Rätsel der Wissenschaft
Der STANDARD-Podcast über die ungeklärten Fragen der Menschheit
Podcaster
Episoden
31.12.2025
26 Minuten
Können Tiere träumen? Wer mit Haustieren lebt, wird diese Frage
wahrscheinlich mit Ja beantworten. Hunde, die im Schlaf wild japsen
und die Pfoten bewegen oder Katzen, die schlafend auf der Couch
scheinbar Mäuse fangen, erwecken jedenfalls den Anschein, intensiv
zu träumen. Wissenschaftliche Nachweise für Träume bei Tieren zu
erbringen, ist jedoch alles andere als einfach. Lange Zeit galt die
Forschung dazu sogar als unwissenschaftlich oder irrelevant. In den
vergangenen Jahren hat die tierische Traumforschung aber große
Fortschritte gemacht. So zeigt sich etwa, dass die Schlafphasen
zahlreicher Spezies denen von Menschen erstaunlich ähnlich sind. Am
meisten und intensivsten träumen Menschen im sogenannten
REM-Schlaf, in dem auch die Gehirnaktivität zunimmt. Inzwischen
wurden REM-ähnliche Schlafphasen nicht nur bei vielen anderen
Säugetieren entdeckt, sondern auch bei Vögeln, Fischen, Kraken und
sogar bei Spinnen. Die Schlafphase allein beweist noch nicht, dass
ein Tier auch tatsächlich träumt. Die Hirnforschung liefert aber
immer mehr Hinweise darauf, was sich im tierischen Schlaf abspielt:
Bei manchen Vögeln etwa gleicht die neuronale Aktivität im
REM-Schlaf jener beim Fliegen oder Singen, bei Ratten sind wiederum
dieselben Muster wie beim Lösen von Aufgaben im Wachzustand
erkennbar. Träumen Vögel also vom Fliegen und Ratten von
Labyrinthen? Durchleben Tiere auch Albträume? Und was hat es mit
einem revolutionären Katzenexperiment aus den 1960er-Jahren auf
sich, dass die Samtpfoten zu Schlafwandlern machte? Diesen Fragen
gehen David Rennert und Tanja Traxler in der neuen Folge von
"Rätsel der Wissenschaft" nach.
Mehr
17.12.2025
38 Minuten
Als 1937 von einem Hochgebirgsobservatorium nahe Innsbruck eine
Serie unscheinbarer Fotoplatten zur Auswertung gebracht wird, ahnt
noch niemand, dass damit ein neues Kapitel der Physik beginnt. Die
Platten zeigen sternförmige Spuren – mehrere Teilchenbahnen, die
von einem gemeinsamen Zentrum ausgehen. Es sind die ersten direkten
Nachweise sogenannter "Zertrümmerungssterne": Kernreaktionen,
ausgelöst durch hochenergetische Teilchen aus dem Weltraum. Das
Experiment stammt von der Wiener Physikerin Marietta Blau.
Gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Hertha Wambacher hat sie eine
Methode perfektioniert, mit der Kernreaktionen erstmals direkt
sichtbar werden. Diese fotografische Technik sollte zu einer
Grundlage für die moderne Hochenergie- und Teilchenphysik werden.
Doch während das Forschungsfeld regelrecht explodiert und schon
wenige Jahre später neue Elementarteilchen entdeckt werden, wird
Blau aus der Wissenschaft gedrängt – und weitgehend vergessen. In
der ersten Folge von "Inside Science", einer Spezialausgabe des
STANDARD-Podcasts "Rätsel der Wissenschaft", beleuchten David
Rennert und Tanja Traxler das Leben von Marietta Blau und
analysieren mit der Physikerin Francesca Ferlaino die Situation von
Frauen in der Physik.
