SWR Kultur lesenswert - Literatur Archiv
904 Episoden
4 Minuten
Wie lässt sich angesichts von Kriegen, Krisen und Katastrophen Gelassenheit bewahren? Kulturwissenschaftler Helmut Lethen geht dem Ganzen in seinem Essay „Stoische Gangarten“ nach.
1 Stunde 9 Minuten
Traumlogik und Erinnerungsarbeit: Martina Läubli, Judith von Sternburg und Christoph Schröder diskutierten in der Bühler Mediathek vier Werke, die auf der SWR Bestenliste im Februar verzeichnet sind. Auf dem Programm standen mit „Vaim“ der neue Roman von Literaturnobelpreisträger Jon Fosse (Platz 5), mit „Ein Jahr in der Natur“ von Josephine Johnson eine Erstübersetzung aus dem Jahre 1969 (Platz 3), mit „Trag das Feuer weiter“ der Abschluss einer Familientrilogie von Leïla Slimani (Platz 2) und mit „Abschied(e)“ von Julian Barnes ein Buch über Erinnerungsarbeit angesichts des nahenden Todes. Begeistert zeigte sich die Jury von Jon Fosses „Vaim“ in der deutschen Fassung von Hinrich Schmidt Henkel aus dem Rowohlt Verlag. Drei Männer erzählen, eine Frau entscheidet. Fosses Prosa in kapitellangen Sätzen, die von Einsamkeit in der norwegischen Provinz erzählen, von Freundschaften und fatalen Beziehungen, überzeugte selbst einen ehemaligen Kritiker des Autors. Ein Text, getragen von einer melancholischen „Traumlogik“, erklärte Jury-Mitglied Christoph Schröder. Fosse-Kennerin Martina Läubli ordnete die Geschichte, in der am Ende fast alle Figuren gestorben sind, in das Gesamtwerk des Nobelpreisträgers ein. Die bislang jüngste Pulitzer-Preisträgerin wird in Deutschland wiederentdeckt, dank einer hochwertigen Edition in der Anderen Bibliothek. Josephine Johnsons „Ein Jahr in der Natur“ in der Übersetzung von Bettina Abarbanell und mit Illustrationen von Andrea Wan wird von der Bestenliste-Jury aber durchaus kontrovers diskutiert. Die Genauigkeit der Naturbeschreibungen, die niemals zu sprachlichen Überhöhungen der Flora und Fauna führen, wird gelobt. Doch die jahreszeitlichen Naturbetrachtungen seien zuweilen etwas erwartbar, sagt Judith von Sternburg. Auch die Schärfe und Aktualität der politischen Analyse ist Gegenstand des Gesprächs, webt die Autorin in ihre Chronik doch immer wieder Kommentare zum damaligen Vietnam-Krieg ein. Je länger der Abend, desto schärfer die Diskussion der Jury. Leïla Slimanis „Trag das Feuer weiter“ in der Übersetzung von Amelie Thoma aus dem Luchterhand Verlag wurde von Judith von Sternburg vorgestellt. Nach der Lesung aus dem Roman, in der es um die Zerrissenheit der Hauptfigur zwischen Marokko und Frankreich ging, kam Christoph Schröder auf die sprachlichen Schwächen zu sprechen. Während Läubli und von Sternburg ein Buch mit ambivalent gezeichneten Figuren gelesen haben wollen, kritisierte Schröder die seiner Meinung nach offensichtliche Schwarz-Weiß-Malerei, den willkürlichen Perspektivwechsel und die auf „Thrill“ angelegte Ästhetik selbst in einer Missbrauchsszene: „An diesem Buch stört mich so gut wie alles.“ Der Spitzenreiter der SWR Bestenliste im Februar ist Julian Barnes vermutlich letztes Buch „Abschied(e)“, das Gertraude Krueger für Kiepenheuer und Witsch ins Deutsche übertragen hat.
