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Flurfunk Geschichte Archiv

76 Episoden
1 Stunde 43 Minuten
Zum Abschluss des von uns ausgerufenen Frauenjahres widmen wir eine Folge den preußischen Königinnen, die wesentlich zum Aufstieg der Hohenzollern-Dynastie beitrugen. Gemeinsam mit unserem Gast Michael, einem Experten für preußische Geschichte, tauchen wir tief in die Welt des preußischen Hofes ein.

Die Frauen der Hohenzollern

Von der ersten Königin in Preußen, Sophie Charlotte, bis hin zur letzten deutschen Kaiserin, Auguste Viktoria, verschafft diese Episode einen umfangreichen Einblick in die Rolle der Frauen am preußischen Hof. Michael erläutert, wie diese Frauen durch Heiratspolitik, Bildung und karitative Arbeit Einfluss nahmen und welche Bedeutung sie für die preußische Geschichte hatten. Wir erfahren von der Oranischen Erbschaft, die durch die Ehe von Luise Henriette von Oranien mit dem Großen Kurfürsten zustande kam, und wie diese Verbindung bis ins 20. Jahrhundert nachwirkte. Ganz nebenbei decken wir die italienischen Ambitionen der Hohenzollern auf und welche Blumen Königin Luise anstelle von Kornblumen wirklich präferierte.

Königinnen und ihre Netzwerke

Die Episode beleuchtet auch die sozialen und kulturellen Netzwerke, die diese Frauen knüpften, um ihre Position zu stärken. Besonders die Rolle von Königin Elisabeth Christine, die keineswegs in ihr Schloss Schönhausen verbannt war, sondern sich dort ein Refugium schuf und den preußischen Staat repräsentierte, während Friedrich II. durch Abwesenheit glänzte. Elisabeth Ludovika von Bayern trat durch ihr karitatives Wirken hervor und zeigte sich so beeindruckt von der Religiosität ihres Mannes, dass sie nach zehn Jahren am preußischen Hof doch noch Protestantin wurde. Kaiserin Auguste Viktoria versuchte durch ihre kirchlichen und sozialen Initiativen, den Sozialdemokraten den Wind aus den Segeln zu nehmen und weigerte sich lange, die Abdankung ihres Mannes zu akzeptieren. Die wollte auch Wilhelms zweite Ehefrau Hermine von Reuß nicht hinnehmen und hoffte mit Hilfe der Nationalsozialisten doch noch Kaiserin zu werden.

Vom Fels zum Meer

Schließlich sprechen wir natürlich auch über die Ehemänner der Königinnen und über die persönlichen und politischen Herausforderungen, denen diese Frauen gegenüberstanden. Michael teilt spannende Anekdoten und weniger bekannte Fakten, die den Aufstieg einer schwäbischen Adelsfamilie machen. Deren erklärtes Ziel war es, vom Hechinger Burgfelsen ans Meer zu gelangen. Und das wäre um ein Haar nicht die Ostsee, sondern das Mittelmeer gewesen...

Begleitet uns auf dieser Reise durch die Geschichte der Hohenzollern-Frauen und erfahrt, wie sie trotz ihrer oft begrenzten Macht Spielräume fanden, um ihre eigenen Spuren in der Geschichte zu hinterlassen.

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1 Stunde 40 Minuten
In dieser Episode tauchen wir ein in die faszinierende Geschichte von Mathilde von England, einer Frau, die trotz aller Widrigkeiten um ihren rechtmäßigen Anspruch auf den englischen Thron kämpfte. Wir beleuchten die turbulente Zeit der sogenannten Anarchie in England, einen Bürgerkrieg, der ausbrach, als Mathilde nach dem Tod ihres Vaters Heinrich I. um ihre Erbfolge rang. Obwohl sie nie offiziell als Königin anerkannt wurde, ebnete sie den Weg für ihren Sohn Heinrich II., der schließlich den Thron bestieg.

Mathilde und die Anarchie

Mathilde, auch bekannt als Kaiserin Maud, war eine bemerkenswerte Frau ihrer Zeit. Als Tochter Heinrichs I. und Enkelin Wilhelms des Eroberers, hatte sie eine starke dynastische Verbindung, die ihr einen legitimen Anspruch auf den Thron verlieh. Doch die englischen Barone bevorzugten ihren Cousin Stefan von Blois, was zu einem langwierigen und blutigen Konflikt führte. Wir beleuchten Mathildes Rolle in diesem Machtkampf und die Herausforderungen, denen sie als Frau in einer von Männern dominierten Welt gegenüberstand.

Die Rolle der Frauen in der mittelalterlichen Politik

Die Geschichte Mathildes bietet einen faszinierenden Einblick in die Rolle der Frauen in der mittelalterlichen Politik. Trotz ihrer königlichen Abstammung und ihrer Ehe mit dem römisch-deutschen Kaiser Heinrich V. wurde ihr Anspruch auf den Thron von vielen als unnatürlich angesehen. Wir diskutieren, wie Mathildes Geschichte die Wahrnehmung von weiblicher Macht in der Geschichte beeinflusst hat und welche Parallelen es zu anderen Frauen dieser Zeit gibt, wie Constanze von Sizilien.

