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Berliner Ensemble Podcast Archiv

92 Episoden
10 Minuten
"1984" von George Orwell

Regie: Luk Perceval

Mehr Informationen zum barrierefreien Besuch am Berliner Ensemble unter https://www.berliner-ensemble.de/barrierefrei-erleben.

Mehr Informationen, aktuelle Termine und weitere Hinweise zu Vorstellungen mit Audiodeskription unter https://www.berliner-ensemble.de/audiodeskription.

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7 Minuten
Der selbsternannter Staatsschauspieler Bruscon tourt durch die Provinz, um auch den letzten Winkel der Welt zu überzeugen: Theater ist alles, alles ist Theater. Doch überall scheint Kunstfeindlichkeit zu herrschen. Morsch die "Bretter, die die Welt bedeuten", untalentiert die Kinder, hysterisch und hypochondrisch die Frauen, zu schwül die Luft. Die Welt wehrt sich gegen die Kunst und Bruscons vermeintliches Meisterwerk. Thomas Bernhards Suche nach Bedeutung und Hoffnung in einer bedeutungs- und hoffnungslosen Welt ist eine Liebeserklärung an das Theater doch gleichzeitig auch ein Abgesang.

Regisseur und Intendant Oliver Reese hat mit Stefanie Reinsperger als Theatermacher Bernhards Gleichnis über die Kunst in einer kunstfeindlichen Welt auf die Bühne des Berliner Ensembles gebracht.

Mehr Informationen und Tickets für "Der Theatermacher" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/der-theatermacher.

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12 Minuten
Ob als Schüler auf einer Eliteschule, als Polizist, ob als Tellerwäscher, Journalist oder Kämpfer gegen das faschistische Franco-Regime in Spanien – George Orwell hatte Zeit seines Lebens ein präzises Gespür für autoritäre Verhaltensweisen und lehnte sie in jeglicher Form ab. "1984" erzählt satirisch überhöht und darin gleichzeitig wahrhaftig von einer Welt, in der sich der Drang von Wenigen nach totaler Macht durchgesetzt und strukturell verfestigt hat. In seiner Bearbeitung des Romans verfolgt der Regisseur Luk Perceval die widerständige Kraft zweier Liebenden unter den Bedingungen von allgegenwärtigem Misstrauen, propagandistischem Irrsinn und körperlichem Schmerz. Was steht hinter dem Streben nach totaler Macht? Und inwiefern ist die Ordnung, in der wir leben, ein Spiegel unser selbst?

Mehr Informationen und Tickets für "1984" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/1984.

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8 Minuten
"Die Familie ist die kleinste Zelle der Gesellschaft", hieß es nicht nur in der DDR. Doch was bedeutet das heute überhaupt? In Axel Ranischs und Paul Zachers neuer Komödie stranden unterschiedlichste Schicksale, Menschen, Generationen und Familienkonstellationen im Büro eines Wohnungsverwalters in Berlin-Lichtenberg: Wohnen müssen schließlich alle. Und auch wenn alle so ihre eigenen Vorstellungen von der Welt, der Liebe und dem Glück haben, ist man sich in einem einig: Mit Musik ist es leichter zu ertragen. 

Axel Ranisch, geboren in Ost-Berlin, inszenierte neben Filmen wie "Dicke Mädchen" (2011) und "Ich fühl mich Disco" (2013) auch regelmäßig Opern. 2018 erschien sein Debütroman "Nackt über Berlin", den er gerade erfolgreich als Serie verfilmte. Mit seinem Ehemann, dem Autor Paul Zacher, verbindet ihn auch eine enge künstlerische Partnerschaft.

Mehr Informationen und Tickets für "Mutti, was machst Du da?" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/mutti-was-machst-du-da.