19 Minuten
Leïla Slimani ist ein internationaler Literaturstar. Mit ihrem neuen Roman schließt sie ihre autobiografische Trilogie ab. Mia, das Alter Ego, der Autorin, leidet an Brain Fog und reist zurück nach Marokko, in das Land ihrer Herkunft, um sich zu erinnern.
17 Minuten
Josephine Johnson ist bis heute die jüngste Pulitzer-Preisträgerin aller Zeiten. In diesem Buch erzählt sie von ihrem zurückgezogenen Leben in Ohio. Johnson unterzieht die sie umgebende Welt einer anschaulichen und bildstarken Betrachtung.
17 Minuten
Der Auftakt zu einer Trilogie. Mit 150 Seiten ist der Roman ein schmales und zugleich beeindruckendes Werk. Wenn der Begriff „Traumlogik“ irgendwo seine Berechtigung hat, dann hier. Drei Kapitel, drei Erzählstimmen. Eine Aneinanderreihung unerhörter Ereignisse.
16 Minuten
Am 19. Januar ist Julian Barnes 80 Jahre alt geworden, und „Abschied(e)“ soll sein letztes Buch sein. Behauptet der Autor und verabschiedet sich auf das Eleganteste von seiner Leserschaft: mit einem klugen, fein ironisch gewürzten Text.
4 Minuten
Eine Jugendliebe, eine jahrzehntelange Brieffreundschaft. Als Arthur vom Sohn seiner großen Liebe Charlene erfährt, dem „anderen Arthur“, gerät alles ins Wanken.
4 Minuten
Besen und lange Nasen sucht man hier vergeblich: Olga Ravn hat mit „Wachskind“ einen beeindruckenden Roman über Hexerei und die Poesie der Zaubersprüche geschrieben.
4 Minuten
Mit Studien zur Weimarer Republik und zur „Geschichte des Westens“ schuf Heinrich August Winkler Standardwerke. Nun blickt der Nestor der Geschichtswissenschaft auf sein Leben zurück.
4 Minuten
Weit ihrer Zeit voraus war die US-amerikanische Schriftstellerin und Pulitzer-Preisträgerin Josephine Johnson, als sie sich 1969 in der Einsamkeit des Mittleren Westens in die Natur vertiefte. Rezension von Michael Kuhlmann
56 Minuten
Neue Bücher von Mirna Funk, Barbara Honigmann und Denis Pfabe. Außerdem feiern wir E.T.A. Hoffmanns 250. Geburtstag, diskutieren über die neue Verfilmung von „Wuthering Heights“ und sprechen mit Deniz Yücel über Heimat.
7 Minuten
Zehn Jahre lang hat der Autor Denis Pfabe als Gabelstapelfahrer im Baumarkt gearbeitet. In seinem Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung“ schreibt er über das Leben zwischen Regalen voller Schrauben und Glühbirnen. Rezension von Daniel Stender
4 Minuten
Katrin Eigendorf berichtet meist von dort, wo geschossen wird. In ihrem Buch „Erzählen was ist“ beschreibt sie sehr fesselnd, wie ihre Arbeit in Kampfgebieten aussieht oder wie sie an ihre Informationen kommt. Und sie ordnet ein. Sie glaubt, so mancher Krieg hätte vermieden werden können, wenn die Politik, die deutsche eingeschlossen, besser informiert gewesen wäre. Rezension von Eva Karnofsky
7 Minuten
Unter dem Titel „Ist das noch|schon mein Land?“ lädt der PEN Berlin zu einer umfangreichen Gesprächsreihe in ganz Baden-Württemberg ein. Kristine Harthauer im Gespräch mit Deniz Yücel
6 Minuten
Zwischen Küchendampf und Geheimnissen erinnert sich Barbara Honigmann in „Mischka“ an eine Frau im Moskau der 1960/70er, die ihr die dunklen Seiten des Kommunismus zeigte.
SWR Kultur lesenswert - Literatur
Hier finden Sie die Beiträge aus den SWR Kultur Literatursendungen an einem Ort: Die SWR Bestenliste und die SWR Kultur lesenswert Sendungen Feature, Magazin, Kritik und Gespräch. Mit Buchtipps, Disku...