Popkulturelle Rezeption

Mathildes Geschichte fand auch Eingang in die Popkultur, wie in George R. R. Martins "Game of Thrones", das sich von den politischen Intrigen und Machtkämpfen ihrer Zeit inspirieren ließ. Wir ziehen Parallelen zwischen der historischen Mathilde und den fiktiven Figuren der Serie, um die anhaltende Faszination für diese Epoche zu verdeutlichen.

Begleitet uns auf dieser spannenden Reise durch das mittelalterliche England und entdeckt, wie die Geschichte Mathildes bis heute nachwirkt. 

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1 Stunde 35 Minuten
Der Herbst bringt kürzere Tage und eine düstere Stimmung mit sich. In dieser Episode verlassen wir den Golf von Neapel und begeben uns in die schaurige Welt der Elisabeth Bathory, auch bekannt als die Blutgräfin. Diese Folge ist nichts für schwache Nerven, denn wir tauchen tief ein in die grausamen Legenden und historischen Fakten rund um diese berüchtigte Adlige.

Die Blutgräfin von Ungarn

Elisabeth Bathory, eine ungarische Gräfin, ist bekannt für ihre angeblichen blutigen Taten. Es wird behauptet, sie habe junge Mädchen gefoltert und getötet, um in deren Blut zu baden und ihre Jugend zu bewahren. Doch was ist dran an diesen Legenden? Wir gehen den historischen Fakten auf den Grund und beleuchten die grausamen Details, die in den Prozessakten festgehalten wurden. War sie wirklich das Monster, als die sie dargestellt wird, oder handelt es sich um eine Verschwörung von Kaiser Matthias, um sie zu entmachten?

Der Prozess und die Zeugenaussagen

In den Prozessakten finden sich erschreckende Zeugenaussagen und detaillierte Beschreibungen der Foltermethoden, die Bathory und ihre Komplizen angewendet haben sollen. Die Aussagen sind so plastisch und grausam, dass sie den Verdacht einer Verschwörung nahezu ausschließen. Wir hören von den schrecklichen Qualen, denen die jungen Mädchen ausgesetzt waren, und den brutalen Strafen, die die Täter erlitten.

Legenden und Rezeption

Die Geschichte der Blutgräfin hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Sie taucht in zahlreichen Filmen, Büchern und Videospielen auf, meist als Vampirin, die im Blut ihrer Opfer badet. Doch die historische Realität ist weitaus düsterer und zeigt eine Frau, die in einer Zeit der Gewalt und des Krieges zu grausamen Taten fähig war.

Hört euch diese spannende und zugleich erschreckende Episode an, um mehr über die wahre Geschichte hinter der Legende der Blutgräfin zu erfahren.

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1 Stunde 24 Minuten
Unter der Sonne Neapels feiern wir den Abschluss unserer Tetralogie über Maria Karolina von Österreich. Diese Folge bringt uns die letzten dramatischen Momente ihrer Herrschaft und ihres Lebens.

Der Fall der neapolitanischen Monarchie

Nach dem Sieg über die neapolitanische Republik und der brutalen Vergeltung, die Maria Karolina und Nelson initiierten, kehrt keine Ruhe ein. Die Monarchie hat zwar obsiegt, aber König Ferdinand traut sich nicht vom Schiff und die Stadt versinkt in Anarchie. Europa verliert den Respekt vor Neapel, und die englische Unterstützung wird zunehmend zur Bevormundung. Insbesondere, nachdem Maria Karolinas Vertraute Admiral Nelson und Sir William Hamilton abberufen wurden. 

Erneute Flucht nach Sizilien

Maria Karolina muss erleben, wie ihr Einfluss schwindet. Ihr Neffe und Schwiegersohn Kaiser Franz I. von Österreich überlässt Neapel den Franzosen. Diese halten Apulien dauerhaft besetzt, und die finanziellen Belastungen wachsen. Maria Karolina hofft weiter auf ein Bündnis mit Großbritannien und hält die versprochene Neutralität nicht ein. Schließlich marschiert Joseph Bonaparte nach Neapel, um sich dort zum König zu krönen. Erneut muss die königliche Familie nach Sizilien fliehen. Dort wird immer deutliche, dass die Briten die Insel mittlerweile als ihren Besitz betrachten und die Königin als Befehlsempfängerin. 

Angeheiratete Verwandtschaft

Franz I. von Österreich überlässt seine Tante und ihr Königreich sich selbst. Auch seine Frau Maria Teresa - Tochter von Maria Karolina hält im Zweifel zu ihrem Mann. Den größten Schmerz jedoch bereitet Maria Karolina die Hochzeit ihrer Enkelin Marie Louise mit Napoleon, dem selbsternannten Kaiser der Franzosen. Damit habe man sie zur "Großmutter des Teufels" gemacht. Mit ihrem Neffen bricht sie daraufhin jeden Kontakt ab.

