Bildstörungen Archiv
19 Episoden
26 Minuten
„Du Judas“ ist ein Schimpfwort, und auf diesen Namen kann man in Deutschland kein Kind taufen lassen. Was macht die biblische Judasfigur so schaurig spannend? Warum wird Judas auf so vielen kirchlichen Bildern eindeutig „jüdisch“ dargestellt? Lassen sich die geballten Negativbilder von Verrat, Geldgier, teuflischer Besessenheit, Falschheit und Verdammung überhaupt noch aufbrechen, die in dieser Figur zusammenlaufen? Wie können wir uns der Geschichte des Jüngers Judas neu annähern, von dem in allen Evangelien immer wieder betont wird, dass er „einer der Zwölfe“ und damit einer von „uns“ war?
22 Minuten
Das Bild vom Judentum als Wurzel des Christentums mag wohlwollend gemeint sein. Aber wird damit nicht das Judentum in die Vergangenheit verbannt als eine altertümliche und archaische Religion, die verbessert und erneuert werden musste? Ausgehend vom Bild eines „Stammbaums“ der christlichen Kirchen in einem Schulbuch, suchen wir nach treffenderen Metaphern, um die vielförmigen Beziehungen zwischen jüdischen und christlichen Religionsgemeinschaften zu beschreiben. Wie könnten Bilder eines organischen Wachstums aussehen, die religiöse Vielfalt und die Unterschiede der jüdischen und christlichen Traditionen wertschätzen?
24 Minuten
An vielen Kirchen sind Darstellungen des allegorischen Figurenpaars „Synagoga und Ecclesia“ (Synagoge und Kirche) als sinnbildliche Verkörperungen von Judentum und Christentum zu finden. Die Symbolfigur für die Kirche ist dabei als Siegerin über die Synagoge dargestellt. Darin steckt viel Grundlegendes der antijüdischen Bildsprache des Christentums. Speziell die verbundenen Augen der Synagoga-Figur klingen auch in heutiger Bildsprache an und werfen die Frage auf, wie das Motiv der Blindheit metaphorisch und theologisch verwendet wird.
3 Minuten
Moderne antisemitische Stereotype wurzeln oft in antijüdischen Auslegungen biblischer Texte und Motive, die jahrhundertelang von der christlichen Theologie tradiert wurden. Selbst in heutigem Judenhass und Verschwörungsglaube wirken diese christlich grundierten Zerrbilder unbewusst weiter. In ihrem Podcast gehen die Theologinnen Karoline Ritter und Katharina von Kellenbach vom Projekt "Bildstörungen" der Evangelischen Akademie zu Berlin diesen Traditionslinien nach.
Bildstörungen
Die Theologinnen Karoline Ritter und Katharina von Kellenbach gehen den christlichen Traditionslinien hinter modernen antisemitischen Stereotypen nach.