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9 Minuten
Sartres Stück beleuchtet den Konflikt zwischen Idealismus und Realpolitik. Der Anführer einer revolutionären Partei "Illyriens", Hoederer, plant eine Allianz mit dem Feind. Er will weiteres Blutvergießen vermeiden – und zugleich die eigene Beteiligung an der Macht nach dem Krieg sichern. Hugo wird von der Partei beauftragt, Hoederer zu stoppen. Er soll ihn töten, hadert aber damit. Als er ihn schließlich doch tötet, tut er es nicht aus Überzeugung, sondern aus Eifersucht. Ist seine Tat noch eine politische Tat? Aus welcher Überzeugung hat er sie begangen – und macht das einen Unterschied? 

Die kondensierten Inszenierungen der slowenische Regisseurin Mateja Koležnik wirken oft wie ein Brennglas – und zeigen so gesellschaftliche Konflikte, die aus der Perspektive jeder Figur plausibel werden.

Mehr Informationen und Tickets für "Die schmutzigen Hände" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/die-schmutzigen-haende.

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8 Minuten
Erfahrungen des Mutterseins decken sich selten mit dem, was Kultur und Sprache darüber vermitteln. Diese ideale, selbstlos sorgende, unendlich geduldige und noch dazu glückliche Mutter – es gibt sie natürlich nicht. Mutterschaft wird stattdessen zur Sollbruchstelle einer Gesellschaft: Wenn man Mütter weiterhin als bedingungslos Sorgende braucht, aber als Arbeitnehmerinnen nicht schonen kann. Wenn die Leistung des Mutterseins unsichtbar bleibt, wenn diese nicht nur das letzte Hemd, sondern auch noch die Rente kostet. Spätestens aber dann, wenn sich eine neue Generation von Frauen dagegen entscheidet, Mutter zu werden. "#Motherfuckinghood" ist eine Collage über Erfahrungen des Mutterseins. Ein Abend über Arbeit und Sorgearbeit, Feminismus und Söhne, über Mutterschaft und Kunst.

Ensemblemitglied Claude De Demo initiierte das Projekt und schlug es der Regisseurin Jorinde Dröse vor. Dröse inszenierte u.a. am Thalia Theater, Maxim Gorki Theater, Schauspiel Frankfurt sowie Staatstheater Hannover. Seit 2009 arbeitet sie zudem als Mutter.

Mehr Informationen und Tickets für "#Motherfuckinghood" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/motherfuckinghood.

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11 Minuten
Stellen Sie sich vor, Sie lassen alles hinter sich und fangen noch einmal neu an: andere Stadt, anderer Beruf, andere Liebschaft. Stellen Sie sich vor, es wäre an Ihnen, Ihr Leben zu gestalten; Sie selbst würden bestimmen, wie ihr Leben verläuft… Aber Moment: Tun wir das nicht? Wie würden wir denn leben, wenn wir nur anders könnten? Was würden wir tun, wenn wir nur anders wollten? "Mein Name sei Gantenbein" treibt Max Frischs Lebensfrage danach, wer wir sind und wer wir sein könnten, auf die Spitze und gibt der Zweifelhaftigkeit des modernen Menschen eine Stimme. 

Regisseur und Intendant Oliver Reese hat eine eigene Bearbeitung des letzten großen Frisch-Romans inszeniert – mit Matthias Brandt, der dafür nach 20 Jahren auf die Bühne zurückkehrt ist.

Mehr Informationen und Tickets für "Mein Name sei Gantenbein" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/mein-name-sei-gantenbein.

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53 Minuten
Demokratische Intelligenz

Hacks für Demokrat:innen im KI-Zeitalter

Unsere Gesellschaft wird zunehmend von der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz beeinflusst werden. Doch obwohl KI einen massiven Einfluss hat auf viele Bereiche unseres Lebens, wird die KI-Entwicklung vor allem von privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen vorangetrieben. Doch wer trägt am Ende die Verantwortung für die Veränderungen, die KI in unser Leben bringt? Die Konzerne, die sie entwickelt? Die Politik, die den gesetzlichen Rahmen verhandelt? Jede:r Einzelne? Wie ließe sich die Nutzung von KI demokratisch und am Gemeinwohl orientiert gestalten? Welche Gefahren und Chancen birgt der technologische Fortschritt für unsere Demokratie? Braucht es am Ende doch Nerds, die die Welt retten?