Auf dem Weg zum Kongress

Da Maria Karolina ihre anti-napoleonische Haltung nicht ändert und weiterhin zum Kampf gegen Frankreich aufruft, verlangen die britischen Besatzer Siziliens, dass die Königin ihr Königreich verlässt. Nach achtmonatiger Reise gelangt sie nach Wien. Von Ferdinand ist sie zur Bevollmächtigten Neapels beim Wiener Kongress ernannt. Doch Österreichs Kanzler hält noch zum napoleonischen Herrscher Joachim Murat. So ist Maria Karolina gesellschaftlich und politisch isoliert. Sie stirbt überraschend an einem Schlaganfall. Selbst bei ihrer Beisetzung wurde ihr der Titel der "Königin von Neapel" vorenthalten.

Hört Euch auch die vorherigen Folgen unserer Tetralogie über Maria Karolina an, um die ganze Geschichte dieser faszinierenden Königin zu erleben.

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1 Stunde 11 Minuten
Die Revolution in Frankreich wirft ihre Schatten bis nach Neapel. Maria Karolina von Österreich, die Königin von Neapel und Sizilien, steht vor den größten Herausforderungen ihres Lebens. In dieser Folge unserer Tetralogie erleben wir die dramatischen Ereignisse, die das Königreich Neapel und seine Königin in den Abgrund zu reißen drohen. Während die Revolution in Frankreich tobt und ihre Schwester Marie Antoinette in Lebensgefahr ist, muss sich Maria Karolina nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch gegen innere Unruhen und Verrat behaupten.

Die Bedrohung aus Frankreich

Die Revolution in Frankreich hat das europäische Machtgefüge erschüttert. Maria Karolina ist zutiefst besorgt um ihre Schwester Marie Antoinette, die in Frankreich in großer Gefahr schwebt. Leopold II., ihr Bruder und Kaiser, zeigt sich zwar besorgt, aber nicht bereit, militärisch einzugreifen. Maria Karolina ist enttäuscht und fühlt sich von ihrer Familie im Stich gelassen. Die Situation spitzt sich zu, als Ludwig XVI. hingerichtet wird und Marie Antoinette im Kerker landet. Maria Karolina schwört Rache und ist fest entschlossen, ihre Schwester zu rächen.

Die Flucht nach Sizilien

Als die französischen Truppen unter Napoleon näher rücken, bleibt Maria Karolina keine andere Wahl, als mit ihrer Familie nach Sizilien zu fliehen. Die Überfahrt wird zu einem Albtraum, als ein schwerer Sturm das Schiff beinahe sinken lässt und ihr jüngster Sohn Albert stirbt. In Palermo angekommen, ist Maria Karolina von Trauer und Verzweiflung erfüllt. Ferdinand hingegen freut sich über unberührte sizilianische Jagdgründe und überlässt es seiner Frau, der Gefahr zu begegnen, die von den Franzosen ausgeht. 

Revolution gegen die Republik

In Palermo plant Maria Karolina ihre Rückkehr. Unterstützung erhält sie von England und dem charismatischen Kardinal Fabrizio Ruffo, der einen Aufstand in Kalabrien organisiert. Mit einer Mischung aus Bauern, Briganten und russischen sowie osmanischen Truppen gelingt es ihm, die französische Besatzung in Neapel zu schwächen. Bei der Rückeroberung Neapels lässt sich Maria Karolina von Rachsucht leiten und fordert Admiral Nelson zu brutalen Vergeltungsmaßnahmen auf. 

Englands Einfluss

Die Rückkehr nach Neapel bringt eine neue Abhängigkeit mit sich. England, das entscheidend zur Rückeroberung beigetragen hat, nimmt nun zunehmend Einfluss auf die Politik des Königreichs. Maria Karolina und Ferdinand müssen erkennen, dass die Unterstützung der Engländer auch ihren Preis hat. Die Übergabe des königlichen Schwertes an Nelson symbolisiert diese neue Abhängigkeit, die in zukünftigen Konflikten noch eine Rolle spielen wird. Zudem bringt die allgemein bekannte Affäre von Nelson mit der Frau des britischen Botschafters, Emma Hamilton, die Königin zunehmend in Misskredit.

Hört Euch auch die vorherigen Folgen unserer Tetralogie über Maria Karolina an, um die ganze Geschichte dieser faszinierenden Königin zu erleben. 

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1 Stunde 15 Minuten
Maria Karolina von Österreich ist nun in Neapel angekommen und hat sich an das dortige höfische Leben angepasst. Auch mit ihrem königlichen Gatten Ferdinand IV. scheint sie sich gut zu verstehen. In dieser Folge unserer Tetralogie erleben wir, wie Maria Karolina in ihre neue Rolle findet und sich nicht nur in den höfischen Intrigen, sondern auch gegen ihre kaiserliche Mutter behauptet. Ihre Briefe und Berichte geben uns einen intimen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, während sie zunehmend Einfluss auf die Politik des Königreiches gewinnt.

