Software Testing & Qualität - Testautomatisierung, KI & Agilität Archiv
220 Episoden
25 Minuten
Architektur, die auf Papier perfekt aussieht, ist oft schon überholt, bevor das erste Team damit arbeitet. Mit Ralf Enderle spreche ich darüber, warum das kein unvermeidbares Schicksal ist, sondern eine Frage der richtigen Unterscheidungen. Wir reden darüber, welche Entscheidungen wirklich unumkehrbar sind und welche man getrost der Realität des Projekts überlassen kann, ohne dass die Architektur dabei auseinanderfällt. Mich hat beschäftigt, wie Ralf das auf den Punkt bringt: Entscheidungen, die niemand kennt und die sich nirgends verteidigen, helfen keinem. Wie eine Architektur lernen kann, sich selbst zu melden, wenn sie gebrochen wird, und was Tester dabei konkret einbringen können, das nehme ich aus diesem Gespräch mit.
28 Minuten
Positives Führen hat nichts mit Ponyhof zu tun – das ist einer der ersten Sätze, die Christian Thiele sagt, und er bringt das Thema direkt auf den Punkt. Mit ihm spreche ich darüber, was hinter dem PERMA-Modell steckt: fünf konkrete Stellschrauben, mit denen Führung im Alltag greifbar wird, von positiven Emotionen über psychologische Sicherheit bis hin zum bewussten Feiern von Erfolgen. Wir reden auch darüber, warum Leadership keine Frage der Rolle ist und was passiert, wenn man den besten Entwickler zum Projektleiter macht, nur weil Karriere bisher immer über Führung lief. Mich hat dabei besonders der Gedanke beschäftigt, dass wir im Testing-Umfeld oft gut darin sind, Fehler zu finden, aber selten innehalten, um die Dinge zu würdigen, die wirklich funktioniert haben.
27 Minuten
Was KI mit uns als Team macht, beschäftigt mich seit Längerem. Mit Jasmine Simons spreche ich darüber, wie der zunehmende KI-Einsatz unser soziales Miteinander verändert: Kommunikation wird sachlicher, Vertrauen erodiert langsam, und das soziale Lernen, das gerade junge Menschen am Anfang ihrer Karriere brauchen, findet schlicht nicht mehr statt. Jasmine erklärt, warum Reibung im Team kein Fehler ist, sondern eine Voraussetzung für Innovation, und warum der Allwissende in der Tasche uns gegenüber anderen glatter, aber nicht vertrauenswürdiger macht. Ihr Vorschlag klingt einfach, braucht aber echte Entscheidung: KI wie ein neues Teammitglied integrieren, also mit klaren Rollen, expliziten Vereinbarungen und dem Bewusstsein, dass dieser Aufwand kein Nice-to-have ist.
44 Minuten
Warum tut sich in Deutschland so wenig, obwohl alle wissen, was geändert werden müsste? Mit Gunter Dueck spreche ich über überregulierte Unternehmen, die durch ihre eigenen Prozesse handlungsunfähig geworden sind, über das Fehlen einer echten Industriepolitik und darüber, warum die Chancen rund um humanoide Roboter und KI gerade an uns vorbeigehen. Gunter beschreibt, wie Gifford Pinchots Prinzipien des Intrapreneurings heute genauso gelten wie vor Jahrzehnten und warum trotzdem kaum jemand danach handelt. Was mich beschäftigt: Nicht Bösartigkeit steckt dahinter, sondern ein System, das sich selbst lähmt, während andere Länder längst konzertiert handeln.
26 Minuten
Generative KI einfach nicht zu nutzen, weil sie den eigenen Werten widerspricht: das ist die Position, die Johannes Link konsequent vertritt. Mit ihm spreche ich darüber, warum er hyperskalierte Gen AI für ethisch nicht vertretbar hält und was ihn zu diesem Schluss gebracht hat. Wir reden über Trainingsdaten, die ohne Zustimmung der Urheber verwendet werden, über den massiven Energieverbrauch, über den Zerfall des freien Internets und darüber, was mit Studierenden passiert, die das Schreiben und Denken delegieren, bevor sie es je wirklich geübt haben. Johannes erklärt auch, was sich ändern müsste, damit er seine Meinung überdenken würde, und ob er diesen Wandel für realistisch hält.
22 Minuten
Ich habe mit Miriam Sasse darüber gesprochen, warum so viele Unternehmen gerade in alte Command-and-Control-Muster zurückfallen und ob Agilität überhaupt noch zu retten ist. Miriam nutzt Schemata aus der Notfallmedizin, um zu diagnostizieren, wo genau agile Teams und Organisationen kränkeln: Können sie noch frei atmen? Fließt die Kommunikation? Oder ersticken sie an zu vielen Methoden auf einmal? Wir sprechen über Allergien gegen das Wort "agil", über Traumamanagement in der Softwareentwicklung und warum manche Unternehmen dringend Reha statt noch mehr OKRs brauchen.
23 Minuten
Diesmal spreche ich mit Markus Geiger über ein Problem, das viele Tester kennen: Security Requirements sind oft so abstrakt formuliert, dass man damit beim Testen wenig anfangen kann. Markus zeigt, wie man über konkrete Schutzziele wie Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit spricht – und warum Teams ohne Security-Experten mit einfachen Methoden wie Threat-Modeling-Kartenspielen selbst herausfinden können, wo ihre Schwachstellen liegen.