Mit: Sebastian Hotz, Theresa Züger

Moderation: Malene Gürgen

Eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion vom Thementag "KI, Demokratie und Nerds" vom 21. Januar 2024 im Neuen Haus des Berliner Ensembles.

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1 Stunde 30 Minuten
Schöne neue Arbeitswelt

Zwischen Clickwork und dem Versprechen von Freiheit

Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren die Arbeitsmärkte weltweit radikal verändern, denn Aufgaben, die bisher nur von sehr gut qualifizierten Fachkräften erledigt werden konnten, werden in Zukunft vielleicht von KI-Anwendungen übernommen werden. Dies birgt zum einen ein großes Potential für gesellschaftlichen Fortschritt. Andererseits sind auch sicher geglaubte Jobs in Gefahr automatisiert zu werden – während die Daten, auf deren Basis KI entwickelt wird, von einem gigantischen Heer von Clickworkern gesammelt werden – ohne dass diese eine Chance haben am Fortschritt teilzuhaben. Wie wird KI unsere Arbeitswelt verändern und wie können wir diesen Wandel sozial gerecht gestalten? Welche Rahmenbedingungen braucht es? Wer profitiert, wer verliert? Wird der Einsatz von KI soziale Ungleichheiten verstärken? Oder liegt in ihr das utopische Potential, uns von sinnloser Arbeit, den ungeliebten „bullshit jobs“, zu befreien?

Mit: Robert Dorschel, Kathrin Ganz und Philipp Hacker

Moderation: Vera Linß

Eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion vom Thementag "KI, Demokratie und Nerds" vom 21. Januar 2024 im Neuen Haus des Berliner Ensembles.

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1 Stunde 24 Minuten
Der Geist in der Maschine

Über das Verschwimmen von Realität und Simulation

 

Unsere Öffentlichkeit wird seit Jahren immer mehr von Phänomenen wie Fake News beeinflusst. Künstliche Intelligenz scheint diese Tendenz dabei zu verstärken, etwa wenn Scharen von Bots immer gezielter manipulative Beiträge in den sozialen Netzwerken teilen und so die politische Willensbildung beeinflussen. Schnell kann es so wirken, als würde sich die Technik verselbstständigen und wir einem bösen „Geist“ ausgeliefert sein – doch dabei sind wir es doch, die darüber entscheiden können, wie Technologie entwickelt und genutzt wird. Eine Demokratie beruht auch auf einer gemeinsam geteilten Basis an Informationen. Was also tun, wenn wir uns nicht mehr darauf verlassen können, ob die Informationen, die wir tagtäglich sehen, „echt“ sind? Wie wird unsere Öffentlichkeit durch Algorithmen, Deepfakes und Bots beeinflusst? Und was folgt daraus: ethisch, politisch, gesellschaftlich?

Mit: Jürgen Geuter (tante), Ulrike Klinger, Merzmensch (Vladimir Alexeev)

Moderation: Helena Sattler

Eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion vom Thementag "KI, Demokratie und Nerds" vom 21. Januar 2024 im Neuen Haus des Berliner Ensembles.

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5 Minuten
Felicia Zellers Stück, inspiriert von Gerhart Hauptmann, erzählt hochkomisch von der Einsamkeit einer Generation, die ihren Größenwahn mit Nachhaltigkeit vereinbaren will und mit Naturkult auf Naturzerstörung antwortet. Um sich selbst Kreisende, die aneinander vorbei monologisieren, denn etwas spricht pausenlos durch sie hindurch: eine innere Unruhe, eine narzisstisch aufgeladene Sehnsucht, die von keiner Landschaft dieser Welt gestillt werden kann.

Mehr Informationen und Tickets für "Einsame Menschen" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/einsame-menschen.