Auf dem Weg zur Selbständigkeit

Maria Karolina bemüht sich um mehr Selbständigkeit für das Königreich Neapel-Sizilien. Dazu muss sie vor allem das Selbstbewusstsein ihres Mannes gegen seinen Übervater den spanischen König Karl III. stärken. König Ferdinand IV. lässt Maria Karolina in ihren Vorhaben gewähren und entschuldigt sich bei seinem Vater damit, dass er nur ihrem Druck erlegen sei. 

Um sich aus der spanischen Bevormundung zu befreien, arbeitet Maria Karolina auf die Entlassung des Ministers Bernardo Tanuccis hin. Dieser ist für sie der verlängerte Arm des spanischen Patriarchen. Sie setzt auf eine Leihgabe ihres Bruders Leopold aus der Toscana: John Acton. Er macht sich vor allem mit dem Aufbau einer neapolitanischen Flotte einen Namen und wird schließlich an die Spitze der Regierung treten.

Reformen und Aufklärung

Maria Karolina und ihr neuer Staatssekretär John Acton treiben bedeutende Reformen voran, die Neapel in ein neues Zeitalter führen sollen. Von der Modernisierung der Flotte bis hin zur Gründung wissenschaftlicher Akademien und der Unterstützung der Freimaurerei – die Königin präsentiert sich als Aufklärerin. Insbesondere die Wiederzulassung der Freimaurerei und der Loge lo Zelo brachte sie in Konflikt mit der spanischen Partei am Hofe und gleichzeitig viel Anerkennung in aufgeklärten Kreisen Europas.

Dynastie und Diplomatie

Neben politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformen verfolgt Maria Karolina die dynastische Politik ihrer Mutter weiter. Vor allem die Rückbindung mit dem Haus Habsburg ist für ihre Ziele von zentraler Bedeutung. Doch ihre Heiratsplanungen kann sie erst umsetzen, als nach dem Tode Josephs II. ihr Lieblingsbruder Leopold (II.) Kaiser wird. Nicht nur bei der mehrfachen Hochzeit ihrer Töchter in Wien ist Maria Karolina anwesend. Sie fährt auch nach Frankfurt zur Krönung ihres Bruders. Auf dem Rückweg ist nun sogar der Papst bereit, sich mit dem neapolitanischen Königspaar zu treffen und über eine Reform der formellen Beziehungen zu Neapel zu sprechen. Selbst die Abschaffung der für Neapel erniedrigenden Chinea scheint erreichbar.

Zwei Jahrzehnte Schwangerschaft in Trauer

Die ihr als Königin zugeschriebene Hauptaufgabe durch einen reichen Kindersegen für den Fortbestand der Dynastie zu sorgen, erfüllt Maria Karolina umfassend. Sie erlebte siebzehn Geburten und schenkte wahrscheinlich achtzehn (?) Kindern das Leben. (Zu dieser Frage existieren unterschiedliche Angaben.) Etliche ihrer Kinder - vor allem die Söhne - erleben jedoch das Erwachsenenalter nicht. Zwei Söhne starben bei dem Versuch, sie durch eine Impfung vor den gefährlichen Pocken zu schützen. Letztlich werden nur vier Kinder ihre Mutter überleben.

Habt ihr schon die erste Folge über Maria Karolina gehört? Hört Euch auch unsere Sizilien-Trilogie über Normannen und Staufer an! Daniel benutzt als Grundlage vor allem die umfassende Biographie Maria Karolinas von Egon Caesar Conte Corti. Sein Werk ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber wir verdanken ihm die Erschließung von zahlreichen Briefen Maria Karolinas!

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1 Stunde 19 Minuten
Ein Sommer in Sizilien wird Tradition bei Flurfunk Geschichte. Gleich mehrere Folgen widmen wir Maria Karolina von Österreich, Königin von Neapel und Sizilien! Als Tochter der Kaiserin Maria Theresia wird sie für die dynastische Hochzeitspolitik eingesetzt. Dabei war sie erst die dritte Wahl und gelangt nur durch die plötzlichen Tode zweier älterer Schwestern auf den Thron Neapel-Siziliens. Als eigentliche Herrscherin des Königreiches steht sie über Jahrzehnte im Mittelpunkt einer Geschichte, die von politischen Intrigen, Machtkämpfen und bemerkenswerten Persönlichkeiten geprägt ist.

Hochzeitsplanungen

Am Beginn unserer Geschichte stehen die hohen Erwartungen, die Kaiserin Maria Theresia an ihre Töchter hat und die sie ihnen auf den Weg gibt. Zunächst sind Tochter Johanna Gabriela und nach deren plötzlichem Tod die nächstjüngere Maria Josepha als Braut für den jungen König Ferdinand IV. von Neapel ausersehen. Am geplanten Tag der Trauung verstirbt auch Maria Josepha. Da nun aber bereits alle Vorbereitung getroffen sind, wird sie kurzerhand durch Maria Karolina ersetzt.

