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buch|essenz Archiv

148 Episoden
16 Minuten
Eine Wirtschaft, in der Märkte und Preise bestimmen, wie sich das Leben der Menschen und die Natur entwickeln, führt zu Krisen und verletzt die Würde der Menschen, die sich dann dem Faschismus zuzuwenden drohen. Eine antifaschistische Wirtschaftspolitik erfordert eine kluge, nach Wirtschaftszweigen differenzierte sowie demokratische Kontrolle von Märkten und Preisen, die eine angemessene und bezahlbare Versorgung mit wichtigen Gütern und Dienstleistungen garantiert. Isabella Weber diskutiert in ihrem Buch diesen Zusammenhang und zahlreiche, vergleichsweise radikale Vorschläge, die an verschüttete linke Konzepte anknüpfen, die zu ihrer Zeit aber erfolgreich waren.
15 Minuten
Wie viel bewirkt unser Engagement wirklich? Rutger Bregman stellt in seinem Buch „Moralische Ambitionen“ diese unbequeme Frage. Für ihn ist klar: Engagement muss die Ambition haben, tatsächlich etwas zu verändern. Dafür müssen sich Menschen zusammenschließen, Bündnisse bilden, Kompromisse eingehen und gesellschaftliche Mehrheiten gewinnen. Bregman liefert konkrete Vorschläge, wie aus Bewegungen handlungsfähige Bündnisse werden könnten und zeigt, wie Ideen, die heute noch unrealistisch sind, machbar werden.
17 Minuten
Reichtum muss begrenzt werden. Das sagt die Ökonomin und Philosophin Ingrid Robeyns. Es geht ihr nicht um eine feste Grenze. Wichtig ist ihr, dass wir über extremen persönlich Reichtum neu nachdenken. Denn sie zeigt, dass er sich nicht rechtfertigen lässt. Seine Entstehung ist moralisch unverdient und fast immer mit schmutzigen Mittel verbunden. Er untergräbt er die Demokratie, betoniert Armut und befördert die Klimakrise. Robeyns plädiert dafür, die Strukturen in den Blick zu nehmen und zu verändern, die extremen Reichtum entstehen lassen.
14 Minuten
Die neoliberale Ideologie freier Märkte hat Krisen, Ungleichheit und gesellschaftliche Polarisierung mit sich gebracht. Sie ist wissenschaftlich überholt und muss durch einen progressiven Kapitalismus ersetzt werden. Der kann eine gerechte Gesellschaft ermöglichen, indem Märkte kontrolliert und wirtschaftliche Macht begrenzt. So entsteht Freiheit für alle statt für wenige Reiche. Der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz beschäftigt sich mit den Verhältnissen in den USA, aber seine Kritik ist grundsätzlich.
15 Minuten
Moralische Maßstäbe werden in der politischen Öffentlichkeit immer öfter als Schwäche gebrandmarkt. Sie werden einer vermeintlich „realistischen“ Politik gegenübergestellt. Für rechtsextreme Kräfte ist die Verachtung der Moral politische Strategie. Es gilt die Moral im Sinne einer Gleichwertigkeit und Gleichheit aller Menschen wieder zu stärken. Die Gravitationskraft der Moral erzeugen wir selbst und müssen sie immer wieder neu hervorbringen. Moralisches Handeln ist also kein Luxus, sondern Teil der Lösung für gegenwärtige Krisen.
13 Minuten
Wie gelingt es Donald Trump, Wähler_innen für sich zu gewinnen, deren materielle Lebensbedingungen sich durch seine Politik kaum verbessern werden? Arlie Russell Hochschild untersucht am Beispiel Kentuckys die Rolle von Scham- und Verlustgefühlen für die politische Stimmung in wirtschaftlich abgehängten Regionen. Dabei deckt sie auf, wie die politische Rechte diese Gefühle erfolgreich für sich nutzt. Eine überzeugende Analyse, die auch für progressive Akteur_innen Perspektiven für die Rückgewinnung gesellschaftlicher Mehrheiten bietet.
