Prof. Matthias Quent gehört zu den profilierten deutschen Forschern zu Rechtsextremismus, Radikalisierung und Demokratie. Der Soziologe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, warum rechtsextreme Einstellungen und Bewegungen gesellschaftlich an Einfluss gewinnen, mit einem besonderen Blick auf Ostdeutschland. In seinem neuen Buch „Keine Macht der Ohnmacht“ untersucht Prof. Quent, warum Menschen auf Krisen mit Kampf, Flucht oder Erstarrung reagieren, und weshalb Demokratie eigentlich ein Anti-Ohnmachts-System ist, obwohl sie uns zugleich zumutet, einen Teil unserer Machtlosigkeit auszuhalten. In dieser Folge sprechen wir über die multiplen Krisen: Kriege, Klimakrise, wirtschaftliche Unsicherheit, politische Polarisierung: Viele Menschen erleben die Gegenwart als Dauerkrise und haben gleichzeitig das Gefühl, selbst kaum etwas verändern zu können. Was macht diese Ohnmacht mit unserer Demokratie? Und warum profitieren gerade rechtsextreme und autoritäre Kräfte davon? Wir sprechen darüber, wie Angst in Wut umschlägt, warum Anerkennung und politische Repräsentation so wichtig sind und weshalb die AfD nicht nur Ängste bedient, sondern ihren Anhängern auch Gemeinschaft, Hoffnung und das Gefühl von Selbstwirksamkeit vermittelt. Und wir schauen auf die politische Gegenwart: Warum ist die AfD gerade in Ostdeutschland so stark? Was sagen die anstehenden Landtagswahlen über den Zustand unserer Demokratie aus? Und wie lässt sich verhindern, dass der Aufstieg der extremen Rechten auch ihre Gegner in Resignation und Rückzug treibt?
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