"Wenn sie nur ihre Aufgabe Gott und ihrem Gatten gegenüber erfüllt und sein Glück macht, wenn sie selbst unglücklich werden müsste, ich würde dann zufrieden sein." 

Maria Theresia

Neapel-Sizilien und sein König

Begleitet von ihrem Bruder Leopold bricht die junge Königin von Neapel unter Tränen gen Süden auf. Dabei weiß sie noch gar nicht welch außerordentlichen Charakter Ferdinand IV., König von Neapel hat. Die Botschafter heben vor allem sein wenig einladendes Äußeres hervor, besonders aber das eklatante Fehlen jeglicher Bildung. Sein neapolitanischer Dialekt, seine kindliche Art und Unbekümmertheit machten ihn beim Volk beliebt. Regieren war bis dato sowieso Sache des vom Vater eingesetzten Ministers Tanucci. Ferdinands Vater hat als Karl III. den spanischen Thron bestiegen und betrachtet Neapel noch immer als sein Revier. 

"Ich habe den König an Aussehen schlechter, aber an Verstand besser gefunden, als ich erwartet hätte." 

Sir William Hamilton - Britischer Botschafter

Maria Karolina wird es sich zur Aufgabe machen, ihren Mann zu mehr Selbständigkeit zu erziehen und ihr Königreich aus der Abhängigkeit von Spanien zu befreien. Aber zunächst erhält sie Besuch von ihrem kaiserlichen Bruder Joseph II. Dieser sendet Maria Theresia einen seitenlangen Bericht, der in aller Klarheit die bemerkenswerten Zustände am Hof von Neapel beschreibt. 

Ich würde niemals zu Ende kommen, wenn ich all die armseligen Dummheiten beschreiben müsste..." 

Kaiser Joseph II.

Hört Euch auch unsere Sizilien-Trilogie über Normannen und Staufer an! Daniel zitiert am Ende aus dem Buch "Das Europa der Könige" von Leonhard Horowski. Eine absolute Empfehlung, wenn ihr euch für das 17. und 18. Jahrhundert interessiert!

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1 Stunde 42 Minuten
Nonnen sind heiß!? Zumindest in der Popkultur. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres sind sowohl ein Kinofilm, als auch auch ein Computerspiel erschienen, in dem eine Nonne die Hauptrolle spielt – dies wäre „Immaculate“ zum einen und „Indika“ zum anderen. In beiden Fällen sehen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer einer jungen, schönen Nonne gegenüber, die sich in einer ihr feindlich gesinnten Umgebung durchschlagen muss und dabei sowohl physischer, psychischer wie auch sexueller Gewalt ausgesetzt ist. 

Ein Motiv, das Solveig müde mit den Augen rollen lässt.

Denn tatsächlich werden wir wieder und wieder mit diesem Bild konfrontiert. Nicht nur in der Popkultur, sondern auch im wissenschaftlichen Diskurs, wo Nonnen eher als Randerscheinung einer christlichen Religiosität abgetan werden. Doch stimmt das? Waren Frauenklöster wirklich nur „Verwahranstalten“ für die Hässlichen und Ungeliebten? Wollten die Nonnen nicht doch vielmehr ein von einem Ehemann bestimmtes Leben führen?

In den letzten Jahren kommen immer mehr Zweifel an dieser Lesart auf. Das hat wohl auch damit zu tun, dass diese vor allem von Männern geprägt worden ist. Im Rahmen der Frauengeschichte wird auch das Thema Frauenkloster neu bewertet. Erst im letzten Jahr haben die Professorinnen Eva Schlotheuber und Henrike Lähnemann mit ihrem Buch „Unerhörte Frauen“ aufgezeigt, welche Perspektiven und Lebensentwürfe für Frauen in Klöstern möglich waren.

Woher stammt aber unser so entschieden negatives Bild von Nonnen? Kann es vielleicht etwas mit der antiklerikalen Aufklärung zu tun haben, deren Bild von unserer aktuellen, ebenso antiklerikalen Gesellschaft mit Begeisterung weiterverbreitet wird? 

Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese Folge. Es wird über das Konzept Frauenkloster und seine Entwicklung im Mittelalter gesprochen; über den Einfluss der Aufklärung auf die Wahrnehmung von Nonnenklöstern. Die Heilige Klara von Assisi ist ebenso Thema, wie die Stiftsdamen in Essen und Quedlinburg. Aber es geht auch um Missbrauchsfälle, die in Klöstern stattgefunden haben. 

Dabei kommt auch die Medienkritik nicht zu kurz, denn Solveig hat gerade mit den Machern von „Indika“ ein Hühnchen zu rupfen. Denn auch wenn ihr das Spiel gut gefällt, müssen wir darüber diskutieren, was es für unsere Gesellschaft eigentlich bedeutet, wenn nicht nur unsere Geschichten, sondern sogar unsere Geschichte vom Male Gaze beeinflusst wird?