12 Minuten
Unsere Klassenzugehörigkeit bestimmt unseren Beruf, unsere Freizeit, wie und worüber wir sprechen – kurz: unser gesamtes Leben. Für Hanno Sauer sind Visionen einer Gesellschaft ohne Ungerechtigkeiten illusorisch: Er untersucht, welche Vorstellungen von Klasse in der Gesellschaft vorherrschen, und deckt auf, worin sich unser Statuswettbewerb alltäglich äußert. Ein Buch, das insbesondere diejenigen zum Nachdenken anregen dürfte, die Ungleichheiten moralisch verurteilen, ihre eigene Rolle darin jedoch selten reflektieren.
16 Minuten
Wie politisch über Zukunft nachgedacht wird, ist keineswegs neutral – ganz im Gegenteil: Seit den Revolutionen des 18. Jahrhunderts wird sie umkämpft, neu interpretiert und instrumentalisiert. Jonathan White untersucht die Bedeutung unterschiedlicher Zukunftsvisionen für die Politik und plädiert dafür, aktuelle Herausforderungen zwar nicht aus den Augen zu verlieren, Demokratie zugleich aber wieder langfristig zu denken. Eine wegweisende Theorie, die einen relevanten Beitrag zur Diskussion um die Zukunft der Sozialen Demokratie leistet.
19 Minuten
Toxische Männlichkeit wird von Feminist_innen in den sozialen Medien, in Büchern und in Podcasts breit diskutiert – was jedoch ist mit Frauen, die in patriarchale Verhaltensweisen verfallen? Die Autorin Sophia Fritz erklärt in ihrem Buch, wie Frauen misogyne, patriarchal vorbestimmte Rollen annehmen – und welches emanzipatorische Potenzial sich hinter diesen Rollen verbirgt.
13 Minuten
Die extreme Rechte will den westlichen Liberalismus überwinden und eine alternative Geschichtsdeutung durchsetzen. Der Autor Volker Weiß zeigt in seinem Buch wie die extreme Rechte Geschichte verzerrt, im Sinne der eigenen Ziele umdeutet und historische Verantwortung relativiert. Eine präzise, aktuelle Analyse extrem rechter Geschichtspolitik und ihrer ideologischen Strategien.
19 Minuten
Wie lässt sich Demokratie gegen die Macht des Marktes verteidigen? Lisa Herzog verbindet in ihrem Buch Kritik an Ungleichheit und Kapitalismus mit konkreten Reformideen und plädiert für mehr demokratische Kontrolle über Arbeit, Eigentum und Zeit – ein anregender Impuls für aktuelle Debatten über Wirtschaftsdemokratie.
18 Minuten
Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey argumentieren: Autoritäre Bewegungen entstehen aus einem Gefühl blockierter Lebensperspektiven. Statusängste, Ungleichheit und enttäuschte Fortschrittsversprechen nähren eine politische Zerstörungslust. Sie fordern einen postliberalen Antifaschismus, der soziale Sicherheit, Teilhabe und demokratische Handlungsmacht stärkt!
11 Minuten
Frauen stehen weltweit an der Spitze neuer Protestbewegungen – häufig in autoritären Staaten. Shila Behjat zeigt, wie diese Bewegungen Gleichstellung mit dem Kampf um demokratische Rechte verbinden. Gerade ihre gewaltfreie, breite Mobilisierung macht sie zu einer wichtigen Kraft gegen autoritäre Herrschaft
11 Minuten
Kristina Lunz fordert in ihrem Buch einen Paradigmenwechsel: Sicherheitspolitik müsse Menschenrechte, Geschlechtergerechtigkeit und Klimaschutz zusammendenken. Militarismus und Machtpolitik setzt sie Mediation, Prävention und internationale Kooperation entgegen. Das Buch liefert Impulse für die aktuelle Debatte um eine feministische Außenpolitik – auch aus Sicht der Sozialen Demokratie.
17 Minuten
Sheri Berman beschreibt die Sozialdemokratie als prägende Ideologie des 20. Jahrhunderts, weil sie Demokratie und sozialen Zusammenhalt verbindet. Angesichts von Globalisierung und Migration plädiert Berman dafür, Solidarität nicht länger über Herkunft und Sprache, sondern über gemeinsame Werte zu definieren. Ihr Buch liefert eine historische Einordnung – und provokante Impulse für eine zukunftsfähige Programmatik.
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