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VerasTagundNachtBuch Archiv

148 Episoden
44 Sekunden
Vera Rosenbusch liest "Hälfte des Lebens" von Friedrich Hölderlin. In der ersten Strophe erklingen angenehme Laute, Bs und Os. Der Sommer ist auf dem Höhepunkt. In der zweiten Strophe dagegen dominieren die Vokale A und I und erzeugen eine traurige Winterstimmung. 1 Minute Literatur aus unserem Bühnenprogramm: "Literatur ist Klang".
43 Sekunden
Vera Rosenbusch liest "Der Esel" von Matthias Claudius - 1 Minute Literatur.
6 Minuten
Bei unseren Lesebühnen geben Lutz & ich jedes Mal einen Impuls aus der Literatur der Moderne. Diesmal sprechen wir über "Gedicht 25" von Kurt Schwitters. Als Menschen, die schreiben, finden wir interessant, was andere vor uns ausprobiert haben, was die sich getraut haben. Das heißt natürlich nicht, dass wir schreiben, wie andere schon geschrieben haben. Oder dass ihr so schreiben müsstet.
2 Minuten
Lutz Flörke und Vera Rosenbusch lesen „Guter Rausch“ von Joachim Ringelnatz. Ein Lob des guten Rausches. Das lyrische Ich verschweigt nicht, dass es auch einen schlechten Rausch gibt. Worin besteht der gute? Man sieht klar und mild. Man geht versöhnlich mit anderen um. Man tritt aus sich selbst heraus, ist entrückt wie ein Engel. Man betritt ein künstliches Paradies. Der gute Rausch entlastet uns, er zeigt, wie wir sein könnten, wenn wir nicht wären, wie wir sind. Eine Hörprobe aus unserem Bühnenprogramm „Die künstlichen Paradiese“.
9 Minuten
Vera Rosenbusch liest „Der Hase und der Igel – Ein Märchen der Brüder Grimm“. Die Geschichte kenne ich seit frühester Kindheit. Ein Stoff, den jede und jeder kennt. Doch bei genauerem Hinhören ist manches ungewöhnlich: Das Märchen beginnt mit einem Satz über Wahrheit und Erzählen - und über die Wahrheit des Erzählens. Auch der Hase unterscheidet sich erheblich von seinen in Goldfolie eingewickelten Namensvettern, die gerade massenhaft in den Supermärkten herumstehen. Schließlich ist da noch das überraschende Ende: „Die Lehre aber aus dieser Geschichte ist erstens, daß keiner, und wenn er sich auch noch so vornehm dünkt, sich über einen geringen Mann lustig machen soll, und wenn es auch nur ein Igel wäre. Und zweitens, daß es geraten ist, wenn einer freit, daß er sich eine Frau aus seinem Stande nimmt, die geradeso aussieht wie er selber. Wer also ein Igel ist, der muß zusehen, daß seine Frau auch ein Igel ist, und so weiter.“ Die Erzähler spielen mit dem Wunsch des Publikums, „Lehren“ aus Geschichten zu ziehen. Jeder Mann weiß,dass er auf der ganzen Erde keine Frau finden, die „geradeso aussieht wie er selber“. Ein subtiler Witz. Im Original der Brüder Grimm ist der Text übrigens niederdeutsch. Ich habe die Übersetzung sprachlich behutsam modernisiert. Hören Sie selbst!
4 Minuten
Vera Rosenbusch liest "Donna Clara" von Heinrich Heine. Viele träumen davon, durch Liebe, Lyrik, Literatur ihr Leben zu verändern. Und es stimmt ja auch, sie hilft, Distanz herzustellen zu Eltern, Freunden, Alltagsgerede. Mit einem Mal scheint eine andere, bessere Welt mit anderen Texten und anderen Menschen möglich. Das gibt Hoffnung, selbst wenn der Rücksturz ins alte Leben kaum vermeidbar ist. - Ein Gedicht von Heinrich Heine, das bei aller poetischen Schönheit die hässliche Seite der Wirklichkeit nicht aus den Augen verliert.
40 Sekunden
Vera Rosenbusch liest ein Wintergedicht von Joachim Ringelnatz.
27 Sekunden
Vera Rosenbusch liest "Hast du die Lippen mir wundgeküsst von Heinrich Heine. aus unserem Bühnenprogramm "Nacht".