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1 Stunde 42 Minuten
Die tragische Geschichte um den Tod des österreichischen Kronprinzen Rudolf von Österreich-Ungarn im Januar 1889 bewegt bis heute die Gemüter. Auch Daniel und Solveig lässt sie nicht los. Im Fokus dieser Folge stehen jedoch nicht die Geschehnisse dieser Nacht im Jagdschloss Mayerling, an deren Ende sowohl der Kronprinz wie seine siebzehnjährige Geliebte Mary Vetsera tot waren.

Vielmehr gucken wir uns an, wie es überhaupt zu dieser Nacht kommen konnte. Es soll auch um die Frauen in Rudolfs Leben gehen, die am Wiener Hof rasch in Verbindung mit dieser Tat gebracht und teils für sie verantwortlich gemacht wurden. Die Rede ist dabei von Stephanie von Belgien, der Ehefrau Rudolfs, sowie der kaiserlichen Nichte, der Gräfin Marie Larisch. Es geht um die Folgen, die die sog. „Katastrophe von Mayerling“ auf ihr jeweiliges Leben hatte und wie sie dieses später prägte. Und natürlich soll es auch um Mary Vetsera, das erste Opfer dieser Nacht gehen.

Trigger Warnung! In dieser Folge sprechen wir über Depressionen, Selbsttötungsgedanken und Selbstmord. Sollten diese Themen derzeit zu viel für euch sein, dann lasst diese Folge bitte aus.

Sollte es euch derzeit nicht gut gehen und diese Themen euch aktiv begleiten, dann gebt auf euch acht und sprecht mit jemandem darüber. Eventuell kann man euch auch hier helfen:   0800/1110111 (evangelische Telefonseelsorge) | 0800/1110222 (katholische Telefonseelsorge)| 116.123

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53 Minuten
Im Zuge der Debatte um Geschlecht und Transidentitäten, wird seit einigen Jahren auch innerhalb der Geschichtsforschung, sei sie populär oder akademisch, nach Transpersonen und anderen Formen queeren Lebens geforscht. Dies ist eine wundervolle Entwicklung. Gleichzeitig muss man jedoch darauf achten, keine Anachronismen zu kreieren und historischen Personen nicht Identitäten zuzusprechen, die diese womöglich nicht besessen haben.

Begriffe wie trans, cis, Heterosexualität wie auch Homosexualität sind hochmodern und existierten vor dem 20. Jahrhundert nicht. Dementsprechend finden sich in den historischen Zeitzeugnissen – wenn diese überhaupt existieren – solche Zuschreibung nicht. Hinzu treten patriarchale Strukturen, die das Leben von Frauen einschränkten. Das Tragen von Männerkleidung konnte in manchen Fällen Freiheiten und Privilegien mit sich bringen, die den Frauen zuvor verwehrt gewesen waren; ungeachtet einer Transidentität.

Dass es jedoch Transpersonen in der Geschichte gab, ist nicht zu bestreiten. Von einer dieser Personen handelt unsere Spezialfolge, die mal wieder länger geworden ist als gedacht. Es geht um Antonio de Erauso, der im Spanien des 16. Jahrhundert als Catalina de Erauso getauft und in einem Nonnenkloster aufgewachsen ist. Später floh er aus diesem Kloster und machte als „Nonnen-Fähnrich“ eine Militärkarriere in der „Neuen Welt“, wo er an der spanischen Kolonialisierung Perus beteiligt war. 

Zum Ende seines Lebens hinterließ er eine Autobiographie, in der er sein Leben niederschrieb. Seine Geschichte verbreitete sich rasch in Spanien und seinen Kolonien. Es wurden Kurztexte verbreitet und sogar ein Theaterstück verfasst. Der Maler Juan van der Hamen y León malte 1626 sein Portrait.

Im 19. Jahrhundert gewann die Geschichte de Erausos erneut Bekanntheit durch die Publikation seiner Autobiographie durch Joaquín María Ferrer Cafranga. Schon ein Jahr darauf wurde diese Biographie von Andreas Daniel Berthold von Schepeler ins Deutsche übersetzt. Beide Männer haben offensichtlich mit der Person Antonio de Erausos zu hadern, dessen Leben so gar nicht in ihr Welt- und Geschlechtsbild passen will. Dabei kommen sie in ihren Analysen nah dran, das Konzept ihrer Epoche von Weiblichkeit und Männlichkeit zu hinterfragen, scheitern letztlich jedoch daran, den finalen Schritt zu gehen. Schade.

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1 Stunde 29 Minuten
Im Flurfunk-Frauenjahr geht es weiter mit einer Folge zur französischen Nationalheiligen Jeanne d'Arc. Die junge Jeanne wird von Stimmen in den Krieg gegen die Engländer in Frankreich berufen. Jeanne scheint tatsächlich im heiligen Auftrag zu kämpfen, denn erfolgreich gelingt es den Truppen unter Jeannes Führung die Stadt Orléans zu erobern. Danach wird sie auch Jungfrau von Orléans genannt. 