31 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Benedikt Stemmildt über Agentic Engineering – und warum "Vibecoding" der falsche Begriff für das ist, was gerade wirklich passiert. Benedikt zeigt, dass es nicht um schnelleres Coden geht, sondern um Architektur, Qualitätssicherung und das Schaffen von Umgebungen, in denen KI-Agenten guten Code produzieren. Wir sprechen darüber, warum Cleanup-Crews wichtiger sind als perfekte Prompts, wie Retrospektiven mit Agenten funktionieren und warum Teams sich plötzlich auf die Füße treten, wenn alle gleichzeitig agentisch arbeiten.
21 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Anita Schüttler über den Blauen Engel für Software – das weltweit erste Umweltlabel für Anwendungen. Anita erzählt aus erster Hand, wie ihr Team eine kommerzielle Software zertifizieren ließ, warum der Prozess drei Monate statt dem geplanten einen dauerte und welche Metriken überhaupt gemessen werden. Der Blaue Engel ist nicht nur ein Nachhaltigkeits-Statement, sondern wird zunehmend zum Wettbewerbsvorteil in öffentlichen Ausschreibungen. Wir sprechen darüber, was Software Testing mit Ressourceneffizienz zu tun hat und warum Nutzungsautonomie ein unterschätztes Qualitätsmerkmal ist.
22 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Jan Jürjens über ein Thema, das viele beim KI-Einsatz noch unterschätzen: Security Testing. Wir klären, warum KI-basierte Systeme völlig neue Angriffspunkte bieten – vom manipulierten Training über Prompt Injection bis zum ungewollten Abfluss sensibler Daten. Jan erklärt, welche Mechanismen helfen, KI-Anwendungen abzusichern, wie man mit Tools von OWASP arbeitet und warum auch Tester ohne Security-Background hier aktiv werden müssen.
25 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Thomas Fehlmann, Six Sigma Experte und Pionier für Quality Function Deployment (QFD), über eine Methode, die Kundennutzen messbar mit Tests verbindet. Während moderne LLMs keine Ursache-Wirkung-Analysen beherrschen, zeigt Thomas, wie QFD genau diese Lücke schließt und Testern hilft, aus tausenden möglichen Tests jene herauszufiltern, die wirklich zählen. Wir sprechen darüber, warum gut getestete Autos nicht teurer verkauft werden können, wie personalisierte Tests in der Garage Realität werden könnten und warum diese japanische Methode in der Softwareentwicklung noch immer ein Schattendasein fristet. Thomas öffnet eine Tür zu kausalem Denken in einer Welt, die gerade von statistischen Modellen dominiert wird.
38 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Holger Santelmann darüber, wie sein Team die Norm IEC 62443-4-1 für sichere Softwareentwicklung nicht nur umgesetzt, sondern tatsächlich lieben gelernt hat. Holger zeigt, wie sie aus einem gefürchteten Papier-Monster einen lebendigen Prozess gemacht haben, der die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Software Testing verbessert statt behindert. Besonders spannend: Statt trockene Compliance-Übungen haben sie Trainings entwickelt, die jedes Security-Requirement praktisch aufschlüsseln, Test Collaboration Meetings etabliert und die Independence of Testers kreativ über Kompetenz-Center gelöst.
23 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Benjamin Bischoff über seinen Weg vom Webentwickler zum Test Automation Engineer – und warum dieser Perspektivwechsel alles verändert hat. Benjamin erklärt, welchen entscheidenden Vorteil Entwickler in der Testautomatisierung haben, aber auch wo ihre blinden Flecken liegen. Wir sprechen darüber, warum Selenium trotz Playwright-Hype seine Berechtigung hat, wie man als Tester ohne Programmier-Hintergrund in die Automatisierung einsteigt und weshalb KI die Rolle des Software Testing nicht ersetzt, sondern dramatisch aufwertet. Am Ende steht eine klare These: Wenn künftig KI den Großteil des Codes schreibt, wird Testen zur kritischsten Disziplin überhaupt.
27 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Johannes Stiller von der Stiftung Warentest darüber, wie eine der bekanntesten Verbraucherorganisationen Deutschlands testet – und wo die Parallelen zu unserem Software Testing liegen. Johannes gibt Einblick, wie bereits anderthalb Jahre vor Veröffentlichung entschieden wird, welche Produkte geprüft werden, wie verdeckte Einkäufer Zahnbürsten und Laptops anonym beschaffen und warum subjektive Kriterien wie "Handlichkeit" trotzdem messbar werden. Besonders spannend: die Rolle crossfunktionaler Teams, der Verifikationsprozess kurz vor Go-Live und der Umgang mit Herstellern, die manchmal nicht gerade begeistert auf Testergebnisse reagieren. Wer wissen will, wie Objektivität, Transparenz und Unabhängigkeit in der Praxis aussehen, sollte reinhören.
18 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit André Köhler über die TACON, die Fachkonferenz für Testautomatisierung, die mittlerweile ins neunte Jahr startet und in Leipzig stattfindet. André erklärt, warum 130 Teilnehmer die perfekte Größe sind, um echten Austausch zu ermöglichen und warum die Abendveranstaltung so wertvoll ist. Wir sprechen darüber, wie die TACON bewusst Praxisberichte statt Verkaufsshows bietet, welche ungewöhnlichen Highlights es in den letzten Jahren gab und wie KI die nächsten Ausgaben prägen wird. Jetzt schon vormerken: Die TACON findet dieses Jahr am 16. und 17. September 2026 statt.