16 Minuten
Juchuuuh, unser neues Buch ist da! Es enthält neue eigensinnige Geschichten von Lutz Flörke, Vera Rosenbusch und Kollektivtexte von beiden. Wir sind ja zwei AutorInnen mit (mindestens) drei Schreibweisen. Lutz schreibt, wie er schreibt, Vera schreibt, wie sie schreibt, und die kollektiv geschriebenen klingen noch anders. Gerade die Kollektivtexte sind etwas Besonderes, so schreibt niemand außer uns. „Die große Göttin“ mögen wir besonders, weil sie schön skurril ist und dabei nachdenklich macht. Eine Leseprobe aus dem dritten Band von „EINS+EINS=DREI“ ISBN 978 3695 133574
56 Sekunden
Vera Rosenbusch liest „Avant-Propos“ von Joachim Ringelnatz, eine Vorrede zu seinem Gedichtband „Die bebatikte Schusterpastete“ von 1921. Worterklärung: Captatio Benevolentiae (lat.) = eine seit der Antike gebräuchliche rhetorische Figur. Der Autor eines Textes wirbt um die Gunst des Publikums und bittet, die folgende Rede oder das Theaterstück freundlich anzunehmen.
2 Minuten
Vera Rosenbusch liest „Sport“ von Carola Neher, eine Hörprobe von ihrem literarischen Spaziergang „Fritz Schumachers Freilufthaus“. Der Hamburger Stadtpark entstand zu einer Zeit wachsender Sportbegeisterung. Zu Anfang gab es bereits 3 Sportplätze (heute sind es 9) und rundherum eine sechseinhalb Kilometer lange Korsostraße, auf der Motorradrennen ausgetragen wurden. Wegen mehrerer Todesstürze wurden sie 1953 eingestellt. Carola Neher, eine der berühmtesten Schauspielerinnen der 1920er Jahre, schrieb dies Gedicht, in dem sie den Sport feiert – als abenteuerlich, frivol, emanzipativ, verspielt und risikofreudig = sehr anders als das mediale Gerede heute, wo ReporterInnen Kampf und Willen verklären. Ich weiß, ich weiß, unbekannte Dichterin bedeutet, es gibt wieder besonders wenige Klicks. Aber ich bin ein Dickkopf und präsentiere gern Ungewohntes abseits der Bestseller-Bundesliga. Termine & mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de
2 Minuten
Eine Hörprobe von unserem literarischen Spaziergang "Wir spielen, bis uns der Tod abholt" mit eigenen Texten, die alle auf dem Friedhof Ohlsdorf spielen. Diesen haben wir kollektiv geschrieben. Die vollständige Geschichte, sie heißt "Hansi! Hansi! Hansi!" findet ihr in "EINS+EINS=DREI" von Lutz Flörke und Vera Rosenbusch. Termine & mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de
2 Minuten
Vera Rosenbusch liest „Der Hahn und der Wurm“ von Hermann Harry Schmitz. Wenn Männer sich als Männer aufspielen, vor allem gegenüber Frauen, kann das hochkomisch sein. Hier kommt eine umwerfend aktuelle Groteske in Zeiten, als der neue alte Männlichkeitswahn recycelt wird.
5 Minuten
Vera Rosenbusch liest „Etwas von mir“ von Else Lasker-Schüler. „In Elberfeld an der Wupper geboren“, beginnt dieser Text wie jede ordentliche Autobiografie, mit der Menschen ihre Lebenserzählung gewohnten und gewöhnlichen Narrativen anpassen. Doch schon mit dem nächsten Satz bietet Else Lasker-Schüler uns an, in ihre eigene Sicht einzusteigen. „Was ich hier schreibe, ist alles wahr“, behauptet die Dichterin. Dass sie im Alter von fünf Jahren ihr erstes Buch in einer Auflage von 30.000 Stück bei Ullstein veröffentlicht hätte und dass auf ihrem Geburtsschein Goldelse stände (so heißt die Hauptfigur eines damals vielgelesenen Trivialromans von E. Marlitt ), gehört zur Biographie des Prinzen Jussuf. Else Lasker-Schüler lebt in einer poetischen Welt, in der sich Literatur, Alltag und Sprachspiel mischen. So ist auch Prinz Jussuf buchstäblich wahr. Anmerkung: In Elberfeld, einer Stadt der Textilindustrie, sitzen die Arbeiter und Arbeiterinnen am Fluss Wupper und waschen die überflüssige Farbe aus.
82 Sekunden
Vera Rosenbusch liest „Das Geseires einer Aftermieterin“ von Joachim Ringelnatz. Ringelnatz liebt makabre Situationen. Manche können nicht darüber lachen. Ich lade ein zu einem Selbstversuch. Ernst und Witz liegen bei Ringelnatz nahe beieinander. Wir hören die traurige Geschichte eines armen Mädchens, dem übel mitgespelt wurde. Aber auch eine tragikomische, weil das Mädchen sich ideologisch auf die Seite jener Moral stellt, unter der sie selbst leidet. Eine Hörprobe von meinem literarischen Spaziergang „Komm, du salzigster Matrose“ mit Texten von Joachim Ringelnatz durch Hafencity und Speicherstadt. Termine & mehr: www.hamburgerliteraturreisen.de Worterklärungen: Geseires = Gerede Aftermieterin = Untermieterin
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"Veras Tag + Nacht Buch" ist ein iterarisches Zu-…