In der Folge von Jeannes Sieg über die Franzosen kann Karl VII. in Reims zum König von Frankreich gekrönt werden. Danach scheint Jeanne d'Arc vom Glück verlassen. In der Schlacht von Compiègne unterliegen die Franzosen und Jeanne gerät in die Hände der Burgunder. Diese verfolgen in Frankreich ihre eigenen Interessen und liefern Jeanne an ihre englischen Verbündeten aus. So führt Pierre Cauchon, der Bischof von Beauvais und Berater des englischen Königs Heinrichs VI. einen Prozess gegen Jeanne wegen Ketzerei, Wahrsagerei und Feenglaubens. 

In ihrem Prozess hat Jeanne keine Chance, denn eigentlich geht es um eine Kampagne gegen den französischen König. Denn wer seine Krone einer falschen Prophetin verdankt, muss selbst ein Ketzer sein. Jeannes Verurteilung war daher genauso politisch wie die Revision zwei Jahrzehnte später. Dort passt es Karl VII. aus Jeanne eine Märtyrerin zu machen. Seit 1920 ist Jeanne tatsächlich heilig und Schutzpatronin Frankreichs. 

In den Protokollen, die Solveig für Euch dramatisiert hat und Daniel endlich mal Inquisitor sein darf, erscheint Jeanne d'Arc einfach als einfache junge Frau, die nicht versteht worein sie geraten ist und einfach ihren Überzeugungen folgt. Dabei wirkt sie in ihrem Auftreten ganz schön zickig...

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Solveigs Frauen-Trilogie hat das erste Quartal des Jahres bestimmt und nun legt Daniel mit einer radikalen Frau nach: wir würdigen in dieser Folge Luise, die bekannteste preußische Königin. Über ein Jahrhundert war Luise Teil eines nationalen preußischen und deutschen Mythos. Dessen wesentlicher Bestandteil war ihre Begegnung mit Napoleon. Daher sprechen wir auch über die Umwälzungen in Europa unter Napoleon, die wir in unserer ersten Folge über den Kaiser der Franzosen nicht besprechen konnten.

Die junge Prinzessin

Als Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz kam Luise 1793 zusammen mit ihrer Schwester Friederike nach Berlin. Beide jungen Frauen wurden mit preußischen Prinzen vermählt. Während Luise und der spätere preußische König Friedrich Wilhelm III. sich in Liebe und Freundschaft einander zugetan waren, war Friederikes Gatte deutlich weniger begeistert. Die Hochzeiten werden noch mit barockem Zeremoniell und in Anwesenheit der Witwe Friedrichs des Großen gefeiert. Doch mit Amtsantritt Friedrich Wilhelms III. beginnt die bürgerliche Lebensweise am Berliner Hof bzw. auf dem Landgut in Paretz.

Die leidende Königin

Viele Jahre hält sich Preußen aus den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich heraus, obwohl insbesondere Zar Alexander es gerne als Verbündeten hätte. Friedrich Wilhelm III. steht schließlich alleine gegen Frankreich und erlebt die vernichtende Niederlage seines Heeres in der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Napoleon sieht in Königin Luise die eigentliche Kriegspartei. Der königliche Hof flieht nach Ostpreußen, wo zeitweilig schwer erkrankt und mit ihrem Schicksal hadert. Dort kommt es schließlich zur Begegnung mit Napoleon. Staatskanzler Hardenberg hofft, sie könne durch ihren "Opfergang" den Kaiser zur Milde in den Friedensverhandlungen bewegen. 

Der nationale Mythos

Luise, die junge, schöne und im Umgang mit Menschen unbefangene Königin war schon zu Lebzeiten sehr populär. Nach ihrem frühen plötzlichen Tod im Jahre 1810 wird sie zur preußischen Madonna verklärt. Ihrem Andenken widmet Friedrich Wilhelm III. die Stiftung des Eisernen Kreuzes und die Befreiungskriege erscheinen bald wie ein Rachefeldzug für Luise, der die französische Besetzung Preußens ihr Herz gebrochen habe. Diese Vorstellungen werden um ein Vielfaches verstärkt, als Frankreich 1870 Preußen - ausgerechnet an Luises Todestag - den Krieg erklärt. Der spätere Kaiser Wilhelm I., Luises Sohn, besucht ihr Mausoleum, bevor er mit den Truppen gen Frankreich aufbricht. Nun wird Luise zur Mutter der Nation stilisiert. 

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53 Minuten
Pünktlich zum Frauentag vollenden wir unsere Trilogie mit einer Folge über die radikale Frauenbewegung. Die Frauen dieser Bewegung sind jedoch weder Terroristinnen noch Thermidorianerinnen. Ihre Radikalität äußert sich in der Infragestellung überkommener Geschlechterbilder.