Mehr
03.12.2025
30 Minuten
Der 14. September 2015 ist in die Wissenschaftsgeschichte
eingegangen – auch wenn die Weltöffentlichkeit erst Monate später
davon erfuhr. An diesem Tag registrierten die Detektoren des
LIGO-Observatoriums in den USA ein Signal, das auf winzige
Verzerrungen der Raumzeit hindeutete. Verursacht wurden diese
Verzerrungen, wie sich später herausstellte, von einem
atemberaubenden Phänomen: Es entstand durch die Verschmelzung
zweier sehr massereicher schwarzer Löcher in rund 1,3 Milliarden
Lichtjahren Entfernung. Die Beobachtung war ein Meilenstein für die
Wissenschaft: Es war die erste direkte Messung von
Gravitationswellen, der erste direkte Nachweis verschmelzender
Schwarzer Löcher und die Bestätigung einer zentralen Vorhersage in
Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Dafür gab es nicht nur
bald Nobelpreise, es war auch die Geburtsstunde der
Gravitationswellenastronomie. Wie misst man Verformungen der
Struktur von Raum und Zeit überhaupt? Und was können wir aus diesen
Signalen über das Universum lernen? Darüber sprechen David Rennert
und Tanja Traxler in der aktuellen Folge des
STANDARD-Wissenschaftspodcasts "Rätsel der Wissenschaft".
Mehr
19.11.2025
26 Minuten
Was passiert, wenn wir sterben? So grundlegend diese Frage ist, so
schwierig ist es, eindeutige Antworten darauf zu finden. Viele
Faktoren beeinflussen, wie Menschen sterben und wie der Tod
subjektiv erlebt wird. Diese Vorgänge wissenschaftlich zu
erforschen ist aber alles andere als einfach. Physiologische
Untersuchungen zum Vorgang des Todes bringen schwerwiegende
ethische Fragen mit sich. Und Erfahrungsberichte von reanimierten
Patienten liegen zwar zahlreich vor, stammen aber eben von
Überlebenden. Wie aussagekräftig sind sie? In den vergangen
Jahren konnte die Hirnforschung erstaunliche Einblicke in die
neurologischen Prozesse des Todes gewinnen. So konnte die
elektrochemische Entladungswelle, die das Gehirn Sterbender
durchflutet, detailliert beobachtet werden. Dabei zeigte sich, dass
dieser Vorgang, anders als lange angenommen, nicht unumkehrbar ist.
Außerdem wiesen Forschende nach, dass die Hirnaktivität bei
Sterbenden rapide ansteigen kann. Das könnte wiederum für
Nahtoderfahrungen verantwortlich sein. Welche Funktionen haben
diese Vorgänge? Sind Nahtoderfahrungen Teil eines neuronalen
Notfallprogramms? Und was bedeutet das für die Reanimationsmedizin?
Darüber sprechen David Rennert und Tanja Traxler mit dem Neurologen
Jens Dreier (Charité Berlin) in der neuen Folge des
STANDARD-Podcasts "Rätsel der Wissenschaft".
Mehr
05.11.2025
23 Minuten
Vor rund 2000 Jahren war Ephesos in der heutigen Türkei eine der
wichtigsten Städte im Römischen Reich: Das Weltwunder Artemistempel
lockte Pilger an, Gladiatoren kämpften im großen Theater, der
Handel mit Öl und Wein florierte in der Küstenstadt. Heute liegen
ihre Ruinen mehrere Kilometer vom Meer entfernt, im Gegensatz zu
Rom wurde sie nicht von modernen Häusern überbaut. Ein Glück für
die österreichische Archäologie, die hier seit 130 Jahren gräbt,
aber auch ein Kuriosum. In der neuen Folge Episode des
STANDARD-Podcasts "Rätsel der Wissenschaft" gehen David Rennert und
Tanja Traxler gemeinsam mit Julia Sica den Gründen für Aufstieg und
Niedergang der Stadt Ephesos nach. Grabungsleiter Martin Steskal
vom Österreichischen Archäologischen Institut der Akademie der
Wissenschaften erzählt vor Ort von Religion und Sklaverei im
römischen Reich, wechselnden Businessmodellen der Metropole und der
neuesten Entdeckung auf der populären Fundstätte.
Mehr
Über diesen Podcast
"Rätsel der Wissenschaft" ist der STANDARD-Podcast über die großen
Fragen der Menschheit. Wir erkunden den Ursprung des Lebens, die
Chancen der Gentechnik, die Möglichkeit von Zeitreisen und die
Erschließung des Weltraums. Und zwar so, dass es jeder und jede
versteht. Dazu recherchieren die Jounalist:innen der
STANDARD-Redaktion die jüngsten Erkenntnisse aus der Forschung,
sprechen mit den Expert:innen aus der Wissenschaftsszene und sehen
sich aktuelle Experimente an. Neue Folgen erscheinen immer
mittwochs auf derStandard.at, Spotify, Apple Podcasts und überall,
wo es Podcasts gibt.
Kommentare (0)