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Episoden

42 Minuten
Wenn von Düsseldorfs Künstlern die Rede ist, dann meistens von Joseph Beuys oder Jörg Immendorff. Wenn von Punks die Rede ist, dann denkt man an Punkmuseen und den Ratinger Hof. Bei Autoren erinnert man sich immerhin an Heine. Geht doch! Leider nur alle tot, in irgendeiner Form auf jeden Fall. Dabei gibt es Jonny Bauer (Carsten Johannesbauer) mit dem man Oiro, das Blurr Fanzine, die Brause und viele andere D.I.Y.-Aktivitäten in Verbindung bringt.

Der umtriebige Künstler aus Flingern schreibt aber auch Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, illustriert und doziert in Düsseldorf.

Ein kurzes Gespräch in seinem Atelier über den Stand der Kunst in der Landeshauptstadt, das Schreiben und die Kreativität. Scheitern tun wir an der endgültigen Definition von Punk. Aber Scheitern ist ja auch schön!
1 Stunde 7 Minuten
Als "Nagel" trat Thorsten mit seinem Fanzine Wasted Paper, das er mit Wiesmann zusammen betrieb, in mein Leben. Dort machten sie ungefähr das, was ich mir unter einem geilen Fanzine vorstellte. Mit Muff Potter startete er durch, womit ich zunächst etwas fremdelte. Nicht mit dem Durchstarten, sondern mit der Musik ging es mir ähnlich wie mit Turbostaat, den Jens Rachut-Bands etc. Ich konnte damit nicht so recht was anfangen. Alle anderen schon. Erst als dann der Erfolg der Band größer wurde, für die engstirnige Punkszene der späten 90er vielleicht und beginnenden Nuller vielleicht zu groß, begann ich mich für sie zu interessieren. Was waren das für wunderbare Texte, verwobene Geschichten und wie toll klappte das mit der musikalischen Umsetzung. Da schrieb Thorsten schon eine Weile Bücher. Warum ich die nicht las, obwohl ich Thorsten sowieso schon immer sympathisch fand? Vielleicht, weil ich so Szene-Autoren grundsätzlich nicht traute, dass sie anständige Literatur hervorbrachten. Ein Fehler, denn selbst die autobiografischen Romane gehen über den soliden Standard und sentimentales Schwelgen in Erinnerungen hinaus. Spätestens mit "Soledad" erreicht er für mich den Sternenhimmel. Dass auch das "Bei aller Liebe"-Reunion-Album von 2022 in meinen Ohren das bisher beste ist, passt für mich. Thorsten Nagelschmidt fängt gerade erst an. Und auch das Klepto-Album vereint wieder unfassbar schöne Texte und kriegt auch musikalisch wieder eine alles andere als alltägliche Vertonung hin. Anspielungen, Spielereien und Spielfreude pur.

Ich mache einen Kniefall vor dem Schaffen dieses bestgekleideten Mann auf deutschen Bühnen.

Wir sprechen über Entwicklung, wichtige Meilensteine und das Dasein als Künstler.
48 Minuten
Ohne Archi hätte es das Plastic Bomb vermutlich niemals in der Form gegeben, wie es sich Mitte bis Ende der 90er entwickelt hat, denn ich hatte das Glück, die Terrorgruppe als rasender Reporter auf ihrer Support-Tour mit den Ärzten irgendwann in den 90ern zu begleiten. Danach kündigte ich meinen Job bei der Band, um dann doch lieber Punk zu sein. An den Namen MC Motherfucker habe ich mich allerdings nie gewöhnen können. Nichtsdestotrotz waren wir all die Jahre immer im losen Kontakt. Zum Zeitpunkt des größten finanziellen Erfolgs löste sich die Band nach einer Reunion endgültig auf. Zu einem Zeitpunkt, wo für andere erst die Erntezeit beginnt. Man muss kein Prophet sein, dass Terrorgruppe andernfalls die ewig gleichen Festival-Line-Ups weiterhin äußerst erfolgreich ergänzt hätten.

Archi zog sich aus der ersten Reihe zurück und konzentrierte sich auf K.I.Z., deren Tourmanager er ist. Produzent ist er auch noch. Und gelegentlich taucht er als Gastsänger auf. Ingesamt macht er sich aber rar. Mit Alert veröffentlicht er ohne jegliches Promogeschepper eigenwillige Songs, die er fast immer Solo auf der Akustikgitarre begleitet. Hier zeigt er, was er nebenher immer im stillen Kämmerlein entwickelt hat und was durchaus künstlerischen Wert hat.

Ich traf Archi in seiner Wohnung, die gleichzeitig auch Studio ist und trank leckeren Kaffee und Wasser mit ihm. Eine Homestory wurde es trotzdem nicht. Es geht ums Schlussmachen, den Peak finden und trotzdem weitermachen . Ein unaufgeregter Blick nach hinten und nach vorne... und am Ende doch noch K.I.Z.
48 Minuten
Nejc Jakopin ist einer der umtriebigsten Männer in der Punkszene. Plattensammler mit 3000000 Platten, Schallplattenpresswerk, Vinylmuseum, Soulpeddler, Njam, Mars Moles, Sexy Bacterias, Prime Use ... um nur wenige zu nennen. Eigentlich reichen keine 10 Leben, um all seine Aktivitäten unterzubringen... Verdienter Veteran des Jugopunks... das darf man nicht vergessen. Praktikant bei Fat Wreck, Golfer... aber nicht nackt...
1 Stunde 9 Minuten
Mit Willi Wucher geht es für mich Ende der 80er Jahre los: Zunächst Beck's Pistols, das Scumf*ck-Tradion und die Festivals... erst ganz dicke, dann 'unpolitisch macht hirntot' ... der absolute Hass... offenbar ziemlich einseitig von mir aus, wie es sich im Gespräch herausstellt. Der Versuch, das alles zu rekonstruieren... schwierig, Erinnerungslücken teilweise, dafür einige Dinge in der Wahrnehmung offenbar ziemlich unterschiedlich... im Nachgang eine mehr als unglückliche Geschichte. Aber immerhin mit Happy End!

Übrigens: Wenn's im Hintergrund quietscht, dann kann Willi nicht still auf seinem Stuhl sitzen.
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Über diesen Podcast

Der Bockcast ist der Podcast der www.duisburch.de - Seite. Swen Bock hat lange Jahre in der Fanzine-Szene hinter sich und schreibt aktuell für das ZAP, MIND THE GAP und OX. Im Laufe der Jahre hat ihn Punk als Musik oder Idee immer mehr gelangweilt, nicht aber die vielen Menschen aus dem Bereich, die oft Interessantes fernab langweiliger Musik zu bieten haben.
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„Duisburchs SwenBockcast“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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