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8 Minuten
Paris, 1935: eine pulsierende Großstadt mitten in Europa. Eine Stadt, die zum Exil-Ort wurde für Tausende, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 Deutschland verlassen mussten. Noch liegt der bisher größte und verlustreichste Krieg der Menschheitsgeschichte unvorstellbar vier Jahre in der Zukunft. Doch die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler markierte bereits 1933 das Ende der parlamentarischen Demokratie und den Beginn einer Diktatur. Als einer der Ersten erkannte Lion Feuchtwanger, Sohn eines jüdischen Fabrikanten, schon in den 20er-Jahren die Gefahren, die von Hitler und seiner Partei ausgingen.

In seiner "Wartesaal"-Trilogie, deren letzten Teil Exil er kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beendete, gelingt es ihm, diese "Zeit des Wartens" lebendig zu machen – für die Nachgeborenen, die nicht würden begreifen können, warum die meisten untätig blieben und selbst die, "die richtige Erkenntnisse hatten, so seltsam und unbegreiflich dahinlebten", während die Gewalt der nationalsozialistischen Herrschaft immer konkreter wurde. Feuchtwanger beschreibt Menschen, die alle mit der Frage kämpfen, was es heißt, in dieser Situation "das Richtige" zu tun. Es sind Geschichten von Karrierismus, Opportunismus, Unterdrückung, Zivilcourage, Liebe und Verrat. Was ist "das Richtige"? Und was ist man bereit, dafür aufs Spiel zu setzen?

Mehr Informationen und Tickets für "Exil" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/exil.

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11 Minuten
Woyzeck, ein einfacher Soldat, dient einem Hauptmann als Barbier. Von dem Lohn kann er seine Geliebte Marie und das gemeinsame Kind nicht ernähren, also verdingt er sich zusätzlich als medizinisches Versuchsobjekt. Die Folgen der Versuche schwächen den ohnehin vom Leben gezeichneten so sehr, dass er sich mehr und mehr in einer Welt von Wahnvorstellungen verliert. Und So taumelt Woyzeck – trotz seiner aufrechten Mühe, ein guter Mensch zu sein – am Ende Richtung Abgrund in einer Gesellschaft, die ihm kein Halt im Leben gibt. Der Regisseur Ersan Mondtag verlegt Woyzeck in ein kleines Camp im Wald. Zurückgezogen zelebriert hier eine kleine Gemeinde in der Natur ihre toxische Männlichkeit. Woyzeck wird zum Opfer dumpfer, patriarchaler Muster.

Mehr Informationen und Tickets für "Woyzeck" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/woyzeck.

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11 Minuten
„Um diese Welt zu verstehen, müssen wir wissen, wie wir lieben, denn wenn wir wissen wie wir lieben, dann begreifen wir auch, wie wir diese Welt retten können.“

Sina Martens Solo "It’s Britney, Bitch!" ist ein musikalisch-erzählerischer Abend über unglückliche Liebe und Abhängigkeit, über Wahrheit und Wahrhaftigkeit im Pop, über Väter von Töchtern und über Töchter und ihre Väter. Ein Abend über Britney Spears und über die Britney in uns allen.

Mehr Informationen und Tickets zur Inszenierung unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/its-britney-bitch

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10 Minuten
Mit ihren legendären Songs und einer ebenso unverschämt wie klug im Hinblick auf Sozialkritik umgearbeiteten, im Kern trivialen Geschichte um Liebe, Verrat, Geschäft und Moral wurde die 1928 an diesem Theater uraufgeführte "Dreigroschenoper" über Nacht zu einem weltweiten Überraschungshit. "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", lauten die berühmten Zeilen – doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut. So haben Mackie Messer, Peachum und Co notgedrungen vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn ohne Skrupel durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern oder gar zu beschönigen. Denn wer wäre nicht gern gut?

Mehr Informationen und Tickets für "Woyzeck" gibt es unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/die-dreigroschenoper.

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