kooperationsprojekten mitgewirkt.
13 Minuten
Ukrainische Samstage und Sonntage im Humboldt Forum Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 flohen viele Menschen aus der Ukraine, auch nach Deutschland. Die Staatlichen Museen zu Berlin haben 2022 Stipendien an ukrainische Forscher*innen verliehen, um Geflüchteten zu helfen. Mit dabei war Roksolana Ludyn, die von August bis Dezember 2022 ein solches Stipendium hatte und sich in dieser Zeit in die Arbeit der Bildung und Vermittlung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst im Humboldt Forum eingebracht hat. Seitdem ist sie als freie Vermittlerin in den Ausstellungen dort unterwegs und macht besondere Programme für geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Wir haben uns mit ihr und Dr. Patrick Helber über diese Programme unterhalten. Gesprächspartner*innen: Roksolana Ludyn ist freie Vermittlerin und Organisatorin von Veranstaltungen für Menschen mit Fluchterfahrung aus der Ukraine im Projekt „Das Kollaborative Museum“ im Ethnologischen Museum und im Museum für Asiatische Kunst. Dr. Patrick Helber ist Kurator für Bildung und Vermittlung im Projekt „Das Kollaborative Museum“ im Ethnologischen Museum und im Museum für Asiatische Kunst.
22 Minuten
Gegen den Strom Francis La Flesche war Umonhon (auch Omaha genannt) und Indigener Ethnologe. Zwischen 1894 und 1898 sammelte er im Auftrag des Königlichen Museums für Völkerkunde (heute: Ethnologisches Museums) in Nebraska cultural belongings seiner eigenen Kultur und schickte sie nach Berlin. Teile dieser Sammlung sind seit 2022 in der Ausstellung „Gegen den Strom. Die Omaha, Francis La Flesche und seine Sammlung“ im Humboldt Forum zu sehen. Die Ausstellung haben Lehrende und Studierende aus dem Nebraska Indian Community College gemeinsam mit Kolleg*innen der Stiftung Humboldt Forum und des Ethnologischen Museums erarbeitet. Drei Kurator*innen dieser Ausstellung haben mit uns über diese Zusammenarbeit gesprochen und auch darüber, was sie für das Ethnologische Museum, das Humboldt Forum und für die Omaha bedeutet. Gesprächspartner*innen: Vanessa Dawn Hamilton ist Mitarbeiterin am Nebraska Indian Community College, Macy, USA. Sie gehört der Umonhon Nation an. Wynema Morris ist Privatdozentin für Native American Studies am Nebraska Indian Community College, Macy, USA. Sie gehört der Umonhon Nation an. Ilja Labischinski ist Provenienzforscher bei den Staatlichen Museen zu Berlin.
19 Minuten
Die Global Cultural Assembly Im September 2022 hat das Humboldt Forum in Berlin die letzten Teile seiner Dauerausstellungen eröffnet. Aus diesem Anlass waren mehr als 80 internationale Gäste gekommen, die in einer vom Ethnologischen Museum, dem Museum für Asiatische Kunst und der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss akteursübergreifend organisierten Workshopwoche Ideen entwickelt und Forderungen gestellt haben für die Zukunft des Forums und der Museen. Die Ergebnisse dieser Woche sind in dem Papier „Würde – Transparenz – Kontinuität“ zusammengefasst. Eine der Ideen ist die „Indigene Botschaft“, die „Indigenous Embassy“. Im Oktober 2023 haben zehn internationale Partner*innen in einer neuen Workshopwoche in Berlin diese Idee weiterentwickelt zur Global Cultural Assembly, der GCA. Eine wichtige Frage des Workshops 2023 war, wie man das Museum dazu bringt, Gewohnheiten zu hinterfragen, sich neuen Ideen zu öffnen und nichts für gegeben hinzunehmen. Gerade richtig also für die erste Folge von „Gegen die Gewohnheit“. Einige der Teilnehmer*innen haben sich die Zeit genommen, mit uns über den Workshop zu sprechen. Ihr findet im 3. Obergeschoss des Humboldt Forums einen Ausstellungsraum, der die Arbeit der GCA zeigen und begleiten wird. Gesprächspartner*innen in der Reihenfolge ihres Auftritts: Deepak Tolange ist ein in Kathmandu, Nepal, ansässiger Filmemacher und Fotograf. Er unterrichtet an der Kathmandu University. Achilles Bufure ist Direktor des National Museum & House of Culture in Dar Es Salaam, Tansania. Michael Nicoll Yahgulanaas ist Künstler. Er hat Erfahrung im internationalen Bereich der philanthropischen Innovation und der regionalen Arbeit in der Kommunalverwaltung. Ihr findet sein Atelier unter mny.ca. Fabiano Kueva ist ein ecuadorianischer Künstler und Kurator, der für seine kritische und dekoloniale Dekonstruktion von Alexander von Humboldt bekannt ist. Augustine Moukoudi ist Autorin, Regisseurin und Produzentin aus Kamerun. Sie forscht zur Kolonialgeschichte und ist General Secretary des kamerunischen Arms der Worlds Association of Cultural Actresses zur Stärkung der Rolle von Frauen in der Kulturwelt. Feride Funda Gençaslan ist Vorsitzende des Sufi-Zentrum Rabbaniyya, Europäisches Zentrum für Sufismus und interreligiöse Begegnungen e. V. und Co-Kuratorin im Modul „Mystische Dimensionen des Islam“ im 3.OG der Ethnologischen Sammlungen im Humboldt Forum.
49 Sekunden
Von Januar 2023 bis Dezember 2025 probieren das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst Berlin im Projekt „Das Kollaborative Museum“, kurz CoMuse, neue Formen der internationalen Zusammenarbeit aus: beim Kuratieren von Ausstellungen, beim Erforschen der Sammlungen, in Vermittlungsformaten, in künstlerischen Interventionen und in der Restaurierung. Dafür stellen Anna Schäfers als Mitarbeiterin im Projekt und Katharina Erben als freiberufliche Kulturredakteurin verschiedene Projekte innerhalb von CoMuse vor. Sie sprechen mit Vertreter*innen Indigener Gesellschaften, internationalen Partner*innen und Fellows, Leuten aus der pluralen Berliner Stadtgesellschaft und den Menschen aus dem Museum, die mit ihnen kooperieren, z. B. Kurator*innen, Vermittler*innen, Restaurator*innen.