Durch ihre Vorstellungen von Geschlechterrollen, die Ablehnung der Ehe und ihre Auseinandersetzung mit weiblicher Sexualität geraten die Frauen der "radikalen" Bewegung in Konflikt mit Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung. Der Konflikt um die Zielsetzung der Frauenbewegung ist zugleich auch ein Generationenkonflikt. So profitierte Helene Stöcker als Studentin vom Kampf für Bildung des Frauenvereins der bürgerlichen Frauen. Im Bund für Mutterschutz kämpft sie nun für eine neue Ethik. 

Kern der "radikalen" Ansichten ist das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper und die Idee einer gerechten Partnerschaft. Daraus folgt vor allem das Eintreten für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, d.h. die Abschaffung des §218 StGB. Doch auch die Streichung des §175, der männliche Homosexualität unter Strafe stellt, wird angestrebt. So findet auch eine Auseinandersetzung mit den Forschungen Magnus Hirschfelds statt. Anna Pappritz findet dessen Konzepte von Geschlecht jedoch zu simpel. 

Das einige Frauen in Gemeinschaft zusammenleben, veranlasst jedoch auch zu Distanzierungen innerhalb der Bewegung. Denn diese stehen im Verdacht, lesbischer Liebesbeziehungen zu sein. Das bekannteste Beispiel ist Anita Augspurg, obwohl die Quellen hier keine definitive Auskunft geben. Ella Mensch, Herausgeberin der Frauen-Rundschau, sieht dadurch die gesamte Frauenbewegung diskreditiert und ist mit dieser Ansicht nicht alleine.

Noch mehr zur ersten Frauenbewegung gibt es in Folge 8 unseres Podcasts "Flurfunk Paulskirche"

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48 Minuten
In unserer neuen Folge blicken wir auf die proletarische Frauenbewegung. Anders als den bürgerlichen Damen geht es den Arbeiterinnen um eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und Anerkennung ihrer Arbeitsleistungen. Arbeitende Frauen gab es ohne Zweifel zu allen Zeiten - vor allem in der Heimarbeit. Und so gab es auch schon in früheren Epochen berühmte Frauenproteste, wie den Marsch der "Fischweiber" nach Versailles. 

Wo Frauen sich als Fabrikarbeiterinnen verdingen, werden sie für ihre vermeintlichen "leichten" Tätigkeiten schlechter entlohnt. Gleichzeitig fürchten die männlichen Kollegen eine mögliche Konkurrenz. Dennoch wird die proletarische Solidarität zum wichtigen Moment. Vor allem für die zentrale Figur der Bewegung: Clara Zetkin.

Zetkin engagiert sich in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und sieht in den bürgerlichen Frauen keine Verbündeten, sondern Vertreterinnen der Bourgeoisie. Die Skepsis ist dabei beiderseitig, denn die bürgerlichen Frauenvereine sorgen sich wegen des revolutionären Geistes im Arbeiterinnenverein. 

Nach Erlangung des Wahlrechts in der Weimarer Republik wendet sich Zetkin vor allem dem Kampf gegen den Faschismus. Als Alterspräsidentin eröffnet noch 1932 den Reichstag und muss den Vorsitz an Hermann Göring übergeben. Ihre Eröffnungsrede, in dem sie noch einmal von einem "Sowjetdeutschland" träumt, könnt ihr hier nachhören: Rundfunkarchiv.

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1 Stunde 36 Minuten
Wir bringen uns in Stimmung für Weihnachten und feiern ein kleines Jubiläum. Das zweite Jahr Flurfunk Geschichte geht zu Ende und dreißig Folgen absolviert! Das feiern wir mit einer Premiere: Wir haben erstmals einen Gast. Nach Daniels Aufruf an alle Germanist*innen in der ersten Nibelungen-Folge, hat uns Steffi eine Tondatei mit den ersten vier Strophen auf Mittelhochdeutsch geschickt.

Daniel wollte aber noch mehr wissen und hat Steffi einfach eingeladen. So habt ihr nun die Möglichkeit von unserer Expertin zu erfahren, woher man eigentlich weiß, wie Mittelhochdeutsch geklungen hat und wie sich die Sprache verändert hat. Denn das hat mit den ominösen Lautverschiebungen zu tun. Die machen manche mit und andere nicht. Daher trennt in Deutschland die Benrather Linie Appel von Apfel!

Das altsächsische Heliand-Lied erzählt uns die Weihnachtsgeschichte und Solveig erzählt mehr über die Geschichte von Weihnachten und unserer Weihnachts-Traditionen: Weihnachtsbaum und -kranz, Krippe, Hl. Nikolaus vs. Weihnachtsmann und sogar Hexen haben mit Weihnachten zu tun.

Wir wünschen Euch Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins nächste Podcast-Jahr!

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#Deutschland #Mittelalter #Mittelhochdeutsch #Nibelungenlied #Neuere_und_neueste_Geschichte #Weihnachten #Nikolaus

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